Nichtoffener Wettbewerb | 11/2021
Neubau Schulzentrum Unterland II in Ruggell (LI)
7
©Bernardo Bader Architekten
7. Rang
Architektur
Tragwerksplanung
ErlÀuterungstext
Fein strukturiertes und gegliedertes GebĂ€ude, unterschiedliche PlatzgefĂ€sse, bewusste ĂbergĂ€nge und Wege sowie AussenrĂ€ume mit ruhiger, entspannter und altersgerechter AtmosphĂ€re.
Schulzentrum mit Strahlkraft ĂŒber das Quartier hinaus.
Die ausserordentliche Lage der neuen Schulen sowie der unmittelbare Bezug zur offenen Landschaft öffnet fĂŒhren zu einer GebĂ€udestruktur, die sich zur Landschaft öffnet und diese in die innere Welt der Schule aufnimmt.
Der Planungsperimeter umschreibt ein offenes Feld im Spannungsfeld zwischen landwirtschaftlicher Flurformen sowie kleinmasstĂ€blicher Einfamilienhausstrukturen am Ăbergang zum Landschaftsraum. Ostseitig, am Ăbergang zum Siedlungskörper wird das GrundstĂŒck durch die Schlattstrasse begrenzt. Westseitig bildet die Landstrasse die Perimetergrenze und dient gleichsam der Haupterschliessung des GrundstĂŒcks. Zwischen diesen zwei Polen gilt es einen Ort zu definieren, der identitĂ€tsstiftend und zentrumsbildend ĂŒber die Perimetergrenzen ins Quartier strahlt. Durch die geplante, zukĂŒnftige bauliche Verdichtung der landwirtschaftlichen FlĂ€chen nördlich und sĂŒdlich des GrundstĂŒckes wird die Schule eine adressbildende Zentrums Funktion im Einfamilienhausquartier erfĂŒllen. Ziel des Projektverfassers ist es, mit den neuen Schulen einen eigenen, identitĂ€tsstiftenden Ort zu generieren, der sich integrativ gegenĂŒber dem bestehenden und zukĂŒnftigen Kontext verhĂ€lt.
Ort & Situation | StÀdtebauliche Setzung
Die Erschliessung des Schulzentrums erfolgt von Nord- Westen ĂŒber die neue verkehrstechnische Anbindung an die Landstrasse. Das öffentliche Wegenetz verwebt sich am Schulstandort mit der fusslĂ€ufigen Erschliessung des Schulzentrums. Die Hierarchisierung der Wege im Aussenraum erfolgt von Nord nach SĂŒd von der öffentlichen Durchwegung an der nördlichen GrundstĂŒcksgrenze bis hin zu den privaten EingĂ€ngen fĂŒr die Lerncluster. Entlang einer Pappelallee, wie sie in der Landwirtschaft im Rheintal ĂŒblich ist, erfolgt die nordseitige Durchwegung des GrundstĂŒckes in Ost- West Richtung. Ausgehend von dieser Achse erfolgt auch die Erschliessung der unterschiedlichen EingĂ€nge der Schule bzw. der Turnhalle. Die prĂ€zise ortsrĂ€umliche Setzung de sneuen Baukörpers schafft eine differenzierte Abfolge von sich aufspannenden PlatzrĂ€umen â Eingangshof | SportflĂ€chen | PausenflĂ€chen | privatisierte Lernhöfe â sowohl in den privatisierten Lernhöfen als auch auf den grosszĂŒgig gedeckten Terrassen im 1. Und 2.OG der neuen Lerncluster finden Freiklassen ihren jahreszeitlich geeigneten Platz. Durch das differenzierte Angebot an AussenrĂ€umen wird die alters- und stufengerechte Ausformulierung der PausenflĂ€chen in einer logischen und unaufgeregten Art und Weise garantiert. Unterschiedlich proportionierte und aufgewertete AussenrĂ€ume tragen entscheidend zu einer verbesserten QualitĂ€t der gesamten Ărtlichkeit bei. Das neue Schulzentrum organisiert sich als 3-geschossige Kammtypologie mit differenziertem Aussenraumangebot. Entlang der zentralen inneren Erschliessungsachse reihen sich die verschiedenen Funktionsbereiche der Lehrenden und Lernenden sowie die Turnhalle links und rechts dieser Achse an. Die ausserordentliche Lage der neuen Schulen sowie der unmittelbare Bezug zur offenen Landschaft fĂŒhren zu einer GebĂ€udestruktur, die sich zur Landschaft öffnet und diese in die innere Welt der Schule aufnimmt. Ein sich zwischen Haupteingang, Parkplatz und neuer Turnhalle aufspannender Platz schafft ein.
Die Situierung der ZugĂ€nglichkeiten und Funktionen im Erdgeschoss sichern eine nachhaltige Lebendigkeit auf dem Niveau des Ankommens. Das Foyer dient als zentraler Verteiler fĂŒr die unterschiedlichen Bereiche der Lehrenden und Lernenden. Ebenfalls auf Ebene des Ankommens befindet sich die Aula, welche dem Foyer flexibel zugeschaltet werden kann. Das Foyer und die Aula sind zentraler Treffpunkt fĂŒr SchĂŒler, Lehrer und Eltern. Hier findet auch der gemeinsame Mittagstisch seinen Platz.
