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Nichtoffener Wettbewerb | 06/2023

Neubau Mobilitätshub Elbinseln in Hamburg

2. Preis

Preisgeld: 130.000 EUR

ATP architekten ingenieure

Architektur

MERA GmbH

Landschaftsarchitektur

ATP Sustain GmbH

Nachhaltigkeitskonzept

Durth Roos Consulting

Verkehrsplanung

Piotr Banak Evocative Images

Visualisierung

inno2grid GmbH

Sonstige

Phase 2 Modellbau GmbH

Modellbau

Erläuterungstext

An diesem geschichtstr√§chtigen Ort bricht Hamburg erneut auf, als Pionier in eine zuk√ľnftige neue Mobilit√§tswelt. Als Wegbereiter f√ľr die umweltfreundlichen Mobilit√§tswende wird das Mobility-Hub-Elbinseln ein Prototyp f√ľr Elektromobilit√§tsinfrastrukturen der Zukunft. Das Geb√§ude schafft so den Spagat zwischen den funktionalen Bed√ľrfnissen eines Elektrobusbetriebshofes und einem Mehrwert f√ľr den Stadtraum und die Bewohner der Veddel und Wilhelmsburg.
ST√ĄDTEBAULICHES KONZEPT
Volumetrie und Setzung
St√§dtebauliche Leitidee des Entwurfes ist, das Mobility Hub als ganzheitliche und neuartige Geb√§udetypologie zu entwickeln, die ihre wichtige Funktion zu einem menschlich- und nahbaren Erlebnis macht. Dies wird mithilfe der gewerblichen Funktionen und der √∂ffentlichen R√§ume erreicht, die die Rolle √ľbernehmen Aufenthaltsqualit√§t zu erh√∂hen und den von Menschen erlebten Raum zu bereichern.
Der Busbetriebshof wird dazu, wie in der bisherigen Planung, in seiner Lage beibehalten, da es bereits eine maximale Effizienz aufweist. Um die st√§dtischen R√§ume zu verbessern, werden die zus√§tzlichen gewerblichen Funktionen stra√üen- und Fu√üwege begleitend angeordnet, diese lassen ein multifunktionales Gesicht zum Stadtraum entstehen. Dazwischen spannt sich ein l√§rmabgeschirmter und beruhigter Hof, in dem sich die Busumsteigeanlage befindet und dadurch eine h√∂here Aufenthaltsqualit√§t aufweist. Es entsteht ein hochwertiger Raum f√ľr Umsteigen, Shoppen und Verweilen.
ARCHITEKTONISCHES KONZEPT
Die Funktionsverteilung auf dem Grundst√ľck orientiert sich an eine maximale Belebung des Stadtraums und einer effizienten Grundst√ľcksausnutzung. Der Busbetriebshof befindet sich im s√ľdlichen Bereich und erstreckt sich √ľber 4 Geschosse. Der Verwaltungsbereich und die gewerblichen Funktionen bilden einen Riegel entlang der Veddeler Stra√üe und Harburger Chaussee. Ein Hostel besetzt die Ecklage, ein B√ľro- und √Ąrztehaus den westlichen Bereich.
Durch eine leichte und begr√ľnte Konstruktion im Westen, die als Windbreaker dient, wird der Raum l√§rm- und Windreduziert w√§hrend durch die offene Konstruktion die S-Bahn-Station sichtbar bleibt. In einem Untergeschoss befinden sich Technik- und PKW-Stellfl√§chen.
Der Busbetriebshof
Der Busbetriebshof ist das Herz der Neuentwicklung und der Motor dieser innovativen Geb√§udetypologie. Um die Abl√§ufe des Busbetriebes, wie von der Hochbahn vorab geplant und ben√∂tigt einzuhalten, sieht der Entwurf eine Planung vor, die sich stark an die Planung der Hochbahn orientiert. Der Entwurf schafft es, die Abl√§ufe des Betriebes wie von der Hochbahn gefordert einzuhalten und dadurch maximal effizient zu sein. 165 Busse finden in der Planung Platz, f√ľnf mehr als gefordert, dies gibt dem Entwurf die Sicherheit Handlungsraum f√ľr die weitere Planung zu bieten.
