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Nichtoffener Wettbewerb | 07/2024

Neubau Kita in Eggenthal

Perspektive
12

Perspektive

2. Preis

Preisgeld: 9.500 EUR

KFWM Architekten BDA PartGmbB Fischer-Wasels Mergenthaler

Architektur

Bauer.Landschaftsarchitekten

Landschaftsarchitektur

merz kley partner

Tragwerksplanung

Erläuterungstext

Der Entwurf für den Neubau der Kita in Holzkonstruktion fügt sich rücksichtsvoll und wie selbstverständlich in die vorhandenen baulichen und freiräumlichen Strukturen der Gemeinde Eggenthal ein. Der Neubau greift den ländlichen und dörflicher Charakter der Umgebung auf und ergänzt den Bestand sinnvoll. Gleichzeitig entsteht mit dem Neubau eine zeitgemäße, markante und Identität stiftende Kita. Die als zeitloses rurales Langhaus konzipierte Kita Eggenthal bildet gemeinsam mit dem Dorfladen und der „Scheune“ des Wertstoffhofes den räumlichen Abschluss d.h. die zurückliegende Kante des an der Keltenstraße entstehenden U- förmigen Platzes. Das Gebäude entwickelt sich kompakt und platzsparend im nördlichen Bereich entlang der nordwestlichen Grundstücksgrenze und orientiert sich vorwiegend nach Südosten und Südwesten. Die äußere Erscheinung der Kita Eggenthal erinnert mit seinem einfachen Baukörper, dem auskragenden Satteldach und der horizontal gegliederten kleinteiligen Holzfassade an die Tradition ländlicher Gebäude, Bauernhäuser und Scheunen. Im südöstlichen und südwestlichen Bereich des Grundstücks entstehen durch die Positionierung des Baukörpers großzügig bemessene und zusammenhängende Grün- und Außenspielflächen. Eine mögliche Erweiterung der Kita um einen Gruppenraum würde sich als geringfügige Verlängerung des Baukörpers nach Südosten hin anbieten.

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Arbeit überzeugt durch die klare städtebauliche Setzung und das im besten Sinne einfache Volumen. Der langgestreckte Baukörper orientiert sich parallel zur Keltenstraße und schließt den kleinen Platz mit Hofladen und Wertstoffhof räumlich ab. Dabei rückt der Baukörper weit an die westliche Grundstückskante. Dies erlaubt einen großen zusammenhängenden Außenspielbereich im straßen- und damit lärmabgewandten Osten der Kita. Die Wohnbebauung entlang des Schwabenwegs erhält zugleich einen räumlichen Abschluss.

Die sichere architektonische Handschrift erinnert an die einfache und qualitätvolle Architektursprache landwirtschaftlicher Gebäude der Region, die für diese Bauaufgabe passend adaptiert wurde.

Der länglich orientierte Eingangsbereich erlaubt Zugänglichkeit von zwei Seiten und bietet trotz der geringen räumlichen Tiefe ausreichend Platz für Ankunft und Abholung. Gleichzeitig sind die erforderlichen Fahrradständer, die Küchenanlieferung und die Mülltonnen richtig angeordnet.

Das Gebäude baut sich konsequent auf einem wirtschaftlichen Holzbauraster auf. Dienende Räume in geringer Tiefe sind nach Westen orientiert, die Haupträume konsequent nach Osten zum Freiraum. Der Krippenbereich ist sinnvoll im Süden mit vorgelagertem Freibereich verortet. Diese klare Gliederung setzt sich im Obergeschoss fort. Eine vorgelagerte Balkonstruktur umschließt das Gebäude auf drei Seiten und bietet zusätzlich zu den erforderlichen Fluchttreppen einen Mehrwert: An den kurzen Seiten entstehen ganz selbstverständlich wettergeschützte Spielflächen im Freien.

Die Treppe ist als skulpturales Element Mittelpunkt der Kita und wird als solcher gewürdigt. Allerdings wird die erforderliche Durchquerung des Bistros auf dem Weg zum Obergeschoss kontrovers diskutiert. Begrüßt wird die Zusammenschaltbarkeit von Bistro und Mehrzweckraum zu einem gut proportionierten Veranstaltungsraum, der sich zum Garten öffnen lässt. Dieser Garten bietet mit seinem landschaftlich gestalteten Thema eine gute Durchgrünung und schöne Spielangebote.

Die Arbeit bewegt sich in Bezug auf Fläche und Volumen leicht oberhalb des Durchschnitts aller Arbeiten. Durch die einfache Kubatur und modulare Bauweise darf dennoch eine Umsetzung im wirtschaftlich vertretbaren Rahmen erwartet werden.

Zusammenfassend stellt die Arbeit einen sehr guten Beitrag zur gestellten Aufgabe dar, der sich vor allem durch die wohltuend einfache und modulare Grundkonzeption auszeichnet. Die qualitätvolle Architektursprache ist konsequent aus dem Tragwerk entwickelt und bleibt frei von modischen Attributen – eine in jeder Hinsicht angemessene Antwort auf den Ort und die Aufgabe.
Lageplan

Lageplan

Ansicht Nord-West

Ansicht Nord-West

Ansicht Süd-West

Ansicht Süd-West

Ansicht Süd-Ost

Ansicht Süd-Ost

Ansicht Nord-Ost

Ansicht Nord-Ost

Längsschnitt

Längsschnitt

Querschnitt

Querschnitt

Fassadenschnitt mit Teilansicht

Fassadenschnitt mit Teilansicht

Axonometrie

Axonometrie

Modellfoto

Modellfoto

Axonometrie Holzbau

Axonometrie Holzbau