modgnikehtotsyek
ALLE WETTBEWERBSERGEBNISSE, AUSSCHREIBUNGEN UND JOBS Jetzt Newsletter abonnieren

Nichtoffener Wettbewerb | 09/2024

Neubau KindertagesstÀtte in Saulheim

Perspektive
2

Perspektive

3. Preis

Preisgeld: 6.750 EUR

ama_architekturbĂŒro michael auerbacher

Architektur

kĂŒbertlandschaftsarchitektur PartG mbB Landschaftsarchitekten Stadtplaner

Landschaftsarchitektur

ErlÀuterungstext

StĂ€dtebau / Erschließung / FreirĂ€ume

Der Neubau wird als kompakter Vierkanter konzipiert. Er setzt mit seiner klaren und einfachen Geometrie einen Schlusspunkt der Siedlungsstruktur im Übergang zum freien Feld. Die Höhenentwicklung stellt sich nach SĂŒdosten 1-geschossig dar, nach SĂŒdwesten und Nordwesten 2-geschossig. Die Höhenentwicklung des B-Planes mit 7,00 m wird eingehalten. Die Adressbildung erfolgt Richtung Norden zur Schillerstraße. Von hier erfolgt der Hauptzugang zum GebĂ€ude ĂŒber einen Vorplatz, der – abgeschirmt vom Fahrverkehr der öffentlichen Erschließung – einen geschĂŒtzten Bereich fĂŒr Kommunikation sowie Verweil- und Wartezonen schafft. Die Anlieferung zur KĂŒche erfolgt als separater Zugang getrennt vom Haupteingang in der oberen Ebene ĂŒber den Wendehammer. Der 2-geschossige, kompakte Cluster reduziert den FlĂ€chenanspruch des Neubaus und ermöglicht so großzĂŒgige und zusammenhĂ€ngende FreiraumflĂ€chen. Durch die geplante Ausformung der Topographie entstehen nutzungsorientierte Freibereiche in zwei Ebenen: Krippe, Kindergarten, GemeinschaftsflĂ€chen usw.


FreiflÀchen

Das FreigelĂ€nde der KiTa wird komplett mit Zaun und einer Hainbuchen-Schnitthecke eingefriedet. Entlang dieser Hecke werden StrĂ€ucher und KleinbĂ€ume gepflanzt, entlang der NW-Seite des GrundstĂŒcks wird eine kleine GelĂ€ndeböschung in die Pflanzung integriert. SĂ€mtliche verwendeten Arten (BĂ€ume, StrĂ€ucher und Stauden-GrĂ€ser) sind standortgerecht, langlebig, klimawandelresilient und ungiftig – die StrĂ€ucher fungieren zusĂ€tzlich als Nasch-Hecke (Johannisbeeren, stachellose Brombeeren, Stachelbeeren, Himbeeren u.Ă€. Die KleinbĂ€ume sind idealerweise ObstbĂ€ume. Auf drei Seiten des GebĂ€udes werden die ĂŒberdachten Bereiche als zusammenhĂ€ngende Terrassen genutzt.
Das FreigelĂ€nde gliedert sich in zwei Ebenen: Der GelĂ€ndestreifen parallel zur SO-Seite des GebĂ€udes ist dem KiGa im 1.OG zugeordnet. Hier befindet sich eine von StrĂ€uchern und kleinkronigen BĂ€umen gerahmte GrĂŒn- und Ruhezone. Auf der unterbauten (Dach-) FlĂ€che stehen den Kindern FlĂ€chen zum aktiven und freien Spiel zur VerfĂŒgung. Dieser Bereich ist durch eine Treppe mit dem im EG gelegenen, ebenfalls dem KiGa zugeordneten Bereich verbunden. Hier befinden sich Spiel-Inseln mit unterschiedlichen UntergrĂŒnden (HolzhĂ€cksel, Sand, EPDM), die teilweise mit altersgerechten GerĂ€ten bestĂŒckt sind bzw. zum informellen Spiel anregen. Entlang der NW- und SW-Seite des neuen GebĂ€udes befindet sich im EG der Außenbereich fĂŒr die Krippe. Die NW-Seite ist – analog zum KiGa - als GrĂŒn- und Ruhezone gestaltet, die durch StrĂ€ucher in kleinere „RĂ€ume“ unterteilt ist. Auf der SW-Seite befindet sich der Spielbereich, der am östlichen Ende teilweise ĂŒberdacht ist und durch altersgerechte SpielgerĂ€te auf Sand-, Kies- und HackschnitzelflĂ€chenvielfĂ€ltige und natĂŒrliche Erfahrungen bietet. Auf der EG-Ebene sind die Spielbereiche von Krippe und KiGa durch niedrige Heckenabschnitte miteinander verzahnt und gleichzeitig getrennt – sie fungieren als „Schaufenster “ fĂŒr die Kinder beider Einrichtungen. Eine solche Anordnung ermöglicht trotz der erforderlichen Trennung eine einheitliche Gestaltung des gesamten Spielbereichs. Als Belagsmaterial soll nach Möglichkeit Betonpflaster mit hohem Recyclinganteil verwendet werden. Die ungebundene Verlegung mit Splittfugen fördert die Versickerung in der FlĂ€che. Die Versiegelung ist auf das zur FunktionsfĂ€higkeit notwendige Maß reduziert.

