Nichtoffener Wettbewerb | 06/2024
Neubau Mehrgenerationenhaus im WarnowQuartier in Rostock
7
Blick vom Quartiersplatz auf das Mehrgenerationenhaus
©O&O Baukunst / bildform.at
1. Preis
Preisgeld: 65.000 EUR
Architektur
-
Verfasser:
-
Mitarbeitende:
Fabian Maurer, Momchil Tarabanov, Nora Prahm, Constantin Riekehr, Martin Rohland, Luisa Behrendt
Landschaftsarchitektur
GadP Gebäude auf den Punkt GmbH
Energieplanung
RSP Remmel+Sattler Ingenieurgesellschaft mbH
Tragwerksplanung
hhpberlin - Ingenieure für Brandschutz GmbH
Brandschutzplanung
Erläuterungstext
Mit dem Mehrgenerationenhaus entsteht im neuen WarnowQuartier ein beispielgebendes Projekt nachhaltiger Stadtentwicklung in Rostock. In ressourcenschonender Holzbauweise zeigt sich das Gebäude im Zentrum des Quartiers als ein vielfältiger offener Ort, der zukunftsweisend die hohen Ansprüche an eine klimagerechte, weitgehend CO2 neutrale Bauweise mit Langlebigkeit, einem hohem Nutzerkomfort und großer Freiraumqualität verbindet.
Der Name „Buten un Binnen“ wird hierbei zum architektonischen Konzept: An diesem Ort verbinden sich Außen- und Innenräume zu einem vernetzten Ganzen über alle Ebenen. Zum Stadtplatz und zur Straße bildet das Haus eine klare räumliche Fassung. Seine Erscheinung ist städtisch mit gegliederter Lochfassade und großzügigem Eingang zum Platz. Volumenhaft gestaffelte Rücksprünge erzeugen im Dachgeschoss große freiräumliche Öffnungen und gleichzeitig eine markante Stadtfigur.
Zum Gartenhof entsteht daraus eine vielschichtig terrassierte Dachlandschaft mit intensiv begrünten und teils mit Pergolen überdachten Freiflächen. Hier wird die Idee des Hauses greifbar. Barrierefreie Gemeinschaftsflächen verschiedenster Ausprägung verbinden sich zu einem großen Begegnungsort für Alle und bieten gleichzeitig die notwendige Zonierung, um Öffentliches und Privates voneinander zu trennen. Neben den im Programm vorgesehenen Aufenthaltsterrassen, Balkonen, Loggien und Spielflächen entstehen zusätzlich Dachgärten zum Aufenthalt und Bereiche für das „Urban Gardening“ mit einem Gewächshaus zur ganzjährigen Nutzung.
Die Grundrissorganisation zeigt sich klar zoniert und die unterschiedlichen Funktionen in verschiedenen Ebenen übereinandergeschichtet. Die Kita im Erdgeschoss ist ebenerdig mit direktem Zugang aller Gruppenräume zum hofseitigen Spielgarten, der allein den Kindern zur Verfügung steht. Der Mehrzweckraum für die Stadtgesellschaft wiederum orientiert sich zum Stadtplatz mit der Möglichkeit einer großzügigen Öffnung und Verbindung zum Foyer, das zentral vom Platz aus erschlossen wird. Im 1. und 2. Obergeschoss liegen die vier Wohngruppen des Alten- und Pflegeheims, darüber im 3. Obergeschoss die Tagespflege und die allgemeinen Bereiche der Pflege mit Zugang zu den begrünten Terrassen für die Wohn- und Aufenthaltsbereiche. Den Hausabschluss bildet ein offenes Dachgeschoss mit dem Seminarbereich für die Öffentlichkeit und dem Raum der Stille. Beiden Bereichen sind Dachgärten zugeordnet, die sich zu verschiedenen Seiten – zum Platz und zum Gartenhof - orientieren.