Die Busumsteigeanlage
Die Busumsteigeanlage befindet sich im Bereich zwischen Busbetriebshof und Gewerberiegel und ist direkt aus der S-BahnStation sichtbar. Durch ihre Position ist die Busumsteigeanlage Mittelpunkt des Mobility Hubs und befindet sich im Kreuzungspunkt aller fu√ül√§ufigen Wegeverbindungen. Durch die kompakte Anordnung entsteht ein luftiger und begr√ľnter Raum, der l√§rmreduziert ist und somit ein neuartiges Erlebnis beim Antreten der Busfahrten entstehen l√§sst.
Durch eine Komposition aus Auskragungen und begr√ľnten Dachinseln wird das Umsteigen trockenen Fu√ües m√∂glich, ohne einen dunklen und gedrungen Ort entstehen zu lassen. Dank der Anordnung gewerblicher Fl√§chen entlang der Flanken der Busumsteigeanlage wird dem wartenden Besucher eine belebte und aktive Umgebung geboten.
P&R, B&R und shared Angebote
Das Untergeschoss wird effizient und kompakt organisiert, um den Einsatz von Stahlbeton so minimal wie m√∂glich zu halten. Eine Rampe f√ľhrt PKWs f√ľr Park&Ride, Shared Angebote und gewerbliches Parken von der Veddeler Stra√üe in das Untergeschoss. Hier finden sich 240 PKW-Stellpl√§tze sowie diverse Technikfl√§chen.
Bike&Ride Fl√§chen mit Platz f√ľr bis zu 980 Fahrr√§dern werden im Erdgeschoss + Mezzanin angeboten, entlang der s√ľdlichen Raumschiene an der Umsteigeanlage. In dieser zentralen Anordnung k√∂nnen Fahrradfahrer √ľber eine Abzweigung direkt von der Veloroute an die B&R Fl√§chen gelangen. Unmittelbar nebenan befindet sich eine √∂ffentliche vertikale Erschlie√üung, die kurze Wege in die Parkfl√§chen im Untergeschoss erm√∂glicht.
So entsteht ein fußläufiges kompaktes Netzwerk zwischen S-Bahn Eingang, Busumsteigeanlage, PKW- und Fahrradstellplätzen, welches einen schnellen, komfortablen und nahtlosen Übergang ermöglicht.
Das Gewerbe, Hostel, B√ľro und Gastronomie
Der multifunktionale Riegel erstreckt sich entlang der Harburger Chaussee. Der Riegel teilt sich in Zwei H√§user: ein Hostel-Haus und ein B√ľro- und √Ąrztehaus. Der Kern des Hostels beinhaltet eine √∂ffentliche Erschlie√üung, die eine direkte vertikale Verbindung auf die Gastronomie und der √∂ffentlichen Dachterrasse bietet. Das √Ąrzte- und B√ľrohaus erh√§lt einen eigenen Kern mit eigener Adresse an der Harburger Chaussee.
Das Hostel erstreckt sich √ľber 5 Obergeschosse und einer Lobby/Empfang im Erdgeschoss an der Harburger Chaussee. Im 1. OG befindet sich neben Zimmer ein Fitnessstudio. Das 5.OG beinhaltet eine Gastronomie, die als Fr√ľhst√ľcksraum f√ľr das Hostel dient aber auch √∂ffentlich betreten werden kann. Das Hostel verf√ľgt √ľber Platz f√ľr 300 G√§ste auf 55 Zimmer: 20 Doppelzimmer, 22 4-Personen‚ÄĒZimmer, 6 8-Personen-Zimmer, 4 16-Personen-Zimmer und 3 20-Personen Zimmer.
Die Gastronomie auf dem Staffelgeschoss (5.OG) bespielt die Dachterrasse, diese bietet Ausblicke √ľber die Veddel, Grasbrook, HafenCity, Elbbr√ľcken bis hin zur Innenstadt. Dank der Kompaktheit und √úbersichtlichkeit, kann der Zugang durch die Gastronomie geregelt und an dessen √Ėffnungszeiten gebunden werden. Der Gewerberiegel wird von drei Kernen erschlossen und ist somit realteilbar in unterschiedliche Nutzungen.
ERSCHLIESSUNG UND VERKEHR
