Nichtoffener Wettbewerb | 04/2026
Neubau Jobcenter Pro Arbeit in Dietzenbach
4
Perspektive Eingangsseite
©osterwold.schmidt / renderlab
1. Preis
Preisgeld: 88.000 EUR
Erläuterungstext
Leitidee
Der Entwurf zeigt ein integratives Gesamtkonzept, das städtebauliche Setzung, architektonische Organisation und ökologische Strategie eng miteinander verknüpft.
Der Entwurf verbindet städtebauliche Klarheit mit architektonischer Funktionalität und ökologischer Verantwortung. Durch die Kombination aus kompakter Bauweise, effizienter Organisation und nachhaltiger Konstruktion entsteht ein zukunftsfähiger Verwaltungsbau, der sowohl die Anforderungen der Nutzer als auch die Herausforderungen des urbanen Raums gewährleistet.
Städtebauliches Konzept
Im städtebaulichen Kontext positioniert sich der Baukörper als klar gefasster Blockrand mit einer prägnanten Hofstruktur. Die Setzung reagiert auf die umgebenden Infrastrukturen wie S-Bahn, MIV-Anbindung sowie den angrenzenden Landschaftsraum und die Regionalparkroute. Der Baukörper definiert einen urbanen Raum, der zwischen Öffentlichkeit und institutioneller Nutzung vermittelt.
Die Ausbildung eines zentralen Innenhofs schafft eine räumliche Mitte und dient zugleich als klimatischer und sozialer Puffer. Durch die Öffnung und Durchlässigkeit der Struktur werden Wegebeziehungen gestärkt und eine Vernetzung mit dem Freiraum ermöglicht. Der Entwurf folgt damit einer klaren Leitidee: ein kompakter, identitätsstiftender Stadtbaustein, der gleichzeitig landschaftliche Qualitäten integriert.
Freiraumkonzept
Das neue Kommunale Jobcenter Pro Arbeit in Dietzenbach erweitert das bestehende Gewerbegebiet und bildet zugleich den Übergang in die freie Landschaft. Es liegt in unmittelbarer Nähe wichtiger Wegeverbindungen, die durch die Freianlagen geführt werden und Anschluss an die umgebende Landschaft, den Wasserwerkspark sowie die Regionalparkroute Rhein-Main mit ihrem Erlebnispunkt schaffen.
Das Baugebiet befindet sich baurechtlich im Außenbereich und in einem sensiblen Wasserschutzgebiet. Zudem wird der Standort von übergeordneten Kaltluftschneisen geprägt, die für das Stadtklima Dietzenbachs eine wichtige Funktion übernehmen.
Der Wettbewerbsentwurf erfüllt alle gestellten Anforderungen. Die Anordnung der Gebäude ist so gewählt, dass die Kaltluftströme weitgehend erhalten bleiben. Bestehende Wege- und Erschließungsstrukturen bleiben erhalten und werden integriert.
Zwischen dem neuen Jobcenter Pro Arbeit und dem Parkhaus entsteht ein urban geprägter Freiraum, der als klimaresilienter Puffer fungiert. Er vermittelt zwischen Landschaft, Gewerbegebiet und Siedlungsrand, bildet eine einladende Eingangssituation und greift das Thema Wasser gestalterisch auf. Eine große dreieckige Wasserfläche geht optisch in einen begrünten Saum über. Zunächst klar gefasst durch Bänke und Sitzstufen, entwickelt sich dieser Retentionsraum zu einer lebendigen Wasserzone.
Der Teich ist nach unten abgedichtet, sodass keinerlei Versickerung in das Grundwasser erfolgt und damit die Vorgaben des Wasserschutzes eingehalten werden. Gleichzeitig ist er so dimensioniert, dass er das gesamte Niederschlagswasser der angrenzenden Dach- und Belagsflächen aufnehmen kann. Über Verdunstung wird ein angenehmes Mikroklima mit erhöhter Luftfeuchtigkeit geschaffen, das durch die Kaltluftströme zusätzlich unterstützt wird. Der Wasserstand unterliegt natürlichen jahreszeitlichen Schwankungen.
