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Nichtoffener Wettbewerb | 09/2023

Neubau Verwaltungsgebäude im Freilichtmuseum Hessenpark

3. Preis

Preisgeld: 9.817 EUR

MEURER GENERALPLANER GMBH

Architektur, Landschaftsarchitektur

Erläuterungstext

Eine Hofanlage f√ľr die Verwaltung
Das Freilichtmuseum Hessenpark bildet eine besondere st√§dtebauliche Herausforderung, da sich seine Gesamtstruktur am Prinzip der Hofanlagen und Dorfanger orientiert. Der Neubau muss sich in diese Struktur einf√ľgen, ohne mit Ihr zu konkurrieren. Bei dem Neubau der Verwaltung handelt es sich um ein dem Freilichtmuseum dienendes Geb√§ude. Gemeinsam mit dem Eingangsgeb√§ude bildet es den neuen Vorplatz, den Empfang und den Rahmen f√ľr das Freilichtmuseum. Dabei f√ľgt es sich bewusst in die Topographie der Landschaft ein und bildet mit 3 Giebelfassaden mit ansteigenden Giebeln gemeinsam mit dem Eingangsgeb√§ude den Auftakt. Vom Vorplatz aus sind Haupteingang, Poststelle, Anlieferung und Bedarfskasse barrierefrei zu erreichen. Die Bedarfskasse befindet sich direkt an dem Bedarfszugang zwischen Neubau und Empfangsgeb√§ude.

Das im Verfahren vorgegebene Baufeld wird zur Realisierung eine eingeschossigen Geb√§udes leicht √ľberschritten. Alle Wege und Fahrbeziehungen bleiben erhalten.

Die Geb√§udeform des Neubaus bildet im Freilichtmuseum eine eigene kleine autarke Hofanlage mit ‚Äěprivatem‚Äú Innenhof f√ľr die Mitarbeiter. Um den Innenhof gruppieren sich 4 Geb√§ude mit Satteld√§chern, deren Firste parallel zum Eingangsgeb√§ude ausgerichtet sind. Alle Geb√§udeteile sind bewusst eingeschossig gehalten. Zum einen ist somit nicht nur Barrierefreiheit an sich gew√§hrleistet sondern auch das alle Mitarbeiter immer die gleichen Wege gehen k√∂nnen und an allen Angeboten gleichberechtigt partizipieren. So ist die Qualit√§t aller Arbeitspl√§tze gleicherma√üen hervorragend. Zum anderen k√∂nnen ein zweiter baulicher Rettungsweg sowie ein Aufzug sowohl in der Herstellung als auch im Betrieb eingespart werden und es kann ein maximal real passives Geb√§ude entstehen.

Die Fassade und die D√§cher bestehen aus einer Holzrahmenkonstruktion mit Holzschindeldeckung aus Fichte. Die Holzrahmenkonstruktion aus heimischen Nadelh√∂lzern ist strohballenged√§mmt und innenseitig mit Lehmbauplatten und Lehmputz versehen. Die Holzschindeln sind mit einer Vorvergrauungslasur versehen, um die Vergrauung gleichm√§√üig √ľber die Fassade zu gestalten. Die Holzschindeln reichen bis zum Fu√üpunkt der Au√üenwand an der Gel√§ndeoberfl√§che, wobei die unteren 2 Schindelreihen als Opferschindeln ausgebildet sind. Den Spritzwasserschutz garantiert ein Metallgitter √ľber einem abgesenkten Kiesbett. Die Holzschindeleindeckung bietet Unterschlupf f√ľr N√ľtzlinge und kann dementsprechend konstruiert werden. So wird das Geb√§ude Teil der Landschaft und des angrenzenden Baumbestandes.

Die Satteld√§cher der Geb√§ude weisen auf den Nordseiten Dachfl√§chenfenster zur L√ľftung auf, auf den S√ľdseiten sind sie fl√§chenb√ľndig mit Fotovoltaik Elementen belegt.

