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Einladungswettbewerb | 01/2025

Neubau Pfarrzentrum Christkönig in Erkelenz

Christkönig Erkelenz

Christkönig Erkelenz

1. Preis

Preisgeld: 25.000 EUR

Schilling Architekten

Architektur

Studio Grijsbach Landschaftsarchitektur

Landschaftsarchitektur

Erläuterungstext

weitere Mitarbeitende: Moritz Eßer und Birger Bergfeld

Idee | Architektonische Identität und funktionale Synergien bilden den Rahmen für lebendige Vielfalt. Es geht um eine ganzheitliche Präsenz des Pfarrzentrums mit direktem räumlichem Bezug zum Johannismarkt. Ein schönes, kompaktes Konzept mit großem Zukunftspotential, dass inhaltlich und funktional viele Möglichkeiten für die Kommunikation unterschiedlichster Menschen und Gruppen schafft. Das Gemeindeleben erhält den identitätsstiftenden räumlichen Mittelpunkt im Stadtgefüge, den es für seine vielfältigen Aufgaben braucht und verdient.

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Arbeit schafft klare räumliche Zuordnungen im Kontext der Erkelenzer Innenstadt. Die stadträumliche Qualität des Johannismarktes wird wirkungsvoll ergänzt. Ein enger, aber noch angemessen dimensionierter Zugang zu einem sehr attraktiv neu gestalteten Innenhof schafft einen attraktiven Stadtraum in zweiter Reihe und damit eine der Aufgabenstellung angemessene gute Adresse. Die Verbindung zwischen Kirche und der neuen stadträumlichen Situation ist damit sehr gut gelungen. Der Eingang liegt in direkter Zuordnung am Ende des gassenartigen Zugangs und ist vom Johannismarkt aus direkt ersichtlich. Der Eingang erlaubt stimmig eine vom Pfarrzentrum separate Erschließung von Jugendzentrum und Verwaltung. In seiner baulichen Ausgestaltung ist er allerdings noch zu knapp dimensioniert kann daher nicht ganz überzeugen.

Die zur Westpromende liegende neue Wohn- und Bürobebauung fügt sich städtebaulich gut ein. Insbesondere überzeugt die ruhige und ausgewogene Anordnung der Gebäude, die zu einer gelungenen Neuordnung des Innenbereiches beiträgt.

Die Zonierung der Funktionsbereiche im neuen Ensemble ist klar gelöst. Besonders gewürdigt wird die Gelenklage des Jugendzentrums, dass das neue Gesicht der Kirchengemeinde mitprägt. Das vorhandene Pfarrzentrum wird sinnvoll um die fehlenden Nutzungen ergänzt. Der Umgang mit dem bestehenden Pfarrzentrum zeugt von pragmatischer Gelassenheit. Das Bestandsgebäude bleibt mit Ausnahme des Ersatzneubaus des neuen, gut proportionierten Foyers im Wesentlichen unangetastet. Im Untergeschoß wird der Schießstand in den Neubau integriert, jedoch ohne Tageslicht, was kritisch vermerkt wird.

Richtig liegt das Pfarrbüro mit seinem Eingang zum Johannismarkt orientiert neuen Eingangsplatz. Die Anordnung der Büro- und Besprechungsräume kann hinsichtlich der Lage des Haupteingangs verbessert werden. Positiv ist zudem Anordnung des Treppenhauses mit selbstverständlicher zusätzlicher Anbindung am Johannismarkt.
Die Bezüge zwischen Pfarrbüro, Jugendzentrum und Forum sind vielfältig und geschickt gelöst. Sie verfügen über gute meist zweiseitige Belichtung und schöne Bezüge zum Außenraum.

Die Außen- und Freiräume sind klar gegliedert und gut nutzbar. Unterschiedliche Atmosphären mit Garten- und Hofflächen vermitteln ein fast klösterliches Ambiente. Allerdings bleibt die Darstellung der Freiräume noch zu schematisch. Eine Auseinandersetzung mit Fragestellungen der Klimawandelanpassung und Vermeidung von Versiegelung wird vermisst.

Die Fassaden der verschiedenen Gebäudeteile sind unaufgeregt gegliedert und materialisiert und von hoher architektonischer Qualität. Alle neuen Gebäude wirken selbstverständlich zusammen als Ensemble. Die gewählte Materialität strahlt Ruhe und Klarheit aus.

Zur Unterbringung des ruhenden Verkehrs sind weitere Stellplätze erforderlich, Fahrräder sind dabei mit zu berücksichtigen. Der Einbezug der städtischen Fläche auf dem Schulgrundstück an der Westpromenade als Auftakt der Wegeführung mit kleinen Platzräumen über das Grundstück verspricht den von der Stadt Erkelenz erwarteten Mehrwert für das städtebauliche Gesamtkonzept.

Die baulichen Kennzahlen liegen im mittleren Bereich und lassen eine wirtschaftliche Realisierung erwarten.

Insgesamt stellt die Arbeit einen hervorragenden Beitrag zur Neuordnung der städtebaulichen Situation dar. Sie baut eine Brücke zwischen Tradition und einer modernen Ausgestaltung der kirchlichen Nutzungen, dies insbesondere für die wichtige Jugendarbeit: Das Jugendzentrum wird bewusst in den Mittelpunkt gestellt.
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