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Nichtoffener Wettbewerb | 03/2024

Neubau Pfarrkirche St. Maria mit GemeinderÀumen in Friedrichshafen

3. Preis

Preisgeld: 8.400 EUR

Kamm Architekten BDA, Kalliopi Gkeka, Stefan Kamm

Architektur

g2-Landschaftsarchitekten

Landschaftsarchitektur

ErlÀuterungstext

Das Umfeld der Kirche St.Maria ist geprÀgt durch die Gartenstadt - Strukturen. GestaltprÀgend sind hier die Zeilen, die in ihren Kubaturen und Dimensionen die dazwischen liegenden FreiflÀchen definieren.
Unser Entwurf greift die Bautypologien auf, interpretiert sie neu und definiert eine eigene Haltung als besonderes GebÀude mit ablesbaren Elementen.

Basierend auf ein Vielfaches der Zahl 3 zeichnet der Entwurf ein eingeschossiges 36m x 36m großes Quadrat. Das GebĂ€ude selbst bildet sich innnerhalb des Quadrates durch zwei zueinander versetzten Baukörper ab und definiert 3 Freibereiche: Die Freibereiche sind ĂŒber die auskragende und ausgestanzte „Dachscheibe“ in Rahmen visuell gefasst und eingebunden. Diese Dachrahmen verbinden GemeinderĂ€ume und Kirche, definieren die AußenrĂ€ume und erweitern den Innenraum nach außen.

„Mit der Pastoralkonstitution des Zweiten Vatikanums „Gaudium et spes“ betont die katholische Kirche die theologische Qualifizierung der Gemeinde als Koinonia, als Gemeinschaft.“ Kirche und Gemeinde-rĂ€ume werden im Grundriss miteinander verwoben. Die quadratisch ĂŒberhöhte Kubatur der Kirche tritt sichtbar nach vorne zur Öffentlichkeit und steht geostet diagonal zum Glockenturm. Der Saal bildet sich ebenfalls in der Höhe ab.

Der Baukörper der Kirche mit der transluzenten Wirkung der Glaselemente leuchtet und strahlt weit in seine Umgebung als besonderer, sakraler Ort.

Beurteilung durch das Preisgericht

StÀdtebauliche Orientierung
Es wird ein flacher Baukörper mit quadratischer Grundfigur von der Pacellistraße zurĂŒckversetzt im nördlichen GrundstĂŒcksbereich angeordnet, aus dem sich die Kirche als glĂ€serner Kubus in der Höhe abhebt. Im Wesentlichen folgt damit der Baukörper der stĂ€dtebaulichen Grundidee des bestehenden B-Planes.

Erschließung
Die Zuwegung und Adressbildung ist in diesem Entwurf sehr gut gelöst, der Eingangsbereich ist angemessen großzĂŒgig angelegt und schafft die notwendige Umlenkung der Bewegungsrichtungen. Der Rosengarten bildet ein wichtiges Scharnier in dieser inneren Erschließung. Das Foyer ist angemessen dimensioniert und schafft alle wesentlichen Anbindungen. Der Jugendbereich ist einerseits richtig integriert und andererseits genĂŒgend separiert, um Störungen zu vermeiden.

Kirche
Die Kirche hat mit seinen dreiseitig umlaufenden Seitenbereichen und seinem quadratischen Zentralraum eine sehr gute liturgische Ausrichtung. Die Orte fĂŒr Taufe, Marienverehrung sowie Tabernakel sind gut proportioniert und versprechen eine eigenstĂ€ndige AtmosphĂ€re. Die Orgel hingegen erscheint nicht gut in den Raum integriert. Der dreiseitig umlaufende Lichtkörper aus mattiertem Glas im oberen Teil der Kirche kann ein ansprechendes Tageslichtspiel in den Kirchenraum einfallen lassen. Dieser Lichtkubus kann in den DĂ€mmerungsstunden auch ein Signal in den Stadtraum senden. Die Kreuzform auf der Fassade versucht die Erkennbarkeit des Bauwerks als Kirche zu erleichtern, wirkt jedoch als Geste zu schwach.

Gemeindehaus
Die GemeinderÀume sind gut proportioniert, die Teilbarkeit des Saals funktional nicht optimal. Der sogenannte Rosengarten bietet eine gute Tageslichtversorgung im Inneren und kann bei schönem Wetter komplett durch Schiebeelemente geöffnet werden.

MaterialitÀt
Der Holz-Glasbau ist baukonstruktiv zeitgemĂ€ĂŸ. Die vorvergraute Holzverschalung als Außenhaut erscheint etwas zu schlicht in seiner Materialwahl, wohingegen der dreiseitige Glaskörper möglicherweise zu „museal“ in seiner Außenwirkung erscheint.

Außenanlagen
Die dem Baukörper vorgelagerten FreiflĂ€chen sind gut ausdifferenziert. Die StellplĂ€tze zur Pacellistraße werden wegen der Parallelerschließung kritisch bewertet. Ein Kirchgarten bietet einen halböffentliches Freiraumangebot auch fĂŒr die Stadtöffentlichkeit. Die beiden terrassenartigen FreirĂ€ume im SĂŒdwesten als Eingangsterrasse und Nordosten als Freiraum fĂŒr den Jugendbereich hingegen sind durch die Dachrandeinfassung eindeutig Teil des Gemeindezentrums. Die Zuwegung von SĂŒden und eine PlatzflĂ€che mit Brunnenanlage ergĂ€nzen das erweiterte Außenraumkonzept.

Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit
Der Entwurf bietet die erwartbaren Standards fĂŒr einen Neubau, ohne besonders innovativ zu sein. Die Außeneinheit der LuftwĂ€rmepumpe ist nicht dargestellt, die Photovoltaikmodule sind hinter einer Attika kaschiert.