Die Fassade zum Innenhof bildet eine Pfosten-Riegel-Fassade aus Holz mit √∂ffenbaren Schiebelementen. Die D√§cher des teilweise √ľberdeckten Innenhofes sind extensiv begr√ľnt. Der Innenhof selbst weist eine kleine artenreiche heimische Vegetation auf.

Betritt man das Geb√§ude √ľber den Haupteingang im Osten, wird man √ľber einen Windfang in die Lobby gef√ľhrt und hat direkt einen freien Blick in den Innenhof, der als wettergesch√ľtzer Bereich der konzentrierten Arbeit dienen kann. Im √∂stlichen Bereich des Geb√§udes befinden sich die dienenden R√§ume wie Lager, WCs, Poststelle, Teek√ľche und Garderobe. Ein Teil der Technikfl√§chen ist in einem Giebel untergebracht. Die Fl√§che bildet kein Vollgeschoss. Um den Innenhof herum liegen die B√ľrofl√§chen, die, aufgebaut auf einem Raster von 1.35 m, im vorliegenden Entwurf komplett offen gestaltet sind.

Das intensive Miteinander aller festen, freien und ehrenamtliche Mitarbeiter*innen aus unterschiedlichen Fachgebieten, hier in 11 Teams unterteilt, bedarf einer gro√üen r√§umlichen Flexibilit√§t. Die positive Raumakustik wird in diesem offenen Konzept durch die M√∂blierung, haupts√§chlich die Phoneboxes und die Thinktanks, sowie die lehmverputzten W√§nde hergestellt. Die nichttragenden Innenw√§nde sind Holzst√§nderw√§nde beplankt mit Lehmbauplatten. Als R√ľckzugsorte sind die Phoneboxes und die Thinktanks gleichm√§√üig √ľber die B√ľrofl√§chen verteilt, so dass alle Teams Zugang zu diesen haben. Lediglich der Besprecher S und der Projektraum bilden abgeschlossenen Raumeinheiten in der B√ľrostruktur. Angereichert wird die offene B√ľrolandschaft durch gem√ľtliche Coffepoints und zahlreiche Begegnungsm√∂glichkeiten zwischen den Teams um die Kommunikation und damit die Kreativit√§t der Mitarbeiter zu f√∂rdern.

Realisierungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit
Da es sich bei der nichttragenden Strohballenbauweise im Prinzip um bewährte Holzrahmenbauweisen mit alternativer Dämmung handelt, die ggf. bis hin zu Installationsebene vorgefertigt werden könnten, steht einer wirtschaftlichen Realisierung nichts im Wege. Um das Gebäude im Betrieb maximal wirtschaftlich zu gestalten sind die Investitionskosten bei der Herstellung erhöht, was sich jedoch innerhalb der ersten 10 Jahre im Betrieb amortisieren sollte.

Brandschutz
Da die Nutzungseinheiten erdgeschossig verteilt sind f√ľhren erster und zweiter Rettungsweg √ľber Fenster und T√ľren im Erdgeschoss. Die Wand- und Deckenverkleidungen aus Lehmbauplatten gew√§hrleisten einen hohen Brandschutz. Lehm ab einer Rohdichte von 1700 kg wird als A1, d.h. als nicht brennbar bewertet. Das bedeutet, dass ein Bauteil, das mit Lehm (Rohdichte = 1700 kg/m3) vollfl√§chig verputzt ist, als nicht brennbar gelten kann. Gleiches gilt f√ľr die Lehmbauplatten.