Das Mehrgenerationenhaus als ein Ort vielfältiger Gemeinschaft und sozialer Interaktion verlangt besondere Sichtbarmachung im Stadtraum durch einen einladenden und offenen Ausdruck. Mit dem Entwurf wird den besonderen Bedürfnissen der unterschiedlichen Nutzergruppen in Bezug auf die Herstellung von Geborgenheit und Privatsphäre Rechnung getragen. Der Wahl der nachhaltigen Konstruktion als Holzbau und der damit einhergehenden warmen Materialisierung im Inneren in Holz, Lehm und Estrich, Linoleum bzw. Holz und Metall im Äußeren kommt dabei besondere Bedeutung zu. Neben der hohen Raumqualität, die für die Nutzer entsteht, entspricht das Gebäude damit auch den Prinzipien einer nachhaltigen, ressourcenschonenden und klimagerechten Bauweise.
Wettbewerbsteam: Florian Matzker, Fabian Maurer, Constantin Riekehr, Nora Prahm, Momchil Tarabanov
Der Name „Buten un Binnen“ wird hierbei zum architektonischen Konzept: An diesem Ort verbinden sich Außen- und Innenräume zu einem vernetzten Ganzen über alle Ebenen. Zum Stadtplatz und zur Straße bildet das Haus eine klare räumliche Fassung. Seine Erscheinung ist städtisch mit gegliederter Lochfassade und großzügigem Eingang zum Platz. Volumenhaft gestaffelte Rücksprünge erzeugen im Dachgeschoss große freiräumliche Öffnungen und gleichzeitig eine markante Stadtfigur.
Zum Gartenhof entsteht daraus eine vielschichtig terrassierte Dachlandschaft mit intensiv begrünten und teils mit Pergolen überdachten Freiflächen. Hier wird die Idee des Hauses greifbar. Barrierefreie Gemeinschaftsflächen verschiedenster Ausprägung verbinden sich zu einem großen Begegnungsort für Alle und bieten gleichzeitig die notwendige Zonierung, um Öffentliches und Privates voneinander zu trennen. Neben den im Programm vorgesehenen Aufenthaltsterrassen, Balkonen, Loggien und Spielflächen entstehen zusätzlich Dachgärten zum Aufenthalt und Bereiche für das „Urban Gardening“ mit einem Gewächshaus zur ganzjährigen Nutzung.
Die Grundrissorganisation zeigt sich klar zoniert und die unterschiedlichen Funktionen in verschiedenen Ebenen übereinandergeschichtet. Die Kita im Erdgeschoss ist ebenerdig mit direktem Zugang aller Gruppenräume zum hofseitigen Spielgarten, der allein den Kindern zur Verfügung steht. Der Mehrzweckraum für die Stadtgesellschaft wiederum orientiert sich zum Stadtplatz mit der Möglichkeit einer großzügigen Öffnung und Verbindung zum Foyer, das zentral vom Platz aus erschlossen wird. Im 1. und 2. Obergeschoss liegen die vier Wohngruppen des Alten- und Pflegeheims, darüber im 3. Obergeschoss die Tagespflege und die allgemeinen Bereiche der Pflege mit Zugang zu den begrünten Terrassen für die Wohn- und Aufenthaltsbereiche. Den Hausabschluss bildet ein offenes Dachgeschoss mit dem Seminarbereich für die Öffentlichkeit und dem Raum der Stille. Beiden Bereichen sind Dachgärten zugeordnet, die sich zu verschiedenen Seiten – zum Platz und zum Gartenhof - orientieren.