Die innere Welt
Das Herz der Schule bildet die grosszĂŒgige, multifunktional bespielbare, 3-geschossige Aula, die als gemeinsamer Treffpunkt fĂŒr SchĂŒler, Lehrer und Eltern fungiert. ErgĂ€nzt wird das differenzierte Angebot der Aula durch den Essbereich und die Bibliothek, die der Aula wahlweise hinzugeschaltet werden kann. Im sĂŒdlichen Bereich der Aula findet der gemeinsame Mittagstisch und die dazugehörige KĂŒche mit Anlieferung und Entsorgung ihren adĂ€quaten Platz. In unmittelbarer NĂ€he zur Aula befindet sich die Schulleitung als offizielle Anlaufstelle der Schule. Die Aula öffnet sich gut besonnt in Richtung SĂŒd- Osten zum vorgelagerten Ruhe & Lesehof, in dem auch das Essen im freien seinen Platz findet. Ausgehend vom Foyer bildet eine interne Erschliessungsachse in Ost- Westrichtung das RĂŒckgrat der Schule, von hier aus werden alle Bereiche zentral erschlossen. Im Erdgeschoss befinden sich die gemeinsam genĂŒtzten Bereiche wie Design und Gestalten & die Naturwissenschaftlichen RĂ€ume. Diese Bereiche erweitern sich ĂŒber grosszĂŒgige gedeckte Vorbereiche zum jeweils vorgelagerten Atelier- & Werkhof. Ăber diese zentrale Achse erfolgt die Erschliessung der Aussen- und PausenrĂ€ume fĂŒr die SchĂŒler. Um dem Anspruch nach alters- und stufengerechten PausenrĂ€umen gerecht zu werden, nĂŒtzt die BMS den Eingangshof als PausenflĂ€che. Die SchĂŒler der SEK verwenden den östlich der Turnhalle situierten Sporthof als PausenflĂ€che.
Durch die Gliederung des Baukörpers eröffnen sich vielfĂ€ltige Möglichkeiten die 2 Schulen im Aussenraum zu differenzieren bzw. bei Bedarf punktuell zu verbinden. FĂŒr den externen Betrieb der Turnhalle ist nordseitig ein separater Eingang fĂŒr Vereine vorgesehen. Ăber diesen Eingang werden auch die aussen SportflĂ€chen auf kurzem Wege erschlossen und angebunden. Der Zugang zur Turnhalle erfolgt ĂŒber eine einlĂ€ufige Treppe im sĂŒdlichen Bereich des Garderobenstraktes. Durch diese Separierung der ZugĂ€nge wird die Trennung von Schmutz und Sauberbereichen fĂŒr die Turnhalle und die Garderobenbereiche sichergestellt. Die zentrale Erschliessungsachse gibt wechselseitig, nord- bzw. sĂŒdseitig Blicke in die Landschaft bzw. in den grosszĂŒgig verglasten Turnhallenraum & die Aula frei. Durch diese visuelle DurchlĂ€ssigkeit des GebĂ€udes entstehen interessante BezĂŒge innerhalb und ausserhalb des GebĂ€udes, wodurch sich die Landschaft in den InnenrĂ€umen widerspiegelt.
Die Schule als Dorf
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Ăhnlich einem Dorf, gruppieren sich entlang der zentralen Erschliessungsachse die 3 HĂ€user der Cluster sowie das Zentrum der Schule und die Turnhalle.
Die einzelnen Cluster der Sekundar- und der BerufsmaturitĂ€tsschule sind so organisiert, dass ein hohes Mass an FlexibilitĂ€t die Anordnung der Strukturteile bestimmt. Sie geben Raum fĂŒr Zusammenarbeit frei und die Klassen selbst können ein Ort der Ruhe & des RĂŒckzugs sein.
Die Geschosse der HĂ€user sind Plattformen fĂŒr unterschiedliche Arbeitsanordnungen, die alle mit dem Aussenraum sehr eng verknĂŒpft sind. Die Höfe und die Eingangsbereiche können vielfĂ€ltig an das Umfeld des Dorfes andocken.
Den wechselnden TagesablĂ€ufen der neuen Schulformen entsprechend haben alle Lernenden und Lehrenden Anteil an allen Himmelsrichtungen und LandschaftsqualitĂ€ten der Ărtlichkeit. Die Cluster sind geprĂ€gt von einer gut zonier- und wahlweise möblier baren Mitte, auf welche alle Klassenzimmer gleichwertig Zugriff haben. Durch SchiebewĂ€nde sind die UnterrichtsrĂ€ume eines Clusters zu den MarktplĂ€tzen fliessend öffenbar, Glaselemente ermöglichen den PĂ€dagoginnen die Lernzonen von den angrenzenden RĂ€umen aus zu ĂŒberblicken und fördern die jahrgangsĂŒbergreifende Zusammenarbeit. Die Bereiche der Klassenzimmer können mittels variabler Transparenz dem Kernbereich zu- oder weggeschalten werden. Die Lernlandschaften haben einen unmittelbaren Zugang zu einem direkt vorgelagerten, regengeschĂŒtzten Freibereich und erweitern die UnterrichtsrĂ€ume. Die inneren Raumfolgen sind spannungsvoll und abwechslungsreich mit sehr hoher AufenthaltsqualitĂ€t und vielfĂ€ltigen Ein- und Ausblicken.
Freiraum
Drei PlĂ€tze â Drei Belagsintarsien bilden jeweils einen Platz fĂŒr die Sekundarschule, die Turnhalle und die BerufsmaturitĂ€tsschule. Diese âTeppicheâ adressieren ĂŒber ihre Gestaltung und ihren Charakter die jeweiligen Nutzungen im GebĂ€ude und binden das Areal an die nördlich verlaufende öffentliche Ost-West Achse an. Der zweiteilige Hauptplatz schafft ĂŒber seinen wassergebundenen Belag eine Zonierung der weitlĂ€ufigen FlĂ€che zwischen Parkplatz und GebĂ€ude und bildet die Adresse und den Ankunftsort des Areals. Grosse BĂ€ume und Sitzelemente schaffen AufenthaltsqualitĂ€t und AtmosphĂ€re und bilden den Rahmen fĂŒr eine vielseitig nutzbare und bespielbare FlĂ€che. Der Platz holt die Zufahrt, die Bushaltekante, den öffentlichen Nord-SĂŒd verlaufenden Velo-/Fussweg und die öffentliche Ost-West Achse ab und hat somit eine wichtige Verteilerunktion im Areal. Der Platz nördlich der Sporthalle schafft einen unabhĂ€ngigen Ankunftsort fĂŒr externe Nutzer der Sport-Einrichtungen und ergĂ€nzt das Sportangebot im Freien. Gleichzeitig funktioniert er als Scharnier zwischen dem Hauptplatz und den SportplĂ€tzen. Loser Kies dient hier einerseits der Versickerung und als Fallschutz fĂŒr die Street-Workout-GerĂ€te. Im Osten kommt eine Belagsintarsie zu liegen, die einen Vorplatz fĂŒr die Sekundarschule bildet und einen Dialog mit den Sportfeldern etabliert. Eine Pergola, ein wassergebundener Belag, Sitzelemente und vereinzelte GrossbĂ€ume bespielen den Platz, der einerseits als AufenthaltsflĂ€che fĂŒr die Pause aber auch als eine Art âZuschauertribĂŒneâ funktioniert, um die sportlichen AktivitĂ€ten auf den Feldern zu beobachten.
