Nichtoffener Wettbewerb | 09/2024
Neubau Kreativ-Kita Offenburg
5
Ansicht Nord
©Böwer Eith Murken Architekten
Anerkennung
Preisgeld: 4.000 EUR
Böwer Eith Murken Hautau Winterhalter Architekten BDA
Architektur
-
Verfasser:
-
Mitarbeitende:
Jürgen Pauger, Lisa Mößner, Stipan Vukovic, Aamy Raju, Christian Graf
RAMTHUN Landschaftsarchitektur GmbH
Landschaftsarchitektur
Erläuterungstext
SITUATION
Die Kreativkita Canvas+ und das angrenzende Atelierhaus stellen zwei wichtige Bausteine bei der Entwicklung des Kreativ-Campus auf dem Gelände des ehemaligen Offenburger Schlachthofes dar.
STÄDTEBAU / LEITIDEE
Die Kreativkita Canvas+ ist als L-förmiger, grüner Baukörper geplant, der zur Gasse im Süden und zur Mühlbachpromenade im Osten eindeutige Raumkanten definiert und in selbstverständlicher Weise den Gartenhof mit seinem qualitätvollen Baumbestand räumlich fasst.
Das Gebäude ist zum Mühlbach als dreigeschossiger Baukörper, mit Eingangsbereich und Bistro im Erdgeschoss, Mehrzweckraum und Personalräumen im 1.OG sowie dem U3-Bereich im 2.OG geplant, zur Gasse als zweigeschossiger Baukörper mit dem Ü3-Bereich. Auf der Dachfläche des Ü3- Bereiches ist der Außenspielbereich der U3-Gruppen geplant, so liegt dieser auf demselben Niveau wie die Gruppenräume.
Die Kreativkita Canvas+ und das angrenzende Atelierhaus stellen zwei wichtige Bausteine bei der Entwicklung des Kreativ-Campus auf dem Gelände des ehemaligen Offenburger Schlachthofes dar.
Neben dem Gebäude kommen auch der Gasse, welche durch das Denkmal des Schlachthofgebäudes, dem Atelierhaus und die neue KiTa gebildet wird, sowie dem Gartenhof mit seinem vorhandenen Baumbestand eine große Bedeutung zu. Die Gasse ist Treffpunkt für die angrenzenden verschiedenen Kreativ-Nutzungen, der Garten soll zudem in den Kita-Schließzeiten öffentlich zugänglich sein und somit als zentraler, grüner Spielbereich für das gesamte Quartier dienen.
Die Kreativkita Canvas+ ist als L-förmiger, grüner Baukörper geplant, der zur Gasse im Süden und zur Mühlbachpromenade im Osten eindeutige Raumkanten definiert und in selbstverständlicher Weise den Gartenhof mit seinem qualitätvollen Baumbestand räumlich fasst.
Das Gebäude ist zum Mühlbach als dreigeschossiger Baukörper, mit Eingangsbereich und Bistro im Erdgeschoss, Mehrzweckraum und Personalräumen im 1.OG sowie dem U3-Bereich im 2.OG geplant, zur Gasse als zweigeschossiger Baukörper mit dem Ü3-Bereich. Auf der Dachfläche des Ü3- Bereiches ist der Außenspielbereich der U3-Gruppen geplant, so liegt dieser auf demselben Niveau wie die Gruppenräume.
Nach außen, d.h. zur Mühlbachpromenade und zur Gasse wird die Kita von einem schützenden, grünen Mantel eingehüllt, der nur an ganz gezielten Punkten Öffnungen erhält, nach innen d.h. zum Garten öffnen sich die Räume. So entsteht ein Gebäude mit hohem Identifikationsgrad, das Geborgenheit ausstrahlt und gleichzeitig das angestrebte, kreative Umfeld für die Entwicklung der Kinder schafft.
