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Kooperatives Werkstattverfahren | 10/2025

Neue Ortsmitte Ottendorf-Okrilla

Vogelschau
6

Vogelschau

2. Preis

Preisgeld: 2.998 EUR

JORDAN BALZER SCHUBERT Architekten BDA

Stadtplanung / Städtebau

QUERFELDEINS Landschaft | Städtebau | Architektur PartGmbB

Landschaftsarchitektur, Stadtplanung / Städtebau

Erläuterungstext

Inmitten des heterogenen Stadtgebiets Ottendorf-Okrillas, zwischen Gaswerkstraße, Radeburger und Dresdner Straße entsteht ein neues urbanes Quartier. Die neue Mitte. Das Quartier verzahnt sich eng mit seiner gewachsenen Umgebung und Geschichte. Das starke Freiraumgerüst erschließt das Potential eines lebenswerten und durchgrünten Stadtkörpers, das bestehende und neue Nachbarschaften stärkt. Vernetzungen in die Landschaftsräume Moselbruch und Birkigt, zu den ÖPNV-Schnittstellen und den bestehenden Versorgungseinrichtungen, zum Schulcampus, dem Skaterweg und in die umgebenden Wohnquartiere schaffen ein Quartier der kurzen Wege. Dabei werden vor allem Fuß- und Radverkehre gezielt gefördert und attraktive Verbindungen geschaffen.

Beurteilung durch das Preisgericht

Städtebau
+ Insgesamt wird ein sehr kompaktes Quartier als Neue Stadtmitte vorgeschlagen, welches keine weiteren Grünzäsuren innerhalb der Bebauung vorsieht.
+ Der Umgang mit dem Bestand, der Erhalt der identitätsstiftenden Altbausubstanz des Betonwerkes wird sehr positiv gesehen. Das neue Rathaus als „Haus im Haus“-Lösung vorzuschlagen ist überzeugend und reizvoll.
- Die Anknüpfung des nördlichen Teils des neuen Stadtfeldes an die Radeburger Straße führt durch die Einordnung der 3-Feld-Sporthalle zu einer räumlichen Verengung und kann auch funktional nicht überzeugen.
- Der Maßstabssprung in der Geschossigkeit im Übergang vom Bestand zur Neubebauung im Bereich der Gartenstraße und Gaswerkstraße wird stark kritisiert.
- Die Baufeldgestaltung entlang der Bahntrasse und die Positionierung der Quartiersgaragen erscheint ungünstig. Die La-gen der Quartiersgaragen sind hinsichtlich der Lärmbelastung plausibel, „zerlegen“ andererseits das Quartier und er-schweren eine sukzessive Entwicklung der Bebauung.

Landschaftsplanung
+ Die Lage der „Blaugrünen Fuge“ besitzt die Option einer grünen „Beziehungszone“ zwischen der Bestandsbebauung und den Neubauten inklusive des Schulcampus.
- Allerdings ist diese Fuge in Teilbereichen sehr schmal angelegt und kann insofern seinen grünen und „vermittelnden“ Charakter nicht entfalten. Durch die zu geringen Abstände östlich der Gaswerkstraße prallen die unterschiedlichen Maßstäbe des kleinteiligen Bestandes und der urbanen Neubebauung unvermittelt aufeinander.
- Die Lage des Sportplatzes in der grünen Struktur und die damit verbundene Zäsur wird kontrovers diskutiert.
+ Die Verbindung der „Blaugrünen Fuge“ bis zur „Kleiner Röder/Birkigt“ wird grundsätzlich positiv gesehen. Der Vor-schlag für die Anknüpfung in Richtung Moselbruch erscheint städtebaulich problematisch.

Nutzungen
+ Besonders entlang des Grünzuges entstehen teils attraktive Lagen für Wohnnutzungen.
Verkehr/Mobilität
+ Die vorgesehene Haupterschließung, die Gaswerkstraße und Radeburger Straße durchgängig verbindet, stellt ein Allein-stellungsmerkmal dieser Arbeit dar. Die Möglichkeit der Verhinderung von Durchgangsverkehr wäre zu prüfen. Ansonsten kann ein überwiegend MIV-verkehrsfreies Quartier entstehen.
+ Durch die Führung der Haupterschließung parallel zur Bahntrasse können die zwei Quartiersgaragen direkt, die da-hinter liegenden Baufelder über kurze Stiche erschlossen werden.
- Gleichwohl zerschneidet die Haupterschließung den Grünraum mit in der Folge funktionalen und qualitativen Einschränkungen, auch für den Schulcampus.
+ Das Fuß- und Radwegesystem nach Norden ist gut konzipiert.
± Der Marktplatz erhält für die Andienung auf drei Seiten Fahrbereiche im verkehrsberuhigten Bereich.
- Die Promenade entlang der grünen Fuge hat nur eine indirekte Beziehung zum Marktplatz.
- Für ein Quartier an der Gartenstraße erscheint die Distanz zur Quartiersgarage etwas zu groß.
- Der Wegfall des notwendigen zentralen Pendlerparkplatzes (P+R) zu Gunsten eines Bahnhofsplatzes wird kritisiert.

Wirtschaftlichkeit
- Der Entwurf legt nahe, die einzelnen Baufelder funktional jeweils in großen Einheiten zu entwickeln. Teilungs- oder Parzellierungsvorschläge werden nicht dargestellt.
- Der Flächenanteil für den öffentlicher Raum erscheint hoch, der Anteil an privatem Grün als zu gering.
Lageplan

Lageplan

Nutzungen

Nutzungen

Mobilität

Mobilität

Detail

Detail

Detail

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