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Nichtoffener Wettbewerb | 06/2020

Neuer Campus f├╝r die Zentrale der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main

Anerkennung

Thomas M├╝ller Ivan Reimann Gesellschaft von Architekten mbH

Architektur

GSE Ingenieur - Gesellschaft mbH Saar, Enseleit und Partner

Brandschutzplanung, Tragwerksplanung

Vogt Landschaftsarchitekten

Landschaftsarchitektur

Alh├Ąuser + K├Ânig Ingenieurb├╝ro GmbH

TGA-Fachplanung

Erl├Ąuterungstext

DAS LEITBILD
Wenn der neue Campus der Deutschen Bundesbank mehr sein soll, als eine Ansammlung unterschiedlicher Geba╠łude, mu╠łssen die alten und neuen, aus unterschiedlichen Epochen stammenden Bauten, einem gemeinsamen sta╠łdtebaulichen und architektonischen Leitbild folgen. Dieses Leitbild ist durch die Bestandsbauten, vor allem durch die markante Hochhausscheibe des Haupthauses, bereits vorgegeben. Dabei geht es nicht nur um Ma├čsta╠łblichkeit und Ausdruck, sondern auch durch Sinnstiftung. Das Haupthaus ist nicht nur ein bedeutendes Bauwerk der siebziger Jahre, sondern auch - wie die Wettbewerbsausschreibung betont, das: ÔÇ×Sinnbild fu╠łr die Stabilita╠łtskultur der Deutschen Bundesbank und des westlichen Nachkriegsdeutschlands.ÔÇť
Die vorgegebene Masterplanung versucht der strukturellen Logik und dem stadtra╠łumlichen Grundprinzip des bestehenden Campus zu folgen und diesen fortzufu╠łhren. Wir haben in unserem Wettbewerbsbeitrag, den Kontinuita╠łtsgedanken in der architektonischen Konzeption einzelner Neubauten aufgegriffen, die Masterplanung neu interpretiert und weiterentwickelt. Kontinuita╠łt zu betonen, scheint uns um so wichtiger zu sein, als dass die Institution der Bundesbank fu╠łr Stabilita╠łt und Kontinuita╠łt in der Entscheidungsfindung u╠łber lange Zeitra╠łume steht.
ARCHITEKTONISCHES UND STADTRA╠łUMLICHES KONZEPT DES CAMPUS
In der vorgegebenen Masterplanung finden sich in der Ho╠łhenentwicklung des Campus drei Niveaus, die unterschiedliche Bedeutung und unterschiedliche stadtra╠łumliche Wirkung haben.
-  Das ebenerdige Niveau der gro├čzu╠łgigen Freianlagen mit dem zentralen, geometrisch klar definierten ÔÇ×ParkbandÔÇť und landschaftlich gepra╠łgten Gru╠łnanlagen jenseits des Parkbands zwischen den Geba╠łuden und entlang der Grenzen des Bundesbank-Campus.
-  Das Niveau der Sockel- und Servicegeba╠łude, die im Areal gro├če Fla╠łchen besetzen. Die riesigen Dachfla╠łchen bieten ein Potential, den es fu╠łr den Campus zu aktivieren gilt.
-  Das Niveau der Hochhausscheiben, die ein Bestandsteil der Frankfurter Skyline sind und eine gesamtsta╠łdtische Wirkung haben.
Die sta╠łdtebauliche und architektonische Konzeption thematisiert die Bedeutung und die unterschiedlichen Charakteristika dieser Niveaus:
-  Die landschaftlich gestalteten Freira╠łume, Wegeverbindungen und Blickbeziehungen auf der ebenerdigen Ebene vernetzen die einzelnen Geba╠łude und Teilbereiche des Campus untereinander. Die Freira╠łume laufen in Geba╠łude hinein, deren Foyers und o╠łffentliche Bereiche ein Raumkontinuum mit dem umliegenden Landschaftsraum bilden. Die Sockelgeba╠łude der Bu╠łroscheiben beziehen sich ra╠łumlich und erschlie├čungstechnisch u╠łber das zentrale ÔÇ×ParkbandÔÇť zueinander, der Freiraum des ÔÇ×ParkbandesÔÇť geht in gro├če offene Atrien u╠łber, die einen zentralen Eingangsraum fu╠łr die in der zweiten Reihe liegenden Scheiben bilden. Diese sind wiederum mit den innenliegenden Foyers ra╠łumlich verbunden.
-  Die Da╠łcher der Sockelgeba╠łude sind als Gartenterrassen ausgebildet. Sie bieten einen weiten Blick u╠łber die Baumkronen der Parkanlagen sowie zu den anderen Bauten und ermo╠łglichen so Orientierung innerhalb des weitla╠łufigen Campus. Den Gartenterrassen sind verschiedene gemeinschaftlich genutzte Fla╠łchen fu╠łr die daru╠łber liegenden Bu╠łroscheiben zugeordnet: z.B. Besprechungsra╠łume, Erga╠łnzungsfla╠łchen, Innovations-LABs, Projektbu╠łros, Testra╠łume etc. Sie sind als ein zuru╠łckgesetztes Zwischengeschoss ausgebildet, das ra╠łumlich in die Gartenterrassen u╠łbergeht und eine Za╠łsur zwischen dem Sockel und daru╠łber schwebenden Bu╠łroscheiben bildet. Die Za╠łsur macht vertikale Schichtung des Campus ablesbar und verleiht den riesigen Bauko╠łrpern Leichtigkeit.
