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Offener Wettbewerb | 01/2006

Neubau UKE Campus Lehre / Hörsaalzentrum Universitätskrankenhaus Eppendorf

1. Preis

LRW Architektur und Stadtplanung

Architektur

Erläuterungstext


Universitätsklinikum Hamburg – Eppendorf (UKE)
Neubau Hörsaal- und Lehrgebäude „Campus Lehre“



Städtebauliches Konzept / Neue Adresse auf dem UKE Gelände

Das neue Hörsaal- und Lehrgebäude „Campus Lehre“ fügt sich mit seiner Kubatur selbstbewusst zwischen HPI und Rothe–Geussenhainerhaus ein.
Die prägnante Architektursprache mit klarer Formulierung des Haupteinganges, gewährleistet die gute Auffindbarkeit. Der abgewinkelte Baukörper präsentiert sich orthogonal zum neuen Campus Park.
Der rückwärtige Teil zur Süderfeldstraße nimmt die Straßenflucht der angrenzenden Bebauung auf. Das Staffelgeschoss mit Rücksprung zum HPI und zur Süderfeldstraße nimmt Rücksicht auf die Nachbarbebauung .
Wegen der vorhandenen großkronigen Bäume wird der Haupteingang zurückgesetzt. Dadurch kragen die Obergeschosse aus und die Wurzelbereiche der Bäume werden durch die Gründung des Gebäudes nicht gestört.
Die Abstandsflächen zum HPI und Rothe–Geussenhainerhaus werden eingehalten. Lediglich zum Rothe–Geussenhainerhaus gibt es einen kleinen Bereich mit Überschneidungen. Da die Aufenthaltsräume in beiden Gebäuden erst im Galerie- bzw. 1. Obergeschoss untergebracht sind, ist die geringfügige Abstandsflächen- überschreitung vertretbar.



Gebäudekonzeption

- Erdgeschoss mit Galeriegeschoss und Hörsaal
Über den ebenerdigen Eingang betritt man das großzügige Foyer, das als Mittelpunkt des Hauses bezeichnet werden kann.
Nach Durchschreiten des Foyers öffnet sich auf gleichem Niveau der 400 Personen fassende Hörsaal.
Angegliedert an das Foyer sind alle wichtigen übergeordneten Funktionen der Infrastruktur und der Erschließung.
Wichtigstes Element ist die zentrale offene Treppe, die über einen Luftraum alle Geschosse miteinander verbindet. Der Luftraum schließt mit einem großzügigen Oberlicht in der Dachebene ab.
Im Foyer schaffen Blickbeziehungen Orientierung und machen das Konzept des Gebäudes schnell begreifbar.
Direkt erreichbar vom Foyer sind neben dem Hörsaal das Bistro mit Zugang ins Freie, der Buchladen, die Fahrstühle, die WC-Anlagen, der Hausmeister sowie im Galeriegeschoss die Büros, die häufig von den Studenten konsultiert werden müssen sowie die Schließfächer.

Der Hörsaal wird direkt vom Foyer aus betreten. Die rückwärtige Erschließung minimiert Störungen bei „Zuspätkommen“ während einer Vorlesung oder einem Vortrag. Mit einer flexiblen Trennwand ist er in zwei Hörsäle mit je 200 Zuhörern teilbar.
Das Gestühl ist abfallend zum Podium und erlaubt eine optimale Sicht auf die Bühne.
Die Fluchtwege gehen direkt ins Freie, so dass keine zusätzlichen brandschutztechnischen Anforderungen an den Hörsaal gestellt werden. Die natürliche Belichtung und Sicht nach draußen erfolgt über seitlich angeordnete Fenster. Die begehbare abgehängte Decke erlaubt die gute Wartung aller technischen Einrichtungen und übernimmt die Verteilung der notwendigen Medien in die darüber liegenden Geschosse.
Des weiteren übernimmt sie zusammen mit den Wänden die Verbesserung der Raumakustik.


- 1.– 3. Obergeschoss mit Seminarräumen
In den Geschossen darüber, im 1. bis 3. Obergeschoss, liegen die Lehr- und Seminarräume. Der Grundriss ist so konzipiert, dass eine flexible Aufteilung der Räume innerhalb der Geschosse möglich ist. Über die Lage jedes einzelnen Raumes muss erst im Verlauf der weiteren Planung entschieden werden.
Erschlossen werden die Räume durch eine Mittelzone mit eingestellten Nebenräumen, wie WC`s und Abstellräume sowie Räume für die Unterverteilung der Elektroinstallationen.
Die Seminarräume und Skill-labs liegen alle an der Außenwand. Sie sind 7,50m tief und haben eine lichte Raumhöhe von ca. 3,30m.
Damit wird eine natürliche Belichtung und Belüftung der Räume möglich.
Die notwendigen Fluchttreppenhäuser liegen an den Endpunkten der Mittelzone.

- Staffelgeschoss / Dekanatsbereich
Über den zentralen Treppenraum erreicht man das im Staffelgeschoß gelegene Dekanat.
Hier ist der Grundriss um eine Gebäudeachse zurückgesetzt, um den geringeren Raumtiefen von Büroräumen Rechnung zu tragen.
Der zentrale Luftraum mit Blickbeziehung zu den darunter liegenden Geschossen bleibt modifiziert erhalten, wird jedoch transparent eingehaust, um akustische Störungen zu vermeiden.
Es ergibt sich ein flexibler großzügiger Grundriss mit Terrasse nach Westen, der allen Belangen des Raumprogramms gerecht wird.

Besonders zu erwähnen ist der zentrale Sitzungssaal, der durch seine Lage und großzügige Vorzone auf die zu erwartende Anzahl von Menschen eingeht.
Außerdem zu erwähnen ist der zum Campuspark orientierte ruhige Bereich für die Leitung des Dekanats.