Nichtoffener Wettbewerb | 07/2025
Neubau Stützpunktwehr Börry in Emmerthal
5
©arabzadeh+schneider architekten
Anerkennung
Preisgeld: 1.500 EUR
Landschaftsarchitektur
Tragwerksplanung
Beurteilung durch das Preisgericht
Städtebauliche und funktionale Einbindung
Das neue Feuerwehrgebäude wird auf rechteckigem Gesamtgrundriss zentral auf dem Grundstück aus Sicht des Preisgerichts funktional überzeugend angeordnet.
Die Fahrzeughalle befindet sich im südlichen Gebäudeteil mit direkter Alarmausfahrt zur Straße „Auf dem Klink“. Die Alarmeinfahrt zu den Alarm- und Reserveparkplätzen erfolgt räumlich getrennt sinnvoll von Osten bzw. von der Straße Rhienfeld.
In die Hangsituation des Grundstücks wird das 2-stöckige Gebäude auf einem unteren Niveau eingebunden. Hierdurch entsteht ein überzeugender Bezug zur Siedlungsstruktur. Die zwangsläufig entstehende Gefällesituation nördlich – insbesondere jedoch südlich des Gebäudes – ist aus Sicht des Preisgerichts in der weiteren Durcharbeitung des Entwurfs eingehender zu untersuchen.
Aus Sicht des Preisgerichts wäre zudem eine Positionierung der Alarmausfahrt zur Straße „Auf dem Klink“ etwas weiter westlich wünschenswert, um eine deutlichere städtebauliche und funktionale Trennung zur Straße Rhienfeld zu erzielen.
Funktionalität
Aus Sicht des Preisgerichts erfüllt der Entwurf die Anforderungen aus der Nutzung uneingeschränkt. Zu loben ist insbesondere die klare Gebäudestruktur und die funktionale Trennung der Nutzungen. So ist eine Überschneidung von Alarm- und Besucherwegen konsequent vermieden.
Wirtschaftlichkeit
Die insgesamt kompakte Gebäudestruktur und die platzsparende Verkehrsführung lassen eine wirtschaftliche Realisierung erwarten.
Gestalterische Qualität der Innen- und Außenräume
Ausdrücklich zu loben ist die Anordnung des Haupteingangs an der Nordostecke des Gebäudes und seine gestalterische Hervorhebung durch das unterschnittene Obergeschoss.
Ebenfalls gut gelöst sind die Einblickmöglichkeiten aus dem Schulungsraum und dem Erschließungsgang im Obergeschoss in die Fahrzeughalle.
Die Freiräume sind nachvollziehbar in verschiedene Funktionsbereiche organisiert. Die Tiefe der Durchplanung ist aus Sicht des Preisgerichts noch nicht ausreichend. Die vorgeschlagene Verortung der Retentionsräume für das Regenwasser ist nur für die Abflüsse von einem Teil der überbauten Flächen nutzbar. Die Gestaltung von Aufenthaltsbereichen im Freigelände zusätzlich zur Dachterrasse erscheint aus Sicht des Preisgerichts sinnvoll.
Gestalterische Qualität der Fassaden
In der Gestaltung mit einer vorgegrauten Holzschalung ist die Funktion des Gebäudes gut ablesbar. Die eingeschnittenen transparenten Fassadenelemente wie die Tore der Alarmausfahrten und die Fensterbänder sowie der überdachte Eingangsbereich verleihen dem ansonsten monolithischen Block eine angemessene Maßstäblichkeit.
Technische Realisierbarkeit
Es handelt sich um bewährte Konstruktionen (Stahlbetonskelettbau, Holzständerwände und vorgehängte, hinterlüftete Holzfassade) mit ggf. Möglichkeit zu hoher Vorfertigung. Es ist aus Sicht des Preisgerichts gut realisierbar.
Die baurechtlichen Vorschriften werden eingehalten.
Das vorliegende Gebäudekonzept folgt den Vorgaben zu nachhaltigen Technologien und kompakter Bauweise. Die Wärme- und Kälteübergabe erfolgt über Deckenstrahlplatten und die Fußbodenheizung, während regenerative Energien durch Photovoltaik-Anlagen und Aerothermie erzeugt werden. Eine zentrale Lüftungsanlage sorgt für optimale Luftqualität. Die Option zur Kühlung über die Fußböden und Nachtlüftung ergibt guten Sommerkomfort.
Das Konzept sieht eine gute Tageslichtversorgung der Räume und Erschließung vor, sowie nachhaltige Materialien mit Recycling-Beton im Sockel, Holzmassivbau und Holzfassade. Die einfache Erschließung mit guten Blickbezügen, eine Dachterrasse sowie Regenwassernutzung über Retention und Baumrigolen unterstreichen die funktionale Qualität.
Details wie die PV-Überdachung der Parkplätze und Falttore mit hohen Dämmwerten zeigen das Engagement für energieeffiziente Lösungen.
Dennoch weist das Konzept Optimierungspotenziale auf: Die Überdachung der südlichen Parkplatzreihe erscheint wegen der Verschattung nicht sinnvoll. Die Details zur Vermeidung von Wärmebrücken sind noch vereinfacht dargestellt und bedürfen detaillierterer Ausarbeitung. Das gilt auch für den konstruktiven Aufwand der Auskragung. Feststehende Verglasungen im Obergeschoss und hinter Lamellen sollten hinsichtlich der Funktionalität und Wartung überprüft werden.
Insgesamt stellt das Konzept eine gelungene Lösung der ökologischen Anforderungen dar.
©arabzadeh+schneider architekten
©arabzadeh+schneider architekten
©arabzadeh+schneider architekten
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