Drei Höfe â Gegen SĂŒden, hin zur Landschaft und Sonne eröffnen sich drei Höfe, die da GebĂ€ude mit seinem landschaftlichen Kontext in einen Dialog bringen und als Freiluftklassenzimmer funktionieren können. Der Ruhe- und Lesehof ist als eine RasenflĂ€che mit Kiesweg und GrossbĂ€umen ausgestaltet. Einige hölzerne Sitz- und Liegeelemente bespielen die FlĂ€che und laden dazu ein, im Schatten der BĂ€ume zu verweilen. Der Atelierhof und der Werkhof sind jeweils als KiesrasenflĂ€che ausgestaltet, die je nach IntensitĂ€t der Nutzung und Aneignung mehr RasenflĂ€che oder mehr PlatzflĂ€che sein kann. Unter vereinzelten BĂ€umen finden sich hier robuste WerkbĂ€nke die als erweiterte âArbeitsflĂ€che im Freienâ von den angrenzenden WerkstĂ€tten benutzt werden können. Im Werkhof und angrenzend an die UnterrichtsrĂ€ume der Naturkunde können auch Hochbeete oder ein Biotop angelegt werden.
Material und Konstruktion
Die Konstruktion sieht einen konstruktiven Holzbau vor, welcher mit einer hohen FlexibilitĂ€t ausgestattet ist. Die feingliedrigen Holzfassaden mit sehr grosszĂŒgig dimensionierten Holzrahmenfenstern prĂ€gen das Erscheinungsbild und die Semantik des Ensembles. Das Tragwerk besteht aus einer feingliedrigen Holzkonstruktion mit aussteifenden Stahlbetonkernen. Es ist keine Unterkellerung vorgesehen. Es wird lediglich im Bereich der massiven Stahlbeton- bodenplatte Streifenfundamente geben, die ins Erdreich ragen.
Das Holzbausystem lĂ€sst sich mit einem Achsraster von 2,5m und Spannweiten von durchschnittlich 7,5m ökonomischen realisieren. SĂ€mtliche hĂŒllenden Aussenwandbauteile sind in vorgefertigten hochwĂ€rmegedĂ€mmten Holzrahmenelementen eingestellt. Zusammen mit den sehr grosszĂŒgig dimensionierten Holzrahmenfenstern wird Holz das Erscheinungsbild und die Semantik des Hauses nach Aussen prĂ€gen. Im Innenraum dominiert neben einer angenehmen Transparenz ein Wechsel aus Beton- und HolzoberflĂ€chen. ErgĂ€nzt werden die HolzoberflĂ€chen durch farblich fein abgestimmte Lehmkasienböden. Dieses Wechselspielaus hölzernen, mineralischen und natĂŒrlichen OberflĂ€chen verleiht den RĂ€umen eine eigene IdentitĂ€t und garantiert ein behagliches und bauökologisch optimiertes Raumklima. Es sind gerade die InnenrĂ€ume der Cluster, denen mittels einer atmosphĂ€rischen und subtilen Ausgestaltung in Holz und mit fein abgestimmter Farbe gestalteter FlĂ€chen eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Die Bereiche des Aussenraumes (Platzabfolgen, GrĂŒnbereiche) sollen zwar differenziert aber sehr unprĂ€tentiös und selbstverstĂ€ndlich gestaltet werden. Der Raum Aussen soll weder durch fixierte Einbauten noch durch den Einsatz zu vieler Materialien geschwĂ€cht werden und an Raumfluss und Kraft verlieren.
Tragwerk
Alle GebĂ€udeteile werden flach bzw. ĂŒber Magerbetonstreifen in den Rheinschotter gegrĂŒndet. Die Klassentrakte sind Holzskelettkonstruktionen aus StĂŒtzen und TrĂ€gern. Die horizontalen Ebenen, Decken und Dach, sind mit einer dĂŒnnen Betonschicht bzw. im Dach mit einer Holzwerkstoffplatte ausgefacht. Dabei sind die TrĂ€ger und der Ăberbeton zu einer Holz-Beton-Verbund Rippendecke bzw. im Dach zu einer Holzrippendecke verbunden. Die Erschliessungskerne in Stahlbeton und wenige aussteifende WĂ€nde sorgen fĂŒr die nötige StabilitĂ€t gegen Wind- und ErdbebenkrĂ€fte. Alle anderen Innen- und AussenwĂ€nde sind nichttragende Ausfachungen der Skelettstruktur. Ihre Ausbildung ist auf die je nach Lage unterschiedlichen Anforderungen an WĂ€rmedĂ€mmung, Schallschutz, Lichteinfall und Brandschutz abgestimmt.
