Nichtoffener Wettbewerb | 11/2024
Neubau Schul- und Sportstätten in Bad Malente
©hope Architekten, Johannes Arolt
Sporthalle
3. Preis
Preisgeld: 7.800 EUR
Architektur, Stadtplanung / Städtebau
-
Verfasser:
Hannes Hölscher, Johannes Arolt, Paul Jakob Bohlen, Heiko Lubs, Laura Jeschke
Architektur, Stadtplanung / Städtebau
Stadtplanung / Städtebau, Architektur
Laura Jeschke - ljeschke paisajismo
Landschaftsarchitektur
Erläuterungstext
In der Ostholsteinischen Kurstadt Bad Malente entsteht ein neuer Sport- und Schulcampus im Grünen. In der Ostholsteinischen Kurstadt Stadt Bad Malente entsteht ein neuer Sport- und Schulcampus im Grünen. Das Ensemble, bestehend aus zwei Schulen, zwei Sporthallen, einer Mensa sowie dazugehörigen Platz- und Grünanlagen ersetzen die maroden Bestandsgebäude und bereichern die Stadt und das Grundstück um vielfältige Nutzungen.
STÄDTEBAU
Der städtebauliche Entwurf setzt auf die markanten Grünstrukturen des Ortes. Die verschiedenen Nutzungen sind klar strukturiert: Ein schulischer Campus, der sich zur Stadt hin orientiert, und ein sportlicher Campus, der in die umliegende Natur eingebettet ist und vond er räumlichen Nähe zum Sportfeld profitiert.
Beide Campi zeichnen sich durch ein ortsprägendes Herzstück aus – einen zentralen Platz, der als markanter Orientierungspunkt fungiert und von dem aus die Einrichtungen zu erreichen sind.
Eine „Grüne Mitte“, ergänzt durch klimaresiliente Baumarten, verbindet die Schul- und Sportanlagen. Gleichzeitig funktionieren beide Bereiche unabhängig voneinander. Die Stärkung der „Grünen Mitte“ lässt die Topografie des steilen Südhangs auf natürliche Art und Weise mit der nördlich gelegenen Malenter Au verschmelzen. Durch die kompakte städtebauliche Organisiation bleibt die naturnahe Wiese im Westlichen Grundstücksbereich von der Bebauung und einhergehender Versiegelung unberührt, bleibt als Potenzialfläche erhalten und kann als Zwischennutzung beispielsweise als Streuobstwiese genutzt werden.
FREIRAUM
Streuobstwiese | Weide:
Streuobstwiesen sind traditionelle Elemente der Kulturlandschaft in Schleswig-Holstein. Obwohl sie einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten und wichtige Lebensräume darstellen, sind diese Landschaftselemente stark bedroht. Von den Absolvierenden des Schulcampus werden jedes Jahr in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund alte Obstsorten aus der Region gepflanzt. Das geerntete Obst kommt in der Mensa in vielfältiger Form auf den Tisch.
Sportcampus:
Der Platz vor den Sporthallen dient als Treffpunkt und Aufenthaltsraum. Mit Bodenbelägen unterschiedlicher Textur und Porosität wird der Raum in Bewegungszonen sowie Aufenthaltsbereiche vor dem Vereinshaus und der Cafeteria zoniert. Großkronige heimische Laubgehölze spenden Schatten in der warmen Jahreszeit. Der Baumbestand wird weitgehend erhalten und die Vegetation des Knicks als strukturierendes Landschaftselement mit Gehölzpflanzungen weiterentwickelt.
Grüne Mitte:
Der bestehende Baumbestand wird verdichtet und die Verbindung zur Grünachse fortgesetzt. Der durch Vegetation geprägte Pausenhof für die Kinder der Grundschule ist mit unterschiedlichen Elementen zum Klettern, Balancieren und Spielen ausgestattet. Die Regengärten sind an das Versickerungssystem des Gebiets angebunden und als spielerische Elemente zur Naturerfahrung ausgebildet, in denen die wechselnde Präsenz von Wasser erlebt und feuchte Biotope erforscht werden können.