Das Erschlie√üungskonzept hat zur Pr√§misse, eine klare und einfache Orientierung f√ľr die Umsteigende und Besuchende zu bieten. Die Busumsteigeanlage befindet sich in der Mitte des Grundst√ľcks, sodass diese unmittelbar vor dem S-Bahn Zugang liegt. Das Konzept ber√ľcksichtigt s√§mtliche geforderte verkehrliche Rahmenbedingungen und zeichnet sich durch eine klare Struktur und konsequente Trennung der unterschiedlichen Verkehre aus. Ein breites Spektrum an Mobilit√§tsangeboten wird bereitgestellt, Multi- und Intermodalit√§t werden nachhaltig gef√∂rdert. Eine optimale Einbindung in das umgebende Stra√üennetz und ein reibungsloser Verkehrsablauf werden sichergestellt.
√ĖPNV / Busumsteigeanlage
Ziel des Konzeptes ist, dass die Orientierung f√ľr den √ĖPNV, insbesondere f√ľr die umsteigenden G√§ste (Bus, S-Bahn) eindeutig und selbsterkl√§rend ausformuliert wird. Unabh√§ngig anfahrbare Haltepositionen sind im inneren Bereich im S√§gezahnprofil, eine flexibel nutzbare Haltestelle in Parallelaufstellung an der Harburger Chaussee ausgebildet. Die optimale Verbindung zum SBahn-Halt sorgt f√ľr kurze und direkte Umsteigewege.
F√ľr die Busumsteigeanlage sieht das Konzept eine eindeutige Erschlie√üung im Nordosten vor. Die Positionierung der Ein- und Ausfahrt erm√∂glicht eine sehr gute Erreichbarkeit aus allen Richtungen und Einbindung in die Knotenpunktsignalisierung. Gro√üz√ľgige Fl√§chen f√ľr Taxen (Absetzen, Aufnahme, Nackr√ľcker), Kiss-&-Ride sowie Ridesharing-Services (MOIA) werden im westlichen Bereich der Busumsteigeanlage so positioniert, dass eine reibungslose Verkehrsabwicklung sichergestellt und Konflikte mit anderen Verkehrstr√§gern ausgeschlossen werden k√∂nnen.
Fußgänger und Radfahrer
Das Konzept zeichnet sich durch seine Durchl√§ssigkeit, insbesondere in der Ost-West-Achse. Eine direkte und orientierungsfreundliche F√ľhrung der Fu√üg√§ngerstr√∂me im gesamten Areal wird hierdurch erreicht. Attraktive Verbindungen f√ľr Fu√üg√§nger und Radfahrer werden innerhalb des Areals und nach au√üen gro√üz√ľgig geschaffen. Von besonderer Relevanz ist die Verbindung zu den Radverkehrsanlagen entlang der Harburger Chaussee und der Veddeler Stra√üe. Hochwertige, √ľberdachte und abschlie√übare Abstellm√∂glichkeiten f√ľr Fahrr√§der stehen zudem an zentraler Stelle in ausreichender Anzahl zur Verf√ľgung.
Tiefgarage
Das Konzept sieht die Unterbringung der geforderten Parkierungsfl√§chen f√ľr Pkw in einer eingeschossigen Tiefgarage vor. Die leistungsf√§hige Anbindung wird mit einer Rampenanlage an der Veddeler Stra√üe gew√§hrleistet. Die Einbindung in das umliegende und gro√ür√§umige Stra√üennetz ist optimal; Beeintr√§chtigungen des Umfeldes werden vermieden. Die Organisation der Tiefgaragenebene im Einrichtungsverkehr erm√∂glicht direkte Wege; dies ist insbesondere im Hinblick auf die Orientierung, Benutzerfreundlichkeit und sichere Erreichbarkeit der einzelnen Stellpl√§tze wichtig.
Busbetriebshof
Konzept ber√ľcksichtigt alle geforderten Elemente und zeichnet sich durch seine hohe Funktionalit√§t aus. Durch die Anbindung an die Veddeler Stra√üe und an die Busumsteige Anlage wird eine flexible und leistungsf√§hige Erschlie√üung sichergestellt. Die Verkehrsf√ľhrung in den Obergeschossen im Einbahnstra√üenring sorgt f√ľr einen klaren und konfliktfreien Verkehrsablauf. Die erforderlichen Verkehrsfl√§chen f√ľr optimale Abl√§ufe sind ausreichend dimensioniert. Die Anlieferungssituation der Einzelhandelsfl√§chen im Erdgeschoss wird optimal integriert.