MATERIALITÄT / TRAGWERK
Die Konstruktion des Gebäudes ist Holzmassiv- und Holztafelbauweise konzipiert. Die Konstruktion basiert auf einem im Holzbau gängigen Stützen- und Rastersystem mit optimierten Spannweiten und Konstruktionshöhen. Teile der Innenwände werden aus Lehmsteinen errichtet. Diese Wände wirken sich positiv auf das globale Treibhauspotenzial (Global Warming Potential GWP), die Wärmespeicherfähigkeit und damit den sommerlichen Wärmeschutz sowie auf die Rückbaubarkeit und Wiederverwendbarkeit der Bausubstanz aus. Die Fassadenbegrünung wird mit einem Rankgerüst hergestellt, und mit Bezug auf die dahinter liegenden Räume mal mehr, mal weniger dicht ausgeführt. So entsteht ein interessantes Farb- und Lichtspiel im Laufe der Jahreszeiten.
Die Konstruktion des Gebäudes ist Holzmassiv- und Holztafelbauweise konzipiert. Die Konstruktion basiert auf einem im Holzbau gängigen Stützen- und Rastersystem mit optimierten Spannweiten und Konstruktionshöhen. Teile der Innenwände werden aus Lehmsteinen errichtet. Diese Wände wirken sich positiv auf das globale Treibhauspotenzial (Global Warming Potential GWP), die Wärmespeicherfähigkeit und damit den sommerlichen Wärmeschutz sowie auf die Rückbaubarkeit und Wiederverwendbarkeit der Bausubstanz aus. Die Fassadenbegrünung wird mit einem Rankgerüst hergestellt, und mit Bezug auf die dahinter liegenden Räume mal mehr, mal weniger dicht ausgeführt. So entsteht ein interessantes Farb- und Lichtspiel im Laufe der Jahreszeiten.
FREIANLAGEN
,Der Ort, seine Geschichte und seine Zukunft, die Zeitzeugen sind die Bäume.‘
In das Freiraumkonzept wird die vorhandene Vegetation soweit als nur irgend möglich integriert, Eingriffe werden so gering wie möglich gehalten. Um dennoch einen großzügigen und attraktiven Spiel- und Erlebnisraum zu schaffen, werden zwei Ebenen miteinander über Zugänge vom Erdgeschoß und dem 1. Obergeschoss verbunden, die Bäume werden dadurch zentraler Bestandteil der Gesamtanlage und vermitteln einen Bezug zur Natur, es entsteht der Naturhof. Darin befindet sich ein Bewegungsparcours auf dem bestehenden Geländeniveau.
,Der Ort, seine Geschichte und seine Zukunft, die Zeitzeugen sind die Bäume.‘
In das Freiraumkonzept wird die vorhandene Vegetation soweit als nur irgend möglich integriert, Eingriffe werden so gering wie möglich gehalten. Um dennoch einen großzügigen und attraktiven Spiel- und Erlebnisraum zu schaffen, werden zwei Ebenen miteinander über Zugänge vom Erdgeschoß und dem 1. Obergeschoss verbunden, die Bäume werden dadurch zentraler Bestandteil der Gesamtanlage und vermitteln einen Bezug zur Natur, es entsteht der Naturhof. Darin befindet sich ein Bewegungsparcours auf dem bestehenden Geländeniveau.
Auf der Dachfläche entsteht für die unter 3-jährigen ein zentraler Spielbereich mit einem modellierten Spielhügel und Sandspiel, ein kombiniertes Spielhaus bietet Platz für Erkundung und Abenteuer. Ein überdachter Aussenspielbereich bietet Schutz vor Sonne und Regen, die in Stahlbau vorgesehene Pergola läßt die Aufhängung einer Babyschaukel zu. Das Niederschlagswasser der Dachflächen wird aufgenommen und an der Rückseite von zwei dem Innenhof zugewandten Sitzblöcken zur Grünfläche und an die Bäume abgegeben. Unterirdisch wird eine Zisterne vorgesehen, welche zur Bewässerung der Fassadenbegrünung dient.
