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Nichtoffener Wettbewerb | 04/2026

Neubau Jobcenter Pro Arbeit in Dietzenbach

Visualisierung
6

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3. Preis

Preisgeld: 33.000 EUR

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Modellbau

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Entwurfsverfasser entwickeln das Projekt als solitären Baukörper, der sich bewusst vom umgebenden Außenraum absetzt und nur punktuell räumliche Bezüge aufnimmt. Die hochbauliche Setzung erfolgt orthogonal zum Straßenraum und wird durch einen Rücksprung zur Ausbildung eines Vorplatzes ergänzt. Ein baulicher Hochpunkt an der südwestlichen Ecke markiert die Adresse und setzt einen städtebaulichen Akzent. Die Volumetrie gliedert sich in drei orthogonale Baukörper, die über eine zentrale Wegeachse miteinander verbunden sind und eine klar strukturierte, robuste und grundsätzlich resiliente Grundrissorganisation ermöglichen.

Die städtebauliche Akzentuierung an der Ecke zur Velizystraße wird von der Jury positiv bewertet; insbesondere der ausgebildete Balkon mit Blickbezug zur Stadt trägt zur prägnanten Adressbildung bei. Der Vorplatz im Bereich der ÖPNV-Anbindung formuliert eine einladende Geste und stärkt die öffentliche Wahrnehmbarkeit des Gebäudes. Die gewählte Viergeschossigkeit wird als angemessen beurteilt und unterstützt die Ausbildung einer klar definierten Stadtkante. Kritisch gesehen wird hingegen die dargestellte Erweiterungsoption, die zu weit in die 20-m-Schutzzone der angrenzenden Gehölzstruktur hineinragt und in dieser Form nicht genehmigungsfähig erscheint.

Die freiräumliche Konzeption folgt einem klassischen Gestaltungsansatz, ohne das Potenzial des Ortes in besonderem Maße auszuschöpfen. Über den Vorplatz hinaus werden nur wenige direkte Zugänge und nutzungsbezogene Erweiterungen des Außenraums angeboten. Zwar ermöglichen die gut gesetzten Sichtbeziehungen eine visuelle Verknüpfung von Innen- und Außenraum, eine aktive programmatische Durchdringung oder differenzierte Freiraumnutzung bleibt jedoch weitgehend aus. Aussagen zu Materialität, Klimaanpassung sowie Boden- und Wasserschutz sind nur rudimentär ausgeprägt und werden der Bedeutung des Freiraums insbesondere im Übergang zum Landschaftsraum nicht vollständig gerecht.

Die hochbauliche Qualität überzeugt insbesondere durch die innere Organisation. Das klare Verteilungssystem, die logisch aufgebaute interne Erschließung sowie die gute Orientierung innerhalb des Gebäudes werden von der Jury ausdrücklich anerkannt. Die kompakte Bauweise und die konsequent entwickelte innere Logik stellen eine hohe funktionale Effizienz sicher. Zwei Innenhöfe gewährleisten eine gute Belichtung und natürliche Belüftung der Nutzungseinheiten und ermöglichen eine flexible Funktionszuordnung über verschiedene Belegungsvarianten hinweg. Die Maßstäblichkeit der Räume – von Einzelbüros über größere Arbeitsbereiche bis hin zu Aufenthaltsnischen – ist stimmig gewählt; die bewusst angeordneten Aufweitungen als kommunikative Treffpunkte tragen zur Nutzungsqualität bei. Positiv hervorgehoben wird auch die Zuschaltbarkeit der Multifunktions- und Besprechungsräume, wenngleich der halböffentliche Charakter dieser Bereiche keine externe Nutzung zulässt.

In den städtebaulichen Kennzahlen weist der Entwurf trotz erfüllter Rahmenbedingungen einen vergleichsweise hohen Gebäudefußabdruck auf. Demgegenüber steht eine sehr hohe Effizienz der Kerner- und Verkehrsflächen sowie ein günstiges Verhältnis von Verkehrsfläche zu Bruttogrundfläche. Die klare Wegeführung und die nachvollziehbare Funktionszuordnung – mit öffentlichen und halböffentlichen Nutzungen in den unteren Geschossen und stärker abgeschlossenen Bereichen in den oberen Ebenen – werden als schlüssig bewertet. Gleichwohl bleibt die Ausarbeitung der Bürogrundrisse in ihrer Organisation stark klassischen Arbeitsmodellen verhaftet und bietet nur eingeschränkte Flexibilität in Hinblick auf zukünftige, sich wandelnde Arbeitswelten.

Die dargestellten Ansätze zu energetischem Konzept, Nachhaltigkeit und Ökobilanzierung beschränken sich im Wesentlichen auf schematische Darstellungen und Grundannahmen. Zwar ist eine prinzipielle Auseinandersetzung mit regenerativer Energieerzeugung, Energieeffizienz und ressourcenschonendem Bauen erkennbar, eine vertiefte, innovative oder projektspezifische Ausarbeitung – insbesondere hinsichtlich Fassadenkonzept, Materialwahl, technischer Gebäudeausrüstung und Lebenszykluskosten – bleibt jedoch aus. Das Potenzial des Gebäudes als vorbildliches und zukunftsweisendes Verwaltungsgebäude zu wirken, wird in diesen Aspekten nicht ausgeschöpft und konnte die Auslobenden in dieser Hinsicht nicht überzeugen.
Modell

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Lageplan

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Ansicht Eingangsseite

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Längsschnitt

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Detail

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