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Nichtoffener Wettbewerb | 05/2025

Neubau Integrative Grundschule Bad Kreuznach

Lageplan
4

Lageplan

2. Preis

Preisgeld: 20.000 EUR

Johannes Arolt Architekt

Architektur

hope Architekten

Architektur

Bela Janke Architektur

Architektur

RABE LANDSCHAFTEN | ARGE STUDIO URBANE LANDSCHAFTEN

Landschaftsarchitektur

Architektur-Modellstudio Arnis Bite

Modellbau

Erläuterungstext

Entlang einer Bahnlinie durch den Ort Bad Kreuznach haben sind über die Zeit verschiedenartige großmaßstäbliche Baukörper entstanden. Hinter dieser ersten Reihe gebauter Strukturen ändert sich die städtebauliche Körnung hin zu kleinmaßstäblicheren Gebäudetypologien zwischen teils üppigem Baumbestand.
Durch die Positionierung der Schulbaukörper im nördlichen Grundstücksbereich wird die städtebauliche Körnung von größeren Gebäudestrukturen entlang der Bahnlinie fortgesetzt. Verschiedene Bildungseinrichtungen der Diakonie gruppieren sich um eine zentral gelegene grüne Mitte. Durch die neuen Bausteine wird dieses Bild fortgeführt und der wertvolle Baumbestand im Zentrum des Quartiers erhalten.

Das Schulgebäude ist sehr kompakt organisiert und lässt dadurch viel Raum für den Schulhof. Das Erdgeschoss bietet mit einem großzügigen Foyer und einer zentralen Sitztreppe, Raum für Veranstaltungen. Die Mensa gliedert sich dem Foyer an und lässt sich diesem bei Bedarf hinzuschalten. Küche, Personal- und Hausmeisterräume befinden sich gebündelt an der Rückseite des Gebäudes. Auch die Verwaltungs- und Lehrerzimmer bekommen hier ihre nötige Diskretion. Die Räumlichkeiten für die Nachmittagsbetreuung (BGS) sowie der Mehrzweckraum liegen direkt am Eingang und sind damit auch außerhalb der Schulzeit sind nutzbar. In der Mitte bekommt das Gebäude mit der Ausbildung eines Atriums und einem Oberlicht einen hellen Kern, der sich vom Erdgeschoss durch die beiden Obergeschosse zieht. Hierdurch ergeben sich interessante Sichtbeziehungen über alle Ebenen hinweg. Die beiden Lerncluster in den Obergeschossen werden über die Sitztreppe im Inneren des Atriums erschlossen.

Das Schulgrundstück ist von Außenanlagen unterschiedlicher Qualitäten geprägt: Die Plaza, als Ort des Ankommens, bündelt die aus unterschiedlichen Richtungen kommenden Erschließungswege an einem zentralen Ort. Die Außensportfläche im Norden bildet zusammen mit der Sporthalle einen kleinen Sportcampus. Der Großteil des Schulhofes liegt geschützt im Inneren des Quartiers. Die so zu erhaltenen Bestandsbäume im Süden spenden ausreichend Schatten für spielende Kinder und schaffen eine natürliche Schullandschaft.

Die potenzielle Erweiterung der Schulgebäude erfolgt als Aufstockung und damit auf dem gleichen Fußabdruck wie die Bestandsgebäude. Das dritte Lerncluster wird auf zwei Geschosse verteilt und an die beiden bestehenden Cluster angegliedert. Die Nebenräume sind ausreichend dimensioniert, so dass für die Erweiterung keine weiteren Sanitärräume erforderlich sind. Die Erweiterung ergänzt die bestehenden Cluster wie selbstverständlich und umfasst den sogenannten Marktplatz.

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Verfasser schlagen für Schule und Sporthalle zwei getrennte Baukörper vor, die sich im nördlichen Grundstücksbereich überzeugend in die Körnung der vorhandenen Bebauung entlang des Kohleweges einfügen, was dazu führt, dass im südlichen Grundstücksbereich große zusammenhängende Freiflächen entstehen. Der Entwurf überzeugt durch seine klare Haltung und die gelungene städtebauliche Einfügung der Gebäude in die Umgebung, welche zu einer guten Zonierung der Außenbereiche führt.

