Nichtoffener Wettbewerb | 05/2024
Neubau Kita in Hockenheim
6
©Drei Architekten
2. Preis
Preisgeld: 26.500 EUR
Architektur
Landschaftsarchitektur
Beurteilung durch das Preisgericht
Grundsätzlich erfüllt die Arbeit anhand ihrer nachgewiesenen Kennwerte die Anforderungen der Aufgabenstellung. Alle Räume sind im Wesentlichen gemäß des ausgelobten Raumprogramms durch den Verfasser nachgewiesen.
Die Anordnung der Gebäudeteile orientiert sich in parallelen Achsen zur Ernst-Wilhelm-Sachs- Straße. Diese lineare Struktur bestimmt sowohl die Gebäudeanordnung, wie auch die Freianlagen; dies macht die Arbeit klar lesbar. Sie greift damit die Struktur der Umgebungsbebauung auf und nimmt dem großen Raumprogramm die Massivität. Nach Außen entsteht ein baukörperlicher Eindruck ohne Rückseite.
Die das Gebäude in drei Teile strukturierenden Fugen sind teilweise offen und bilden dadurch gut proportionierte sowie gut belichtete Abstandsflächen der anliegenden Nutzung. Gleichzeitig werden diese Einschnitte aufgrund ihrer Tiefe auch kritisch diskutiert.
Der angedachte Erweiterungsbau folgt dabei derselben Systematik im Bereich des östlichen Grundstücks von wo aus er auch unabhängig von der Nutzung im Späteren realisierbar erscheint.
Die Haupterschließung des Gebäudes erfolgt über einen angemessen gestalteten Vorplatz von Westen aus. Die Andienung der Küche tangiert diesen Vorplatz nicht; sie erfolgt über einen direkten separaten Zugang ebenfalls von Westen her. Der Hauptzugang erfolgt über den Mittelbaukörper über ein Foyer mit anschließender Mensa und Mehrzweckraum. Dieses liegt zentral und mit den Übergängen in den Spielflur und die Verwaltung grundsätzlich richtig, weist aber räumlich an diesen Übergängen auch Fragen auf. Die Bündelung der Bereiche “Verwaltung” und “Hauswirtschaft” führt zu einer guten Orientierung und Nutzbarkeit.
Die Zuordnung der Gruppen U3-Gruppen am Gartengeschoss und Ü3-Gruppen im Obergeschoss führt zu stimmigen Zonierung und entsprechenden guten Anordnungen der Außenbereiche. Allerdings wird die Reduzierung von 6 auf 3 Schlafräume und damit die Nutzung der Räume durch jeweils 2 Gruppen im Ü3-Bereich durch die Jury nachteilig gesehen.
Die Verfassenden schaffen es durch seine räumliche Anordnung die gruppenorientierten Nutzflächen auf die lärmabgewandte Grundstücksseite zu platzieren. Durch die Anordnung der Terrassen mit einem sehr gut nutzbaren Zuschnitt und Treppenanschluss ins Gartengeschoss wird der Außenbezug der Obergeschossgruppen wesentlich verbessert.
Die Verfassenden stellen die Hochebenen in den Gruppenräumen als hohe eigenständige Nutzungsebene dar, dies wird hinsichtlich der pädagogischen Begleitung, und der barrierefreien Erschließung kritisch bewertet.
Die baukörperliche Gliederung mit jeweils dreiachsiger Grundstruktur erscheint grundsätzlich Holbautauglich. In einzelnen Bereichen wie zum Beispiel dem Foyer erscheint diese Holzrahmenkonstruktion allerdings nicht ausreichend durchdacht. Der Vortrag einer Holzrahmenkonstruktion mit Holzverkleidung nachvollziehbar und plausibel. Die Einbindung von Betonbauteilen in die Deckenkonstruktion wird durch die Jury kritisch bewertet.
Die Ausrichtung der Dächer ermöglicht eine gute Ausnutzung der solaren Energie
Die Arbeit stellt einen guten Beitrag zur Wettbewerbsaufgabe dar und ist in ihrer Durcharbeitung solide.
Lageplann
©Drei Architekten
Erdgeschoß
©Drei Architekten
Obergeschoß
©Drei Architekten
©Drei Architekten
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