Die Sporthalle ist analog den Klassentrakten aufgebaut. Um auf die Kleinteiligkeit der Nebenraumspanne zu reagieren sind die Decken allerdings als Holz-Flachdecken ausgebildet. Wegen den fehlenden Schallschutzanforderungen bei den Decken ist eine lose SchĂŒttung ausreichend. Sie erleichtert zudem die LeitungsfĂŒhrung in den Nasszonen. Das Dachtragwerk der Halle ist eine einfache TrĂ€gerkonstruktion. Sie bietet FlexibilitĂ€t fĂŒr das Anordnen der TrennvorhĂ€nge, die Integration der Haustechnik und fĂŒr rauakustische Massnahmen. Die vorgeschlagene Bauweise ist robust, wirtschaftlich und lĂ€sst sich von heimischen Firmen mit regional erzeugten Rohstoffen umsetzen.
Ăkologie und Ăkonomie
Der Neubau des GebĂ€udes wird nach Minergie-P/A konzipiert. Alle Aussenbauteile und die Dachkonstruktion sind hochwĂ€rmegedĂ€mmt. Die WĂ€rmebereitstellung erfolgt ĂŒber eine effiziente GrundwasserwĂ€rmepumpe, die Verteilung ĂŒber flĂ€chige Niedertemperatursysteme. Eine mechanische LĂŒftungsanlage in Kombination mit sensorgesteuerten LĂŒftungsklappen versorgt alle RĂ€ume mit Frischluft. Die Verwendung einer effizienten Anlage mit WĂ€rmerĂŒckgewinnung erlaubt den wirtschaftlichen Betrieb sowie ein ökologisches Energiekonzept.
Die GebĂ€udehĂŒlle mit grosszĂŒgigen GlasflĂ€chen ist Garant fĂŒr hohe passive Solargewinne bei gleichzeitig optimaler Ausnutzung des natĂŒrlichen Tageslichts. In Kombination mit einer gesteuerten Beschattung wird sommerlicher Ăberhitzung entgegengewirkt und somit natĂŒrliche Umweltressourcen optimal genutzt. Hochwertige 3-Scheiben-Verglasungen in NiedrigstenergiequalitĂ€t und dichter GebĂ€udehĂŒlle in Kombination mit NachtlĂŒftungselementen, sichern ein optimales Klima innerhalb der GebĂ€udehĂŒlle. Der Einsatz hochwertiger, ökologischer und regional verfĂŒgbarer Materialien, energieeffizienter Haustechniksysteme und Nutzung von erneuerbarer Energie schont Natur und Umwelt und schafft einen positiven Beitrag zum Thema Nachhaltigkeit.
Gruppenbildung, MassstĂ€blichkeit, Raumsequenzen, AussenraumbezĂŒge, angenehme Durch- und Ausblicke und eine klare unaufgeregte Strukturierung garantieren jene QualitĂ€ten und AtmosphĂ€ren die dem SelbstverstĂ€ndnis einer zukĂŒnftigen Schule gerecht werden sollen.
Energiekonzept
Eigenverantwortliches Handeln bei der GebÀudenutzung ist die Grundlage der haustechnischen Anlage.
Low-Tech-Komponente «HybridlĂŒftung»: Das GebĂ€ude ist mit einer mechanischen GrundlĂŒftung ausgestattet. Dies bedeutet, dass das LĂŒftungssystem fĂŒr die Klassenzimmer auf den unteren Normgrenzwert dimensioniert ist (Grundlastabdeckung). Verschlechtert sich die LuftqualitĂ€t in den RĂ€umen auf einen CO2-Wert >1200ppm (einstellbar) wird eine LĂŒftungsklappe in der Fassade geöffnet und es strömt Frischluft nach. Ab einem CO2-Wert von <800ppm (einstellbar) schliesst der LĂŒftungsflĂŒgel wieder. Im Winterfall wird die nachströmende Frischluft durch den unmittelbar unter der LĂŒftungsklappe positionierten Heizkörper nacherwĂ€rmt.
Low-Tech-Komponente «KaskadenlĂŒftung»: In allen GebĂ€udebereichen wird konsequent die so genannte KaskadenlĂŒftung umgesetzt. Durch diese Form der LuftfĂŒhrung wird das Luftkanalnetz relevant reduziert und somit Investitions-, Wartungs- und Betriebskosten eingespart. Die LĂŒftungsanlagen fĂŒr die KlassenrĂ€ume sind mit einer WĂ€rme- und FeuchterĂŒckgewinnung ĂŒber EnthalpiewĂ€rmetauscher ausgestattet.
Low-Tech-Komponente «Passive KĂŒhlung mit NachtlĂŒftung»: Der Sommerfall wurde in der Entwurfsplanung anhand dynamischer GebĂ€udesimulationen untersucht und die erforderlichen Sonnenschutzsysteme, freien LĂŒftungsquerschnitte und Speichermassen dimensioniert. Die o.e. LĂŒftungsklappen in der Fassade werden in den SommernĂ€chten automatisch geöffnet. Dadurch entsteht eine QuerlĂŒftung, die zur AbkĂŒhlung der Speichermassen und des GebĂ€udes beitrĂ€gt. Die Verschattung erfolgt durch schrĂ€g stehende Sonnenschutzmarkisen, die eine Ăberhitzung des Innenraumes verhindern.
WĂ€rme- und KĂ€lteerzeugung: Die WĂ€rmeerzeugung fĂŒr Heizung und Warmwasser erfolgt ĂŒber eine ökologisch hochwertige GrundwasserwĂ€rmepumpe. Die RĂ€ume werden mittels Fussbodenheizung beheizt und gegebenenfalls auch gekĂŒhlt.
Loch-Tech-Komponente «Luftheizung»: Die aus lufthygienischen GrĂŒnden mit einer vollumfĂ€nglichen LĂŒftungsanlage ausgestattet Turnhalle wird ĂŒber eine Luftheizung beheizt.
Photovoltaikanlage: Zur eigenen Stromproduktion ist auf dem Dach eine Photovoltaikanlage mit einer Grösse von rund 5000 m2 vorgesehen.