MATERIALKONZEPT
Das Fassadenkonzept sieht vor, mit einer gro√üma√üst√§blichen Fassadenkomposition die besondere Rolle des Geb√§udes im Stadtraum zu unterstreichen und sichtbar werden zu lassen. Ein einheitliches, vertikal betontes Fassadenkonzept √ľberspielt die unterschiedlichen Geschossh√∂hen und h√ľllt das Geb√§ude in einer schlichten, leichten und freundlichen H√ľlle. Dank einer Variation in den Dimensionen der vertikalen Lisenen wird mit feinen Nuancen die unterschiedlichen Funktionen innerhalb der Kubatur betont, ohne die Einheitlichkeit zu verlassen.
Die Vertikalen Fassadenlisenen sind 35cm tief, Typ-1 ist 30cm breit, Typ-2 10cm. Der BBH, die Technik-Einhausung und das Staffelgeschoss mit der Gastronomie sind mit den Durchl√§ssigeren, schmalen Lisenen geh√ľllt. Sie erlauben mehr Einblicke aber auch einen ungehinderten Winddurchfluss. Der Gewerberiegel ist in den breiteren Lisenen geh√ľllt und kreiert so einen sp√ľrbaren Kontrast. Die Lisenen reflektieren das Licht und reduzieren durch Eigenverschattung den Sonnenenergieeintrag der Fassade. Dadurch wird weniger K√ľhlung im Innenraum ben√∂tigt und der Energieverbrauch des Geb√§udes sinkt. Hinter den Lisenen befinden sich in den Bereichen mit geschlossener thermischer H√ľlle eine Elementen Fassaden mit geschlossenem, ged√§mmten Blindpaneel im Br√ľstungsbereich und √∂ffenbare Glaselemente dar√ľber.
Durch dieses Konzept wird das Mobility-Hub-Elbinseln ein vielfältiger Baukörper mit einer starken Widererkennung als nachhaltiges, inklusives und zukunftweisenden Gebäude.
NACHHALTIGKEITSKONZEPT UND KONSTRUKTION
Konstruktionsprinzipien
Das Konzept des Mobility Hubs sieht vor, durch auf die Funktionen zugeschnittene unterschiedliche Baukonstruktionen die Ressourceneffizienz zu steigern und das Gebäude so wirtschaftlich und ökologisch nachhaltiger zu machen.
Dem Busbetriebshof unterliegt ein 8,50m Rohbauraster, um gro√üz√ľgige Durchfahrtsbreiten und Wenderadien f√ľr die Busse zu erm√∂glichen. Der Verwaltungs- und Gewerberiegel wird in einem Rohbauraster von 8,10m geplant; welches sowohl eine Konstruktion in Stahlbetonbauweise als auch als Holz-Hybrid-Bau zul√§sst. Dadurch wird ein flexibles Ausbauraster von 1,35 f√ľr B√ľro und Hostel angeboten. Dadurch wird sichergestellt, dass diese Fl√§chen auch in Zukunft auf unterschiedliche Nutzungs√§nderungen reagieren k√∂nnen.
Haustechnisches und energetisches Konzept
Nutzung erneuerbarer Energien durch die Photovoltaikanlage auf dem Dach sowie durch den Einsatz von Erdwärmesonden ermöglicht eine weitere Reduktion der CO2-Emissionen im Rahmen des Gebäudebetriebs. Zusätzlich wird das Potential untersucht, die Fassade zur Gewinnung elektrischer Energie zu nutzen sowie Photovoltaikelemente in den Witterungsschutz am Dachgarten zu integrieren. (ökologische Nachhaltigkeit)
Die hohe thermische Qualit√§t der Geb√§udeh√ľlle reduziert den Energiebedarf und erh√∂ht die Behaglichkeit f√ľr Nutzer:innen. Der umfangreiche Einsatz von Dach- und Fassadenbegr√ľnung beeinflusst das lokale Mikroklima positiv und reduziert die thermische Beeinflussung des lokalen Kaltluftvolumenstroms. Au√üerdem tr√§gt sie zur Reduktion der Schallimmissionen bei. (soziale und √∂kologische Nachhaltigkeit)