Barrierefreiheit
Durch die Lage aller Nutzfl√§chen im Erdgeschoss ist das Geb√§ude f√ľr alle Nutzer barrierefrei. Ein barrierefreies WC befindet sich Im WC-Block am Eingang neben den WCs f√ľr Menschen ohne Handicap. Da der Innenhof, der Haupteingang als auch der Nebeneingang der Poststelle ebenfalls barrierefrei sind, legen alle Nutzer die gleichen Wege zur√ľck. Alle Flure haben eine Breite von 1,5 m und sind nur partiell auf 1,2m eingeschr√§nkt. Die Phoneboxen selbst sind nicht mit dem Rollstuhl befahrbar. F√ľr die gr√∂√üeren Thinktanks gibt es bereits rollstuhlgerechte Ausf√ľhrungen. F√ľr Rollstuhlfahrer stehen der Besprecher S sowie der Projektraum als R√ľckzugsorte ebenfalls zur Verf√ľgung. Wand und Boden werden in kontrastreichen Farbkombinationen angelegt, sodass auch Menschen mit eingeschr√§nkten Seef√§higkeiten das Geb√§ude selbstst√§ndig nutzen k√∂nnen.

Tragstruktur
Das vorliegende Gebäude zeichnet sich durch eine tragende Konstruktion aus heimischem Nadelholz aus, die sowohl wirtschaftlich als auch funktional ist. Das Gebäude besteht aus drei Satteldächern, die durch Sparren mit First- und Traufpfetten gebildet werden. Die Wahl von Holz als Baumaterial bietet zahlreiche Vorteile, darunter Nachhaltigkeit, Wärmedämmung, ein angenehmes Raumklima und geringe Luftbelastungen.

Die tragenden W√§nde des Geb√§udes bestehen aus Holzst√§nderw√§nden, die mit einer D√§mmung aus Strohballen versehen und mit Holzplatten, sowie innenseitig mit Lehmbauplatten beplankt sind. Diese Kombination erm√∂glicht eine effektive W√§rmed√§mmung und gew√§hrleistet ein angenehmes Raumklima. Dar√ľber hinaus verleiht die Holzverkleidung dem Geb√§ude eine hohe Tragf√§higkeit.

Der vertikale Lastabtrag des Daches erfolgt direkt von der Dachkonstruktion auf die W√§nde und von dort aus weiter in die Streifenfundamente. Diese Konstruktionsweise gew√§hrleistet eine stabile Lastverteilung und eine solide Basis f√ľr das gesamte Geb√§ude.

Um den Einfluss von horizontalen Lasten, wie beispielsweise Wind oder Aussteifungskr√§fte, zu ber√ľcksichtigen, wurden Dach- und Wandscheiben ausgebildet welche bis zu den Fundamenten f√ľhren. Diese Scheiben dienen als Elemente zur Lastabtragung und sorgen f√ľr eine erh√∂hte Stabilit√§t und Steifigkeit des Geb√§udes. Zus√§tzlich fungieren die Innen-Tragachsen, die nicht mit Holzplatten beplankt sind, als Fachwerkw√§nde mit diagonalen Streben. Diese Fachwerkkonstruktion tr√§gt zur Gesamtstabilit√§t des Geb√§udes bei und erm√∂glicht eine optimale Lastverteilung.

Insgesamt stellt die Kombination aus Holzständerwänden, Sparren, First- und Traufpfetten sowie den Streifenfundamenten eine robuste, wirtschaftliche Tragstruktur dar.

Abhängig von dem Bodengutachten ist es möglich auf eine Bodenplatte aus Stahlbeton zu verzichten und diese stattdessen aus verschiedenen Stampflehmschichten auszubilden.

Energie- und Nachhaltigkeitskonzept
Ziel des Energiekonzeptes ist die Entwicklung eines √∂kologisch und √∂konomisch optimierten Verwaltungsgeb√§udes, das hohe Komfort- und Behaglichkeitsanspr√ľche erf√ľllt, keine CO2- Emissionen verursacht, g√ľnstig im laufenden Betrieb funktioniert und damit nachhaltig ist. Der Aufwand an Technik soll auf ‚ÄěLow-Tech‚Äú minimiert werden. Mit den vorgeschlagenen Konzeptkomponenten soll ein √ľber den gesamten Lebenszyklus klimaneutrales Geb√§ude entstehen, welches eine KFW EG40 F√∂rderung mit QNG-Zertifizierung erm√∂glichen soll.