Das Herz der gemeinsamen Schule
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3 geschossige Aula als identitĂ€tsstiftendes Zentrum der 2 Schulen. Raum mit besonderer Identifikation, Schnittpunkt aller Wege und Auftakt zur Inneren WegefĂŒhrung.
Schulzentrum mit Strahlkraft ĂŒber das Quartier hinaus.
Die ausserordentliche Lage der neuen Schulen sowie der unmittelbare Bezug zur offenen Landschaft öffnet fĂŒhren zu einer GebĂ€udestruktur, die sich zur Landschaft öffnet und diese in die innere Welt der Schule aufnimmt.
Der Planungsperimeter umschreibt ein offenes Feld im Spannungsfeld zwischen landwirtschaftlicher Flurformen sowie kleinmasstĂ€blicher Einfamilienhausstrukturen am Ăbergang zum Landschaftsraum. Ostseitig, am Ăbergang zum Siedlungskörper wird das GrundstĂŒck durch die Schlattstrasse begrenzt. Westseitig bildet die Landstrasse die Perimetergrenze und dient gleichsam der Haupterschliessung des GrundstĂŒcks. Zwischen diesen zwei Polen gilt es einen Ort zu definieren, der identitĂ€tsstiftend und zentrumsbildend ĂŒber die Perimetergrenzen ins Quartier strahlt. Durch die geplante, zukĂŒnftige bauliche Verdichtung der landwirtschaftlichen FlĂ€chen nördlich und sĂŒdlich des GrundstĂŒckes wird die Schule eine adressbildende Zentrums Funktion im Einfamilienhausquartier erfĂŒllen. Ziel des Projektverfassers ist es, mit den neuen Schulen einen eigenen, identitĂ€tsstiftenden Ort zu generieren, der sich integrativ gegenĂŒber dem bestehenden und zukĂŒnftigen Kontext verhĂ€lt.
Ort & Situation | StÀdtebauliche Setzung
Die Erschliessung des Schulzentrums erfolgt von Nord- Westen ĂŒber die neue verkehrstechnische Anbindung an die Landstrasse. Das öffentliche Wegenetz verwebt sich am Schulstandort mit der fusslĂ€ufigen Erschliessung des Schulzentrums. Die Hierarchisierung der Wege im Aussenraum erfolgt von Nord nach SĂŒd von der öffentlichen Durchwegung an der nördlichen GrundstĂŒcksgrenze bis hin zu den privaten EingĂ€ngen fĂŒr die Lerncluster. Entlang einer Pappelallee, wie sie in der Landwirtschaft im Rheintal ĂŒblich ist, erfolgt die nordseitige Durchwegung des GrundstĂŒckes in Ost- West Richtung. Ausgehend von dieser Achse erfolgt auch die Erschliessung der unterschiedlichen EingĂ€nge der Schule bzw. der Turnhalle. Die prĂ€zise ortsrĂ€umliche Setzung de sneuen Baukörpers schafft eine differenzierte Abfolge von sich aufspannenden PlatzrĂ€umen â Eingangshof | SportflĂ€chen | PausenflĂ€chen | privatisierte Lernhöfe â sowohl in den privatisierten Lernhöfen als auch auf den grosszĂŒgig gedeckten Terrassen im 1. Und 2.OG der neuen Lerncluster finden Freiklassen ihren jahreszeitlich geeigneten Platz. Durch das differenzierte Angebot an AussenrĂ€umen wird die alters- und stufengerechte Ausformulierung der PausenflĂ€chen in einer logischen und unaufgeregten Art und Weise garantiert. Unterschiedlich proportionierte und aufgewertete AussenrĂ€ume tragen entscheidend zu einer verbesserten QualitĂ€t der gesamten Ărtlichkeit bei. Das neue Schulzentrum organisiert sich als 3-geschossige Kammtypologie mit differenziertem Aussenraumangebot. Entlang der zentralen inneren Erschliessungsachse reihen sich die verschiedenen Funktionsbereiche der Lehrenden und Lernenden sowie die Turnhalle links und rechts dieser Achse an. Die ausserordentliche Lage der neuen Schulen sowie der unmittelbare Bezug zur offenen Landschaft fĂŒhren zu einer GebĂ€udestruktur, die sich zur Landschaft öffnet und diese in die innere Welt der Schule aufnimmt. Ein sich zwischen Haupteingang, Parkplatz und neuer Turnhalle aufspannender Platz schafft ein.
Die Situierung der ZugĂ€nglichkeiten und Funktionen im Erdgeschoss sichern eine nachhaltige Lebendigkeit auf dem Niveau des Ankommens. Das Foyer dient als zentraler Verteiler fĂŒr die unterschiedlichen Bereiche der Lehrenden und Lernenden. Ebenfalls auf Ebene des Ankommens befindet sich die Aula, welche dem Foyer flexibel zugeschaltet werden kann. Das Foyer und die Aula sind zentraler Treffpunkt fĂŒr SchĂŒler, Lehrer und Eltern. Hier findet auch der gemeinsame Mittagstisch seinen Platz.
