Nichtoffener Wettbewerb | 09/2025
Neubau Kindertagesstätte in Göllheim
7
Modell
©ARCHITEKTUR 109
2. Preis
Architektur 109 Arnold Fentzloff Otterbach
Architektur
-
Verfasser:
Ulrich Schuster, Mark Arnold, Arne Fentzloff, Simon Otterbach
-
Mitarbeitende:
Plankontor S1 Landschaftsarchitekten
Landschaftsarchitektur
Erläuterungstext
ARCHITEKTUR/LEITIDEE
Grün im Grün
STÄDTEBAU UND TOPOGRAFIE
Die Kindertagesstätte bildet den letzten Baustein in der Achse der bereits bestehenden, öffentlichen Gebäude wie der Real- und Fachoberschule, dem Kinderzentrum und der Grundschule. Gleichzeitig ist der Baukörper vis-a-vis und in Sichtweite der vorhandenen Wohngebiete. Die Baumasse wird in zwei eingeschossige und einen zweigeschossigen Baukörper aufgeteilt, die über einen Spielflur miteinander verbunden sind. Mit den drei Gebäudeteilen kann zum einen auf die Höhenentwicklung des Grundstücks eingegangen werden, zum anderen wirkt die Masse des Baukörpers gegenüber der Wohngebiete angemessen und es entstehen Platz- und Hofsituationen rund um das Gebäude. Dies bildet neben der Weite der Landschaft auch windgeschützte Orte außerhalb der Kindertagesstätte.
Über den Königspfad aus Nordosten kommend gelangt man zum Gebäude mit Parkmöglichkeiten entlang der Straße.
NUTZUNG UND FUNKTION
Der Hauptzugang erfolgt über den Vorplatz im Südwesten, der auch für Veranstaltungen genutzt werden kann. Die Andienung der Küche erfolgt im Nordosten unabhängig des Hauptzugangs, ebenfalls über den Königspfad. Über einen zweiten Eingang im Norden des Gebäudes kann die Kindertagesstätte alternativ fußläufig erreicht und betreten werden.
Jeweils zwei Gruppen sind pro Baukörper untergebracht, wovon in jedem Material- und Funktionsräume, ein WC-Bereich und Ausgang in den Garten mit Matschschleuse beinhaltet sind. Alternativ kann auch zentral über den Erschließungsflur in den Außenbereich gegangen werden.
Die Gemeinschaftsbereiche wie Mensa mit Küche und Bewegungsraum, sowie Personalraum befinden sich im zweigeschossigen Hauptgebäude. Hier sind auch das Foyer und das Leitungsbüro angeordnet. Damit sind kurze Wege zwischen Bewegungsraum und Mensa, Küche und Anlieferung, Personal und Leitung gewährleistet.
Das Gebäude ist im Splitlevel angelegt und wird am Übergang vom zweigeschossigen zum eingeschossigen Gebäudeteil über eine Podesttreppe und einen Aufzug erschlossen.
Zwei der Ü3 Gruppen befinden sich im 1. OG und haben einen direkten Außenbereich auf einer Dachterrasse, oder die Möglichkeit über eine einläufige Treppe in den gemeinsamen Innenhof mit den anderen Ü3-Gruppen, oder den Garten zu gelangen. Zudem können die Ü3-Gruppen auch auf schnellem Weg über das Splitlevel in den Spieleflur gelangen.
KONSTRUKTION UND MATERIAL
HAUSTECHNIK UND NACHHALTIGKEIT
Ziel des Energiekonzepts ist die Maximierung des Komforts bei gleichzeitiger Minimierung des Energieverbrauchs im Betrieb des Gebäudes. Insbesondere bei Kindergärten gibt es drei prinzipielle Themenbereiche, die es mit einem integralen Komfort- und Nachhaltigkeitskonzept zu lösen gilt:
- Energiekonzept mit dem Ziel, mindestens endenergetisch einen Nullenergiestandard zu realisieren und primärenergetisch den Plusenergiestandard zu erreichen.
- Begrenzung der sommerlichen Raumtemperaturen.
- Sicherstellung der Luftqualität, insbesondere bei niedrigen Außentemperaturen.
