Offener Wettbewerb | 04/2024
Neubau Hauptzollamt Hamburg
3
D J H architekten / agn
©PONNIE Images
1. Preis / Zuschlag
Preisgeld: 44.800 EUR
Architektur
-
Verfasser:
-
Mitarbeitende:
Erläuterungstext
Aus Drei wird Eins: Die Hauptzollämter Hamburg-Stadt und Hamburg-Hafen sowie das „Hauptzollamt Jonas“ sollen zukünftig in einem Neubau zusammengeführt werden. Dafür hatte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) einen zweiphasigen Wettbewerb ausgelobt, den agn zusammen mit D J H architekten gewonnen hat. Der Entwurf sieht ein energieeffizientes modulares Gebäude mit alternativen Baustoffen wie Holz und Keramik, flexibel nutzbaren modernen Arbeitswelten und öffentlichen Nutzungen im Erdgeschoss vor.
Nach dem Grundsatz „Weniger ist mehr“ hat das Team von DJH und agn ein Neubau-Konzept mit einer einfachen, aber klugen Architektur entwickelt. Die gestalterische Leitidee ist ein harmonischer Übergang zwischen der heterogenen Dachlinienstruktur der südlichen Nachbarbebauung und dem geplanten Neubau.
Die Bürostrukturen um die Höfe herum gewährleisten eine angenehme und gut belichtete Arbeitsumgebung. Diese Konfiguration erlaubt vielschichtige innerräumliche Durchblicke und fördert die Interaktion seiner Nutzenden.
Prinzip der Wirksamkeit
Das Erdgeschoss des Zollamtes ist bewusst darauf ausgerichtet, einen lebendigen und einladenden öffentlichen Raum zu schaffen. Hier konzentrieren sich sämtliche publikumsbezogenen Funktionen, die sich durch großflächige raumhohe Verglasungen zum Stadtraum hin öffnen und so eine Verbindung zwischen dem Gebäude und der Stadt herstellen. Dieser Bereich ist nicht nur funktional, sondern auch identitätsstiftend und verleiht dem Gebäude eine einprägsame Adressbildung.
Prinzip der Wiederholung
Für die bauliche Umsetzung sind einfache Grundrisse angedacht, die seriell in einer Holzhybridkonstruktion umgesetzt werden sollen. Die Wiederholung von Bauteilen sowie die Standardisierung von Raum- und Konstruktionselementen soll in besonderem Maße die Wirtschaftlichkeit des Gebäudes fördern und durch die Kreislauffähigkeit zu einer Urbanen Mine machen.
Nachhaltiges Konzept mit zeitsparender Bauweise
Die Anwendung von modularem bzw. seriellem Bauen verspricht eine kurze Bauzeit der Obergeschosse. Eine CO2-minimierte Holz-Hybridkonstruktion und vorgefertigte Trag- und Fassadenelemente stellen einen optimierten Bauablauf sicher. Das geringere Gewicht der Holz-Hybridkomponenten spart außerdem CO2 beim Materialtransport und in der Herstellung. Auch die Recyclingfähigkeit aller Komponenten wird durch vorgeplante Montageverbindungen sichergestellt. Ein innovatives Technikkonzept mit Wärmepumpen, adaptiver Lüftungs- und Verschattungstechnik sowie optimierter Regenwasserspeicherung sind ebenfalls Bestandteile des Nachhaltigkeitskonzepts.
Nach dem Grundsatz „Weniger ist mehr“ hat das Team von DJH und agn ein Neubau-Konzept mit einer einfachen, aber klugen Architektur entwickelt. Die gestalterische Leitidee ist ein harmonischer Übergang zwischen der heterogenen Dachlinienstruktur der südlichen Nachbarbebauung und dem geplanten Neubau.
Ziel ist eine Balance zwischen Funktionalität und Ästhetik in Kombination mit einer Optimierung der Gebäudehülle, dem Einsatz von möglichst ökologischen und nachhaltigen Materialien, der Erfüllung aller technischen Erfordernisse und baulichen Details. Wirtschaftlichkeit und Baukultur gehen dabei Hand in Hand – es soll ein wirtschaftlich als auch qualitätsvoller und robuster Stadtbaustein geschaffen werden. Dabei verfolgt das Konzept verschiedene Prinzipien.
Prinzip der Kommunikation
Das Herzstück des Zollamts ist eine offene Erschließungs- und Kommunikationszone, die sich zu zwei begrünten Innenhöfen hin öffnet und geschossweise über Balkone verfügt. Sie wird zu einem identitätsstiftenden Ort, der sowohl vertikal als auch horizontal klare Orientierungsmöglichkeiten bietet und als gemeinsamer Treffpunkt und Kommunikationsbereich für die Nutzenden des Gebäudes dient (Prinzip der Kommunikation). Als weitere Gemeinschaftsflächen angelegte Dachgärten runden das architektonische Konzept ab.
