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Nichtoffener Wettbewerb | 01/2023

Neubau Städtisches Stiftsgymnasium in Xanten

Außenperspektive

Außenperspektive

Anerkennung

Preisgeld: 22.500 EUR

HASCHER JEHLE Architektur

Architektur

Gänßle + Hehr Landschaftsarchitekten PartGmbB

Landschaftsarchitektur

ASSMANN BERATEN + PLANEN GmbH

TGA-Fachplanung, Energieplanung

Homolka Modellbau GmbH

Modellbau

Erläuterungstext

ST√ĄDTEBAU UND FREIRAUM
Der Neubau des Stiftsgymnasium Xanten ermöglicht gleichzeitig die städtebauliche Neuordnung des großräumigen Quartiers an
der Poststra√üe zwischen Bahnhofstra√üe und Johannes-Jansen-Stra√üe. Zentrales Element sind hierbei die gro√üz√ľgige Nord-S√ľd und
Ost-West-Durchquerungen, die das neue Quartier in die Umgebung integrieren und zu seinem R√ľckgrat werden.
Das neue Quartier versteht sich dabei als Synthese aus urbaner Dichte und durchgr√ľnten Nachbarschaftsr√§umen. Mit sozialer,
kultureller und baulicher Vielfalt entsteht ein zukunftsf√§higes √∂kologisches St√ľck Stadt.
Mit einer Bauweise aus differenzierten Kubaturen und Höhenentwicklungen reagiert der Entwurf auf die heterogene Bebauungsstruktur
der angrenzenden Siedlungsflächen. Neben den privaten Bereichen bilden die Angebote an die Gemeinschaft in Form des
zentralen Campusplatz, des Nord-S√ľd spannenden Gr√ľnen Bandes und der Ost-West verbindenden Gr√ľnen Meile einen
wesentlichen Beitrag zu einer neuen Form des solidarischen Zusammenlebens.
Auftakt und Initial der Gesamtentwicklung bildet der Neubau der Städtischen Stiftgymnasium. Die Gliederung der Schule in zwei
miteinander verbundene, gegeneinander versetzte ringförmige Bauten bildet im Zusammenspiel mit der Bestandsmensa im Osten
und der im Neubaufall eigenst√§ndigen Sporthalle im S√ľden in L√§nge und H√∂he wohlproportionierte Raumkanten und den
angemessenen Auftritt f√ľr das neue Gymnasium. Zusammen mit dem klar gefassten Campusplatz, der zum Auftakt und Antritt f√ľr
Schule und Sporthalle wird, entsteht ein markantes Ensemble und die pr√§gnante Adresse f√ľr das neue Stiftsgymnasium Xanten.
Auch wenn die Sporthalle im Bestand bleiben sollte, stellt das st√§dtebauliche Prinzip, dann mit Wohnbauten im S√ľden des
Campusplatz eine geschlossene L√∂sung dar. Der Campusplatz, der als zentraler Treffpunkt sowohl f√ľr das schulische als auch das
öffentliche Leben gestaltet ist, wird dabei mit seinen hohen Aufenthaltsqualitäten zu einem zentralen Bestandteil des neuen
Quartiers.
Lage und Ausrichtung des neuen Gymnasiums richten sich konsequent nach den funktionalen Anforderungen. Der Haupteingang
ist mit dem gro√üz√ľgigen Vorbereich zum Sammeln und Verweilen in Richtung Campusplatz und Ost-West-Durchwegung auf die
Haupterschließungsseite orientiert und lädt mit transparenter Geste in die neue Schule ein. Sowohl die fußläufig von der Bus- und
Bahnhaltestelle an der Poststraße als auch die mit dem PKW vom Parkplatz Ankommenden gelangen so auf direktem Weg in das
neue Gymnasium. Fahrradstellplätze sind dem Ankunftsbereich ebenfalls zugeordnet.
Der Haupteingang f√ľhrt direkt auf die Schulstra√üe, der zentralen Erschlie√üungs- und Kommunikationsachse, die alle Funktionen
zusammenbindet und √ľber die Ebenen hinweg zum Herz der Schule wird. √úber diese interne Magistrale gelangt man auf kurzem
und direktem Weg zu allen Fachbereichs-Clustern und der Verwaltung. Dieser wandelbare Raum gehört der Schulgemeinschaft
und fördert mit seinen Gestaltungsmöglichkeiten die Aneignung des Raumes und die Bespielbarkeit als Ausstellungs- und
Aufenthaltsort.
Als verbindendes Freiraum-Element flie√üt der naturnahe Gr√ľnraum von der Bahnhofstra√üe bis zur Johannes-Janssen-Stra√üe durch
die Baustrukturen. An den Quartierseingängen wird er zum kooperativen Freiraum zwischen Schule, Mensa, Sporthalle,
Haltestellen und EG-Nutzungen der Wohngebäude.
Diese vielf√§ltig nutzbaren Freir√§ume werden bis in den Campus hinein fortgef√ľhrt, wo sich Sportfl√§chen und bewegungsf√∂rdernde
Strukturen mit Bereichen zum Ausruhen, Entspannen, Treffen und Kommunizieren abwechseln.
Das Niederschlagswasser wird auf den durchl√§ssigen Bel√§gen und Gr√ľnfl√§chen zur√ľckgehalten, gespeichert und bei gleichzeitiger
K√ľhlung der Umgebungstemperatur, in den Kreislauf zur√ľckf√ľhrt. Dachfl√§chen der Geb√§ude werden als Retentionsd√§cher
ausgef√ľhrt und k√∂nnen Regenwasser zur√ľckhalten und speichern. Eine auf das notwendige Ma√ü beschr√§nkte Versiegelung von
Oberfl√§chen und die Wahl der Belagsart unterst√ľtzen die klimawirksame Freiraumplanung.