Für eine Optimierung der Energieeffizienz sind folgende passive und aktive Maßnahmen konzeptionell integriert:
Lüftung
Die Be- und Entlüftung erfolgt über die vorgegebene zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Die Zu- und Abluftkanäle verlaufen in Technikschächte bzw. in den Flur- und Nebenraumbereichen in der abgehängten Decke und bringen die Frischluft über Quellluftöffnungen in die Aufenthaltsräume.
Über Lamellenfenster kann in den heißen Sommertagen eine Nachtauskühlung erfolgen. Die Lehmwände und der Estrich bringen dafür die erforderliche thermische Masse. Ein wichtiges Element ist das Kastenfester, was im gesamten Gebäude zum Einsatz kommt. Durch den vorstehenden Kasten wird im Sommer die hochstehende Sonne auch ohne Sonnenschutz aus dem Innenraum ferngehalten. Zudem kann die natürliche Lüftung über Fensteröffnung und Nachtauskühlung auch bei Niederschlag problemlos erfolgen, ohne dass Wasser in den Innenraum gelangt. Bei flach stehender Sonne kann der integrierte Sonnenschutz zum Einsatz kommen.
Wärme- und Kälteerzeugung und Übergabe
Die Wärme- und Kälteerzeugung erfolgt mittels einer reversiblen Luft- oder Sole-Wasser- Wärmepumpe mit Erdsonden. Es bedarf einer Klärung zur Eignung des Geländes für Geothermienutzung. Die Sonden können platzsparend unter dem Gebäude verortet werden. Sofern die Nachtauskühlung nicht ausreicht, kann zusätzlich über die Sonden im Sommer das Gebäude gekühlt werden. Gleichzeitig wird dadurch der Boden zur Wärmeentnahme im Winter regeneriert. Die Wärme- und Kälteübergabe erfolgt durch eine Fußbodenheizung. Warmwasserbedarf besteht in dem Gebäude in erster Linie in den Nasszellen und in der Küche. Um hier die Verteilverluste möglichst gering zu halten, wird die Warmwasserbereitung nicht an die zentrale Wärmeversorgung angeschlossen, sondern erfolgt dezentral über direkt-elektrische Durchlauferhitzer.
Strombedarf und -versorgung und Dachlandschaft
Das Ziel für die Dachlandschaft sind flach geneigte, lichtdurchlässige PV-Elemente, in Ost-West-Ausrichtung zu verlegen für die solare Stromerzeugung. In Kombination mit intensiver Dachbegrünung und Totholzlagerung als Insektenhabitat entspr. dem Förderprogramm des BfN: „DaLLî - Extensive Dachbegrünungen in urbanen Landschaften als Lebensraum für Insekten“, entsteht ein in sich funktionales Dachsystem. In dieser Kombination führt die Kühlwirkung der Dachbegrünung zu einer Leistungssteigerung der Photovoltaikanlage. Eine Reduktion des Gebäudestrombedarfs erfolgt durch den Einsatz energieeffizienter LED-Beleuchtung und einer tageslicht- sowie präsenzabhängigen Kunstlichtsteuerung. Die Anordnung der Beleuchtung und der Fensterflächen ist so gewählt, dass sowohl bei der Tageslichtversorgung, als auch beim Einsatz von Kunstlicht, eine optimale Beleuchtungssituation vorherrscht.
Regenwasser
NACHHALTIGKEIT
Klimaneutralität im Lebenszyklus
Für das Gebäude wird der Strombedarf für Heizung, naturale Kühlung, Beleuchtung und Belüftung errechnet und mit dem Stromerzeugungspotential der PV-Anlage auf dem Dach abgestimmt. Hieraus ergibt sich bilanziell über das Jahr gesehen, ein CO2-Einsparpotential. Dieses wird den CO2-Emissionen für die Errichtung der Hybridkonstruktion aus Holz, RC-Beton und Stahl gegenübergestellt. Ziel ist es, in einem Zeitraum von 40 Jahren eine klimaneutrale Bilanz von Errichtung, Betrieb und Rückbau des Gebäudes als realistische Perspektive zu erreichen.