Die Bürostrukturen um die Höfe herum gewährleisten eine angenehme und gut belichtete Arbeitsumgebung. Diese Konfiguration erlaubt vielschichtige innerräumliche Durchblicke und fördert die Interaktion seiner Nutzenden.
Prinzip der Wirksamkeit
Das Erdgeschoss des Zollamtes ist bewusst darauf ausgerichtet, einen lebendigen und einladenden öffentlichen Raum zu schaffen. Hier konzentrieren sich sämtliche publikumsbezogenen Funktionen, die sich durch großflächige raumhohe Verglasungen zum Stadtraum hin öffnen und so eine Verbindung zwischen dem Gebäude und der Stadt herstellen. Dieser Bereich ist nicht nur funktional, sondern auch identitätsstiftend und verleiht dem Gebäude eine einprägsame Adressbildung.
Prinzip der Wiederholung
Für die bauliche Umsetzung sind einfache Grundrisse angedacht, die seriell in einer Holzhybridkonstruktion umgesetzt werden sollen. Die Wiederholung von Bauteilen sowie die Standardisierung von Raum- und Konstruktionselementen soll in besonderem Maße die Wirtschaftlichkeit des Gebäudes fördern und durch die Kreislauffähigkeit zu einer Urbanen Mine machen.
Nachhaltiges Konzept mit zeitsparender Bauweise
Der Neubau entspricht dem Energieeffizienzstandard Bund 40 (EGB 40) und unterstreicht damit die klimapolitischen Ziele der Bundesregierung. Dieser Gebäudestandard stellt hohe Anforderungen an die Energieeffizienz hinsichtlich des Primärenergiebedarfs und des Transmissionswärmeverlustes. Gebäude dieses Energiestandards verbrauchen 60 Prozent weniger Energie als gesetzlich vorgegeben.
Beurteilung durch das Preisgericht
Städtebau
Ausgangspunkt der Arbeit ist der städtebauliche Wunsch, sich harmonisch in die heterogene Umgebung einzufügen. Dies gelingt durch einen gut proportionierten Baukörper mit wenigen, gut gesetzten Akzenten, die die ruhige Keramikfassade unterbrechen. Zum Automuseum reagiert der Entwurf mit einer schmalen, doppelten Rückstaffelung, zum Eingang mit einem zweigeschossigen Einsprung und zum Lohse-Park mit einer großen, fast spektakulären Stadtloggia im 1. und 2. OG.
Grundriss
Leitidee in der Grundrisskonzeption ist die Ausbildung eines Service-Rückens entlang der Brandwand, in dem alle Treppen, Sanitärbereiche u. Ä. eingeordnet sind. Die davor liegenden 2 Innenhöfe wirken zunächst eng, überzeugen aber dadurch, dass sie konsequent nur zur Belichtung der Flure und Kommunikationsflächen sowie Lager- und Besprechungsräume genutzt werden, während gleichzeitig gelungen ist, alle Büroräume nach außen zu orientieren. Damit ist nicht nur die Belichtung der Büros gesichert, sondern es sind ungewöhnlich interessante und zum Aufenthalt verlockende Kommunikationsräume entstanden.
Der große Saal im 1. OG ist durch eine Treppe aus dem Wartebereich leicht zu erreichen, hat eine ausreichend große Vorzone und bekommt außer Licht von oben auch Licht und Blickbeziehung durch die Stadtloggia hindurch zum Lohse-Park. Der Weg zum Saal, der Vorbereich, eine gute Deckengestaltung und eine Stärkung der Beziehung zur Stadtloggia können den vom Nutzer gewünschten repräsentativen Charakter des Saales einlösen.
Die Bürgerbüros und der Schalterraum im Erdgeschoss bieten nicht die erforderliche Diskretion. Ebenso ist der Zugang ins 1. OG so zu gestalten, dass die Sicherheit gewährt wird.
Material, Konstruktion, Nachhaltigkeit
Der Farbwechsel der Fassade von außen zum Hof wird als sinnvoll und positiv betrachtet. Die Arbeit verspricht auch durch Materialwahl und Konstruktion gute Nachhaltigkeitswerte. Der moderne Aufbau der Holzkonstruktion, die Flexibilität in der Nutzungsphase und die Reversibilität werden begrüßt. Die aus der Logik der modularen Konstruktion erwachsenden Stützen im Bereich der Konferenzräume überzeugen nicht.
Freiraum
Die Aufenthaltsqualität in den begrünten Innenhöfen ist nicht überzeugend, umso wichtiger ist der gut nutzbare Dachgarten zum Lohse-Park.
Technische Gebäudeausrüstung
Funktionierende Brandabschnitte erhöhen die Nutzbarkeit und Wirtschaftlichkeit des Gebäudes. Der Brandüberschlag an den Fassaden ist kritisch zu beurteilen. Gebäudetechnische Vereinfachungen tragen zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit bei.
Empfehlung
Die Notwendigkeit der Kühlung ist kritisch weiterzuverfolgen.
D J H architekten / agn
©PONNIE Images
D J H architekten / agn
©PONNIE Images