Im Rahmen eines wasserechtlichen Antrages wäre später zu prüfen, ob durch die Zwischenschaltung von reinigenden Vegetationspassagen eine Versickerung genehmigungsfähig wäre.
Am östlichen Rand des Plangebietes wird ein Gehölzsaum aus Heckenstrukturen und Bäumen angelegt, wie in der Aufgabenstellung gefordert. Dieser Saum markiert den Übergang zu den angrenzenden Feldern und fasst das neue Areal räumlich. Sämtliche erforderlichen Ausgleichsmaßnahmen können innerhalb des Gebietes umgesetzt werden.
Die Dächer der beiden Neubauten werden als Retentionsdächer ausgebildet. So kann im Überflutungsfall zusätzlich Regenwasser zurückgehalten werden. Das zwischengespeicherte Wasser dient zugleich der Bewässerung der Gründächer.
Die neue Gestaltung gliedert sich im Wesentlichen wie folgt:
- Entlang der Velizystraße und der Gottlieb-Daimler-Straße bleiben öffentliche Erschließungswege, Andienungsflächen, Bushaltestelle und Zufahrten funktional gestaltet.
- Ein öffentlicher Platz, der städtisch geprägt beginnt und sanft in die Landschaft übergeht. Prägendes Element ist der Teich mit Sitzstufen und Steg. Bänke, eine Baumreihe und Fahrradbügel heißen alle Besucher willkommen – ob Freizeitsuchende, Gäste und Kunden des Jobcenters oder Mitarbeitende.
- Ein Innenhof als gemeinsamer Freiraum für alle Nutzergruppen. Er bietet Raum für Wartezeiten, Mittagspausen oder Gespräche im Schatten der Bäume und macht das soziale Konzept des Gebäudes im Außenraum erfahrbar.
- Intensiv begrünte Dachflächen mit unterschiedlichen Terrassen und Nutzungsmöglichkeiten, die auch ruhigere Bereiche und Rückzugsorte anbieten.
- Ein etwa 20 m breiter Gehölzsaum als Übergang in die freie Landschaft, bepflanzt mit standortgerechten, einheimischen Gehölzen. Er bildet auf beiden Seiten des Blickfeldes eine grüne Kulisse und rahmt das neue Areal.
Hochbauliches Konzept
Architektonisch zeichnet sich das Gebäude durch eine klare, funktional gegliederte Struktur aus. Die Organisation folgt einem ringförmigen Erschließungssystem um den Innenhof, wodurch kurze Wege, Orientierung und effiziente Abläufe gewährleistet werden.
Zentrale Bereiche wie Eingangszonen, Servicecenter und Wartebereiche sind im Erdgeschoss prominent angeordnet und bilden eine öffentlich zugängliche Schnittstelle. Darüber hinaus sind die verschiedenen Funktionsbereiche – etwa Arbeitsvermittlung, Grundsicherung, Jobcoaching und interne Verwaltung – logisch zoniert und vertikal gestapelt.
Besondere räumliche Qualitäten entstehen durch Galerien, Lufträume und Blickbeziehungen in den Innenhof, die Transparenz und Kommunikation fördern. Multifunktionale Räume und flexible Bürostrukturen ermöglichen eine Anpassung an sich wandelnde Arbeitsprozesse. Die variierenden Gebäudetiefen erlauben räumliche Organisationen als Zwei- oder Dreibund, die diverse Zonierungen für Besucherströme, Einordnung von Räumen mit weniger Tageslichtbedarf etc. ermöglicht. Auch ist eine wechselnde Raumteilung in Einzelbüros und/oder Gemeinschaftsflächen variabel umsetzbar. Beispielhaft ist im 2. Obergeschoss die Kombination von Einzelräumen und hofseitig angeordneten offenen Arbeitsbereichen für Kommunikation und Teamarbeit sowie abschirmbaren Raumbereichen für Inspiration, Konzentration, Meeting und Individualarbeit und -gespräch dargestellt. In diesem Sinne kann die räumliche Organisation ein Mehrangebot für Wissensaustausch im Miteinander, eine reizarme Arbeitsumgebung, informelle Treffpunkte und beruhigenden Orten, die Innovation anregen, beitragen.