Die innere Welt
Das Herz der Schule bildet die grosszĂŒgige, multifunktional bespielbare, 3-geschossige Aula, die als gemeinsamer Treffpunkt fĂŒr SchĂŒler, Lehrer und Eltern fungiert. ErgĂ€nzt wird das differenzierte Angebot der Aula durch den Essbereich und die Bibliothek, die der Aula wahlweise hinzugeschaltet werden kann. Im sĂŒdlichen Bereich der Aula findet der gemeinsame Mittagstisch und die dazugehörige KĂŒche mit Anlieferung und Entsorgung ihren adĂ€quaten Platz. In unmittelbarer NĂ€he zur Aula befindet sich die Schulleitung als offizielle Anlaufstelle der Schule. Die Aula öffnet sich gut besonnt in Richtung SĂŒd- Osten zum vorgelagerten Ruhe & Lesehof, in dem auch das Essen im freien seinen Platz findet. Ausgehend vom Foyer bildet eine interne Erschliessungsachse in Ost- Westrichtung das RĂŒckgrat der Schule, von hier aus werden alle Bereiche zentral erschlossen. Im Erdgeschoss befinden sich die gemeinsam genĂŒtzten Bereiche wie Design und Gestalten & die Naturwissenschaftlichen RĂ€ume. Diese Bereiche erweitern sich ĂŒber grosszĂŒgige gedeckte Vorbereiche zum jeweils vorgelagerten Atelier- & Werkhof. Ăber diese zentrale Achse erfolgt die Erschliessung der Aussen- und PausenrĂ€ume fĂŒr die SchĂŒler. Um dem Anspruch nach alters- und stufengerechten PausenrĂ€umen gerecht zu werden, nĂŒtzt die BMS den Eingangshof als PausenflĂ€che. Die SchĂŒler der SEK verwenden den östlich der Turnhalle situierten Sporthof als PausenflĂ€che.
Durch die Gliederung des Baukörpers eröffnen sich vielfĂ€ltige Möglichkeiten die 2 Schulen im Aussenraum zu differenzieren bzw. bei Bedarf punktuell zu verbinden. FĂŒr den externen Betrieb der Turnhalle ist nordseitig ein separater Eingang fĂŒr Vereine vorgesehen. Ăber diesen Eingang werden auch die aussen SportflĂ€chen auf kurzem Wege erschlossen und angebunden. Der Zugang zur Turnhalle erfolgt ĂŒber eine einlĂ€ufige Treppe im sĂŒdlichen Bereich des Garderobenstraktes. Durch diese Separierung der ZugĂ€nge wird die Trennung von Schmutz und Sauberbereichen fĂŒr die Turnhalle und die Garderobenbereiche sichergestellt. Die zentrale Erschliessungsachse gibt wechselseitig, nord- bzw. sĂŒdseitig Blicke in die Landschaft bzw. in den grosszĂŒgig verglasten Turnhallenraum & die Aula frei. Durch diese visuelle DurchlĂ€ssigkeit des GebĂ€udes entstehen interessante BezĂŒge innerhalb und ausserhalb des GebĂ€udes, wodurch sich die Landschaft in den InnenrĂ€umen widerspiegelt.
Die Schule als Dorf
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Ăhnlich einem Dorf, gruppieren sich entlang der zentralen Erschliessungsachse die 3 HĂ€user der Cluster sowie das Zentrum der Schule und die Turnhalle.
Die einzelnen Cluster der Sekundar- und der BerufsmaturitĂ€tsschule sind so organisiert, dass ein hohes Mass an FlexibilitĂ€t die Anordnung der Strukturteile bestimmt. Sie geben Raum fĂŒr Zusammenarbeit frei und die Klassen selbst können ein Ort der Ruhe & des RĂŒckzugs sein.
Die Geschosse der HĂ€user sind Plattformen fĂŒr unterschiedliche Arbeitsanordnungen, die alle mit dem Aussenraum sehr eng verknĂŒpft sind. Die Höfe und die Eingangsbereiche können vielfĂ€ltig an das Umfeld des Dorfes andocken.
Den wechselnden TagesablĂ€ufen der neuen Schulformen entsprechend haben alle Lernenden und Lehrenden Anteil an allen Himmelsrichtungen und LandschaftsqualitĂ€ten der Ărtlichkeit. Die Cluster sind geprĂ€gt von einer gut zonier- und wahlweise möblier baren Mitte, auf welche alle Klassenzimmer gleichwertig Zugriff haben. Durch SchiebewĂ€nde sind die UnterrichtsrĂ€ume eines Clusters zu den MarktplĂ€tzen fliessend öffenbar, Glaselemente ermöglichen den PĂ€dagoginnen die Lernzonen von den angrenzenden RĂ€umen aus zu ĂŒberblicken und fördern die jahrgangsĂŒbergreifende Zusammenarbeit. Die Bereiche der Klassenzimmer können mittels variabler Transparenz dem Kernbereich zu- oder weggeschalten werden. Die Lernlandschaften haben einen unmittelbaren Zugang zu einem direkt vorgelagerten, regengeschĂŒtzten Freibereich und erweitern die UnterrichtsrĂ€ume. Die inneren Raumfolgen sind spannungsvoll und abwechslungsreich mit sehr hoher AufenthaltsqualitĂ€t und vielfĂ€ltigen Ein- und Ausblicken.
Freiraum
Drei PlĂ€tze â Drei Belagsintarsien bilden jeweils einen Platz fĂŒr die Sekundarschule, die Turnhalle und die BerufsmaturitĂ€tsschule. Diese âTeppicheâ adressieren ĂŒber ihre Gestaltung und ihren Charakter die jeweiligen Nutzungen im GebĂ€ude und binden das Areal an die nördlich verlaufende öffentliche Ost-West Achse an. Der zweiteilige Hauptplatz schafft ĂŒber seinen wassergebundenen Belag eine Zonierung der weitlĂ€ufigen FlĂ€che zwischen Parkplatz und GebĂ€ude und bildet die Adresse und den Ankunftsort des Areals. Grosse BĂ€ume und Sitzelemente schaffen AufenthaltsqualitĂ€t und AtmosphĂ€re und bilden den Rahmen fĂŒr eine vielseitig nutzbare und bespielbare FlĂ€che. Der Platz holt die Zufahrt, die Bushaltekante, den öffentlichen Nord-SĂŒd verlaufenden Velo-/Fussweg und die öffentliche Ost-West Achse ab und hat somit eine wichtige Verteilerunktion im Areal. Der Platz nördlich der Sporthalle schafft einen unabhĂ€ngigen Ankunftsort fĂŒr externe Nutzer der Sport-Einrichtungen und ergĂ€nzt das Sportangebot im Freien. Gleichzeitig funktioniert er als Scharnier zwischen dem Hauptplatz und den SportplĂ€tzen. Loser Kies dient hier einerseits der Versickerung und als Fallschutz fĂŒr die Street-Workout-GerĂ€te. Im Osten kommt eine Belagsintarsie zu liegen, die einen Vorplatz fĂŒr die Sekundarschule bildet und einen Dialog mit den Sportfeldern etabliert. Eine Pergola, ein wassergebundener Belag, Sitzelemente und vereinzelte GrossbĂ€ume bespielen den Platz, der einerseits als AufenthaltsflĂ€che fĂŒr die Pause aber auch als eine Art âZuschauertribĂŒneâ funktioniert, um die sportlichen AktivitĂ€ten auf den Feldern zu beobachten.