Schulcampus:
Der Zugang zum Schulcampus erfolgt über eine Kombination von Treppen und barrierefreien Rampen, ausgestattet mit Sitzgelegenheiten, Gehölzen und Vegetationselementen. Über die Verwendung unterschiedlicher Bodenbeläge werden differenzierte Pausenräume für Ruhe, Bewegung und sportliche Betätigung definiert. Der südseitige Bereich vor der Mensa kann in der warmen Jahreszeit als Speiseraum im Freien genutzt werden.
Bildungswald:
Im bestehenden Wäldchen kann der Unterricht im Freien stattfinden oder von den Schüler*Innen der Gemeinschaftsschule als ruhiger Aufenthaltsort in den Pausen aufgesucht werden. Der Baumbestand wird erhalten und durch die Pflanzung von blühenden Schattenstauden und Bodendeckern gestalterisch aufgewertet.
GEBÄUDE
Alle unter einem Dach:
Bad Malente erhält eine neue Stätte des Hallensports: Für Groß und Klein, für den Profi und den Amateur. An das neue Zentrum des künftigen Sportcampus und Ergänzung der außenliegenden Sportplätze werden verschiedene Anforderungen gestellt. So soll der alltägliche Sport von Schulen und Vereinen genauso gut bewältigt werden, wie das Wochenend-Sport-Event mit bis zu 500 Zuschauer*Innen.
Erschließung und Erdgeschoss:
Von der Straße aus streift der Blick die transparente Fassade. Die dahinterliegenden Lichter lassen Aktivität erahnen. Die Freund*Innen warten schon südseitig auf der Bank in der Sonne. Mit jedem Schritt Richtung Halle wird das Sportfeld erkennbarer und die Vorfreude auf das gemeinsame Sporterlebnis steigt. Beim Eintritt in das Foyer geht die Aufmerksamkeit direkt und schwellenlos über die Tribüne hinweg in die Dreifeldhalle. Der erste Eindruck wird untermalt vom Hintergrund, einem Panorama-Blick in die umliegenden Felder und sich wiegende Baumkronen.
Die freie und offene Raumgestaltung ermöglicht über die visuellen Verbindungen hinaus eine schnelle Orientierung. Tribüne, Café, Treppe, Sporthalle - Je nach Besuchsmotiv, ob Zuschauer*In oder Sportler*In, ob Schul-, Breitensport oder zweite Liga. „Jetzt nur noch runter, umziehen und los.“ Oder: „Jetzt noch schnell eine Schorle, bevor das Spiel beginnt.“ Das Erdgeschoss wird von einem neuen Vereinsheim und zwei Außenumkleiden als zusammenhängende Einheit komplettiert. Die Umkleiden liegen mittig zwischen den beiden außen liegenden Sportplätzen.
STÄDTEBAU
Der städtebauliche Entwurf setzt auf die markanten Grünstrukturen des Ortes. Die verschiedenen Nutzungen sind klar strukturiert: Ein schulischer Campus, der sich zur Stadt hin orientiert, und ein sportlicher Campus, der in die umliegende Natur eingebettet ist und vond er räumlichen Nähe zum Sportfeld profitiert.
Beide Campi zeichnen sich durch ein ortsprägendes Herzstück aus – einen zentralen Platz, der als markanter Orientierungspunkt fungiert und von dem aus die Einrichtungen zu erreichen sind.
Eine „Grüne Mitte“, ergänzt durch klimaresiliente Baumarten, verbindet die Schul- und Sportanlagen. Gleichzeitig funktionieren beide Bereiche unabhängig voneinander. Die Stärkung der „Grünen Mitte“ lässt die Topografie des steilen Südhangs auf natürliche Art und Weise mit der nördlich gelegenen Malenter Au verschmelzen. Durch die kompakte städtebauliche Organisiation bleibt die naturnahe Wiese im Westlichen Grundstücksbereich von der Bebauung und einhergehender Versiegelung unberührt, bleibt als Potenzialfläche erhalten und kann als Zwischennutzung beispielsweise als Streuobstwiese genutzt werden.
