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Nichtoffener Wettbewerb | 11/2024

Neubau Labor- und Bürogebäude für das Umweltbundesamt in Bad Elster

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1. Preis

Preisgeld: 70.000 EUR

F+P ARCHITEKTEN ZT GMBH

Architektur

Carla Lo Landschaftsarchitektur

Landschaftsarchitektur

ZFG ALTHERM Engineering GmbH

TGA-Fachplanung

LIMET Consulting und Planung für Medizintechnik

TGA-Fachplanung

FCP Fritsch, Chiari & Partner ZT GmbH

Tragwerksplanung

Larix Engineering GmbH

Nachhaltigkeitskonzept

Mattweiss Architekturmodellbau

Modellbau

Erläuterungstext

1. Platz beim Wettbewerb 
Neubau Umweltbundesamt Laborstandort Bad Elster (DE)

Treibhausgasneutraler nachhaltiger Wissenschaftsstandort
Erweiterung des Laborstandorts Bad Elster: Ein wegweisendes Projekt für nachhaltige Forschung
Im Rahmen eines Architekturwettbewerbs zur Erweiterung des Laborstandorts des Umweltbundesamtes (UBA) in Bad Elster haben wir das Vertrauen gewonnen, den Entwurf für den Neubau eines hochmodernen Laborgebäudes zu entwickeln. Unser Ziel war es, ein innovatives Forschungsgebäude zu schaffen, das sowohl den höchsten funktionalen Anforderungen gerecht wird als auch umweltfreundlich und nachhaltig ist.

Nachhaltige Architektur für die Forschung des Umweltbundesamtes
Die Erweiterung des Laborstandorts Bad Elster stellt einen wichtigen Meilenstein in der Förderung der Forschungsaktivitäten des Umweltbundesamtes dar. Unser Design konzentriert sich auf die Schaffung eines Gebäudes, das nicht nur als modernes Labor dient, sondern auch als Modell für nachhaltiges Bauen und Energieeffizienz. Die hohe Funktionalität des neuen Laborgebäudes wird ergänzt durch eine Architektur, die durch ihre Materialwahl, den ressourcenschonenden Bauprozess und die Integration in die natürliche Umgebung den Anforderungen an ökologisches Bauen gerecht wird.

Ein funktionales Laborgebäude mit innovativen Arbeitsbereichen
Das neue Laborgebäude wird eine Vielzahl an hochspezialisierten Räumen für Forschung und Experimente bieten. Besonders wichtig war uns dabei, dass die Gestaltung der Innenräume eine angenehme Arbeitsatmosphäre schafft und den Austausch zwischen den Forscherinnen und Forschern fördert. Mit offenen, lichtdurchfluteten Laborbereichen und großzügigen Fensterflächen wird der Dialog zwischen Wissenschaft und Natur sichtbar und spürbar. Eine zentrale Idee unseres Entwurfs ist der lichtdurchflutete Eingangsbereich mit hauseigener Bibliothek – nicht nur eine optische Aufwertung sondern eine Wissenssammlung für Mitarbeiter:innen und Besucher:innen.

Integration in die Landschaft und nachhaltige Bauweise
Ein herausragendes Merkmal des Erweiterungsprojekts ist die gelungene Integration des neuen Laborgebäudes in die natürliche Umgebung des Bad Elster Waldes. Der Neubau fügt sich harmonisch in die bestehende Architektur des UBA-Standorts ein und respektiert gleichzeitig die natürliche Landschaft. Für uns war es wichtig, dass das Gebäude die Umgebung stärkt und die Verbindung zwischen Forschungseinrichtungen und Natur fördert.

Die Wahl nachhaltiger Materialien und energieeffizienter Bauweisen ist ein zentrales Element des Projekts. Das Gebäude wird nicht nur nach den neuesten ökologischen Standards gebaut, sondern bietet durch eine moderne Fassadengestaltung und innovative Heiz- und Kühlsysteme einen hohen Grad an Energieeffizienz.

Zukunftsfähiges Forschungslabor für das Umweltbundesamt
Die Erweiterung des Laborstandorts Bad Elster bietet nicht nur moderne Arbeitsplätze für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Umweltbundesamtes, sondern auch ein zukunftsorientiertes Forschungsumfeld. Der Neubau unterstützt die Arbeit des UBA im Bereich Umwelt- und Klimaforschung und stellt sicher, dass das Laborgebäude sowohl heute als auch in der Zukunft den höchsten wissenschaftlichen und ökologischen Anforderungen gerecht wird.

Mit dem gewonnenen Wettbewerb zur Erweiterung des Laborstandorts Bad Elster freuen wir uns, einen Beitrag zu einem zukunftsfähigen und nachhaltigen Forschungsumfeld zu leisten, das in vielerlei Hinsicht als Modell für modernes, umweltfreundliches Bauen dient.

Beurteilung durch das Preisgericht

Der rechteckige, kompakte Baukörper mit einem großzügig proportionierten Innenhof ist an seinen Außenkanten sinnfällig durch Gebäudeeinschnitte und prägnant gestaltete Fassadenbegrünungen gegliedert. Alle vier Fassaden werden gleichwertig behandelt und präsentieren das Haus am Ortseingang von Bad Elster vor der prägnanten Landschaftskulisse mit einer klaren Formensprache, welche der öffentlichen Nutzung und der Bedeutung des Gebäudes als Forschungseinrichtung gerecht wird. Die Dachaufsicht, von der umliegenden Landschaft aus gut einsehbar, ist ohne räumlich wirksame Haustechnikaufbauten konsequent als fünfte Fassade mit Dachbegrünung und PV-Modulen gestaltet. Den Verfassern gelingt es, Aspekte der Nachhaltigkeit, wie das Thema der Fassadenbegrünung, der Energiegewinnung über vertikale PV-Module und einen variablen Sonnen- und Blendschutz in das stringente Gestaltungsthema der Fassaden zu integrieren. Dies wird nicht schematisch angewendet, sondern differenziert umgesetzt, sodass sich beispielsweise der zum Vorplatz orientierte Haupteingang erkennbar absetzt und somit eine gute Adressbildung des Hauses bewirkt. Die windmühlenartige Organisation von vier Gebäudeflügeln um vier Treppenhäuser ermöglicht durch eine effiziente, ringförmige Erschließung eine sehr gute Orientierung im Gebäude, eine sinnfällige Vernetzung der einzelnen Bereiche und eine übersichtliche Entfluchtung. Somit ist im Sinne der Nachhaltigkeit eine nutzungsneutrale Grundstruktur des Gebäudes gegeben, welche die Anforderungen an Labor- und Büronutzungen sehr gut erfüllt. Die gewählte Gebäudetypologie ermöglicht gleichzeitig eine hohe Flexibilität und Anpassungsfähigkeit an zukünftige Bedarfe und schafft mit gut platzierten Kommunikationszonen eine Basis für eine zukunftsorientierte und angenehme Arbeitsatmosphäre.