Die Fassade wird durch eine rhythmische Gliederung geprägt und reflektiert die innere Organisation. Gleichzeitig vermittelt sie zwischen institutioneller Präsenz und Offenheit gegenüber der Stadt.
Funktionalität
Das Gebäude ist als „Endlosschleife“ in quadratischer Form konzipiert und ermöglicht dadurch eine funktional flexible Raumanordnung.
Die vertikale Erschließung erfolgt über regelmäßig an allen Ecken angeordnete (Flucht-)Treppenhäuser und Aufzüge mit direkter Anbindung nach außen, wodurch kurze Wege und eine sichere Entfluchtung gewährleistet werden.
Ergänzend dazu schaffen Galerien und repräsentative Wendeltreppen zusätzliche Verbindungen im Inneren, sorgen für natürliche Belichtung und fördern informelle Begegnungen sowie eine offene, kommunikative Atmosphäre.
Der Innenhof kann wahlweise öffentlich genutzt werden – etwa für Konferenzen und die Kantine –, außerhalb der Öffnungszeiten durch Zaun und Tor abgeschlossen werden oder als zentraler Eingang mit einer gläsernen Verbindungshalle ausgebildet sein.
Technische Realisierbarkeit
Das Gebäude ist als wirtschaftlicher und konstruktiv klar strukturierter Hybridbau konzipiert. Ein regelmäßiges Tragwerksraster ermöglicht eine effiziente Vorfertigung in Holzbauweise sowie eine hohe Wiederholbarkeit der Bauteile. Die Kombination aus Holzskelett, Holz-Beton-Verbunddecken und massiven Erschließungskernen gewährleistet sowohl statische Stabilität als auch Schall- und Brandschutzanforderungen gemäß den geltenden Richtlinien.
Die kompakte Gebäudeform reduziert die Hüllfläche und trägt somit zur energetischen Optimierung bei. Gleichzeitig ermöglicht die klare Struktur eine abschnittsweise Realisierung sowie eine flexible Anpassung an zukünftige Nutzungsänderungen.
Das neu geplante Gebäude wird nach den Regeln des baurechtlich vorgegebenen Brandschutzes geplant und unterliegt der Muterholzbaurichtlinie in der aktuellen Fassung.
Die Größen der benötigten Nutzungseinheiten (Rauch- und Brandabschnitte) werden sinnfällig nach Nutzererfordernis und Raumfunktion eingeteilt, raumübergreifende Lufträume entsprechend beachtet und ausgebildet. Vollverglaste Rohrrahmentüren aus Stahl mit Feststellanlagen dienen der Schaffung zusammenhängender Raumbeziehungen. Die lt. Brandschutzkonzept erforderlichen Bauteilqualitäten werden konstruktiv nachgewiesen. Alle Flucht- und Rettungsweglängen erfüllen deutlich die Mindestanforderungen.
Energetisches Konzept
Das energetische Konzept basiert auf einem ganzheitlichen Ansatz aus Minimierung des Energiebedarfs, effizienter Gebäudetechnik und Nutzung regenerativer Energiequellen.
Die kompakte Kubatur, hochgedämmte Fassadenbauteile sowie dreifach verglaste Fenster reduzieren Transmissionswärmeverluste auf ein Minimum. Außenliegender Sonnenschutz verhindert sommerliche Überhitzung. Die natürliche Belichtung über Innenhof, Galerien und großzügige Fensterflächen senkt den Bedarf an künstlicher Beleuchtung.