R√ĄUMLICHE ORGANISATION UND GESTALTUNG
Der Entwurf spiegelt den Ansatz eines Haus des aktiven Lernens und Miteinanders mit viel Raum f√ľr selbstorganisiertes Lernen,
die Förderung individueller Interessen und Fähigkeiten sowie gemeinschaftliche Aktivitäten wider.
Die Verteilung und Anordnung aller Bereiche ist klar gegliedert und nach deren internen Bez√ľgen gestaffelt. Der Haupteingang
f√ľhrt direkt in die zentrale Eingangshalle, die sich licht und offen pr√§sentiert, und von dort auf die zentrale Magistrale.
Die gro√üz√ľgigen, offenen Treppen im Schnittpunkt der beiden Ringe und somit im Zentrum der Anlage erschlie√üen das ganze
Gebäude auf kurzem und attraktiven Weg. Ein Aufzug ist diesem zentralen Punkt als schnelle, behindertengerechte Verbindung
und zum Lastentransport zugeordnet. Insgesamt sind alle Innen- und Außenbereiche barrierefrei zu erreichen.
Die Erschlie√üungsfl√§chen sind gro√üz√ľgig dimensioniert, so dass auch Raum f√ľr Spiel und Aufenthalt vorhanden ist. Ihre
interessanten, wechselnden Aus- und Einblicke und die offenen Treppen sowie ihre hervorragenden Lichtverhältnisse durch die
Innenhöfe machen die Erschließungsflächen zu Funktionsflächen mit hoher räumlicher Qualität. Somit entstehen attraktive innere
Aufenthaltszonen mit einer Abfolge von Orten der Begegnung, die neben einer leichten Orientierung insbesondere die interne
Kommunikation und Identifikation der Sch√ľler mit Ihrer Schule f√∂rdern.
Die Fachbereiche sind als zusammenh√§ngende Raumgruppen in den Obergeschossen angeordnet und werden √ľber die beiden
zentralen Treppen autark erschlossen. Die jeweiligen Antrittsflächen an den Innenhöfen bilden dabei die Adresse und
Ausstellungsfläche der einzelnen Themenkomplexe. Um die Innenhöfe legen sich die gemeinsam genutzen Funktionen, wie die
offenen Lernateliers und die Selbstlernzentren und bilden die Mitte von den einzelnen Fach-Clustern. Die Fachräume sind um
diese, gemeinschaftlich genutze Mitte angeordnet. Durch die g√ľnstigen Raumproportionen lassen sie sich frei nutzen und vielf√§ltig
möblieren. Alle Räume haben beste Belichtungsverhältnisse und Ausblicke ins Freie.
Kommunikation und Kooperation als wesentliche Merkmale eines zeitgemäßen didaktischen Ansatzes finden in den Fachbereichen
und ihrer Vielfalt an Raumsituationen ihre räumliche Entsprechung, Lernen als aktiver und interaktiver Prozess wird hier möglich.
Innerhalb des eigentlichen Schulgebäudes verlaufen im Erdgeschoss der erste und der zweite Rettungsweg zu Zugängen
notwendiger Treppenräume bzw. zu Ausgängen ins Freie.
Die Fach-Cluster der Obergeschosse sind jeweils in Nutzungseinheiten unterteilt. Der erste Rettungsweg aus den
Aufenthaltsr√§umen f√ľhrt je Nutzungseinheit auf die allgemein genutzten Fl√§chen und dort weiter zu einem Zugang in einen
notwendigen Treppenraum oder zu dem zentralen Treppenraum, der im Sinne der Musterschulbaurichtlinie als Halle. Der zweite
Rettungsweg f√ľr die Aufenthaltsr√§ume f√ľhrt jeweils √ľber die benachbarte Nutzungseinheit in einen weiteren notwendigen
Treppenraum bzw. die Halle.