Drei Höfe â Gegen SĂŒden, hin zur Landschaft und Sonne eröffnen sich drei Höfe, die da GebĂ€ude mit seinem landschaftlichen Kontext in einen Dialog bringen und als Freiluftklassenzimmer funktionieren können. Der Ruhe- und Lesehof ist als eine RasenflĂ€che mit Kiesweg und GrossbĂ€umen ausgestaltet. Einige hölzerne Sitz- und Liegeelemente bespielen die FlĂ€che und laden dazu ein, im Schatten der BĂ€ume zu verweilen. Der Atelierhof und der Werkhof sind jeweils als KiesrasenflĂ€che ausgestaltet, die je nach IntensitĂ€t der Nutzung und Aneignung mehr RasenflĂ€che oder mehr PlatzflĂ€che sein kann. Unter vereinzelten BĂ€umen finden sich hier robuste WerkbĂ€nke die als erweiterte âArbeitsflĂ€che im Freienâ von den angrenzenden WerkstĂ€tten benutzt werden können. Im Werkhof und angrenzend an die UnterrichtsrĂ€ume der Naturkunde können auch Hochbeete oder ein Biotop angelegt werden.
Material und Konstruktion
Die Konstruktion sieht einen konstruktiven Holzbau vor, welcher mit einer hohen FlexibilitĂ€t ausgestattet ist. Die feingliedrigen Holzfassaden mit sehr grosszĂŒgig dimensionierten Holzrahmenfenstern prĂ€gen das Erscheinungsbild und die Semantik des Ensembles. Das Tragwerk besteht aus einer feingliedrigen Holzkonstruktion mit aussteifenden Stahlbetonkernen. Es ist keine Unterkellerung vorgesehen. Es wird lediglich im Bereich der massiven Stahlbeton- bodenplatte Streifenfundamente geben, die ins Erdreich ragen.
Das Holzbausystem lĂ€sst sich mit einem Achsraster von 2,5m und Spannweiten von durchschnittlich 7,5m ökonomischen realisieren. SĂ€mtliche hĂŒllenden Aussenwandbauteile sind in vorgefertigten hochwĂ€rmegedĂ€mmten Holzrahmenelementen eingestellt. Zusammen mit den sehr grosszĂŒgig dimensionierten Holzrahmenfenstern wird Holz das Erscheinungsbild und die Semantik des Hauses nach Aussen prĂ€gen. Im Innenraum dominiert neben einer angenehmen Transparenz ein Wechsel aus Beton- und HolzoberflĂ€chen. ErgĂ€nzt werden die HolzoberflĂ€chen durch farblich fein abgestimmte Lehmkasienböden. Dieses Wechselspielaus hölzernen, mineralischen und natĂŒrlichen OberflĂ€chen verleiht den RĂ€umen eine eigene IdentitĂ€t und garantiert ein behagliches und bauökologisch optimiertes Raumklima. Es sind gerade die InnenrĂ€ume der Cluster, denen mittels einer atmosphĂ€rischen und subtilen Ausgestaltung in Holz und mit fein abgestimmter Farbe gestalteter FlĂ€chen eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Die Bereiche des Aussenraumes (Platzabfolgen, GrĂŒnbereiche) sollen zwar differenziert aber sehr unprĂ€tentiös und selbstverstĂ€ndlich gestaltet werden. Der Raum Aussen soll weder durch fixierte Einbauten noch durch den Einsatz zu vieler Materialien geschwĂ€cht werden und an Raumfluss und Kraft verlieren.
Tragwerk
Alle GebĂ€udeteile werden flach bzw. ĂŒber Magerbetonstreifen in den Rheinschotter gegrĂŒndet. Die Klassentrakte sind Holzskelettkonstruktionen aus StĂŒtzen und TrĂ€gern. Die horizontalen Ebenen, Decken und Dach, sind mit einer dĂŒnnen Betonschicht bzw. im Dach mit einer Holzwerkstoffplatte ausgefacht. Dabei sind die TrĂ€ger und der Ăberbeton zu einer Holz-Beton-Verbund Rippendecke bzw. im Dach zu einer Holzrippendecke verbunden. Die Erschliessungskerne in Stahlbeton und wenige aussteifende WĂ€nde sorgen fĂŒr die nötige StabilitĂ€t gegen Wind- und ErdbebenkrĂ€fte. Alle anderen Innen- und AussenwĂ€nde sind nichttragende Ausfachungen der Skelettstruktur. Ihre Ausbildung ist auf die je nach Lage unterschiedlichen Anforderungen an WĂ€rmedĂ€mmung, Schallschutz, Lichteinfall und Brandschutz abgestimmt.
Die Sporthalle ist analog den Klassentrakten aufgebaut. Um auf die Kleinteiligkeit der Nebenraumspanne zu reagieren sind die Decken allerdings als Holz-Flachdecken ausgebildet. Wegen den fehlenden Schallschutzanforderungen bei den Decken ist eine lose SchĂŒttung ausreichend. Sie erleichtert zudem die LeitungsfĂŒhrung in den Nasszonen. Das Dachtragwerk der Halle ist eine einfache TrĂ€gerkonstruktion. Sie bietet FlexibilitĂ€t fĂŒr das Anordnen der TrennvorhĂ€nge, die Integration der Haustechnik und fĂŒr rauakustische Massnahmen. Die vorgeschlagene Bauweise ist robust, wirtschaftlich und lĂ€sst sich von heimischen Firmen mit regional erzeugten Rohstoffen umsetzen.