Die Energieversorgung erfolgt über Photovoltaikanlagen auf den Dachflächen in Kombination mit der Nutzung von Umweltwärme (z. B. über Wärmepumpentechnologie) oder alternativ Fernwärme. Eine kontrollierte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung steigert die Energieeffizienz zusätzlich. Ziel ist die Erreichung des Standards eines klimafreundlichen Effizienzhauses 40.
Nachhaltigkeitsansatz
Die Konstruktion folgt konsequent dem Prinzip des ressourcenschonenden und zirkulären Bauens. Der überwiegende Einsatz von Holz als nachwachsendem Rohstoff reduziert die graue Energie und bindet langfristig CO₂. Die Holz-Beton-Verbunddecken kombinieren geringe Eigenlast mit hoher Speichermasse und verbessern dadurch sowohl die statische Leistungsfähigkeit als auch das thermische Verhalten des Gebäudes.
Die verwendeten Materialien sind weitgehend sortenrein trennbar und rückbaubar konzipiert. Schraub- und Steckverbindungen ermöglichen einen selektiven Rückbau sowie eine spätere Wiederverwendung der Bauteile im Sinne der Kreislaufwirtschaft.
Im Außenraum werden standortgerechte, heimische Pflanzenarten eingesetzt, die zur Stabilisierung des lokalen Ökosystems beitragen und den Pflegeaufwand minimieren. Die Erhaltung der Kaltluftschneisen unterstützt das Stadtklima nachhaltig.
Ein wesentlicher Bestandteil des Entwurfs ist die nachhaltige Bauweise. Die Konstruktion basiert auf einem Holzskelett mit Holz-Beton-Verbunddecken, ergänzt durch massive Kerne für Erschließung und Stabilität. Diese hybride Bauweise verbindet ökologische Vorteile mit struktureller Effizienz.
Der Dachaufbau mit intensiver Begrünung trägt zur Verbesserung des Mikroklimas bei, fördert die Regenwasserrückhaltung und erhöht die Aufenthaltsqualität. Ergänzend sorgen Maßnahmen wie indirekte Tageslichtlenkung und optimierte Fassadenaufbauten für eine energieeffiziente Nutzung.
Auch im Freiraumkonzept zeigt sich der ökologische Anspruch: Grünflächen, Dachgärten und klimatische Strategien wie Kaltluftabfluss werden gezielt integriert, um sowohl das Gebäude als auch den städtischen Kontext nachhaltig zu beeinflussen. Begrünte Retentionsdächer leisten einen wesentlichen Beitrag zur Biodiversität, Regenwasserrückhaltung und Verbesserung des Mikroklimas. Zusätzlich reduzieren sie die Aufheizung der Dachflächen und erhöhen die Lebensdauer der Abdichtung. Die intensive Dachbegrünung schafft ökologische Ausgleichsflächen und bietet Aufenthaltsqualität für die Nutzer.
Nachhaltige Wirtschaftlichkeit
In Verbindung von nachhaltigen Baustoffen und Dachbegrünung, die beide freies CO2 binden sowie (PV Zellen) und der Nutzung von Umweltwärme (oder Fernwärme) die nachhaltig und erneuerbar Energie nutzen, erfüllt das Projekt die Anforderung an das klimafreundliche Effizienzhaus 40 und hat neben einem besonders niedrigen Primärenergieverbrauch auch eine über die gesamte Lebenszeit betrachtet hervorragende CO2 Bilanz. Das wird auch dadurch erreicht, dass ein Großteil der Materialien bei Um- oder Rückbau recyclebar sind und einer neuen Nutzung zugeführt werden können. So erfüllt das Gebäude über die Lebensdauer hinaus das Ziel generationenübergreifenden Nutzens für die Zukunft (Kinder, nachfolgende Generationen).
Mobilitätskonzept / Erschließung
Die verkehrliche Anbindung berücksichtigt sowohl den motorisierten Individualverkehr als auch den öffentlichen Nahverkehr und den Radverkehr. Die Nähe zur S-Bahn sowie zu bestehenden Bushaltestellen stärkt die umweltfreundliche Erreichbarkeit. Fahrradstellplätze in unmittelbarer Eingangsnähe sowie überdachte Abstellanlagen fördern die Nutzung des Fahrrads.