FREIRAUM
Streuobstwiese | Weide:
Streuobstwiesen sind traditionelle Elemente der Kulturlandschaft in Schleswig-Holstein. Obwohl sie einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten und wichtige Lebensräume darstellen, sind diese Landschaftselemente stark bedroht. Von den Absolvierenden des Schulcampus werden jedes Jahr in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund alte Obstsorten aus der Region gepflanzt. Das geerntete Obst kommt in der Mensa in vielfältiger Form auf den Tisch.
Sportcampus:
Der Platz vor den Sporthallen dient als Treffpunkt und Aufenthaltsraum. Mit Bodenbelägen unterschiedlicher Textur und Porosität wird der Raum in Bewegungszonen sowie Aufenthaltsbereiche vor dem Vereinshaus und der Cafeteria zoniert. Großkronige heimische Laubgehölze spenden Schatten in der warmen Jahreszeit. Der Baumbestand wird weitgehend erhalten und die Vegetation des Knicks als strukturierendes Landschaftselement mit Gehölzpflanzungen weiterentwickelt.
Grüne Mitte:
Der bestehende Baumbestand wird verdichtet und die Verbindung zur Grünachse fortgesetzt. Der durch Vegetation geprägte Pausenhof für die Kinder der Grundschule ist mit unterschiedlichen Elementen zum Klettern, Balancieren und Spielen ausgestattet. Die Regengärten sind an das Versickerungssystem des Gebiets angebunden und als spielerische Elemente zur Naturerfahrung ausgebildet, in denen die wechselnde Präsenz von Wasser erlebt und feuchte Biotope erforscht werden können.
Schulcampus:
Der Zugang zum Schulcampus erfolgt über eine Kombination von Treppen und barrierefreien Rampen, ausgestattet mit Sitzgelegenheiten, Gehölzen und Vegetationselementen. Über die Verwendung unterschiedlicher Bodenbeläge werden differenzierte Pausenräume für Ruhe, Bewegung und sportliche Betätigung definiert. Der südseitige Bereich vor der Mensa kann in der warmen Jahreszeit als Speiseraum im Freien genutzt werden.
Bildungswald:
Im bestehenden Wäldchen kann der Unterricht im Freien stattfinden oder von den Schüler*Innen der Gemeinschaftsschule als ruhiger Aufenthaltsort in den Pausen aufgesucht werden. Der Baumbestand wird erhalten und durch die Pflanzung von blühenden Schattenstauden und Bodendeckern gestalterisch aufgewertet.
GEBÄUDE
Alle unter einem Dach:
Bad Malente erhält eine neue Stätte des Hallensports: Für Groß und Klein, für den Profi und den Amateur. An das neue Zentrum des künftigen Sportcampus und Ergänzung der außenliegenden Sportplätze werden verschiedene Anforderungen gestellt. So soll der alltägliche Sport von Schulen und Vereinen genauso gut bewältigt werden, wie das Wochenend-Sport-Event mit bis zu 500 Zuschauer*Innen.
Erschließung und Erdgeschoss:
Von der Straße aus streift der Blick die transparente Fassade. Die dahinterliegenden Lichter lassen Aktivität erahnen. Die Freund*Innen warten schon südseitig auf der Bank in der Sonne. Mit jedem Schritt Richtung Halle wird das Sportfeld erkennbarer und die Vorfreude auf das gemeinsame Sporterlebnis steigt. Beim Eintritt in das Foyer geht die Aufmerksamkeit direkt und schwellenlos über die Tribüne hinweg in die Dreifeldhalle. Der erste Eindruck wird untermalt vom Hintergrund, einem Panorama-Blick in die umliegenden Felder und sich wiegende Baumkronen.