FASSADE UND MATERIALIEN
Die geometrisch klare und einfache Abwicklung der Fassade sowie die kompakte Bauform, die zu einer Minimierung der
H√ľllfl√§chen f√ľhrt, stellen die Grundlage einer wirtschaftlichen Erstellung und Unterhaltung der Fassade dar. Horizontal und vertikal
leicht gegen die Verglasung bzw. Verkleidung hervortretende Lisenen strukturieren den Baukörper zusätzlich plastisch und geben
ihm eine angenehme Maßstäblichkeit. Die Fenster haben einen Flächenanteil von unter 50%, so dass der solare Energieeintrag, der
durch den effizienten, textilen au√üenliegenden Sonnenschutz minimiert wird, in einem g√ľnstigen Verh√§ltnis zur Tageslichtnutzung
steht.
Die H√ľlle wird in einer hohen thermischen Qualit√§t errichtet, die ununterbrochene D√§mmebene verhindert konstruktive
W√§rmebr√ľcken. Die Fenster werden mit 3-fach Verglasung versehen. Entlang der vertikalen Lisenen wird eine gr√ľne Berankung
geplant. Diese Vegetationsschicht wirkt wie ein Filter, der das Mikroklima verbessert, und sich insgesamt positiv auf die
Atmosphäre und Nutzung auswirkt.

KONSTRUKTION UND WIRTSCHAFTLICHKEIT
Die tragende Struktur ist in Holz-Hybrid-Bauweise konzipiert. Durch die Verwendung von Holz und Beton f√ľr die tragende Struktur,
kann die Betonmenge gegen√ľber einem reinen Massivbau auf ca. 50% reduziert werden, ohne jedoch ‚Äězu leicht‚Äú zu werden. Die
Geschossdecken enthalten mit 16cm Beton gerade soviel Masse, dass die Anforderungen an die Akustik im Schulbausbau erf√ľllt
werden. Durch die Lateinsparung k√∂nnen die Gr√ľndungsbauteile wesentlich geringer dimensioniert werden.
BSH Tr√§ger der G√ľte GL28c mit Abmessungen von 28/28cm wirken √ľber Kerven im Verbund mit der d√ľnnen Betonplatte und
substituieren so ca. 14cm Beton. Die St√ľtzen sind ebenfalls in Holzbauweise geplant, ebenfalls aus GL28c. F√ľr die aussteifenden
Erschließungskerne wird die Stahlbetonbauweise vorgeschlagen. Die durchgehende Deckenplatte der Holz-Hybriddecken wird
schubsteif mit den Kernen verbunden. Die vorgeschlagene Struktur ermöglicht grosse Spannweiten und so eine hohe Flexibilität
f√ľr das jetzt vorgeschlagene und sp√§tere Grundrisslayouts.
Sämtliche Stahlbetonbauteile sollten aus RC-Beton hergestellt werden, also aus Beton mit Zuschlagstoffen aus Betongranulat
(Betonabbruch). Durch CO2-reduzierten Zement kann die CO2 Bilanz nochmals verbessert werden.
Da Kerven als Schubverbindung zwischen Holz und Beton verwendet werden, ist eine sortenreine Trennung der Materialien im
Falle eines R√ľckbaus m√∂glich.
Die Bauzeit kann aufgrund der hohen Vorfertigung im Werk, auf ein Minimum reduziert werden. Dies sichert neben einer
schnelleren Fertigstellung eine geringere Baustelleneinrichtung und weitere Folgekosten.

