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Offener Wettbewerb | 10/2025

Neubau Volksschule Patrizigasse mit Tagesbetreuung in Wien (AT)

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2. Preis

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Tragwerksplanung, Bauphysik, TGA-Fachplanung

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Brandschutzplanung

Beurteilung durch das Preisgericht

Städtebaulich bildet der fünfgeschossige Baukörper an der Freytaggasse eine klare Front aus, welche sich Richtung Süden entlang der Patrizigasse durch Positionierung der Turnhalle abtreppt. Dadurch wird ein klarer Kopf ausgebildet, der im Inneren einen gefassten
Schulhof ausbildet und die private Nutzungsmöglichkeit unterstreicht.
Die Zugänglichkeit zum Bildungsbau erfolgt über die Patrizigasse. Sie wird über eine wohlproportionierte Überdachung optisch hervorgehoben und ein klarer Vorplatz ausgebildet.
Der gut belichtete Eingangsbereich mit klarer Wegführung wird positiv bewertet. Der Mehrzwecksaal lässt sich im Betrieb zur Aula und Garten öffnen. Die Verwaltung mit sehr ansprechender Wartezone ergänzt das Raumprogramm im Erdgeschoss.
Über eine großzügige Stiegenanlage gelangt man in alle Geschosse. Gemeinschaftliche Einrichtungen – wie der Bewegungsraum bzw. die Werkräume – werden im ersten Obergeschoss gut belichtet und mit Bezug zu großzügigen Freibereichen angesiedelt. Die Einbindung dieser Zone im Schulalltag wird positiv bewertet.
Die Cluster werden sehr gleichwertig über die oberen vier Geschosse aufgeteilt. Je zwei Bildungsbereiche teilen sich großzügige und gut nutzbare Essenbereiche im 2. und 3.Obergeschoss. Hervorzuheben ist die gut gelöste Logistik dieses Bereichs. Die Multifunktionsbereiche der Cluster sind wohlproportioniert und unterschiedlich aufgeteilt.
Das umlaufende Terrassenband schafft - neben dem baulichen Witterungs- und Sonnenschutz - eine zusätzliche Außenfläche, welche nur in einem Teilbereich in seiner Tiefe als Freiklasse nutzbar bleibt. Die Fassadenbegrünung erfolgt über Pflanztröge ab dem 1.Obergeschoss. Eine erdgebundene Begrünung wäre wünschenswert.
Die großzügigen Freiräume als begrünte Dachterrassen auf dem Turn- und Bewegungsraum ergänzen das Außenraumkonzept, werden jedoch in ihrer Wartung und mangelnden Beschattung kritisch hinterfragt.
Im äußeren Erscheinungsbild wird der Sockel auf Grund der Überhöhung des Fassadenbandes klar hervorgehoben. Die Entflechtung des Schulzugangs und der Logistik entlang der Freytaggasse (Müll, Anlieferung) wird positiv bewertet. Der Zugang für externe
Personen erfolgt ebenfalls über die Hauptstiege, welche baulich vom Schulalltag abzutrennen wäre.
Die Mehrfachnutzung der Freiräume entlang der Patrizigasse sind gut verortet Die Skulptur müsste auf Grund der baulichen Gegebenheiten bestehen bleiben.
Der Beitrag schafft auf Grund der Setzung der Baukörper eine klare Trennung zwischen öffentlichem, halb-öffentlichem Bereich und dem privaten Schulgarten.
Die Abtreppung des Baukörpers formt eine gemeinsame, grüne Mitte mit der „Bafep 21“.
Der Skelettbau aus CO2-reduziertem Beton mit punktgestützten, bauteilaktivierten Stahlbetondecken ist nachhaltig und klimaangepasst. Umlaufende Lauben aus „Re-Use“-Betonplatten dienen als baulicher Sonnenschutz und verbessern die Wartung und Lebensdauer der nichttragenden Holzaußenwände. Das Thema der Wiederverwendung wird insgesamt smart und umfassend aufgegriffen.