Die freie und offene Raumgestaltung ermöglicht über die visuellen Verbindungen hinaus eine schnelle Orientierung. Tribüne, Café, Treppe, Sporthalle - Je nach Besuchsmotiv, ob Zuschauer*In oder Sportler*In, ob Schul-, Breitensport oder zweite Liga. „Jetzt nur noch runter, umziehen und los.“ Oder: „Jetzt noch schnell eine Schorle, bevor das Spiel beginnt.“ Das Erdgeschoss wird von einem neuen Vereinsheim und zwei Außenumkleiden als zusammenhängende Einheit komplettiert. Die Umkleiden liegen mittig zwischen den beiden außen liegenden Sportplätzen.
Beurteilung durch das Preisgericht
Die Verfasser haben durch die Anordnung eines Sportcampus und eines Schulcampus eine geschickte städtebauliche Form für den schwierigen Grundstückszuschnitt gefunden. Beide sind voneinander abgerückt und einerseits den Sportflächen und andererseits dem Ortskern zugewandt. Die Baukörper sind raumbildend zueinander angeordnet und schaffen gut nutzbare Außenräume. Die Schulen erhalten so eine adressbildende Eingangssituation, die wesentlich auch von der, der Straße zugewandten, Mensa geprägt wird. Gemeinschaftsschule, wie auch die Grundschule lassen eigene Identitäten erwarten. Hinterfragt wird indes die geringere Baukörpertiefe der Grundschule. Dies, besonders vor dem Hintergrund, dass konzeptionell hier keine Flurschule entstehen soll. Durch die geringe Grundstückstiefe im Bereich des Schulcampus ist die Einschränkung kaum zu beheben. Kritisch wird zudem der knapp bemessene Empfangsbereich vor dem Schulcampus gesehen.
Wertschätzend wird die Freihaltung des zusätzlichen Grundstücks, bei gut nutzbaren Grünbereichen auf dem sonstigen Grundstück gesehen.
Charakteristisch für die vorgeschlagene Sporthalle ist ein schwebendes Dach, welches durch ein Raumtragwerk gebildet wird. Das verglaste Erdgeschoss verbindet ein großzügiges Foyer mit Eingangsplatz auf der einen Seite und der abgesenkten Sporthalle auf der anderen Seite. Vereinsheim und Café sind den öffentlichen Bereichen richtig zugeordnet. Das Spielfeld wird erweitert durch einfahrbare Tribünen. Die festen Tribünen sind folgerichtig vom Foyer erschlossen. Kritisch wird die Wirkung des Daches hinsichtlich der Anordnung der mobilen Wände gesehen.
Die Verfasser erzeugen einen kleinen Fußabdruck, indem sie die Potenzialfläche im Westen von Bebauung freihalten. Diese Fläche wird wohltuend zurückhaltend als Streuobstfläche (mit alten Sorten aus Schleswig-Holstein) mit einem querenden Fußweg entwickelt. Geschickt werden an das im Osten verortete Schulensemble/ Schulcampus voneinander getrennte Schulhofflächen der Grundschule und der Gemeinschaftsschule angedockt und zur angrenzenden Mensa ein kleiner barrierefreier Platz mit Rampen, Sitzbänken und Bäumen eingespannt. Der Zugang zum Schulcampus erfolgt über eine Kombination von Treppen und barrierefreien Rampen.
Die Freianlagen des Sportcampus zeichnen sich durch klimaresiliente Baumpflanzungen sowie einem großen Regenwasserspeicher unter dem neu geplanten Sportfeld II aus.
©Studiomauer, Laura Jeschke Landschaftsarchitektur
Lageplan
©hope Architekten, Johannes Arolt
Grundriss Eingangsniveau
©hope Architekten, Johannes Arolt
Schnitt und Ansicht