Geb√§udevolumen und -h√ľlle
Die Geb√§udeh√ľlle wird in einer hohen thermischen Qualit√§t geplant, ist durchgehend hochw√§rmeged√§mmt (H√ľlle Opak U-Wert=0.12 W/m¬≤K, Glasfassade Ug=0.6 W/m¬≤K), mit optimierten W√§rmebr√ľcken und hoher Luftdichtheit ausgef√ľhrt. Die verglasten √Ėffnungen f√ľr eine gute Tageslichtversorgung und passive solare W√§rmegewinne im Winter werden als 3-fach Verglasung ausgef√ľhrt (Ug=0.6 W/m¬≤K, tvis=0.7, g-Wert=0.38). Um eine sommerliche √úberhitzung zu verhindern ist dort ein au√üenliegender beweglicher textiler Sonnenschutz vorgesehen. Ein innenliegender Blendschutz sorgt f√ľr den Komfort am Arbeitsplatz.

Material
Fast alle eingesetzten Baustoffe sind kreislauff√§hig und k√∂nnen nach dem Ende der Nutzungszeit wiederverwendet werden oder dem nat√ľrlichen Stoffkreislauf zugef√ľhrt werden. Nur die Streifenfundamente werden in Stahlbeton errichtet und die Regendichtheit der Au√üenw√§nde und des Daches wird mit einer Kunststofffolie erreicht. Hier ist zu pr√ľfen, ob die Kunststofffolie durch geeignete Ma√ünahmen ersetzt werden kann. Wind- und Luftdichheit kann √ľber Lehmschl√§mmen im Vlies erreicht werden. Die Kombination aus Holz, Stroh und Lehm erg√§nzt sich hervorragend, wobei der Lehm an den Innenw√§nden und -decken mit einer St√§rke von √ľber 4 cm die n√∂tige Masse f√ľr die W√§rmespeicherwirksamkeit als auch eine ausreichende Regulierung der Raumfeuchte garantiert.

Die Grundidee dieses Systems der Au√üenw√§nde basiert auf einem klassischen mehrschichtigen Aufbau, der im Holzrahmenbau √ľblich ist. Das Besondere ist, dass die vielen Schichten, die normalerweise mit k√ľnstlichen Baustoffen ausgef√ľhrt werden, hier mit weitestgehend nat√ľrlichen Baustoffen ersetzt werden.
Die verarbeiteten Materialien zeichnen sich durch Schadstofffreiheit aus und bilden gemeinsam ein gesundes Geb√§ude f√ľr Mensch und Umwelt. Das Nadelholz soll aus zertifiziertem Anbau, m√∂glichst aus Hessen stammen um die Belastung f√ľr die Umwelt, nicht zuletzt im Sinne der Transportwege, auf ein Minimum zu reduzieren. Die Strohballen sind von regionalen Landwirten bestenfalls aus der Wetterau oder dem Taunus zu beziehen. Der Lehm f√ľr den Stampflehmboden kann ggf. teilweise aus der Baugrube selbst generiert werden.

Alle Bauteile werden auf ihre Umweltwirkung (GWP) √ľber den gesamten Lebenszyklus beurteilt.

L√ľftung
Die L√ľftung erfolgt √ľber √∂ffenbare Fensterfl√ľgel und motorisch √∂ffenbare Dachelemente. Um die Nutzer im Winter f√ľr eine gute Luftqualit√§t zu sensibilisieren und um den L√ľftungsheizw√§rmebedarf zu minimieren werden CO2-Ampeln installiert, die anzeigen, wann Fenster ge√∂ffnet werden sollten. Optional k√∂nnen zus√§tzlich dezentrale mechanische Fassadenl√ľfter mit einer W√§rmer√ľckgewinnung installiert werden. Im Sommer wird eine nat√ľrliche Nachtluftsp√ľlung vorgesehen, die √ľber witterungsgesch√ľtzte √Ėffnungen im Innenhof, sowie die motorisch gesteuerten Dach√∂ffnungen erfolgt.