ENERGIE UND NACHHALTIGKEIT
Statisches System
Um ein ganzheitliches, nachhaltiges Gebäude mit niedrigen CO2-Emissionen zu erreichen, muss neben der Optimierung des
Energieverbrauches auch die graue Energie, also die im Gebäude verbaute Energie und die Schadstoffemissionen aus den
Baustoffen ber√ľcksichtigt werden. Daf√ľr wird der Einsatz von Recycling- und schadstoffarmen-Baustoffen, sowie nachwachsenden
Rohstoffen angestrebt. Im Detail wird den Rohbau mit einem Holzhybridbau errichtet, wodurch weniger energieaufwändiger Beton
ben√∂tigt wird, dieser k√∂nnte auch mit Recycling-Beton ausgef√ľhrt werden.

Energieversorgung
Die W√§rmeversorgung erfolgt √ľber eine Kombination aus Fernw√§rme, Tiefengeothermie und einer W√§rmepumpe.
Die lokale Erzeugung von Solarstrom durch Photovoltaik-Elemente auf dem Dach des höheren Ringes dient als ergänzende
regenerative Energiequelle zur Eigennutzung. Auf dem unverschatteten Dach kann die Ausrichtung der Module optimiert und eine
verschattungsfreie Anordnung gewährleistet werden. Es können effizientere Module eingesetzt werden und es besteht ein
besserer Schutz gegen mechanische Beschädigung im Schul- bzw. Pausenbetrieb. Zur Optimierung des Eigenverbrauchs wird ein
Batteriespeicher eingesetzt. Die √úbersch√ľsse k√∂nnen in das √∂ffentliche Stromnetz eingespeist werden.
Raumkonditionierung
Die Fachr√§ume werden √ľber Fl√§chenheizungen und die allgemeinen Bereiche, wie das Foyer und die Schulmagistrale werden √ľber
Fußbodenheizung beheizt.
Ein wirksamer außenliegender Sonnenschutz reduziert die solaren Einträge in den Räumen.

L√ľftung
F√ľr alle R√§ume ist gem√§√ü Auslobung eine mechanische L√ľftung mit effizienter W√§rmer√ľckgewinnung vorgesehen. Die
mechanische L√ľftungsanlage sorgt √ľber eine Luftqualit√§tssteuerung nur f√ľr einen minimalen, hygienischen Luftwechsel. Bei
geeigneten Au√üenbedingungen k√∂nnen die R√§ume zus√§tzlich nat√ľrlich bel√ľftet werden. In der Au√üen- und den Hoffassaden sind
daf√ľr ausreichend gro√üe √Ėffnungsfl√§chen vorgesehen. In R√§umen, die nat√ľrlich √ľber Fenster gel√ľftet werden sollen, sollen Ampel-
Indikatoren die aktuelle CO2 Konzentration in der Raumluft plakativ darstellen und unterst√ľtzen so die Umsetzung der Sto√ül√ľftung
im Schulbetrieb sowie die Bewusstseinsbildung hinsichtlich raumklimatischer Zusammenhänge. Motorisch betriebene
√Ėffnungsklappen in der Fassade erlauben au√üerdem eine automatisierte sommerliche Nachtluftausk√ľhlung.
Die PKW-Garage ist nur teilweise abgesenkt und erm√∂glicht so die nat√ľrliche Bel√ľftung.

Beleuchtung
Die Beleuchtung der Klassenr√§ume erfolgt √ľber Deckenleuchten. Die Beleuchtung aller √∂ffentlichen R√§ume erfolgt √ľber
energiesparende und wartungsfreie LED-Leuchten mit einer hohen Lebensdauer und geringen Betriebs- und Verbrauchskosten.