Die umfangreichen Begr√ľnungsma√ünahmen auf dem Grundst√ľck dienen gleichzeitig zur R√ľckhaltung von Regenwasser bei k√ľnftigen Starkregenereignissen. In Kombination mit einer Zisterne wird das Regenwasser zur Bew√§sserung der Gr√ľnfl√§chen, der Au√üenfl√§chenreinigung und in aufbereiteter Form f√ľr die Waschanlage des Busbetriebshofes genutzt. (√∂kologische Nachhaltigkeit)
BRANDSCHUTZKONZEPT
Der Entwurf ber√ľcksichtigt die ma√ügeblichen bauordnungsrechtlichen Vorschriften (HBauO, GarVO, BeVO) zum Brandschutz. Die Rettungswege wurden unter Ber√ľcksichtigung vorgenannter Vorschriften grunds√§tzlich baulich geplant. In Abh√§ngigkeit der Einteilung in kleinere Nutzungseinheiten im B√ľroriegel zur Harburger Chaussee werden f√ľr die zweiten Rettungswege ggf. Aufstellfl√§chen f√ľr die Feuerwehr im √∂ffentlichen Stra√üenraum unter Beachtung der Richtlinie √ľber Fl√§chen f√ľr die Feuerwehr nachgewiesen. Die Einteilung in Brandabschnitte erfolgt in Zuge der weiteren Entwurfsplanung unter Ber√ľcksichtigung der Bauweise (Massivbau bzw. Holzhybridbau) und der Einteilung in Nutzungseinheiten. Dieses betrifft den stra√üenraumbegleitenden Mantelbau, der flexibel auf entsprechende Anforderungen reagieren kann. Die Abtrennung zwischen Mantelbau und Busparkdeck erfolgt als Brandabschnittstrennung.
Das Busparkdeck wird analog den Anforderungen der GarVO als offene Garage geplant. Bauordnungsrechtliche Anforderungen hinsichtlich einer Sprinkleranlage bestehen insoweit nicht. Die Rauchableitung ist √ľber die offene Geb√§udeh√ľlle gew√§hrleistet. Weitergehende Anforderungen aus versicherungsrechtlichen Gesichtspunkten m√ľssen im Nachgang mit der Planung abgeglichen werden.
FREIRAUMKONZEPT
Um dem infrastrukturell dominierten Freiraum eine weitere Eben hinzuzuf√ľgen und den Raum zu zonieren, wird eine markanter Pflaster-Rahmen ausgebildet. Dieser formuliert entlang der Harburger Chaussee und zur Veddeler Stra√üe eine Markierung bzw. Adressbildung und weitet sich am Kreuzungspunkt der beiden Stra√üen zu einem Platz. Gleiches gilt f√ľr den ‚Äě√úbergang‚Äú zur SBahn. Auf dem Platz am S-Bahn-Zugang finden sich gr√ľn-√ľberdachte Nutzungsinseln, unter denen das Fahrradparken organisiert wird und eine wetterunabh√§ngig gewartet werden kann, sowie Pflanzinseln. Der Wartebereich im Norden der Bussteige wird mit einem Gr√ľn-Dach √ľberspannt. Das Zentrum bildet ein gro√ües, gr√ľnes Habitat. Dieses fungiert gleichzeitig als Retentions- und Biodiversit√§tsfl√§che. Der Pflasterrahmen schlie√üt sich entlang des Busbetriebshofes und bildet hier eine Vorzone aus. Im S√ľden wird der Busbetriebshof durch eine Gr√ľnen-Rahmen mit Baumpflanzungen eingefasst.
Auf dem Dach findet sich eine Terrasse, welche Raum f√ľr einen Caf√©-Betrieb und √∂ffentliche Nutzung bietet. Strukturiert wird die Terrasse durch gr√ľne Inseln, welche mit Geh√∂lzen bepflanzt werden. Au√üerhalb der Terrasse werden alle Dachfl√§chen begr√ľnt und zur Retention genutzt. Hierbei bilden extensive und intensive Pflanzbereiche diverse Habite aus. Die PV-Anlagen werden aufgest√§ndert, so dass darunter eine gro√üe zusammenh√§ngende Bl√ľhwiese entstehen kann.