Heizung
Aufgrund der passiven Ma√ünahmen (thermische H√ľllqualit√§t, passive solare W√§rmegewinne) ist der Heiz- und K√ľhlbedarf bereits minimiert. Um die thermische Tr√§gheit des Geb√§udes zu erh√∂hen, werden als Speichermasse Lehmbauplatten in W√§nden und Decken vorgesehen. Diese werden partiell als Wand- und Deckenheizungen aktiviert und geben komfortable Strahlungsw√§rme ab. Zus√§tzlich k√∂nnen bei Bedarf lokal schnell reagierende Heizk√∂rper installiert werden. Als GrundlastW√§rmequelle dient idealerweise das Erdreich, dem √ľber Erdsonden W√§rme entzogen wird. Alternativ k√∂nnen auch Eisspeicher zum Einsatz kommen. Die Fernw√§rme wird f√ľr die Spitzenlast-Heizung herangezogen.

K√ľhlung
Im Sommer erfolgt die Konditionierung mit passiven Mitteln. Neben dem Sonnenschutz und der Nachtluftsp√ľlung wird die Wand- und Deckenheizungen zur passiven K√ľhlung √ľber das Erdreich eingesetzt, die abgef√ľhrte W√§rme dient zur Regeneration des Erdspeichers f√ľr die n√§chste Heizsaison. Zus√§tzlich k√∂nnen Deckenventilatoren installiert werden, um durch die erh√∂hte Luftbewegung den sommerlichen Komfort noch weiter zu verbessern. Durch die H√∂he der offenen Dachr√§ume kann die warme Luft optimal nach oben steigen und die Erdgeschosszone kann passiv maximal k√ľhl gehalten werden.

Strom
In den nach S√ľden geneigten D√§chern werden Photovoltaik-Paneele zur Stromerzeugung fl√§chenb√ľndig und farblich an die Holzschindeln angepasst integriert. Der produzierte Strom wird √ľberwiegend selbst genutzt, √úbersch√ľsse k√∂nnen mit Ladestationen f√ľr E-Fahrzeuge oder ggf. in Batteriespeichern gespeichert werden, oder in das √∂ffentliche Stromnetz eingespeist werden. Die Beleuchtung erfolgt soweit m√∂glich √ľber Tageslicht. Das Kunstlicht wird mit energiesparenden LED-Leuchten erzeugt, diese sind wo m√∂glich mit Bewegungsmeldern und tageslichtabh√§ngiger Steuerung ausgestattet, um den Strombedarf zu minimieren.

Wasser
Wasser wird als Ressource angesehen, die nachhaltig bewirtschaftet werden soll. Hierf√ľr werden wasserlose oder -sparende Armaturen vorgesehen, die teilweise auch mit Grauwasser betrieben werden k√∂nnen. Das Regenwasser wird in Zisternen f√ľr die Gr√ľnbew√§sserung gespeichert, √ľbersch√ľssiges Wasser soll vor Ort naturnah versickern. Die Bepflanzung soll D√ľrreresistent erfolgen und nur mit gespeichertem Regenwasser gegossen werden.

Beurteilung durch das Preisgericht

4 H√§user bilden ein Haus ‚Äď hierdurch gew√§hrleisten die Verfasser einen sehr sch√∂nen Entwurfsansatz, der sich der K√∂rnung des Umfeldes anpasst. Wiewohl die Firste in Verl√§ngerung des Empfangsgeb√§udes orientiert sind, pr√§sentiert sich ein Neubau mit drei Stirnseiten und differenzierten Funktionen wie Eingang und Kasse dem Besucher. Es ist ein eingescho√üiger wohl proportionierter, ausgewogener Bauk√∂rper, der den gro√üen Vorteil einer angenehmen, einfachen Erschlie√üung und Entfluchtung bietet. Das Gef√§lle des Gel√§ndes von 1.50 m wird nicht konsequent ausgearbeitet; die Holzkonstruktion an der s√ľdlichen Ecke gr√§bt sich zu Lasten der Innen-Au√üenbez√ľge der Arbeitspl√§tze ins Gel√§nde. Marginale Baufeld√ľberschreitungen finden sich an 3 Seiten im Westen, an der S√ľd-West-Ecke sowie nach Osten, au√üerdem weist der Entwurf eine auff√§llig hohe Bruttogrundfl√§che auf, die kritisch diskutiert wird. Mit dem Vorsprung des n√∂rdlichen Langhauses ist die Verortung der Kasse richtig, allerdings erzeugt sie an dieser Stelle im Durchgang zwischen Neubau und Empfangsgeb√§ude ohne Not eine Engstelle.