FREIANLAGEN
Der freiraumplanerische Entwurf verbindet geschickt funktionale und kinderfreundliche Ansprüche. Die kreativitätsfördernde Ausformung der Freifläche als Korrespondenz zum klar strukturierten Baukörper ermöglicht ein spannendes und erlebnisreiches Zusammenspiel der differenzierten Freibereiche. Die Freiflächen werden in Teilräume mit verschiedenen Erlebnisschwerpunkten und Funktionen gegliedert.
• öffentlicher barrierefreier Zugangsbereich in Form eines Vorplatzes mit Stellplätzen für Fahrräder, Müll und Kinderwagen im Südwesten des Gebäudes
• Parken für PKW entlang dem Königspfad in Parktaschen
• Zufahrt und Stellplatz für Anlieferung der Küche im Nordosten des Gebäudes
• geschützte Kinderspielfläche rundum das Gebäude hangaufwärts
Der Zugangsbereich und die Stellplätze werden durch helle, wasserdurchlässige Pflasterbeläge mit Recyclinganteil hervorgehoben, die durch Reflexion und Wasserdurchlässigkeit zur Reduktion der Aufwärmung und Rückhaltung des Niederschlagswassers beitragen. Das Gelände zur Straße wird terrassiert und mit blühenden heimischen Stauden begrünt, um die bestehende Stützwand entlang der Straße erhalten zu können.
Der Gartenbereich lädt mit seinen verschiedenen Höhenniveaus zum Toben, Sport und Spiel ein. Klassische Bewegungsspiele, ein Balancierbalken und für die Sommerzeit ein Wassermatschbereich mit Sonnensegel sind integrierbar. Vor den Gebäudeteilen werden ebenerdige plane Bereiche geschaffen, um die der Hang in seinem natürlichen Verlauf geführt wird.
Der Baumbestand im Nordwesten zur Grundschule zu kann durchweg erhalten bleiben und wird durch die Neupflanzungen von kleinen Gruppen schattenspendender Hochstämme ergänzt. Kleinkronige Laubbäume zonieren Ruhebereiche, Sitz- und Liegeflächen. Sie unterstützen individuelles Spielen. Heimische Beerensträucher in den Randzonen und ein Lern- und Nutzgarten mit Gemüse und Beeren tragen zum Entdecken der Natur bei. Für Spannung sorgt das bewegte Gelände. Rutschen und Klettern ist hier angesagt. Im Sinne einer nachhaltigen Regenwasserbewirtschaftung werden die notwendigen Wege minimiert und nur als Schrittplatten für Hüpf- und Springspiele befestigt. Zur fröhlichen bunten Kinderwelt passend sind die Ausstattungen und Spielelemente farblich akzentuiert und aus heimischen Hölzern hergestellt.
Grün im Grün
Das Gebäude wird in die durchweg ansteigende Topografie so eingebettet, dass die Hangsituation nicht aufwändig modelliert werden muss und die natürliche Topografie weitestgehend erhalten bleiben kann. Zudem wird die Kindertagesstätte so entworfen, dass sich das Gebäude mit der vorhandenen Landschaft verwebt und Blicke im gesamten Gebäude ringsum in die unverbaute Umgebung entstehen. So entsteht ein grünes Haus im Grünen.
Die Kindertagesstätte bildet den letzten Baustein in der Achse der bereits bestehenden, öffentlichen Gebäude wie der Real- und Fachoberschule, dem Kinderzentrum und der Grundschule. Gleichzeitig ist der Baukörper vis-a-vis und in Sichtweite der vorhandenen Wohngebiete. Die Baumasse wird in zwei eingeschossige und einen zweigeschossigen Baukörper aufgeteilt, die über einen Spielflur miteinander verbunden sind. Mit den drei Gebäudeteilen kann zum einen auf die Höhenentwicklung des Grundstücks eingegangen werden, zum anderen wirkt die Masse des Baukörpers gegenüber der Wohngebiete angemessen und es entstehen Platz- und Hofsituationen rund um das Gebäude. Dies bildet neben der Weite der Landschaft auch windgeschützte Orte außerhalb der Kindertagesstätte.
Über den Königspfad aus Nordosten kommend gelangt man zum Gebäude mit Parkmöglichkeiten entlang der Straße.