Die Zufahrten für Mitarbeitende, Besucher und Andienung sind klar strukturiert und funktional getrennt. Barrierefreie Zugänge sind selbstverständlich gewährleistet. Elektroladestationen für PKW und Fahrräder unterstützen die Transformation hin zu emissionsarmer Mobilität.
Beurteilung durch das Preisgericht
Das städtebauliche Konzept überzeugt durch die klare Typologie eines quadratischen Baukörpers, der eine lebendige Hofstruktur als eigenständige „Innenwelt“ ausbildet und diese in ein spannungsreiches Verhältnis zu den qualitätsvollen Außenbezügen des umgebenden Landschaftsraums setzt. Auf diese Weise entsteht ein prägnantes, geometrisch gefasstes Raumgefüge, das in Verbindung mit der zurückhaltend gestalteten Rotunde des Parkhauses sensibel und maßvoll in die Landschaft eingebettet ist.
Der Zwischenraum zwischen den Baukörpern definiert eine großzügige Freiraumsituation, die den Übergang von den landwirtschaftlich geprägten Fluren in den städtischen Kontext vermittelt und zugleich die geplante Regionalparkroute schlüssig integriert. Die freiräumliche Ausarbeitung bleibt jedoch bislang schematisch und bedarf einer weiterführenden Qualifizierung im Sinne des Gesamtkonzepts.
Es gelingt, sämtliche geforderten Funktionen in einem kompakten, lediglich dreigeschossigen Baukörper zu bündeln.
Daraus entwickelt sich ein markantes, zugleich räumlich fein vermittelndes Ensemble im Übergang zwischen Stadt und der topografisch flachen, zurückhaltenden Landschaft.
Diese Setzung erzeugt einerseits einen visuell wirksamen neuen Stadteingang und formuliert andererseits eine einladende, schwellenarme Geste als öffentliches Gebäude mit dienenden und sozial unterstützenden Funktionen.
Die Positionierung des Haupteingangs im Gegenüber zur Parkhausrotunde erweist sich als schlüssig, da sie mit der sich zum Parkhaus aufspannenden Freiraumsituation – bestehend aus geometrisch gefasstem Wasserbecken, Brücke und angrenzenden Retentionsflächen – zu einem zusammenhängenden räumlichen Gefüge verwoben wird.
So entsteht eine prägnante, wahrnehmbare und attraktive öffentliche Freiraumklammer zwischen Stadtrand und Landschaft.
Der offene Durchgang zum Innenhof mit parallel angeordneten, separaten Zugängen zu vergleichsweise knapp dimensionierten Foyers der beiden Hauptnutzungen wird kritisch bewertet. Es erscheint sinnvoll, diesen großzügigen Raum in ein gemeinsames, witterungsgeschütztes Foyer zu transformieren, ohne die qualitätsvollen Blickbeziehungen zum Innenhof aufzugeben.
Der Innenhof selbst wird durch das eingestellte Volumen des Multifunktionsraums mit vorgelagerten Terrassen räumlich differenziert. Es entstehen kleinteilige, patioartige Bereiche und Nischen, die eine abwechslungsreiche und spannungsvolle Gliederung fördern. Eine Dachterrasse im ersten Obergeschoss intensiviert den Bezug von innen zum Hof. Gleichwohl erscheint die freiräumliche Gestaltung des Innenhofes insgesamt nicht ausreichend kohärent und bedarf einer stärkeren konzeptionellen Durcharbeitung.