Die √§u√üeren Langh√§user bilden einen geometrisch pr√§zisen und attraktiven Innenraum, der mittlere First ist unterbrochen, um Raum f√ľr einen Au√üenraum zu schaffen, der die angrenzende Besprechungsr√§ume und Think Tanks nat√ľrlich bel√ľftet und belichtet und zu qualit√§tsvollen Gemeinschaftsr√§umen werden l√§sst. Die umlaufende √úberdachung des Innenhofes verschlechtert die Tageslichtverf√ľgbarkeit und wird kritisch gesehen.

Die Grundrisse bieten die gew√ľnschte Flexibilit√§t, so dass offene und geschlossene Arbeitsbereiche gebildet und auch transformiert werden k√∂nnen. Das gew√§hlte einheitliche Material f√ľr die Au√üenfassade und das Dach sind Holzschindeln und erzeugen eine vom Preisgericht begr√ľ√üte Homogenit√§t des Geb√§udes. Kritisiert wird allerdings die Entw√§sserungssituation in den Kehlen sowie den zu klein dimensionierten integrierten Dachrinnen. Der sehr eigenst√§ndige Entwurf stellt einen wertvollen Beitrag dar in der Konzeption von modernen Geb√§uden, welcher die Verwendung von Stroh als Baustoff vorsieht.

Das Geb√§ude funktioniert mit seinem angemessenen Fensterfl√§chenanteil, der Orientierung der st√§ndigen Arbeitspl√§tze nach S√ľden und Norden, sowie den hohen Raumh√∂hen gut im Sommer und bietet mit seinem Innenhof gute Voraussetzungen f√ľr Nachtausk√ľhlung und nat√ľrliche L√ľftung der R√§ume. Die Photovoltaikelemente sind gestalterisch hochwertig in die Dachfl√§chen integriert.

Der Wettbewerbsbeitrag liegt ‚Äď bezogen auf den vorgegebenen Kostenrahmen ‚Äď in der vergleichenden Kostenbetrachtung deutlich √ľber dem Durchschnitt aller Wettbewerbsbeitr√§ge und √ľber dem Wert der Vorgaben aus dem ‚ÄěO‚Äú-Projekt.

Die Anforderungen des Landes Hessen an die Energieeffizienz zur √úbererf√ľllung der gesetzlichen Mindestanforderungen k√∂nnen mit dem vorliegenden Entwurf erf√ľllt werden. Das Energiekonzept wirft wegen der Redundanz der vorgeschlagenen regenerativen Anlagentechnik bestehend aus Geothermie und Fernw√§rmenutzung Fragen bez√ľglich der Wirtschaftlichkeit auf. Die gro√üen nach S√ľden weisenden Dachfl√§chen sollen vollst√§ndig mit einer PV-Anlage belegt werden, was positiv gewertet wird. Bez√ľglich der Verschattung der Dachfl√§chen bleiben dennoch Fragen offen. Insgesamt weist der Entwurf im Teilnehmerfeld einen deutlich h√∂heren Energiebedarf auf als der Durchschnitt.

Die Dachneigungen integrieren sich in das Gesamtensemble des Hessenparks, schaffen aber mit den Kehlen bauliche Probleme, insbesondere Entwässerung und Laub, die kritisch diskutiert wurden.