modgnikehtotsyek
ALLE WETTBEWERBSERGEBNISSE, AUSSCHREIBUNGEN UND JOBS Jetzt Newsletter abonnieren

Nichtoffener Wettbewerb | 11/2025

Neubau Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule in Homburg/Saar

Perspektive
7

Perspektive

4. Preis

Preisgeld: 22.800 EUR

arabzadeh+schneider architekten

Architektur

Beurteilung durch das Preisgericht

Aufgrund der vor Ort im Süden moderateren Topografie des von Norden nach Süden signifikant fallenden Geländes, verorten die Verfasser:innen die großflächigen Gebäude im Süden des Grundstückes. Die Flächen im Norden und Nordosten werden für die Anordnung der Außenübungsflächen vorgesehen. Der ruhende Verkehr wird entlang der nordwestlichen Gebäudegrenze angeordnet.

Erschlossen wird die Gesamtanlage sowohl durch einen Fußweg von Nord nach Süden (>120 m), als auch mit einer separierten Feuerwehrzufahrt, die über das Übungsgelände zu den Fahrzeughallen und Werkstätten führt. Allerdings führt diese Art der Erschließung auch zu noch nicht überzeugend gelösten Problemstellungen bei der Ver- und Entsorgung.

Die Verfasser:innen gliedern die Baukörper funktional in ein Schulungs- und Verwaltungsgebäude sowie einen technischen Bereich. Das kubische Schulungsgebäude mit zwei Lichthöfen wird durch einen L-förmigen Technikbau ergänzt und gleichzeitig von diesem konsequent vom Übungslärm der Übungsflächen abgeschirmt. Der Raum zwischen Schulungs- und Technikgebäude erschließt den Schulcampus und ist mit einer hohen Aufenthaltsqualität mit teilweise befestigten und teilweise begrünten Flächen vorgesehen. Er dient als zentraler Verteiler. Darüber hinaus ist er teilweise mit einer, das Mensaangebot ergänzenden Außenbestuhlung beplant. Diese Freifläche bildet einen angemessenen Vorplatz einer solchen Bildungseinrichtung.

Durch die sichtbar zur Straße hin orientierten Fahrzeughallen, dem markanten Übungsturm und der Stirnseite des Schulungsgebäudes ist das Ensemble klar als Einrichtung des Brand- und Katastrophenschutzes erkennbar und bildet eine gute Adresse. Auch die gewählte Fassadengestaltung mit hölzernen Lattungen ist angemessen und verspricht eine der Materialität und Konstruktion angemessene Fassadenanmutung.

Die einzelnen Funktionsbereiche sind jeweils für sich gut und nachvollziehbar gegliedert. Das Feuerwehrzentrum hat einen eigenen Eingang von Norden, während der Haupteingang der Schule vom zentralen Platz her klar erschlossen wird.

Das mit zwei Lichthöfen versehene Schulungsgebäude ist klar gegliedert. Die Schulungs- und Seminarräume sind nach Westen orientiert, die Büronutzungen nach Osten. Die Mensa ist nach Südosten orientiert und bietet neben einer hohen Aufenthaltsqualität die Möglichkeit mit einem Blick ins Grüne die Pausen zu verbringen. Allerdings fehlt eine funktionale Ver- und Entsorgungslösung für die Mensa und das Gebäude als Solches. Hier müsste nachgearbeitet werden.

Im Technikbereich sind die Zuordnung von Kat-Schutz und Fahrzeugbereichen gelungen. Die Anordnung der Werkstätten ist grundsätzlich gut, müssten aber im Sinne einer besseren Funktionalität angepasst werden. Die auf der oberen Ebene vorgesehen Funktionen (Lehrsaal, schwarz und Peripherie) wären besser im EG verortet und könnten ggf. mit den Gästezimmern getauscht werden. Gut ist die Abschirmung des Schulungsbereich gegenüber dem Außengelände gelöst. Die gebildeten Funktionsbereiche sind schlüssig. Die einzelnen Bereiche sind unabhängig voneinander gut nutzbar.

Die vorgeschlagene Lösung überschreitet die durchschnittlichen Gebäudekennwerte bei BGF und BRI nicht unerheblich. Der nördliche Aufzug im Schulungsgebäude ist verzichtbar. Die vorgeschlagene Wärmeversorgung über eine Sole-Wärmepumpe ist aufgrund umweltrechtlicher Auflagen so nicht umsetzbar. Vorteilhaft sind die vorgesehene Lüftung und die Wärme- und Kälteübertragung über Fußbodenheizung. Die Heiz- und Kühllast sind über dem Durchschnitt. Der sommerliche Wärmeschutz ist wahrscheinlich schwierig herzustellen. Sowohl der Energiebedarf pro m² als auch der Gesamtenergiebedarf liegen über dem Durchschnitt.

Die im Ideenteil geforderten Einrichtungen des Übungsgeländes sind abgebildet. Sollten jedoch gerade im Hinblick auf Verortung der einzelnen Bereiche und die Ausbildung der Verkehrsanlagen, insbesondere einer ringförmigen Umfahrung (DIN 14 090) überarbeitet werden.

Das Verwaltungs- und Schulungsgebäude sowie der Techniktrakt sind in Holz- bzw. Holz-Hybridbauweise vorgesehen. Die Fassade ist als hinterlüftete Holzlamellen aus nordischer Fichte oder europäischer Lärche in streifenweise unterschiedlicher Leistenbreite vorgesehen. Technikflächen insbesondere für die Lüftung sind unterdimensioniert.

Es handelt sich um einen eigenständigen und wichtigen Beitrag in städtebaulicher Hinsicht. Viele Funktionalitäten sind gut gelöst. Allerdings sind wichtige Nebenaspekte, die aus der städtebaulichen Setzung resultieren nachteilig und unzureichend daraus abgeleitet.
Modell

Modell

Lageplan

Lageplan

EG

EG

Schnitt

Schnitt

Ansicht Nord

Ansicht Nord

Ansicht Ost

Ansicht Ost