Beurteilung durch das Preisgericht
Die Verfasser entscheiden sich dafür, das historische Werkstattgebäude nicht zu erhalten. Sie nutzen das freie Baufeld, um die Kindertagesstätte in einem winkelförmigen, zwei- bzw. dreigeschossigen Gebäude zu entwickeln. Entlang der Mühlbachpromenade entspricht der klare, ohne Dachaufbauten, Vorbauten oder Einschnitte versehene dreigeschossige Kubus der im städtebaulichen Rahmenplan vorgesehenen Grundform. Der sich anschließende zweigeschossige Riegel entlang der Gasse gibt dieser das notwendige Rückgrat. Allerdings ist der Abstand zum angrenzenden Ateliergebäude deutlich zu knapp bemessen. Die Arbeit kann durch ihr durchdachtes funktionales Konzept überzeugen. Der Eingangsbereich mit Windfang, Garderobe und zentraler Treppe ist gut dimensioniert und durch den Luftraum großzügig. Sehr schön für Kinder wie Erziehende ist der direkte Bezug der Gruppenräume zur Außenspielfläche. Der U3-Bereich im zweiten Obergeschoss ist grundsätzlich gut organisiert und direkt an den zugehörigen Außenraum angebunden. Jedoch wäre hier für die Schlafräume voraussichtlich ein weiterer baulicher Rettungsweg notwendig. Nachfragen ergeben sich auch bei der Zuordnung der Garderoben für den U3-Bereich sowie der Garderoben im ersten Obergeschoss, die nicht als Schwarz-Weiß-Bereich funktionieren. Hier besteht kein direkter Zugang zum Eingangsbereich bzw. ins Freie. Dem Küchenbereich fehlt eine Hygieneschleuse zum Anlieferhof. Insgesamt ist die überbaute Fläche u.a. durch die vorgelagerten Balkone auf Kosten des Gartenbereichs recht hoch. Auch wird hinterfragt, ob der tiefe, zweigeschossige Gebäuderiegel im Süden eine ausreichende Besonnung des Gartens ermöglicht. Ansonsten zeigt die vorgeschlagene Gestaltung des Gartens gute Ansätze. Der Vorschlag von Baumhäusern und Baumpodesten bietet schöne Spielmöglichkeiten, bedarf aber einer kritischen Prüfung insbesondere hinsichtlich der notwendigen Fundamentierung im Wurzelbereich. Der Dachgarten für den U3-Bereich ist von allen Gruppen bequem und auf direktem Weg zu erreichen und sieht bereits einen ausreichenden Wetterschutz vor. Jedoch geht er deutlich über die formulierte Flächenanforderung hinaus. Die Arbeit sieht zum großen Teil eine bodengebundene Fassadenbegrünung mit einer dichten, vollflächigen Begrünung aller zu den öffentlichen Campusflächen orientierten Fassaden vor. Hinter diesem grünen Vorhang sehen die Verfasser verputzte Außenwände vor. Hofseitig zeigt das Gebäude dagegen seine Holzmassivbauweise in Form einer Holzfassade. Das Preisgericht hinterfragt, ob das grüne Fassadenbild tatsächlich umsetzbar ist. Kleine Pflanzkästen über den auskragenden Fensterlaibungen werden dies nicht sicherstellen können. Auch im Unterhalt werden die Pflanzkästen kritisch beurteilt. Ob dann die ggf. über Jahre nur zum Teil begrünte Putzfassade ein adäquates Fassadenbild im Kreativquartier darstellt, ist zu bezweifeln. Insbesondere gegenüber dem markanten Altbau, aber auch zur künftigen Mühlbachpromenade kann das Gebäude hier keine ausreichende Kraft entwickeln. Insgesamt eine Arbeit, die zwar eine funktionale Kindertagesstätte verspricht, jedoch die geforderte atmosphärische Qualität und den eigenständigen Charakter im CANVAS+ Areal nicht bieten kann.
Ansicht Süd
©Böwer Eith Murken Architekten
Piktogramm Gebäudekonzept
©Böwer Eith Murken Architekten
Eingangsbereich
©Böwer Eith Murken Architekten
Grundriss EG
©Böwer Eith Murken Architekten