Wassermanagement
Die D√§cher und Terrassen des Geb√§udes sind begr√ľnt. Das Regenwasser wird in Zisternen gesammelt und zur
Bew√§sserung der Au√üenanlagen und Fassadenbegr√ľnung eingesetzt. In den WCs werden wassersparende Objekte
eingesetzt.

Energieinformationsmanagement
Eine umfassende Aufzeichnung und Visualisierung der Energieverbr√§uche (Heizung, L√ľftung, Wasser, elektrische Energie)
unterst√ľtzt die Betriebsf√ľhrung bei rascher Behebung von Fehlfunktionen und beim Erkennen von Optimierungspotential. Um das
Energie-Bewusstsein der Sch√ľler zu st√§rken werden Energieverbrauchsdaten in den Verkehrsfl√§chen visualisiert.



Beurteilung durch das Preisgericht

Die Entwurfsverfasser positionieren den Schulneubau zentral auf der Wettbewerbsfläche und
erzeugen damit zur S√ľdostseite einen r√§umlich gefassten Eingangsplatz und zur Nordwestseite eine
zusammenhängende Sport- und Pausenfläche. Diese städtebauliche Setzung ermöglicht eine gut
erkennbaren Stadtadresse zur Poststra√üe mit √ľberschaubaren und zusammenh√§ngenden Schulh√∂fen
zur Carl-Cuno-Straße. Im Zusammenhang mit der Stadtadresse werden auch die Lage und
Eingangssituation der Sporthalle positiv beurteilt. Nachteilig wird allerdings die geringe Adressbildung
Richtung Bahnhofstra√üe empfunden, zumal dort eine der wichtigen √ĖPNV-Haltstellen liegt.
Vom urbanen Campusplatz betritt man das Geb√§ude √ľber ein einladendes Foyer, welches neben der
Erschlie√üungsfunktion gut f√ľr schulische Veranstaltungen geeignet ist. Die schulischen
Funktionseinheiten sind sinnvoll den Baukörpern und Etagen zugeordnet und ermöglichen aufgrund
der Ringerschließung und der Ständerbauweise viel Flexibilität bei späteren Veränderungen.
Aus p√§dagogischer Sicht ist die Gro√üz√ľgigkeit des Entr√©es hervorzuheben, das Raumkonzept ist
nahezu vollumfänglich im Sinne der Schule umgesetzt. Das Pausendach auf dem zweigeschossigen
Bauk√∂rper wird als zus√§tzliches Angebot gelobt, das gro√üz√ľgige Treppenhaus bindet diese Fl√§che f√ľr
Sch√ľler und Sch√ľlerinnen der Oberstufe gut an.
Das Geb√§ude einschlie√ülich der Fassade soll √ľberwiegend aus Holz konstruiert werden und wird mit
einer rankenden Begr√ľnung versehen. Dieser Ansatz ist plausibel, allerdings entwickeln die
Entwurfsverfasser daraus kein prägnantes Fassadenbild.
Das Gebäude wird in einer Holz-Hybrid-Bauweise realisiert, die verwendeten Betone sollen mit
rezyklierter Gesteinsk√∂rnung ausgef√ľhrt werden. Der Entwurf erw√§hnt auch eine leichte
R√ľckbaubarkeit der Konstruktion durch gut l√∂sbare Verbindungen zwischen Bauteilen. Die Fassade ist
ebenfalls in Holz vorgesehen. Das große Kellergeschoss verschlechtert allerdings die
Ressourcenbilanz erheblich und m√ľsste zur wesentlichen Verbesserung der Ressourcenbilanz
wegfallen.
Im Ideenteil ist die nördliche Bebauung als ein gut proportionierter Hof nachvollziehbar. Dagegen
erscheint die Wohnbaul√∂sung im s√ľdlichen Ideenteil uninspiriert.
Die bislang sehr schematische Darstellung des Freiraums lässt konkrete Nutzungsangebote und
Gestaltungsqualit√§ten noch nicht erkennen. Das gilt auch f√ľr die wichtigen Ausgleichs- und
Anpassungsfunktionen hinsichtlich Starkregen und Trockenheit. Die Anordnung des Kleinspielfeldes
ist sinnvoll, die Laufbahn f√ľhrt zu einer Barrierewirkung im Norden. Als Alternative zum direkten Weg
von der Bahnhofs- zur Poststraße und Verbindung in die Stadt und die angrenzenden Wohnquartiere
schl√§gt das Verfasserteam ein ringf√∂rmiges ‚ÄěGr√ľnes Band‚Äú vor. So ambitioniert dieser ‚ÄěLoop‚Äú als
intensiv ausgestaltetes baumbestandenes Band auch sein mag, so wenig plausibel sind seine
funktionale und gestalterische Ausformung und Integration ‚Äď vor allem auch in den zentralen
Campusplatz.
Der Vorschlag, die Stellplätze in einer Tiefgarage unterzubringen, wird vom Preisgericht als
kontraproduktiv beurteilt. Sie ber√ľcksichtigt die √∂rtliche Hochwasserproblematik zu wenig, greift
unn√∂tig ins √Ėkosystem Boden ein und ist unflexibel bei absehbaren Ver√§nderungen des
Mobilitätsverhaltens. Die Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage erzeugt, aber erhebliche Querungskonflikte
mit dem Rad- und Fu√üverkehr. Angebote und gute L√∂sungen f√ľr Hol- und Bringverkehre werden im
Entwurf vermisst. Der Vorschlag, die Stellpl√§tze f√ľr die neue Sporthalle an der Johannes-Janssen
Straße zu positionieren ist nicht plausibel.
Die Arbeit liegt bezogen auf wichtige Kennzahlen eher im oberen Bewertungs-Drittel. Flächeneffizienz,
A/V-Verhältnis, Rohstoffverbrauch, Bruttorauminhalt versprechen ein ökonomisch und ökologisch
realisierbares Schulgebäude.
Insgesamt √ľberzeugt der Entwurf mit einer nachvollziehbaren st√§dtebaulichen L√∂sung und einer
durchaus effizienten und atmosphärisch angenehmen Schule. Insbesondere die Randbereiche des
Quartiers und die Mobilit√§tsl√∂sungen erscheinen dem Preisgericht nicht zielf√ľhrend.

