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Nichtoffener Wettbewerb | 11/2019

Neubau von WohngebÀuden im Zanderweg in Karlsruhe

Lageplan mit Ideenteil

Lageplan mit Ideenteil

ein 2. Preis / Realisierungsteil

Preisgeld: 17.500 EUR

ASTOC ARCHITECTS AND PLANNERS GmbH

Architektur

urbanegestalt

Landschaftsarchitektur

ErlÀuterungstext

Mitten in Daxlanden
Der Zanderweg liegt zwischen dem Ortskern des Stadtteils Daxlanden und der Rheinstrandsiedlung. WĂ€hrend „das alte Fischerdorf“ kleinteilig und eng bebaut ist, besteht die Rheinstrandsiedlung aus unterschiedlichen aufgelockerten und durchgrĂŒnten Siedlungsmustern.
Die Lage ist attraktiv: direkt am Naherholungsgebiet dem alten Rheinarm in der Fritschlach, gut erschlossen durch Bus- und S- Bahnlinien und nicht weit von den wichtigen stĂ€dtischen Erschließungsachsen Rheinhafenstraße und B36.

StÀdtebauliche Transformation
Die stĂ€dtebauliche Idee der BestandsgebĂ€ude war zur Entstehungszeit klar und eindeutig. Die kammartige Gesamtanlage bildete zur nördlichen Seite zum Karpfen- und Zanderweg eine stĂ€dtebauliche Kante und verzahnte sich im SĂŒdwesten mit dem weitlĂ€ufigen GrĂŒn im Übergang zur Fritschlach. Mit der weiteren Bebauung der Lindenallee verschwand aber die ursprĂŒngliche GroßzĂŒgigkeit und die ÜbergĂ€nge erscheinen heute abrupt und unvermittelt.
Aus der ursprĂŒnglichen Randlage ist eine wichtige „Schnittstelle“ geworden, mit der Chance, die sehr unterschiedlichen Nachbarschaften in Beziehung zu setzen und eine eindeutige gemeinsame IdentitĂ€t auszubilden. Durch die „Spiegelung“ kehrt sich dieses Prinzip um und es entsteht eine klare stĂ€dtebauliche Kontur nach SĂŒden und ein offener Übergang zum Bestand nach Norden.

Beurteilung durch das Preisgericht

Als neues „Quartier am Zanderplatz“ vermittelt dieser Entwurf zwischen seinen unterschiedlichen Nachbarschaften. In dieser stĂ€dtebaulichen Setzung gelingen im ersten und zweiten Bauabschnitt eine sinnfĂ€llige Aufnahme und Weiterentwicklung der Baustrukturen, indem an den Bestand im Norden anknĂŒpft und eine klare stĂ€dtebauliche Kontur nach SĂŒden ausbildet wird. Die stĂ€dtebauliche Setzung ĂŒberzeugt in ihrer AnschlussfĂ€higkeit, aber auch ihrer EigenstĂ€ndigkeit und der Höhenentwicklung im Kontext des Bestandes.
Der Zanderplatz als neue Quartiermitte ist mit der Vielfalt der angebotenen Nutzungen und Gestaltungselemente (wie z.B. Spielplatz, MobilitĂ€tsangebote, soziale Einrichtungen, ergĂ€nzende Einrichtungen, wie CafĂ©, Pflegeangebote, Hausmeister, bis hin zum Kleinspielfeld in WohnungsnĂ€he) ĂŒberinstrumentalisiert und an diesem Standort nicht notwendig. Der Erhalt der BestandsbĂ€ume und der durchgrĂŒnte Platz am Übergang der unterschiedlichen Areale stehen schon fĂŒr eine identitĂ€tsbildende QualitĂ€t.
Diskutiert wird im Preisgericht die Setzung des TurmgebĂ€udes in der Mitte des Ensembles und die Öffnung die Öffnung zum sĂŒdlichen Planungsgebiet. Der Dialog mit den PunktgebĂ€uden im SĂŒden des Areal C ist denkbar. Die stĂ€dtebauliche Setzung von Realisierungs- und Ideenteil ist sehr schlĂŒssig.
Es wird eine Grundrisstypologie fĂŒr alle WohngebĂ€ude aus Zwei – und DreispĂ€nnern angeboten, die in der Gestaltung des Wohnungsgemenges noch modular verĂ€ndert werden kann. Trotz dem Angebot von ZweispĂ€nnern sind jedoch nur innenliegende BĂ€der geplant.
Die einfache GebÀudestruktur wird gestalterisch in einfache Lochfassaden umgesetzt, die nur durch ihre Höhenentwicklung und das einfache Farbkonzept mit unterschiedlichen erdigen Farbtönen variiert werden.
Es wird bemÀngelt, dass die Tiefgaragenabfahrt gestalterisch nicht integriert ist. Der Nachweis der notwendigen StellplÀtze im ersten Bauabschnitt gelingt nicht.
Die GrĂ¶ĂŸe, die Dimension und die Nutzungsmöglichkeiten der Innenhöfe sind gut gewĂ€hlt. Mit der sehr pragmatischen Lösung der ĂŒberdachten FahrradstellplĂ€tze und Abfallcontainer werden die Innenhöfe zum Straßenraum des Zanderwegs abgegrenzt. Das Angebot der MietergĂ€rten im Innenhof wird vom Preisgericht begrĂŒĂŸt. Zum sogenannten Zanderplatz aber wird im Vorbereich der Wohnungen nur ein kleiner Pflanzstreifen ausgebildet, der die Privatheit der Erdgeschosswohnungen wohl kaum zu schĂŒtzen vermag. Ein Regenwasserkonzept verbindet Zanderplatz und die Innenhöfe und zeigt den Gestaltungsanspruch in den FreirĂ€umen.
Die Gesamtzahl der Wohnungen fĂŒr den Teilbereich A erreicht nicht die Zielvorgabe der Ausloberin. Die leichte Verschiebung des Wohnungsgemenges von 4 Zimmer-Wohnungen zu Gunsten von 3 Zimmer-Wohnungen entspricht nicht dem gewĂŒnschten Wohnungsmix.
Die GebĂ€ude im NO, O, SO und NW ĂŒberschreiten die Bauflucht. Das TurmgebĂ€ude im 1.BA. ist mit sieben Geschossen eine neue Setzung im Planungsgebiet, die aber durchaus im Kontext der Nachbarschaften vom Preisgericht positiv bewertet wird.
Der Entwurf ĂŒberzeugt durch die selbstverstĂ€ndliche stĂ€dtebauliche Setzung im Anschluss an den Zanderweg und den stimmigen Übergang zur Valentinstrasse- und Lindenallee. Die großzĂŒgige Öffnung zur Valentin- und Agathenstrasse wird mit der geringen Anzahl an Wohnungen erkauft.
Lageplan mit Ideenteil

Lageplan mit Ideenteil

FreirÀume Höhendifferenzierung

FreirÀume Höhendifferenzierung

Erdgeschoss Grundrisse

Erdgeschoss Grundrisse

Erdgeschoss Grundrisse

Erdgeschoss Grundrisse

Perspektive Zanderweg

Perspektive Zanderweg