Der zweigeschossige Baukörper wird entlang der Straße gesetzt und bildet zusammen mit der U3 Gruppe einen Vorplatz mit Zugangssituation von Südwesten. Die beiden Ü3 Baukörper bilden gemeinsam eine interne Hofsituation.
Der Hauptzugang erfolgt über den Vorplatz im Südwesten, der auch für Veranstaltungen genutzt werden kann. Die Andienung der Küche erfolgt im Nordosten unabhängig des Hauptzugangs, ebenfalls über den Königspfad. Über einen zweiten Eingang im Norden des Gebäudes kann die Kindertagesstätte alternativ fußläufig erreicht und betreten werden.
Jeweils zwei Gruppen sind pro Baukörper untergebracht, wovon in jedem Material- und Funktionsräume, ein WC-Bereich und Ausgang in den Garten mit Matschschleuse beinhaltet sind. Alternativ kann auch zentral über den Erschließungsflur in den Außenbereich gegangen werden.
Die Gemeinschaftsbereiche wie Mensa mit Küche und Bewegungsraum, sowie Personalraum befinden sich im zweigeschossigen Hauptgebäude. Hier sind auch das Foyer und das Leitungsbüro angeordnet. Damit sind kurze Wege zwischen Bewegungsraum und Mensa, Küche und Anlieferung, Personal und Leitung gewährleistet.
Das Gebäude ist im Splitlevel angelegt und wird am Übergang vom zweigeschossigen zum eingeschossigen Gebäudeteil über eine Podesttreppe und einen Aufzug erschlossen.
Zwei der Ü3 Gruppen befinden sich im 1. OG und haben einen direkten Außenbereich auf einer Dachterrasse, oder die Möglichkeit über eine einläufige Treppe in den gemeinsamen Innenhof mit den anderen Ü3-Gruppen, oder den Garten zu gelangen. Zudem können die Ü3-Gruppen auch auf schnellem Weg über das Splitlevel in den Spieleflur gelangen.
Die U3 Gruppen sind auf der anderen Seite des Spielflures angeordnet und damit, wie gewünscht, etwas den Ü3-Gruppen abgesetzt. Auch der Außenbereich der U3-Gruppe ist separat von den Ü3-Gruppen. Eine Teilunterkellerung ist für den Hausanschlussraum und die übrigen Technikflächen, sowie den Hauswirtschaftsraum vorgesehen.
Die Teilunterkellerung, das Hanggeschoss, sowie die Bodenplatten samt Streifenfundamente sind aus Stahlbeton erstellt, auf die eine Holzkonstruktion aufgesetzt ist. Das Gebäude baut auf dem Grundraster von 60 cm auf. Die Außenwände sind als Massivholzkonstruktion geplant. Die Decken- und Dachkonstruktion besteht aus Brettstapelelementen. Die Wände mittig der Baukörper sind aus Lehm geplant, um die thermische Masse für die Nachtauskühlung bereitstellen zu können. Zusätzlich akustisch wirksame Bauelemente unter der Decke sorgen für ein angenehmes Raumempfinden. Die Außenfassade besteht aus einer Holzfassade aus Weißtanne auf Holzfaserdämmung, im Wechsel mit 3-fachverglasten Holz-Alu- Fensterelementen als Lochfenster. Die Fenster sind als Kastenfenster mit integriertem Sonnenschutz geplant. Die Bodenbeläge sind in Lino in den Gruppen und in Sichtestrich in den öffentlichen Bereichen geplant. Wandflächen werden, sofern notwendig, mit Sichtholzplatten verkleidet und weiß lasiert. Die Fassade ist grün gestrichen, sodass das Gebäude mit der Umgebung zusammen geht.
Ziel des Energiekonzepts ist die Maximierung des Komforts bei gleichzeitiger Minimierung des Energieverbrauchs im Betrieb des Gebäudes. Insbesondere bei Kindergärten gibt es drei prinzipielle Themenbereiche, die es mit einem integralen Komfort- und Nachhaltigkeitskonzept zu lösen gilt:
- Energiekonzept mit dem Ziel, mindestens endenergetisch einen Nullenergiestandard zu realisieren und primärenergetisch den Plusenergiestandard zu erreichen.
- Begrenzung der sommerlichen Raumtemperaturen.