Im Inneren ermöglicht die gewählte kompakte Gebäudeform eine zusammenhängende Erschließungsstruktur, die alle Nutzungen miteinander verknüpft und sehr gute Orientierung wie Übersichtlichkeit bietet. Blickbeziehungen sowie kleinere Aufenthaltsbereiche fördern informelle Kommunikation und unterstützen vielfältige Arbeitsformen, die überzeugend dargestellt sind. Lufträume und zusätzliche Treppenverbindungen vernetzen die Geschosse vertikal, schaffen visuelle Bezüge und eröffnen zugleich die Möglichkeit, funktionale Zusammenhänge flexibel und ohne größere bauliche Eingriffe anzupassen. Insgesamt zeichnet sich die innere Raumstruktur durch eine hohe Flexibilität und Zukunftsoffenheit aus.
Großzügige, geschosshohe Fensterflächen ermöglichen zudem attraktive Arbeitsplätze mit freien Ausblicken in Stadt und Landschaft. Die rasterartig gegliederten, gestalterisch konsistenten Fassaden entwickeln innerhalb der einzelnen Module eine differenzierte Tiefenwirkung. Leicht schräg positionierte, geschosshohe Fassadenpaneele in Kombination mit großformatigen Festverglasungen und opaken Lüftungselementen erzeugen ein wiederkehrendes, subtil variiertes Motiv. Die einheitliche Fassadenstruktur umhüllt den Baukörper und korrespondiert in ihrer abstrahierten, nahezu generischen Erscheinung mit der Landschaft. Die Tiefenstaffelung erzeugt je nach Himmelsrichtung und Lichteinfall unterschiedliche visuelle Effekte auf die Fassaden.
Die kompakte, dreigeschossige Bauweise in Verbindung mit einer effizienten und zugleich abwechslungsreichen inneren Organisation bildet eine gute Grundlage für eine nachhaltige Umsetzung in Holzbauweise, die aufgrund der geringen Gebäudehöhe auch brandschutztechnische Vorteile bringt. Die geometrisch klare, teilweise symmetrische, aber dennoch wandlungsfähige Gebäudestruktur begünstigt eine modulare und wirtschaftliche Bauweise, die sowohl in der Errichtung als auch im Betrieb Effizienz verspricht.
Kritisch zu bewerten ist hingegen die Anordnung der Anlieferung an der Südseite, die funktional und städtebaulich nicht umsetzbar ist.
Der Entwurf folgt einer klaren Leitidee für diese wichtige öffentliche Nutzung mit einladendem Charakter am Stadteingang von Dietzenbach. So entwickelt sich eine identitätsstiftende Architektur, die die landschaftlichen Qualitäten sensibel integriert und zugleich flexible, zukunftsfähige Raumstrukturen ermöglicht.
Der Zwischenraum zwischen den Baukörpern definiert eine großzügige Freiraumsituation, die den Übergang von den landwirtschaftlich geprägten Fluren in den städtischen Kontext vermittelt und zugleich die geplante Regionalparkroute schlüssig integriert. Die freiräumliche Ausarbeitung bleibt jedoch bislang schematisch und bedarf einer weiterführenden Qualifizierung im Sinne des Gesamtkonzepts.
Es gelingt, sämtliche geforderten Funktionen in einem kompakten, lediglich dreigeschossigen Baukörper zu bündeln.
Daraus entwickelt sich ein markantes, zugleich räumlich fein vermittelndes Ensemble im Übergang zwischen Stadt und der topografisch flachen, zurückhaltenden Landschaft.
Diese Setzung erzeugt einerseits einen visuell wirksamen neuen Stadteingang und formuliert andererseits eine einladende, schwellenarme Geste als öffentliches Gebäude mit dienenden und sozial unterstützenden Funktionen.
Die Positionierung des Haupteingangs im Gegenüber zur Parkhausrotunde erweist sich als schlüssig, da sie mit der sich zum Parkhaus aufspannenden Freiraumsituation – bestehend aus geometrisch gefasstem Wasserbecken, Brücke und angrenzenden Retentionsflächen – zu einem zusammenhängenden räumlichen Gefüge verwoben wird.
So entsteht eine prägnante, wahrnehmbare und attraktive öffentliche Freiraumklammer zwischen Stadtrand und Landschaft.
