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Anonymer, einstufiger, selektiver Projektwettbewerb fĂĽr Generalplanungsleistungen | 06/2023

Neubau Schulanlage Sirius / Ersatzneubau Werkhof Hohlstrasse (CH)

2. Rang / 2. Preis

Preisgeld: 40.000 CHF

Blättler Dafflon Architekten

Architektur

Balliana Schubert Landschaftsarchitekten AG

Landschaftsarchitektur

Dr. LĂĽchinger + Meyer Bauingenieure AG

Tragwerksplanung

EBP Schweiz AG

Verkehrsplanung

brĂĽcker+ernst gmbh sia

Bauphysik

sundesign | photovoltaic engineering

Sonstige

Waldhauser + Hermann AG

TGA-Fachplanung

Filippo Bolognese Images

Visualisierung

Beurteilung durch das Preisgericht

Das Projekt legt – wie der Titel impliziert – grossen Wert auf die Durchlässigkeit der Stellastrasse, die zusammen mit dem Freiraum die Verbindung der beiden Längsstrassen mit wohltuender Klarheit zeigt. Die Sportflächen liegen folgerichtig kompakt angeordnet im Bereich der Siriuswiese. Die topografischen Sprünge dazwischen werden als vernetzende Aufenthaltsräume ausformuliert. Zusammen mit der Siriuswiese entsteht ein attraktiver Quartierfreiraum. Nicht zu überzeugen vermögen die Freiräume der Schule. Diese sind relativ lieblos ausformuliert und die Aussagekraft sowohl der Pläne als auch der Beschriebe ist gering, was angesichts des freiräumlichen Potenzials dank des geringen Fussabdrucks der Schule erstaunt.

Das Volumen der Schule vervollständigt die Ecke Hochstrasse – Stellastrasse, orientiert sich aber fast ausschliesslich zur Stellastrasse, während entlang der Hochstrasse eine Art Servicesockel gezeigt wird, der sich wenig attraktiv über die Schule hinaus zur Strasse und zum Hof erstreckt.

Das oberirdische Volumen passt sich in der Grösse problemlos in die Dimensionen der Umgebung ein und ist das kleinste aller Beiträge. Im Volumen wird gut nachvollziehbar und passend auf das typische Quartierschulhaus des ausgehenden 19. Jahrhunderts referenziert, was auf der Ebene des Ausdrucks aber wenig zum Thema gemacht wird.

Möglich wird die von der Jury geschätzte Kompaktheit des oberirdischen Volumens, indem das Gebäude mit nur einer Treppe erschlossen wird. Sie erscheint für den Schulbetrieb mit sechs Klassen pro Geschoss knapp dimensioniert. Zudem sind die Eingangsbereiche der Cluster, damit die Geschossfläche unter die gemäss Brandschutzvorgaben maximale Fläche von 900m² zu liegen kommt, nur halb so gross wie im Programm gefordert. Sie können somit nur als Garderobenflächen und nicht als zusätzliche Lernbereiche genutzt werden. Auch wenn diese Einschränkung im Schulbereich sogar akzeptiert werden könnte, äussert sich die Knappheit der Flächen in anderen Bereichen. Das zeigt sich etwa im Eingangsbereich in der Vermischung von Kindergarten- und Schulkindern, oder im ersten Obergeschoss an den zu knappen Mensaflächen und der fehlenden Erschliessung der Küche mit separatem Lift. In einer Weiterentwicklung des Projekts bestünde praktisch kein Spielraum, ohne eine zweite Treppe einführen zu müssen.

Das knappe Layout der Flächen wird auch in den Untergeschossen weitergepflegt, hier allerdings in stark kritisierter Weise. Die Dimensionen der Parkplätze und Fahrbahnen sind deutlich zu knapp ausgelegt. Die Zufahrtsrampe zum Werkhof ist zu knapp gezeichnet und die Anordnung der Nutzflächen mit hintereinander angeordneten Räumen im Gebrauch nicht möglich. Mit der gezeigten aufwändigen und starren statischen Struktur entstehen in den Untergeschossen grosse Zwänge für die Anordnung der anspruchsvollen Nutzungen, mit wenig Spielraum für Anpassungen. Die insgesamt knappen und die Vorgaben unterschreitenden Flächen ergeben relativ gute Werte bezüglich Ökologie und Ökonomie.

Das städtebaulich gut eingeordnete und passende Projekt ist ein wertvoller Beitrag und gab in der Jury Anlass, unter dem Thema der Suffizienz kritisch über heutige Konventionen und Raumbedürfnisse zu diskutieren. Das reduzierte oberirdische Volumen zum Beispiel bringt eine gute Einbindung in das umgebende Quartier, zieht aber mit den knappen Flächen auch Einschränkungen bezüglich langfristiger Flächenflexibilität nach sich. Unter Abwägung aller Faktoren und Anforderungen, wie auch aufgrund der eher knapp ausgearbeiteten Pläne, hegt das Preisgericht Zweifel, ob STELLA angesichts der planerischen und statisch einengenden Festlegungen über die nötige langfristige Robustheit und genügend Potenzial für eine Weiterentwicklung verfügt.