- Sicherstellung der Luftqualität, insbesondere bei niedrigen Außentemperaturen.
Für eine Optimierung der Energieeffizienz sind folgende passive und aktive Maßnahmen konzeptionell integriert:
Lüftung
Die Be- und Entlüftung erfolgt über die vorgegebene zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Die Zu- und Abluftkanäle verlaufen in Technikschächte bzw. in den Flur- und Nebenraumbereichen in der abgehängten Decke und bringen die Frischluft über Quellluftöffnungen in die Aufenthaltsräume.
Über Lamellenfenster kann in den heißen Sommertagen eine Nachtauskühlung erfolgen. Die Lehmwände und der Estrich bringen dafür die erforderliche thermische Masse. Ein wichtiges Element ist das Kastenfester, was im gesamten Gebäude zum Einsatz kommt. Durch den vorstehenden Kasten wird im Sommer die hochstehende Sonne auch ohne Sonnenschutz aus dem Innenraum ferngehalten. Zudem kann die natürliche Lüftung über Fensteröffnung und Nachtauskühlung auch bei Niederschlag problemlos erfolgen, ohne dass Wasser in den Innenraum gelangt. Bei flach stehender Sonne kann der integrierte Sonnenschutz zum Einsatz kommen.
Wärme- und Kälteerzeugung und Übergabe
Die Wärme- und Kälteerzeugung erfolgt mittels einer reversiblen Luft- oder Sole-Wasser- Wärmepumpe mit Erdsonden. Es bedarf einer Klärung zur Eignung des Geländes für Geothermienutzung. Die Sonden können platzsparend unter dem Gebäude verortet werden. Sofern die Nachtauskühlung nicht ausreicht, kann zusätzlich über die Sonden im Sommer das Gebäude gekühlt werden. Gleichzeitig wird dadurch der Boden zur Wärmeentnahme im Winter regeneriert. Die Wärme- und Kälteübergabe erfolgt durch eine Fußbodenheizung. Warmwasserbedarf besteht in dem Gebäude in erster Linie in den Nasszellen und in der Küche. Um hier die Verteilverluste möglichst gering zu halten, wird die Warmwasserbereitung nicht an die zentrale Wärmeversorgung angeschlossen, sondern erfolgt dezentral über direkt-elektrische Durchlauferhitzer.
Strombedarf und -versorgung und Dachlandschaft
Das Ziel für die Dachlandschaft sind flach geneigte, lichtdurchlässige PV-Elemente, in Ost-West-Ausrichtung zu verlegen für die solare Stromerzeugung. In Kombination mit intensiver Dachbegrünung und Totholzlagerung als Insektenhabitat entspr. dem Förderprogramm des BfN: „DaLLî - Extensive Dachbegrünungen in urbanen Landschaften als Lebensraum für Insekten“, entsteht ein in sich funktionales Dachsystem. In dieser Kombination führt die Kühlwirkung der Dachbegrünung zu einer Leistungssteigerung der Photovoltaikanlage. Eine Reduktion des Gebäudestrombedarfs erfolgt durch den Einsatz energieeffizienter LED-Beleuchtung und einer tageslicht- sowie präsenzabhängigen Kunstlichtsteuerung. Die Anordnung der Beleuchtung und der Fensterflächen ist so gewählt, dass sowohl bei der Tageslichtversorgung, als auch beim Einsatz von Kunstlicht, eine optimale Beleuchtungssituation vorherrscht.
Regenwasser
Das Dachwasser der drei Gebäude sollte teilweise in unterirdischen Zisternen gesammelt werden, um in Trockenphasen für die Bewässerung der Freiflächen zur Verfügung zu stehen. Baumrigolen und die offene Retentions-, Versickerungs- und Verdunstungsmulde nordöstlich der Kita soll zudem den direkten Abfluss von Oberflächenwasser reduzieren.
Klimaneutralität im Lebenszyklus
Für das Gebäude wird der Strombedarf für Heizung, naturale Kühlung, Beleuchtung und Belüftung errechnet und mit dem Stromerzeugungspotential der PV-Anlage auf dem Dach abgestimmt. Hieraus ergibt sich bilanziell über das Jahr gesehen, ein CO2-Einsparpotential. Dieses wird den CO2-Emissionen für die Errichtung der Hybridkonstruktion aus Holz, RC-Beton und Stahl gegenübergestellt. Ziel ist es, in einem Zeitraum von 40 Jahren eine klimaneutrale Bilanz von Errichtung, Betrieb und Rückbau des Gebäudes als realistische Perspektive zu erreichen.
