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Nichtoffener Wettbewerb | 04/2025

Neubau Stadtteilhaus Moisling in Lübeck

Visualisierung Quartiersplatz

Visualisierung Quartiersplatz

1. Preis

Preisgeld: 17.500 EUR

studiomauer

Architektur

OTTL.LA Landschaftsarchitekten

Landschaftsarchitektur

Erläuterungstext

Durch die städtebauliche Neuordnung in Lübecks Stadtteil Mosilingen entsteht ein neuer Stadtplatz als Herz des Quartiers. Das Stadtteilhaus als wesentlicher Baustein soll den neuen Quartiersplatz rahmen und schafft einen zentralen, sozialen Ort für die Nachbarschaft. Der Neubau belebt mit den vier öffentlichen Nutzungen die „Neue Mitte“ und bietet außerdem mit einem Lesegarten und Aktivpark neue freiräumliche Angebot für die NutzerInnen und AnwohnerInnen.

Der Rahmenplan sieht für den Baukörper des Stadtteilhauses eine zum Platz geöffnete U-Form vor, die einen halböffentlichen Platz, als Übergang zum Gebäude aufspannt. Um den Quartiersplatz durch eine starke Raumkante besser zu fassen und dem Stadtteilhaus eine starke Präsenz am Platz zu verleihen, wird eine durchgehende Gebäudefassade mit einer großzügigen, zweigeschossigen Eingangsgeste zu einem innenliegenden Atrium vorgesehen, welches als halböffentliche Zone bespielt werden kann und als Foyer dient.
Die klare städtebauliche Figur wird in der Grundrissstruktur fortgesetzt. Der Skelettbau sieht eine größtmögliche Flexibilität und Nutzungsoffenheit vor, damit das Haus sämtlichen Bedürfnissen der verschiedenen Nutzergruppen gerecht wird. Um das zentrale öffentliche Atrium gliedern sich die unterschiedlichen Nutzungen. Technik- und Nebenräume werden am Atrium in einem Kern zusammengefasst, sodass die Fassade freigestaltet werden kann. Die offene, umlaufende Fassade betont somit die Öffentlichkeit des Gebäudes im Stadtkern und unterstreicht den einladenden Charakter des Stadtteilhauses.

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Verfasser der Arbeit 1007 schlagen eine kompakten 3-geschossigen Baukörper mit einer deutlichen 2-geschossigen einladenden Eingangsgeste zum Stadtplatz vor.
Die Fassade weist eine klare Gliederung auf und fügt sich gut in den städtebaulichen Kontext ein, auch im Hinblick auf die Materialität der umliegenden Bebauung. Das Erdgeschoss ist überwiegend transparent gestaltet, gewährt Einblicke und lässt Bezüge zum Freiraum zu. Lediglich im Sportraum wird das hohe Maß an Transparenz hinterfragt, da die hier tlw. notwendige Privatheit kaum zu gewährleisten ist.
Die hohe Multifunktionalität des Veranstaltungsraumes und des Raumes für die selbstverwaltete Nutzung lassen eine Nutzung auch außerhalb der Betriebszeiten zu. Die Dimension des Foyers/ Atriums versprechen eine gute Eingangssituation und interessante Blickbeziehungen. Die Gestaltung des leider noch etwas anonym erscheinenden Atriums müsste atmosphärisch angereichert werden.
Die interne Treppe der Bibliothek ist funktional an der falschen Stelle, ggf. kann sie zur schnelleren Verbindung EG/ 1. OG nach links verschoben werden.
Die Lage des Makerspace (Medienraums) als Verbindung ist folgerichtig. Die „open library“ ist funktionell machbar.
Im 2. OG sind Bürgerservice und Familienhilfe gut und funktional angeordnet.
Es sollte auf jeder Ebene eine barrierefreie Toilettenanlage angeordnet werden und insbesondere im EG und 2. OG familiennahe Angebote geschaffen werden (Abstellmöglichkeit für Kinderwagen, Wickelraum im 2. OG).
Die Konstruktion und das durchdachte Nachhaltigkeitskonzept (Recycling Ziegel) sind überzeugend dargestellt und deuten auf eine Wirtschaftlichkeit auch im Hinblick auf die Folgekosten hin.
Insgesamt stellt der Entwurf einen wertvollen, gut funktionalen Beitrag an diesem Ort zur Belebung in Moisling dar, der als identitätsvolles Stadtteilhaus vielversprechend für die späteren Nutzer und Nutzerinnen scheint.

Freianlagen:
Das formal landschaftliche Thema mit lockerer Baumstellung knüpft an die geplante Grünstrukturen auf dem Stadtplatz an.
Eine Einfassungshecke mit klar definierten Zugängen schafft einen guten Kompromiss zwischen Abgrenzung und öffentlicher Aneignung.
Der Außenbereich selbst weist aufgrund eines hohen Grünflächenanteils eine vergleichsweise geringe Ausnutzung für Bewegungsangebote auf. Die Nachbarschaft von kleinteiligen Vegetationsflächen und Aktionsbereichen wird kritisch gesehen.
Die Grundkonzeption eines klimagerechten und resilienten Freiraums mit entsprechend ausgewählten Pflanzenarten wird gewürdigt.

Unterhaltung:
Die geplanten Holz-Alu-Fenster werden begrüßt.
Der hohe Anteil an Glasflächen lässt hohe Reinigungskosten erwarten, das Glasdach über dem Atrium könnte sich als wartungsintensiv erweisen und erfordert eine sorgfältige Planung, ebenso wie die Übergänge zwischen Verblendmauerwerk und den gliedernden Betonelementen.
Es fehlt ein Windfang.

Nachhaltigkeit:
Der Entwurf ist grundsätzlich für eine Zertifizierung geeignet.
Zukünftig sind in allen Geschossen barrierefreie WCs einzuplanen.

Anmerkungen der zukünftigen Nutzer:

Bücherei:
keine weiteren Anmerkungen

Jugendzentrum:
Vermisst wird eine Überdachung im Außenbereich, auch sind im Außenbereich barrierefreie Spielangebote zu integrieren und die Aktionsbereiche sind klarer voneinander abzugrenzen bzw. deutlich zu umgrenzen.

Bürgerservice und Familienhilfe:
Funktionalität ist gut gegeben. Wartebereich/ Infothek im Bürgerservice durch Raumteilung zum Wartebereich abgrenzen.
Skizze Atrium

Skizze Atrium

Lageplan

Lageplan

Erdgeschoss

Erdgeschoss

1. Obergeschoss

1. Obergeschoss

2. Obergeschoss

2. Obergeschoss

Schnitt

Schnitt

Konstruktion

Konstruktion

Recycling-Haus

Recycling-Haus

Fassadenschnitt

Fassadenschnitt