Nichtoffener Wettbewerb | 05/2025
Neubau Integrative Grundschule Bad Kreuznach
10
Lageplan
©arabzadeh+schneider architekten
1. Preis
Preisgeld: 32.500 EUR
Tragwerksplanung
Beurteilung durch das Preisgericht
Die Verfasser präsentieren eine konzeptionell, baukörperlich, funktional und gestalterisch stringente Arbeit. Der kompakte Baukörper besetzt eindeutig ausschließlich den östlichen Bereich des zur Verfügung stehenden Grundstücks. Durch den Versatz zweier Baukörperteilbereiche wird ein selbstverständlicher, zentraler Zugang über einen eindeutigen Vorplatz geschaffen.
Im Erdgeschoß befinden sich sämtliche allgemeinen Räume wie Mensa, Verwaltungs- und Ganztagesbereiche. Die Mensa orientiert sich mit potentiellem Freibereich zum Eingangshof hin, gleichzeitig bietet deren Lage Blickbeziehungen in den Luftraum der tiefergelegten Sporthalle. Dem Ganztagesbereich sind eigene Freibereiche im Südosten zugeordnet.
Der Eingang führt direkt zur einladenden, großzügigen, bespielbaren Haupttreppe, die das Obergeschoß erschließt, in dem sich zwei äußerst intelligent angeordnete Cluster befinden, die letztlich auch die baukörperliche Qualität ausmachen. Der vorbildhafte, strukturelle Ansatz dieses Geschosses erzeugt eine sehr gute Orientierbarkeit: An eine lineare, mittlere Zone hängen sich zwei Cluster, die jeweils um einen als ´grüne Mitte´ bezeichneten Hof in Form eines Rundlaufsystems angeordnet sind. Sämtliche Erschließungsflächen, Marktplätze wie auch die zuschaltbaren, an der Außenfassade liegenden Gemeinschaftsräume werden somit natürlich belichtet. Bei der Hälfte aller Klassenräume sind zudem qualitätvolle, zweiseitige Übereckverglasungen möglich. Beide Cluster verfügen über großzügige, störungsfreie Terrassenbereiche. Der dritte Cluster wird auf dem nördlichen Teilbereich in gleicher Qualität vorgeschlagen. Sogar ein vierter Cluster auf dem südlichen Teilbereich wäre systembedingt optional unproblematisch möglich.
Nicht verstanden wird der Vorschlag des Tiefhofes neben der Sporthalle, für eine natürliche Belichtung ist dieser nicht nötig. Auch für den optional im Untergeschoß vorgeschlagenen Gymnastikraum ist der Lichthof nicht nötig, dessen unterirdische Lage vom Preisgericht kritisch diskutiert wird.
Nicht dargestellt ist der Nachweis einer separaten Erschließbarkeit der Sporthalle und des Gymnastikraumes. Am nördlichen Fluchttreppenhaus fehlt der hierfür notwendige Aufzug. Die Zufahrtsmöglichkeit der Andienung der Mensa vom Kohleweg aus ist nicht optimal gelöst.
Der östlich liegende, konzentrierte Pausenhof verfügt über eine separate Erschließbarkeit für evtl. teilweise nichtschulische Nutzungen: Dies wird positiv bewertet. Der Vorplatz der Schule kann dadurch zum Teil des öffentlichen Wegenetzes werden. Der Parkplatz ist allerdings deutlich zu raumgreifend.
Durch die Kompaktheit des Baukörpers und Konzentration des Pausenhofes besteht für die westliche Freifläche die langfristig Option einer aus städtebaulichen wünschenswerten Belegung mit eine neuen Funktion. Sehr positiv bewertet wird die ruhige, disziplinierte Fassadensystematik, die sich folgerichtig aus der gewählten Holzhybridbauweise entwickelt wird.
Die Arbeit stellt sich grundsätzlich wirtschaftlich im mittleren Bereich dar und ist ein sehr gelungener, wertvoller Beitrag zum Thema Schule im Allgemeinen und zum Thema integrativer Clusterschule im Besonderen.
Schwarzplan
©arabzadeh+schneider architekten
Piktos
©arabzadeh+schneider architekten
Querschnitt
©arabzadeh+schneider architekten
Längsschnitt
©arabzadeh+schneider architekten
Ansicht Südwest
©arabzadeh+schneider architekten
Ansicht Südost
©arabzadeh+schneider architekten
Fassadendetail
©arabzadeh+schneider architekten
Tragwerk
©arabzadeh+schneider architekten
Modellfoto
©arabzadeh+schneider architekten