FREIANLAGEN
Der freiraumplanerische Entwurf verbindet geschickt funktionale und kinderfreundliche Ansprüche. Die kreativitätsfördernde Ausformung der Freifläche als Korrespondenz zum klar strukturierten Baukörper ermöglicht ein spannendes und erlebnisreiches Zusammenspiel der differenzierten Freibereiche. Die Freiflächen werden in Teilräume mit verschiedenen Erlebnisschwerpunkten und Funktionen gegliedert.
• öffentlicher barrierefreier Zugangsbereich in Form eines Vorplatzes mit Stellplätzen für Fahrräder, Müll und Kinderwagen im Südwesten des Gebäudes
• Parken für PKW entlang dem Königspfad in Parktaschen
• Zufahrt und Stellplatz für Anlieferung der Küche im Nordosten des Gebäudes
• geschützte Kinderspielfläche rundum das Gebäude hangaufwärts
Der Zugangsbereich und die Stellplätze werden durch helle, wasserdurchlässige Pflasterbeläge mit Recyclinganteil hervorgehoben, die durch Reflexion und Wasserdurchlässigkeit zur Reduktion der Aufwärmung und Rückhaltung des Niederschlagswassers beitragen. Das Gelände zur Straße wird terrassiert und mit blühenden heimischen Stauden begrünt, um die bestehende Stützwand entlang der Straße erhalten zu können.
Der Gartenbereich lädt mit seinen verschiedenen Höhenniveaus zum Toben, Sport und Spiel ein. Klassische Bewegungsspiele, ein Balancierbalken und für die Sommerzeit ein Wassermatschbereich mit Sonnensegel sind integrierbar. Vor den Gebäudeteilen werden ebenerdige plane Bereiche geschaffen, um die der Hang in seinem natürlichen Verlauf geführt wird.
Der Baumbestand im Nordwesten zur Grundschule zu kann durchweg erhalten bleiben und wird durch die Neupflanzungen von kleinen Gruppen schattenspendender Hochstämme ergänzt. Kleinkronige Laubbäume zonieren Ruhebereiche, Sitz- und Liegeflächen. Sie unterstützen individuelles Spielen. Heimische Beerensträucher in den Randzonen und ein Lern- und Nutzgarten mit Gemüse und Beeren tragen zum Entdecken der Natur bei. Für Spannung sorgt das bewegte Gelände. Rutschen und Klettern ist hier angesagt. Im Sinne einer nachhaltigen Regenwasserbewirtschaftung werden die notwendigen Wege minimiert und nur als Schrittplatten für Hüpf- und Springspiele befestigt. Zur fröhlichen bunten Kinderwelt passend sind die Ausstattungen und Spielelemente farblich akzentuiert und aus heimischen Hölzern hergestellt.