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Arbeit strebt vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Programme ein ganzheitliches Erscheinungsbild an, das auch stadtr√§umlich wirksam wird. Durch die Interpretation des Gewerbeobjektes als linearen Bauk√∂rper und dessen Verlagerung an die Harburger Chaussee und anteilig an die Veddeler Stra√üe entsteht ein aufgespreizter und scheinbar blockartiger Stadtbauk√∂rper, der von der Idee einer umlaufenden Fassade aus vertikalen Aluminiumprofilen profitiert. Durch die Betonung der Ecksituation Harburger Chaussee/Veddeler Stra√üe mittels einer Rundung wirkt das Ensemble aus dieser Perspektive tats√§chlich wie ein einziges Geb√§ude. Die Verwandtschaft mit wenig differenzierten B√ľrogeb√§uden und deren Fassaden wird hier allerdings kritisch diskutiert.

Im Inneren der Anlage entsteht ein dreieckiger Hof, der die Busumsteigeanlage aufnimmt und als ‚Äď durch einen zur Bahntrasse ausgerichteten Fassadenschirm (Windbreaker) zus√§tzlich ‚Äď gesch√ľtzter Freiraum den tempor√§ren Aufenthalt und Einkaufsm√∂glichkeiten miteinander vereint. Der Hof wird √ľber einen kleinen Platz unmittelbar vom S-Bahnhof Veddel erschlossen, ist im Wartebereich √ľberdacht, an verschiedenen Stellen ge√∂ffnet und verbindet sich auf diese Weise mit dem umgebenden √∂ffentlichen Raum. Ein eingeschossiger Bauk√∂rper im S√ľden des Ensembles wird √ľber den erw√§hnten Platz erschlossen und nimmt die Nahversorgung auf.