Das Mehrgenerationenhaus als ein Ort vielfältiger Gemeinschaft und sozialer Interaktion verlangt besondere Sichtbarmachung im Stadtraum durch einen einladenden und offenen Ausdruck. Mit dem Entwurf wird den besonderen Bedürfnissen der unterschiedlichen Nutzergruppen in Bezug auf die Herstellung von Geborgenheit und Privatsphäre Rechnung getragen. Der Wahl der nachhaltigen Konstruktion als Holzbau und der damit einhergehenden warmen Materialisierung im Inneren in Holz, Lehm und Estrich, Linoleum bzw. Holz und Metall im Äußeren kommt dabei besondere Bedeutung zu. Neben der hohen Raumqualität, die für die Nutzer entsteht, entspricht das Gebäude damit auch den Prinzipien einer nachhaltigen, ressourcenschonenden und klimagerechten Bauweise.
Wettbewerbsteam: Florian Matzker, Fabian Maurer, Constantin Riekehr, Nora Prahm, Momchil Tarabanov
Beurteilung durch das Preisgericht
Mit einer klaren Kante zeigt sich das Gebäude zum zukünftigen Quartiersplatz. Die Kubatur ist durch Staffelungen im Bereich der Traufe gegliedert. Die Rücksprünge ermöglichen Zugänge zu den dort liegenden Terrassen, ohne die städtebauliche Präsenz zum Platz hin zu schwächen.
Im Erdgeschoss laden die gewünschten Mehrzweckräume und ein Foyer durch bodentiefe Fenster und Türen ein. Im Foyer teilen sich die Wege in die unterschiedlichen Bereiche. Der Kindergarten befindet sich in seiner Gesamtheit im Erdgeschoss. Er lässt sich auch vom Foyer oder über einen gesonderten Zugang von der Planstraße erreichen. An vielen Stellen ist der Zugang zum rückwärtigen grünen Hof möglich. Die Anlieferung im nördlichen Gebäudeflügel über die Planstraße A kann zusätzlich auch als Zugang zur Tagespflege genutzt werden. Da hier eine höhere Frequenz an Autos erwartet wird, die über die Planstraße A zufahren können. Über die überzeugende funktionale Gliederung und Zuordnung der Teilbereiche liegt die Besonderheit des Entwurfes jedoch auf der Rückseite in Form einer Gebäudestaffelung. Die hier liegenden Außenräume sind den Zimmern zugeordnet und bilden ein differenziertes Angebot an Terrassen. So werden Ausblicke und variantenreiche Bezüge ermöglicht, die eine attraktive Aufenthaltsqualität für eine lebendige Nachbarschaft bilden. Außerdem wird ein vielfältiger Blick in die nördlich liegende Landschaft über die verschiedenen Terrassenebenen möglich.
Als Modellprojekt könnte das Thema der Terrassierung eine Vorlage für die umliegenden Baufelder im WarnowQuartier werden und insbesondere eine städtische Alternative zu freistehenden Häusern mit Garten bilden.
Im Rahmen der Optimierung der Terrassierung und Präzisierung der Flächen kann die geringfügige Überschreitung der Baugrenze reduziert werden. Die durch die Terrassierung bedingte größere Tiefe der unteren Geschosse reduziert die ebenerdige Hoffläche. Die Entwicklungsmöglichkeiten des südlichen Teils vom Baufeld sind dadurch eingeschränkt und sollten in einer Überarbeitung geprüft werden.
Die rollstuhlgerechte WC-Anlage im EG ist den Flächenanforderungen anzupassen. Zur Energieversorgung ist die vorhandene Fernwärme vorgesehen. Die Vorschläge zu Geothermie sind generell lobenswert, aber hier redundant. Die Nebenanlage im Lageplan befindet sich auf dem Nachbargrundstück und müsste planungsrechtlich konform integriert werden. Die Prüfung potenzieller Dachbegrünung wird empfohlen.
Blick auf die gemeinschaftlichen Dachterrassen
©O&O Baukunst / bildform.at
Blick über den Mehrzweckraum ins Foyer
©O&O Baukunst / bildform.at
Blick in den gemeinschaftlichen Wohnraum des Pflegebereichs
©O&O Baukunst / bildform.at
Axonometrie
©O&O Baukunst
Ansicht Ost
©O&O Baukunst
Schnitt
©O&O Baukunst