Der offene Durchgang zum Innenhof mit parallel angeordneten, separaten Zugängen zu vergleichsweise knapp dimensionierten Foyers der beiden Hauptnutzungen wird kritisch bewertet. Es erscheint sinnvoll, diesen großzügigen Raum in ein gemeinsames, witterungsgeschütztes Foyer zu transformieren, ohne die qualitätsvollen Blickbeziehungen zum Innenhof aufzugeben.
Der Innenhof selbst wird durch das eingestellte Volumen des Multifunktionsraums mit vorgelagerten Terrassen räumlich differenziert. Es entstehen kleinteilige, patioartige Bereiche und Nischen, die eine abwechslungsreiche und spannungsvolle Gliederung fördern. Eine Dachterrasse im ersten Obergeschoss intensiviert den Bezug von innen zum Hof. Gleichwohl erscheint die freiräumliche Gestaltung des Innenhofes insgesamt nicht ausreichend kohärent und bedarf einer stärkeren konzeptionellen Durcharbeitung.
Im Inneren ermöglicht die gewählte kompakte Gebäudeform eine zusammenhängende Erschließungsstruktur, die alle Nutzungen miteinander verknüpft und sehr gute Orientierung wie Übersichtlichkeit bietet. Blickbeziehungen sowie kleinere Aufenthaltsbereiche fördern informelle Kommunikation und unterstützen vielfältige Arbeitsformen, die überzeugend dargestellt sind. Lufträume und zusätzliche Treppenverbindungen vernetzen die Geschosse vertikal, schaffen visuelle Bezüge und eröffnen zugleich die Möglichkeit, funktionale Zusammenhänge flexibel und ohne größere bauliche Eingriffe anzupassen. Insgesamt zeichnet sich die innere Raumstruktur durch eine hohe Flexibilität und Zukunftsoffenheit aus.
Großzügige, geschosshohe Fensterflächen ermöglichen zudem attraktive Arbeitsplätze mit freien Ausblicken in Stadt und Landschaft. Die rasterartig gegliederten, gestalterisch konsistenten Fassaden entwickeln innerhalb der einzelnen Module eine differenzierte Tiefenwirkung. Leicht schräg positionierte, geschosshohe Fassadenpaneele in Kombination mit großformatigen Festverglasungen und opaken Lüftungselementen erzeugen ein wiederkehrendes, subtil variiertes Motiv. Die einheitliche Fassadenstruktur umhüllt den Baukörper und korrespondiert in ihrer abstrahierten, nahezu generischen Erscheinung mit der Landschaft. Die Tiefenstaffelung erzeugt je nach Himmelsrichtung und Lichteinfall unterschiedliche visuelle Effekte auf die Fassaden.
Die kompakte, dreigeschossige Bauweise in Verbindung mit einer effizienten und zugleich abwechslungsreichen inneren Organisation bildet eine gute Grundlage für eine nachhaltige Umsetzung in Holzbauweise, die aufgrund der geringen Gebäudehöhe auch brandschutztechnische Vorteile bringt. Die geometrisch klare, teilweise symmetrische, aber dennoch wandlungsfähige Gebäudestruktur begünstigt eine modulare und wirtschaftliche Bauweise, die sowohl in der Errichtung als auch im Betrieb Effizienz verspricht.
Kritisch zu bewerten ist hingegen die Anordnung der Anlieferung an der Südseite, die funktional und städtebaulich nicht umsetzbar ist.
Der Entwurf folgt einer klaren Leitidee für diese wichtige öffentliche Nutzung mit einladendem Charakter am Stadteingang von Dietzenbach. So entwickelt sich eine identitätsstiftende Architektur, die die landschaftlichen Qualitäten sensibel integriert und zugleich flexible, zukunftsfähige Raumstrukturen ermöglicht.
Dachaufsichtenplan
©WLA Wengemuth Landschaftsarchitektur
Freianlagen
©WLA Wengemuth Landschaftsarchitektur
Modellfoto
©osterwold.schmidt