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Entwurfsverfasser positionieren den Schulneubau zentral auf der Wettbewerbsfl√§che und erzeugen damit zur S√ľdostseite einen r√§umlich gefassten Eingangsplatz und zur Nordwestseite eine zusammenh√§ngende Sport- und Pausenfl√§che. Diese st√§dtebauliche Setzung erm√∂glicht eine gut erkennbaren Stadtadresse zur Poststra√üe mit √ľberschaubaren und zusammenh√§ngenden Schulh√∂fen zur Carl-Cuno-Stra√üe. Im Zusammenhang mit der Stadtadresse werden auch die Lage und Eingangssituation der Sporthalle positiv beurteilt. Nachteilig wird allerdings die geringe Adressbildung Richtung Bahnhofstra√üe empfunden, zumal dort eine der wichtigen √ĖPNV-Haltstellen liegt. Vom urbanen Campusplatz betritt man das Geb√§ude √ľber ein einladendes Foyer, welches neben der Erschlie√üungsfunktion gut f√ľr schulische Veranstaltungen geeignet ist. Die schulischen Funktionseinheiten sind sinnvoll den Bauk√∂rpern und Etagen zugeordnet und erm√∂glichen aufgrund der Ringerschlie√üung und der St√§nderbauweise viel Flexibilit√§t bei sp√§teren Ver√§nderungen. Aus p√§dagogischer Sicht ist die Gro√üz√ľgigkeit des Entr√©es hervorzuheben, das Raumkonzept ist nahezu vollumf√§nglich im Sinne der Schule umgesetzt. Das Pausendach auf dem zweigeschossigen Bauk√∂rper wird als zus√§tzliches Angebot gelobt, das gro√üz√ľgige Treppenhaus bindet diese Fl√§che f√ľr Sch√ľler und Sch√ľlerinnen der Oberstufe gut an.