Beurteilung durch das Preisgericht
Überraschend einfach gelingt es der Arbeit ihre Leitidee „Grün in Grün“ umzusetzen. Die Kindertagesstätte wird als weiterer Baustein der öffentlichen Gebäude in die vorhandene Grünachse eingebettet und gliedert sich in einzelne Häuser, die sich den Hang hoch entlang eines Spielflurs in die Topographie integrieren. Dadurch entstehen vielfältige Blickbezüge für die einzelnen Gruppen, die jeweils zu zweit in einem Gebäudeteil untergebracht sind. Die Baukörper vermitteln zwischen den unterschiedlichen Körnungen der gegenüberliegenden Einfamilienhäuser und den Schul- und Sportgebäuden. Die Erschließung der Kindertagesstätte erfolgt gelungen über einen halböffentlichen Hof vom Königspfad aus, der durch Fahrradstellplätze und Abstellplätze für Kinderwagen vor der Wendeplatte geschützt ist. Folgerichtig erfolgt die Andienung auf der gegenüberliegenden Nordostseite. Zwischen diesen Polen entsteht ein angemessen großes Foyer, das durch den anliegenden Mehrzweckraum und Mensa zu einem gemeinsamen Veranstaltungsbereich erweiterbar ist, der sowohl zusammen, als auch getrennt genutzt werden kann. Die KITA-Leitung ist sinnvoll am Eingang positioniert, die Mitarbeiterräume sind geschickt zu einem grünen Hof situiert, allerdings sind die WC und Umkleideräume nicht ausreichend nachgewiesen. Das Gebäude ist barrierefrei durch einen Aufzug erschlossen. Vier Gruppencluster sind im Erdgeschoss, ein Gruppencluster ist im Obergeschoss ausgebildet. Durch die Zweigeschossigkeit wird zwar der ökologische Fußabdruck optimiert, das räumliche Konzept, die „Finger" in die Landschaft, aber nicht in letzter Konsequenz umgesetzt, auch wenn die in der Folge auf dem Dach angebotene Terrasse zur allgemeinen Qualität beiträgt. Die Kindergruppen sind jeweils zu zweit einem Gebäudeteil angeordnet und ermöglichen somit eine übersichtliche Betreuung, gleichzeitig sind sie über den Spielflur miteinander verbunden.
Das Freigelände bildet gut geschützte Spielbereiche, die Umzäunung ist dargestellt und zeigt eine angemessene Trennung zwischen öffentlichen und geschützten Bereichen auf. Das Raumprogramm ist erfüllt, ein Funktionsraum im Obergeschoss hat keinen zweiten Rettungsweg. Die Konstruktion und Ausstattung u.a. aus Holz, Lehm und Linoleum lässt eine nachhaltige und zeitgemäße Umsetzung erwarten. Das Haustechnikkonzept ermöglicht einen energieeffizienten und wirtschaftlichen Betrieb. Die Erweiterung ist im Norden nachgewiesen, die wirtschaftlichen Kennwerte liegen im durchschnittlichen Bereich.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass es den Verfassern gelingt eine kompakte, aber auch gestalterisch spannende Arbeit zu entwickeln, die aus der topographischen Situation ihre räumlichen Qualitäten zieht und diese unaufgeregt zu einem gut durchdachten und funktionierenden Gebäudeensemble formt. In der gestalterischen Anmutung ist das Gebäude
diszipliniert und in der Materialität fein ausgearbeitet, so dass es einen architektonischen Beitrag zu einer zurückhaltend gestalteten kindgerechten Haus - und Spiellandschaft bildet, der dem Übergang in die Freiräume gelingt und den Kindern viel Raum und Flächen zur Aneignung
überlässt.
Das Freigelände bildet gut geschützte Spielbereiche, die Umzäunung ist dargestellt und zeigt eine angemessene Trennung zwischen öffentlichen und geschützten Bereichen auf. Das Raumprogramm ist erfüllt, ein Funktionsraum im Obergeschoss hat keinen zweiten Rettungsweg. Die Konstruktion und Ausstattung u.a. aus Holz, Lehm und Linoleum lässt eine nachhaltige und zeitgemäße Umsetzung erwarten. Das Haustechnikkonzept ermöglicht einen energieeffizienten und wirtschaftlichen Betrieb. Die Erweiterung ist im Norden nachgewiesen, die wirtschaftlichen Kennwerte liegen im durchschnittlichen Bereich.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass es den Verfassern gelingt eine kompakte, aber auch gestalterisch spannende Arbeit zu entwickeln, die aus der topographischen Situation ihre räumlichen Qualitäten zieht und diese unaufgeregt zu einem gut durchdachten und funktionierenden Gebäudeensemble formt. In der gestalterischen Anmutung ist das Gebäude
diszipliniert und in der Materialität fein ausgearbeitet, so dass es einen architektonischen Beitrag zu einer zurückhaltend gestalteten kindgerechten Haus - und Spiellandschaft bildet, der dem Übergang in die Freiräume gelingt und den Kindern viel Raum und Flächen zur Aneignung
überlässt.
Außenskizze
©ARCHITEKTUR 109
Skizze Spielflur
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Präsentationsplan 1
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Präsentationsplan 2
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Präsentationsplan 3
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Modellaufsicht
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