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Nichtoffener Wettbewerb | 07/2025

Neue Grundschule Innenstadt in Heilbronn

Rendering außen
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Rendering außen

Anerkennung / Realisierungsteil

Preisgeld: 5.000 EUR

wulf architekten

Architektur

RB+P Landschaftsarchitektur Bauermann Otto Ludwigs

Landschaftsarchitektur

Erläuterungstext

Auf einem bestehenden Bildungs-Campus soll eine neue dreizügige Ganztagesgrundschule entstehen. Der Entwurf formuliert eine eigenständige, identitätsstiftende Adresse. Dabei fügt sich der Neubau, zu dem vier Lernhäuser, ein Verwaltungsbereich und frei nutzbare Bereiche gehören, maßstäblich in das heterogene Umfeld ein und wahrt dabei die räumlichen Bezüge zu den angrenzenden Bestandsgebäuden.
Die neue Grundschule ist als flexible, kindgerechte Lernlandschaft konzipiert, die pädagogische Anforderungen mit räumlicher Identitätsbildung verbindet. Die Aula, die auch anderen Schulen des Campus zur Verfügung steht, ist zugleich Eingangshalle. Die Haupterschließung verläuft zentral durch das Gebäude – im Erdgeschoss als großzügige Sitztreppe ausgebildet, die sowohl als vertikale Verbindungsachse als auch als Tribüne für die Aula fungiert. Zwischen öffentlichen, halböffentlichen und schulischen Bereichen besteht eine klare räumliche Trennung; zugleich sind alle Lern-Cluster an die gemeinschaftlichen Flächen angebunden. Die Wegeführung ist intuitiv, kindgerecht und schafft zugleich vielfältige Sichtbeziehungen innerhalb des Hauses. Die innovative und modulare Baustruktur mit konsequenter Holzkonstruktion und Kappenenden aus Lehm zeigt sich unter anderem in markanten und identitätsstiftenden Kreuzstützen.

Bestehende Freiraumqualitäten wie der markante Baumbestand bleiben erhalten. Das Spiel- und Freiraumkonzept nimmt dabei die zukunftsorientierte Vision der »Neuen Innenstadtschule« auf, in deren Zentrum individuelles Lernen, Gemeinschaft und demokratische Werte stehen.

Beurteilung durch das Preisgericht

Der Baukörper ist als längliches Rechteck klar und kompakt organisiert. Zwei markante Zugänge im Osten und Westen ermöglichen eine gute Adressbildung und binden das Gebäude sinnvoll in die umgebende Clusterstruktur ein. Der Grundriss ist übersichtlich und rasterbasiert entwickelt; ein charakteristisches Gestaltungselement ist das Kreuzstützenraster in Holz, das als identitätsstiftendes Motiv durch das gesamte Gebäude hindurch wirksam wird. Die zentrale Erschließung erfolgt über ein räumlich durchgängiges Kontinuum, das Offenheit und gute Orientierung schafft.

Im Obergeschoss ist die Clusterbildung der Lernräume grundsätzlich schlüssig umgesetzt und unterstützt moderne pädagogische Konzepte. Die variable Rasterstruktur lässt eine flexible Raumanordnung zu. Teilweise erscheinen die Lerncluster jedoch zu knapp dimensioniert und aus den räumlichen Bezügen herausgelöst.

Besonders hervorzuheben ist die innovative Materialwahl, insbesondere der Einsatz von Holz-Lehm-Decken, die sowohl im Hinblick auf Nachhaltigkeit als auch auf Raumklima und Behaglichkeit überzeugen. Die architektonische Ausformulierung der Fassade ist fein differenziert, ergänzt durch funktionale Dachüberstände und eine elegant integrierte Photovoltaikanlage, die als horizontales Schild bzw. als Krone interpretiert werden kann. Die Holzkonstruktion mit Kreuzstützen bleibt dabei in ihrer Dreidimensionalität klar ablesbar.

Kritisch diskutiert wird das sehr groß dimensionierte Treppenhaus, das in Teilen eher untergenutzt wirkt. Die als Tribüne gedachte Aula scheint in ihrer Funktion nicht überzeugend integriert, wegen fehlender Doppelgeschossigkeit an der Stelle. Einzelne Spannweiten und Fensterflächen erscheinen jedoch in ihrer Größe fraglich.
Die Eingangshalle könnte in ihrer Wirkung durch eine doppelgeschossige Ausbildung gestärkt werden.
Im Rendering wirkt das angrenzende Bestandsgebäude der Alten Kelter im Maßstab unterrepräsentiert. Auch der Übergang zur Freiraumgestaltung wird kritisch gesehen: Die Idee einer lockeren Baumüberdachung wirkt überzeugend, jedoch wird die Durchgrünung durch die bauliche Setzung stark unterbrochen. Die Nähe zur angrenzenden Wohnbebauung sowie die städtebauliche Dichte im Süden – insbesondere durch die dort verlaufende Straße – werden kritisch bewertet.

Insgesamt handelt es sich um eine frische, mutige Arbeit mit hoher architektonischer Qualität, einem starken konstruktiven Konzept und einem zukunftsweisenden Umgang mit Material und Raum.
Rendering innen

Rendering innen

Lageplan

Lageplan

Grundriß Erdgeschoß

Grundriß Erdgeschoß

Schnitte

Schnitte

Modell

Modell