Ăkologie und Ăkonomie
Der Neubau des GebĂ€udes wird nach Minergie-P/A konzipiert. Alle Aussenbauteile und die Dachkonstruktion sind hochwĂ€rmegedĂ€mmt. Die WĂ€rmebereitstellung erfolgt ĂŒber eine effiziente GrundwasserwĂ€rmepumpe, die Verteilung ĂŒber flĂ€chige Niedertemperatursysteme. Eine mechanische LĂŒftungsanlage in Kombination mit sensorgesteuerten LĂŒftungsklappen versorgt alle RĂ€ume mit Frischluft. Die Verwendung einer effizienten Anlage mit WĂ€rmerĂŒckgewinnung erlaubt den wirtschaftlichen Betrieb sowie ein ökologisches Energiekonzept.
Die GebĂ€udehĂŒlle mit grosszĂŒgigen GlasflĂ€chen ist Garant fĂŒr hohe passive Solargewinne bei gleichzeitig optimaler Ausnutzung des natĂŒrlichen Tageslichts. In Kombination mit einer gesteuerten Beschattung wird sommerlicher Ăberhitzung entgegengewirkt und somit natĂŒrliche Umweltressourcen optimal genutzt. Hochwertige 3-Scheiben-Verglasungen in NiedrigstenergiequalitĂ€t und dichter GebĂ€udehĂŒlle in Kombination mit NachtlĂŒftungselementen, sichern ein optimales Klima innerhalb der GebĂ€udehĂŒlle. Der Einsatz hochwertiger, ökologischer und regional verfĂŒgbarer Materialien, energieeffizienter Haustechniksysteme und Nutzung von erneuerbarer Energie schont Natur und Umwelt und schafft einen positiven Beitrag zum Thema Nachhaltigkeit.
Gruppenbildung, MassstĂ€blichkeit, Raumsequenzen, AussenraumbezĂŒge, angenehme Durch- und Ausblicke und eine klare unaufgeregte Strukturierung garantieren jene QualitĂ€ten und AtmosphĂ€ren die dem SelbstverstĂ€ndnis einer zukĂŒnftigen Schule gerecht werden sollen.
Energiekonzept
Eigenverantwortliches Handeln bei der GebÀudenutzung ist die Grundlage der haustechnischen Anlage.
Low-Tech-Komponente «HybridlĂŒftung»: Das GebĂ€ude ist mit einer mechanischen GrundlĂŒftung ausgestattet. Dies bedeutet, dass das LĂŒftungssystem fĂŒr die Klassenzimmer auf den unteren Normgrenzwert dimensioniert ist (Grundlastabdeckung). Verschlechtert sich die LuftqualitĂ€t in den RĂ€umen auf einen CO2-Wert >1200ppm (einstellbar) wird eine LĂŒftungsklappe in der Fassade geöffnet und es strömt Frischluft nach. Ab einem CO2-Wert von <800ppm (einstellbar) schliesst der LĂŒftungsflĂŒgel wieder. Im Winterfall wird die nachströmende Frischluft durch den unmittelbar unter der LĂŒftungsklappe positionierten Heizkörper nacherwĂ€rmt.
Low-Tech-Komponente «KaskadenlĂŒftung»: In allen GebĂ€udebereichen wird konsequent die so genannte KaskadenlĂŒftung umgesetzt. Durch diese Form der LuftfĂŒhrung wird das Luftkanalnetz relevant reduziert und somit Investitions-, Wartungs- und Betriebskosten eingespart. Die LĂŒftungsanlagen fĂŒr die KlassenrĂ€ume sind mit einer WĂ€rme- und FeuchterĂŒckgewinnung ĂŒber EnthalpiewĂ€rmetauscher ausgestattet.
Low-Tech-Komponente «Passive KĂŒhlung mit NachtlĂŒftung»: Der Sommerfall wurde in der Entwurfsplanung anhand dynamischer GebĂ€udesimulationen untersucht und die erforderlichen Sonnenschutzsysteme, freien LĂŒftungsquerschnitte und Speichermassen dimensioniert. Die o.e. LĂŒftungsklappen in der Fassade werden in den SommernĂ€chten automatisch geöffnet. Dadurch entsteht eine QuerlĂŒftung, die zur AbkĂŒhlung der Speichermassen und des GebĂ€udes beitrĂ€gt. Die Verschattung erfolgt durch schrĂ€g stehende Sonnenschutzmarkisen, die eine Ăberhitzung des Innenraumes verhindern.
WĂ€rme- und KĂ€lteerzeugung: Die WĂ€rmeerzeugung fĂŒr Heizung und Warmwasser erfolgt ĂŒber eine ökologisch hochwertige GrundwasserwĂ€rmepumpe. Die RĂ€ume werden mittels Fussbodenheizung beheizt und gegebenenfalls auch gekĂŒhlt.
Loch-Tech-Komponente «Luftheizung»: Die aus lufthygienischen GrĂŒnden mit einer vollumfĂ€nglichen LĂŒftungsanlage ausgestattet Turnhalle wird ĂŒber eine Luftheizung beheizt.
Photovoltaikanlage: Zur eigenen Stromproduktion ist auf dem Dach eine Photovoltaikanlage mit einer Grösse von rund 5000 m2 vorgesehen.
Das Herz der gemeinsamen Schule
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3 geschossige Aula als identitĂ€tsstiftendes Zentrum der 2 Schulen. Raum mit besonderer Identifikation, Schnittpunkt aller Wege und Auftakt zur Inneren WegefĂŒhrung.
©Bernardo Bader Architekten
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