Das Geb√§ude einschlie√ülich der Fassade soll √ľberwiegend aus Holz konstruiert werden und wird mit einer rankenden Begr√ľnung versehen. Dieser Ansatz ist plausibel, allerdings entwickeln die Entwurfsverfasser daraus kein pr√§gnantes Fassadenbild.

Das Geb√§ude wird in einer Holz-Hybrid-Bauweise realisiert, die verwendeten Betone sollen mit rezyklierter Gesteinsk√∂rnung ausgef√ľhrt werden. Der Entwurf erw√§hnt auch eine leichte R√ľckbaubarkeit der Konstruktion durch gut l√∂sbare Verbindungen zwischen Bauteilen. Die Fassade ist ebenfalls in Holz vorgesehen. Das gro√üe Kellergeschoss verschlechtert allerdings die Ressourcenbilanz erheblich und m√ľsste zur wesentlichen Verbesserung der Ressourcenbilanz wegfallen.

Im Ideenteil ist die n√∂rdliche Bebauung als ein gut proportionierter Hof nachvollziehbar. Dagegen erscheint die Wohnbaul√∂sung im s√ľdlichen Ideenteil uninspiriert.

Die bislang sehr schematische Darstellung des Freiraums l√§sst konkrete Nutzungsangebote und Gestaltungsqualit√§ten noch nicht erkennen. Das gilt auch f√ľr die wichtigen Ausgleichs- und Anpassungsfunktionen hinsichtlich Starkregen und Trockenheit. Die Anordnung des Kleinspielfeldes ist sinnvoll, die Laufbahn f√ľhrt zu einer Barrierewirkung im Norden. Als Alternative zum direkten Weg von der Bahnhofs- zur Poststra√üe und Verbindung in die Stadt und die angrenzenden Wohnquartiere schl√§gt das Verfasserteam ein ringf√∂rmiges ‚ÄěGr√ľnes Band‚Äú vor. So ambitioniert dieser ‚ÄěLoop‚Äú als intensiv ausgestaltetes baumbestandenes Band auch sein mag, so wenig plausibel sind seine funktionale und gestalterische Ausformung und Integration ‚Äď vor allem auch in den zentralen Campusplatz.

Der Vorschlag, die Stellpl√§tze in einer Tiefgarage unterzubringen, wird vom Preisgericht als kontraproduktiv beurteilt. Sie ber√ľcksichtigt die √∂rtliche Hochwasserproblematik zu wenig, greift unn√∂tig ins √Ėkosystem Boden ein und ist unflexibel bei absehbaren Ver√§nderungen des Mobilit√§tsverhaltens. Die Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage erzeugt, aber erhebliche Querungskonflikte mit dem Rad- und Fu√üverkehr. Angebote und gute L√∂sungen f√ľr Hol- und Bringverkehre werden im Entwurf vermisst. Der Vorschlag, die Stellpl√§tze f√ľr die neue Sporthalle an der Johannes-Janssen Stra√üe zu positionieren ist nicht plausibel.

Die Arbeit liegt bezogen auf wichtige Kennzahlen eher im oberen Bewertungs-Drittel. Flächeneffizienz, A/V-Verhältnis, Rohstoffverbrauch, Bruttorauminhalt versprechen ein ökonomisch und ökologisch realisierbares Schulgebäude.

Insgesamt √ľberzeugt der Entwurf mit einer nachvollziehbaren st√§dtebaulichen L√∂sung und einer durchaus effizienten und atmosph√§risch angenehmen Schule. Insbesondere die Randbereiche des Quartiers und die Mobilit√§tsl√∂sungen erscheinen dem Preisgericht nicht zielf√ľhrend.
Innenperspektive

Innenperspektive

PLAN 1

PLAN 1

PLAN 2

PLAN 2

PLAN 3

PLAN 3

PLAN 4

PLAN 4

Pikto Städtebau

Pikto Städtebau

Pikto Klima- & Ressourcenschutz

Pikto Klima- & Ressourcenschutz

Lage- & Quartiersplan

Lage- & Quartiersplan

Grundriss Erdgeschoss

Grundriss Erdgeschoss

Grundriss 1.Obergeschoss & Isometrie

Grundriss 1.Obergeschoss & Isometrie

Detail & Tragwerk

Detail & Tragwerk

Modell

Modell