Es entsteht eine aus Norden und Süden gleichwertige Erschließungsachse, die sich zu einem Vorplatz mit guter Adressbildung aufweitet. Zudem werden ein Andienungsbereich im Norden und Osten, ein gut differenzierter Schulhof mit angegliederter Mensa im Süden und ein Sportfreibereich im Bereich der Optionsfläche entwickelt. Die unterschiedlichen Freiflächen sind frei von funktionalen Kollisionen und lassen eine hohe Aufenthaltsqualität erwarten. Hinsichtlich der Stellplätze ist darauf zu achten, dass keine Umfahrbarkeit über die Schulachse zum Hauptstellplatz entsteht.

Insbesondere der Schulbaukörper kann aus gestalterischer und funktionaler Hinsicht überzeugen. Sowohl das Erdgeschoss als auch die beiden Clustergeschosse weisen ein hohes Maß an Raumqualität auf. Herzstück des Schulgebäudes ist das zentrale Atrium mit Sitztreppe und Oberlicht. Foyer und Mensa lassen sich bei Bedarf koppeln. Verwaltungsräume und Ganztagesbereich sind nördlich ebenfalls sinnhaft an das Foyer angebunden. Die Vertikalerschließung ist gut durchdacht und lässt spannenden Sichtbeziehungen im Inneren des Gebäudes erwarten. Es gelingt den Verfassern, Verkehrsflächen innerhalb des Gebäudes zu wichtigen, gut nutzbaren Aufenthaltsräumen zu machen und somit Mehrwerte zu generieren. Der Brandschutz ist ggf. in Bezug auf das Atrium noch im Detail zu klären.

Kritisiert wird die Ausgestaltung der Wände zwischen den Differenzierungsräumen und den innenliegenden Clusterflächen. Hier wäre Transparenz zur natürlichen Belichtung der Lern- und Spielflure wünschenswert. In der Mensa werden zu wenige Sitzplätze nachgewiesen. Allerdings erscheint die vorgesehene Fläche ausreichend, um die geforderten Plätze zu ermöglichen. Ebenso wäre eine eventuelle Erweiterung bei Umsetzung des 2.BA ohne Qualitätsverluste möglich.

Bzgl. der Umsetzung des Ideenteils liefert die Arbeit einen eigenständigen Ansatz im Verfahren. Der zusätzliche Flächenbedarf der Schule wird nicht über ein zusätzliches drittes Cluster, sondern über geschickt positionierte und äußerst wirtschaftliche Erweiterungen der beiden Cluster im 1. und 2. Obergeschoss vorgeschlagen. Die dann notwendige Gymnastikhalle soll oberhalb der Nebenräume der Sporthalle aufgestockt werden. Auch dies kann nachvollzogen werden, jedoch wird deren vertikale Erschließung nicht nachgewiesen.

Kritisch gesehen wird, dass eine spätere Umsetzung des 2. BA zu einer Baustelle an der zentralen Erschließungsachse führt, die den Schulbetrieb maßgeblich beeinträchtigen könnte. Insbesondere im Bereich der Cluster lassen die Abmessungen der zu ergänzenden Flächen aber Konstruktionen zu, die zu kürzeren Einschränkungen vor Ort führen würde.

Der Vorschlag als Konstruktion eine Holzständerbauweise vorzusehen, kann nachvollzogen werden. Die vorgesehen gerasterten Fassaden bedürfen im Falle einer Weiterbearbeitung noch einer, dem sonstigen Entwurfsniveau angemessenen Ausformulierung.

Die ermittelten Kennwerte der Arbeit liegen im durchschnittlichen Bereich und lassen in Verbindung mit der Kompaktheit eine insgesamt wirtschaftliche Umsetzung erwarten, auch wenn zwei getrennte Baukörper vorgeschlagen werden.

Insgesamt stellt die Arbeit einen Beitrag mit hoher Qualität im Wettbewerb dar, der zu den wesentlichen Fragestellungen der Aufgabenstellung überzeugende Antworten liefert.
Präsentationsblatt 1

Präsentationsblatt 1

Präsentationsblatt 2

Präsentationsblatt 2

Präsentationsblatt 3

Präsentationsblatt 3