modgnikehtotsyek
ALLE WETTBEWERBSERGEBNISSE, AUSSCHREIBUNGEN UND JOBS Jetzt Newsletter abonnieren

Nichtoffener Wettbewerb | 04/2026

Neubau Rathaus und Umgestaltung Rathausumfeld in Mering

Ansicht vom Marktplatz
5

Ansicht vom Marktplatz

3. Preis

Preisgeld: 14.000 EUR

Kayser Architekten BDA, Aalen

Architektur

Kunder3 Landschaftsarchitektur

Landschaftsarchitektur

C4 engineers GmbH

Tragwerksplanung

Beurteilung durch das Preisgericht

Der Verfasser schlägt im 1. Bauabschnitt einen gut proportionierten Baukörper mit parallel versetztem Satteldach vor, welcher seinen Haupteingang giebelseitig zur Herzog-Wilhelm-Straße öffnet. Der Marktplatz bleibt in seiner Gestaltung weitestgehend erhalten, wobei die Erschließung der oberirdischen Stellplätze Marktplatz und Gebäude durch eine Gasse trennt. Auf Grund der vom Marktplatz aus gesehen seitlichen Erschließung wird der Hauptzugang nachvollziehbar durch einen Gebäudeversprung in Richtung des Benefiziatenhauses aufgenommen. Die daraus entstehende Nähe zu eben- diesem wird diskutiert. Die Traufständigkeit zum Marktplatz, sowie die Trennung durch die Fahrgasse lassen die Präsenz des Gebäudes im Ortskern etwas verschwimmen. Aus der weiterhin großteils versiegelten und gassenartige Erschließung im Umfeld des 2. Bauabschnitts verbleiben einige Resträume. Der großzügige Kirchplatz wird als Abschluss des städte- baulichen Gefüges goutiert.

Der Entwurf schafft es, eine eigene Identität widerzuspiegeln, die sich in einer klaren innenräumlichen Struktur fortsetzt. Eine zentral im Hauptgebäude platzierte, repräsentative Treppenanlage erschließt die Geschosse wie selbstverständlich und erzeugt auch vor dem Sitzungssaal im Dachgeschoss hohe innenräumliche Qualitäten. Dies trifft auch auf den Sitzungssaal selbst zu. Der diesem vorgelagerte Balkon wird begrüßt. Die Nutzflächen organisieren sich umlaufend. Die Struktur weist auch hier eine hohe Flexibilität nach.

Das Gebäude wird im Sockel in Stahlbeton und in den Obergeschossen mittels einer elementierten Holzbauweise vor- geschlagen. Im Hinblick auf die Nachhaltigkeit wird dies begrüßt, wobei die Wirtschaftlichkeit, vor allem aufgrund der Dachgeschoss-Lage des Sitzungssaals in Bezug auf den Brandschutz noch nachzuweisen ist. Auch die Farbgebung des Gebäudes wird intensiv diskutiert. Es wird aber doch auch anerkannt, dass der Charakter des Gebäudes und die Einfachheit der Fassaden dadurch positiv beeinflusst werden.

Die klare Gebäudestruktur lässt grundsätzlich eine wirtschaftliche Erstellung vermuten. Die Gebäudekennwerte des Entwurfs liegen im positiven unteren Bereich.

Neben dem weitgehenden Erhalt des Marktplatzes weisen die Freianlagen auch im Bereich um das Benefiziatenhaus einen hohen Versiegelungsgrad auf. Die Verschneidung von Stufen und eine barrierefreien Rampung wird gestalterisch lang diskutiert, da diese als präsentes Element der ruhigen Struktur des Gebäudes entgegensteht und dessen Wahrnehmung stört.

Aus Sicht der Bau- und Kunstdenkmalpflege kann der vorliegende Entwurf hingenommen werden. Bezüglich Dach- formen, Fassadengestaltung, Volumenentwicklung und Lage fügt er sich in die gegebenen Strukturen ein. Aus der Bodendenkmalpflege ist anzumerken, dass je nach Fundsituation Ausgrabungen durchgeführt werden müssen.

Der Entwurf stellt einen gut durchgearbeiteten und eigenständigen Beitrag zur städtebaulichen Setzung dar. Dies betrifft insbesondere den Vorschlag der Haupterschließung über die Nordseite (Herzog-Wilhelm-Straße). Die klare, effiziente und gestalterisch ansprechende Gebäudestruktur überzeugen. Die trennende Wirkung der Fahrgasse zwischen Gebäude und Marktplatz und das traufständige Zurücktreten des Gebäudes werden allerdings intensiv diskutiert, da die gewünschte Ensemblewirkung mit dem Marktplatz durch den Entwurf etwas in den Hintergrund rückt.
Schwarzplan

Schwarzplan

Lageplan

Lageplan

Grundriss EG

Grundriss EG

Ansicht Nord

Ansicht Nord