Das st√§dtebauliche Konzept sieht vor, die Umsteigefl√§chen baulich einzufassen und gleichzeitig zu √ľberdachen. Das Motiv des Einfassens wird durch einen Belagsring im Bodenbereich zus√§tzlich differenziert. Dabei liegen Belag und baulich-r√§umliche Einfassung nicht parallel √ľbereinander. Der Belagring trennt bewusst zwischen Passierenden und Wartenden. Diese Differenzierung unterst√ľtzt die Orientierung und antizipiert dabei die zu Sto√üzeiten zu erwartenden Nutzer*innenzahlen. Die vor dem Bauk√∂rper entlang der B√∂schung liegenden Vord√§cher dienen als zus√§tzliche √úberdachung, u.a. von Fahrradabstellanlagen. Sie sind nicht Teil des eigentlichen Konzepts und wirken additiv. Denkbar w√§re, diese Funktionen ebenfalls in den Bauk√∂rper zu integrieren.

Die vorgesehene Fassaden- und Dachbegr√ľnung erf√ľllt die Anforderungen. Die intensive Dachbegr√ľnung wird sinnvoll dem Hostel zugeordnet. Alle weiteren Fl√§chen sind lediglich extensiv ausgebildet und minimieren damit den Pflegeaufwand. Allerdings wird nicht an allen Stellen die Beziehung zwischen Fassadenbegr√ľnung und Bodenbezug nachgewiesen.

Der Entwurf sieht eine etwas l√§ngere Busabstellung als im Konzeptentwurf vor, weshalb nur eine betrieblich ung√ľnstigere Mischaufstellung m√∂glich ist, um die geforderten Kapazit√§ten nachzuweisen. Die Befahrbarkeit der Abstellung wird nicht in Schleppkurven nachgewiesen und wird an der nordwestlichen Ecke angezweifelt. Entwurfsbedingt sind nur drei Abstellspuren im Erdgeschoss geplant. Die Kompensation der entfallenen Spuren im 3. OG geht zu Lasten einer funktionierenden Befahrbarkeit der Werkstatt. Die Aufteilung der Abstellung in Brandabschnitte und Schutzbereiche gem√§√ü Vorgaben Brandschutzgutachter und Sachversicherer wurde umgesetzt.

Das vorgeschlagene Energiekonzept ist nachvollziehbar, die Integration der solaraktiven Fl√§chen auf dem Dach ist gut gel√∂st. Kritisch diskutiert wird die vertikale technische Erschlie√üung des Gewerbegeb√§udes, v.a. in den Bereichen der Unterfahrten im Erdgeschoss. Raumklimatisch sind die Qualit√§ten des einh√ľftigen √∂stlichen Bauk√∂rpers mit √ľberwiegend B√ľronutzung bei fehlenden M√∂glichkeiten der Querl√ľftung und eingeschr√§nkten nat√ľrlichen Belichtungs- und Bel√ľftungssituationen fraglich. Die Grundkonzeption der Fassaden erm√∂glicht eine Differenzierung in der Ausformulierung entsprechend der Anforderung der entsprechend dahinterliegenden Nutzungen bei gleichzeitiger M√∂glichkeit einer ganzheitlichen Erscheinung.

Wirtschaftlichkeit
Die Wirtschaftlichkeit wird im Vergleich aller Arbeiten gut bewertet. Eingeschr√§nkt wird dies durch die als √úberdachung der Busumsteigeanlage 8,5 m st√ľtzenfrei auskragende dreigeschossige Busabstellung, welche statisch kritisch gesehen wird. Eine entsprechende konstruktive L√∂sung, wie auch untergeordnete Unsch√§rfen im Bereich der Fl√§chenerf√ľllung des Raumprogramms, k√∂nnten sich einschr√§nkend auf die Wirtschaftlichkeit des Geb√§udes auswirken. Zudem ergibt die Entscheidung f√ľr zwei Geb√§ude eine Mehrung an Fassadenfl√§chen und den Wind/Schallschutzscreen eine Einschr√§nkung der Wirtschaftlichkeit in Betrieb und Unterhalt des Geb√§udes.

Insgesamt lebt der Entwurf von der Idee mit zwei Gebäuden, somit einer Trennung von unterschiedlichsten Funktionen, ein Ensemble zu schaffen, das allerdings durch seine Ausweitung der Volumina und Raumkanten große Dominanz im sensiblen städtebaulich- und landschaftlichen Umfeld erhält.