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Offener Wettbewerb | 10/2025

Neubau Volksschule Hart bei Graz (AT)

Blick vom Vorplatz
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Blick vom Vorplatz

1. Rang / Gewinner

Preisgeld: 28.000 EUR

pos architekten

Architektur

outside landschaftsarchitektur GmbH

Landschaftsarchitektur

Erläuterungstext

KONZEPT
Das Freiraumkonzept sieht im Erdgeschoss ein urban geprägtes Vorfeld und in den nach Norden orientierten Obergeschossen einen stark durchgrünten Schulgarten vor. Diese klare Gliederung stärkt das städtebauliche Konzept und verankert die Baukörper optimal im Kontext.

Der Vorplatzbereich wird durch Grüninseln gegliedert und zum Straßenraum hin leicht abgesetzt. Schattenspendende Baumgruppen und Möblierungselemente in Form von Sitzmauern und Decks schaffen eine differenzierte Vorzone mit hoher Aufenthaltsqualität.

Über den Pausenhof erfolgt die Erschließung der oberen Geschosse im Freien. Begleitend zur Treppenanlage mit Sitzstufen zieht sich ein Kletterhügel aus weichem EPDM-Belag nach oben. Hier können die Kinder spielerisch den Weg in den Garten erklimmen.

Die Dachterrasse im ersten Obergeschoss ist intensiv begrünt und als Pausenhof gestaltet. Eine große, mit einem Sonnensegel beschattete Fläche bietet den Schülern einen Lern- und Pausenraum im Freien. Ein großes Holzdeck, das auch als Bühne genutzt werden kann, ist zentral angeordnet, ebenso eine Fläche für Urban Gardening.

Der Schulgarten erstreckt sich vom Pausenhof bis hin zum höher gelegenen Kleinspielfeld über der Turnhalle welches vom Garten aus barrierefrei erschlossen wird. Die unterschiedlichen Niveaus werden dabei fließend, spielerisch und mit Aufenthaltsqualitäten überbrückt. Im Gartenbereich selbst befinden sich neben einem Funcourt weitere Spielflächen. Eine Freiluftklasse mit Sonnensegel dient den Schülern auch in den Pausen als Aufenthaltsbereich. Baumgruppen an den Rändern bilden den Übergang zum Parkplatz und sorgen für den entsprechenden Rahmen und Sichtschutz.

KLIMA UND ÖKOLOGIE
Die Beläge im Areal werden weitestgehend sickerfähig ausgeführt. Pflaster mit offenen Fugen und durchlässiger EPDM-Belag ermöglichen die Versickerung von Niederschlagswasser. Die Oberflächen werden generell in hellen Farben gewählt, um eine hohe Albedo – und damit eine geringe Aufheizung – im Sinne des Klimakomforts zu erzielen. Ein großes Grünvolumen und zahlreiche Bäume tragen zusätzlich zu einem angenehmen Mikroklima bei. Die Pflanzenwahl fokussiert sich auf klimaresiliente, heimische Arten mit ökologischem Mehrwert.

Beurteilung durch das Preisgericht

Das Projekt gliedert sich in zwei Baukörper – Schule und Sporthalle – die sich quer zum Hang stellen, diesen aber als Landschaftsraum miteinbeziehen. Diese Anordnung und die selbstbewusste Wahrnehmbarkeit werden auch in ihrer städtebaulichen Haltung begrüßt.

Die Verschränkung zwischen Innen- und Außenraum erfolgt auf unterschiedlichen Ebenen und setzt den Gedanken der „Lernlandschaft“ fort. Die Positionierung der Baukörper schafft einen übersichtlichen Vorplatz mit Aufenthaltsqualitäten und bietet gleichzeitig eine klare Orientierung sowohl für den Schuleingang als auch für die externe Zugänglichkeit von Turnsaal und Bibliothek. Der Eingangsbereich ist durch die Aula als Empfangsbereich großzügig gelöst, direkt zum Pausenhof orientiert und gibt den Ausblick zum Landschaftsraum frei. GTS, Verwaltung und Nebenräume sind im Erdgeschoss angeordnet und überzeugend situiert und gruppiert.

Der Schulbaukörper bietet eine klare und gute Orientierbarkeit mit einer zentralen und effizienten Erschließung, die gleichzeitig eine großzügige, räumliche Atmosphäre schafft. Die funktionale und räumliche Organisation und Anordnung der Cluster mit Lernzonen und Freiklassen ist überzeugend und durchdacht gelöst und bietet ausgezeichnete räumliche Voraussetzungen für die pädagogischen Anforderungen. Für jeweils zwei Cluster pro Geschoß ist eine attraktive und dennoch flächensparende, gemeinsame Mitte mit Sitztreppen konzipiert. Der Turnsaal und die Bibliothek sind sehr gut an die Schule angebunden, was deren Einbindung in den Schulalltag optimal unterstützt. Dennoch ist auch die Öffentlichkeit dieser beiden Funktionseinheiten klar ablesbar. Der Turnsaal signalisiert durch seine Durchlässigkeit eine Offenheit und gewährleistet gleichzeitig auch eine vielfältige externe Nutzung.

Der Schulgarten ist auf mehreren Ebenen angeordnet und bietet unterschiedliche Freibereiche mit entsprechenden Aufenthaltsqualitäten, die begrünte Gartenterrasse im OG1 ist zugleich Pausenhof und auch verbindendes Element zwischen Schule, Zuschauerbereich des Turnsaals und des Schulgartens. Dieser weist durch Zonierung und Gestaltung hohe Aufenthaltsqualitäten auf …

Konstruktiv wird eine hybride Holz-Beton-Verbundbauweise dargestellt, weitere nachhaltige Aspekte werden erläutert und u.a. auch im Fassadenschnitt dargestellt. Die starke horizontale Betonung in der Fassadengestaltung wird hinterfragt. Das Projekt weist eine hohe Wirtschaftlichkeit und Effizienz auf und erfüllt die entsprechenden Kennzahlen entsprechend den Anforderungen sehr gut.

Insgesamt überzeugt das Projekt sowohl in der städtebaulichen, funktionalen, räumlichen und freiraumplanerischen Gestaltung und in seiner räumlich-pädagogischen Konzeptionierung als auch darin, die Besonderheiten das Hanggrundstück miteinzubeziehen, dieses zu nutzen und zu verstärken.