Beurteilung durch das Preisgericht

Das nahezu quadratische GebĂ€ude versteht sich als Schlusspunkt der Siedlungsstruktur im Übergang zur Landschaft. Das GebĂ€ude besetzt mit seiner GrundflĂ€che einen Großteil des GrundstĂŒcks, bietet einen etwas ĂŒberdimensionierten Vorplatz zum Wendehammer und einen kompakten Spielbereich im SĂŒd-Westen. Wie die GrundflĂ€che des GebĂ€udes wird auch der Freiraum als ebene FlĂ€che angelegt, mit steil abfallenden Randböschungen, was der Bestandssituation nicht gerecht wird.

Die Raumorganisation reagiert auf die flĂ€chige Ausdehnung des quadratischen Baukörpers. Innenliegende GemeinschaftsrĂ€ume und Flure erfordern eine Belichtung ĂŒber einen Lichthof und lassen keinen Ausblick in die reizvolle Landschaft zu. Die GruppenrĂ€ume dagegen orientieren sich gut talseitig oder in Richtung des Spielbereichs. Über eine Treppe und umlaufende Balkone ist das GelĂ€nde auch aus dem Obergeschoss gut erreichbar.

Geschickt wird ein ĂŒberdachter Spielbereich als besonderes Angebot zur Abfangung des GebĂ€udes genutzt. Ob die separierten SpielflĂ€chen auf dessen DachflĂ€chen in den alltĂ€glichen Spielbetrieb sinnvoll eingebunden werden können, wird bezweifelt. Die SpielgerĂ€te sind eher additiv gesetzt.

Insgesamt bietet der Entwurf mit dem großzĂŒgig bemessenen und von der Gemeinschaft gut nutzbaren Kern des GebĂ€udes gute Nutzungsmöglichkeiten und ermöglicht eine klare Orientierung zu den angrenzenden RĂ€umen. Das Raumprogramm wird erfĂŒllt. Die gewĂ€hlte Konstruktion und die GebĂ€udekennwerte lassen eine wirtschaftliche Erstellung und Betrieb des GebĂ€udes erwarten. Trotz der großen QuadratflĂ€che des Grundrisses gelingt es, aus den GruppenrĂ€umen heraus den Bezug zum Ort und zur umgebenden Landschaft zu erleben und das GebĂ€ude sowohl in die Siedlungsstruktur als auch in den Landschaftsraum zu integrieren.

Nachhaltigkeitsaspekte sind durch die kompakte GebÀudeform angestrebt, werden aber durch die Vollverglasung auch konterkariert.
Lageplan

Lageplan