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Nichtoffener Wettbewerb | 04/2015

Neubau von Wohnanlagen im Prinz-Eugen-Park

1. Preis / LOS 2

Preisgeld: 35.000 EUR

Fink+Jocher Gesellschaft von Architekten und Stadtplanern mbH

Architektur

HinnenthalSchaar Landschaftsarchitekten GmbH

Landschaftsarchitektur

Peter Corbishley Modellbau

Modellbau

Beurteilung durch das Preisgericht

Das Verfasserteam setzt an den beiden Perimetern in ihrer Haltung Ă€hnliche und doch fĂŒr den Ort differenzierte Baukörper. Die stĂ€dtischen HĂ€user wirken sehr gekonnt gegliedert und in ihrer Erscheinung stimmig. Mit wenigen tektonischen Mitteln des FĂŒgens wird bei den Fassaden den bestimmenden Eindruck einer sehr stĂ€dtischen Architektur erzielt.
WA 7: Die Verteilung der geforderten Nutzungen erscheint sinnvoll in den Entwurf integriert. Die EingĂ€nge zum Wohnen und zu den Sonderwohnformen werden prĂ€zise in den Stadtraum gesetzt. Das Haus zeigt sich dabei qualitĂ€tsvoll zum neuen Quartiersplatz, wobei die entstehende AxialitĂ€t zum Stadtplatz hin zu prĂŒfen wĂ€re. Eine stĂ€rkere Differenzierung der Befensterung zum Platz im EG und 1. OG erscheint notwendig. Die als MehrspĂ€nner organisierten Wohnungen harmonieren dabei sehr selbstverstĂ€ndlich mit der Ordnung der Fassaden. Das Haus fĂŒr Kinder weist mehrere Probleme im Betriebsablauf auf, die aber bei einer Überarbeitung behoben werden können. Die Feuerwehrzufahrt in der AußenspielflĂ€che sollte vermieden werden.
WA 11: Die straßenbegleitende Fassade ĂŒberzeugt in Ihrer Rhythmik und Ordnung. Vorspringende GebĂ€udeteile gliedern das Volumen und leiten gekonnt in den gut gestalteten Hochpunkt an der sĂŒdwestlichen Ecke ĂŒber. Die Ausformulierung der Nordwestlichen Ecke des GebĂ€udes, zeigt ein hohes Maß an stadtrĂ€umlichem VerstĂ€ndnis. Die formale Lösung im Bereich des DG an dieser Stelle kann jedoch nicht ĂŒberzeugen.
Sehr selbstverstĂ€ndlich gruppieren sich die Wohnungen als zum Teil durchgesteckte MehrspĂ€nner um die TreppenhĂ€user. Der geforderte Schallschutz fĂŒr die zu Cosimastraße
orientierten RÀume wird durch einfach verglaste Schallschutz Loggien ermöglicht. Im Schaubild der Fassade ist diese Lösung allerdings nicht zu erkennen. Eine gestalterisch der GesamtqualitÀt entsprechende Lösung wÀre wichtig.
Der Wohnungsmix sowie die förderfĂ€higen WohnungsgrĂ¶ĂŸen sind weitgehend eingehalten.
Die Wohnungen versprechen die gewĂŒnschte Barrierefreiheit.
Die Materialien der Fassaden versprechen ein hohes Maß an Wertigkeit und niedrigem Pflegeaufwand.
Die gewĂ€hlten Erschließungstypologien ermöglichen, bei gleichzeitig gut gestalteten EingĂ€ngen, eine Gesamtlösung im oberen wirtschaftlichen Bereich.
Die geschwungene LinienfĂŒhrung im Freiraum steht im deutlichen Kontrast zur Stringenz der Architektur der GebĂ€ude. Die FreirĂ€ume als Großform: organisch geschwungene Wege, eingebettet in eine „Wiesenlandschaft“ charakterisieren den gesamten Freiraum.
Die intarsienartig eingelegten AusstattungsgegenstÀnde wirken additiv. Durch die eingetieften Wege und die Umgrenzung der erhabenen FreiflÀchen mit Hecken werden diese offenen RasenflÀchen schwer zugÀnglich.

Große Wohnungen an den lĂ€rmbeaufschlagten Fassaden sind schalltechnisch gĂŒnstig durchgesteckt. Kleine Wohnungen sind im Sinne der Aufgabe nahezu durchgĂ€ngig von der lĂ€rmbelasteten Fassade abgewandt. Im Bereich des Knickpunktes, an dem aufgrund der Straßenkreuzung die höchste LĂ€rmbeaufschlagung auftritt, befinden sich jedoch Wohnungen die ausschließlich zur Straße ausgerichtet sind. Es werden Kastenfenster vorgesehen, die jedoch in dem Beitrag nicht ausreichend dargestellt werden. Die entsprechende Weiterentwicklung sollte keinen Einfluss auf die optische Anmutung nehmen.

Die Arbeit weist ein gutes bis sehr gutes A/V-VerhĂ€ltnis und eine gute bis sehr gute FlĂ€chenwirtschaftlichkeit auf. Als Fassade wurde ein monolithisches Mauerwerk mit aufwendiger, unterschiedlich strukturierter und abgesetzter PutzflĂ€che gewĂ€hlt. Gerade das zeichnet aber die gestalterische Erscheinung des vorliegenden Entwurfes aus und ist deshalb richtig eingesetzt und vertretbar. Wertigkeit in wirtschaftlicher Sicht ist in der baukonstruktiven und technischen AusfĂŒhrung bereits erkennbar.