-  Die schwebenden Hochhausscheiben nehmen auch in der Fernwirkung direkten Bezug auf das Haupthaus, nehmen seine Ma├čsta╠łblichkeit auf, betonen den zentralen Freiraum des Parkbandes und bestimmen die Skyline des Campus.
Die vertikale Schichtung des Campus wird durch horizontale Schichtung in die Tiefe des Campus zum Haupthaus hin erga╠łnzt:
-  Die ÔÇ×a╠łu├čere RaumschichtÔÇť mit den Servicegeba╠łuden entlang der Wilhelm-Epstein-Stra├če (Kita und Sport), zwischen denen sich ein ÔÇ×EingangsplatzÔÇť fu╠łr den Campus aufspannt.
-  Die ÔÇ×mittlereÔÇť Raumschicht mit den Bu╠łrohochha╠łusern und Sockelgeba╠łuden die sich zueinander und zum Parkband hin orientieren.
-  Die Hauptkasse mit dem gegenu╠łberliegendem ÔÇ×FensterÔÇť zum Europaturm hin.
-  Das Haupthaus mit dem davorliegenden Platz als Endpunkt des ÔÇ×ParkbandesÔÇť.
-  Der landschaftlich gepra╠łgte, weitla╠łufige Freiraum su╠łdlich des Haupthauses mit gastronomischen
Einrichtungen.
Die horizontale Schichtung einzelner Raumzonen in die Tiefe des Areals und die vertikale Schichtung unterschiedlicher Ho╠łhenniveaus in die Ho╠łhe erzeugen ein komplexes ra╠łumliches und erschlie├čungstechnisches Gefu╠łge. Der Entwurf ermo╠łglicht sie sowohl einzeln, als auch in ihrem Zusammenspiel zu erleben. Diese ra╠łumlichen Schichten gliedern die weitla╠łufigen Fla╠łchen des Campus und der gro├čma├čsta╠łblichen Raumvolumina der Geba╠łude in kleinere, u╠łberschaubare Einheiten, erleichtern Orientierung und verorten einzelne Geba╠łude beziehungsweise Nutzungsbereiche.
ARCHITEKTONISCHES UND FUNKTIONALES KONZEPT DER GEBA╠łUDE
BU╠łROGEBA╠łUDE OST UND WEST
Die beiden Bu╠łrogeba╠łude thematisieren in ihrem Aufbau und in ihrer Nutzungsverteilung die horizontale und vertikale ra╠łumliche Schichtung des Campus. Dabei werden den verschiedenen Niveaus bzw. ra╠łumlichen Schichten diejenigen u╠łbergeordneten Nutzungsbereiche zugeordnet, die von der jeweiligen Verortung am meisten profitieren. Es entsteht eine komplexe ra╠łumliche Schichtung, die den rationalen, orthogonalen Aufbau der Bestandsgeba╠łude aufgreift und sehr komplexe und erlebnisreiche ra╠łumliche Verbindungen und U╠łberlagerungen entstehen la╠łsst.
Ein gru╠łnes Atrium ist der zentrale Erschlie├čungs- und Verteilerraum beider Bu╠łrogeba╠łude. Die Atrien werden direkt vom zentralen ÔÇ×ParkbandÔÇť erschlossen, wodurch alle drei Bu╠łroscheiben im Bezug zum Campus eine gleichwertige ÔÇ×AdresseÔÇť und Erschlie├čungssituation erhalten. Die unteren drei Geschosse beherbergen gemeinschaftliche Bereiche und werden zu einer ra╠łumlichen und erschlie├čungstechnischen Einheit zusammengefasst. Durch die gro├čzu╠łgigen O╠łffnungen der Atrien zum ÔÇ×ParkbandÔÇť und zu dem gegenu╠łberliegenden Bu╠łrogeba╠łude hin baut sich zwischen ihnen eine direkte ra╠łumliche Beziehung auf. Vom Atrium her ko╠łnnen alle Nutzungseinheiten u╠łber die umliegend angeordneten Foyer-Bereiche, welche jeweils eine andere Nutzungseinheit erschlie├čen, auch unabha╠łngig voneinander erreicht werden.
Im Erdgeschoss des Bu╠łrogeba╠łudes Ost werden seitlich nach au├čen hin orientierte Sondernutzungsbereiche angeordnet, die einen direkten Zugang beno╠łtigen bzw. unabha╠łngig von restlichen Nutzungsbereichen funktionieren (Hochsicherheitsbereich, Gastronomiebereich ToGo, Krisenstab, Bankautomaten etc.).
Im 1.OG liegen Schulungs- und zentrale Besprechungsra╠łume. Luftra╠łume und Treppen verbinden den Schulungs- und Besprechungsbereich mit dem Erdgeschossniveau bzw. an den Stirnseiten mit dem daru╠łber liegenden Dachgartengeschoss.
Das Dachgartengeschoss im 2.OG wird als ein Zwischengeschoss konzipiert, das eine Fuge zwischen dem Sockelgeba╠łude und der daru╠łber liegenden Bu╠łroscheibe ausbildet. Hier befinden sich gemeinschaftlich genutzte Fla╠łchen wie zusammenha╠łngende Erga╠łnzungs- und Besprechungsra╠łume, InnovationsLAB, Testra╠łume etc. Das Zwischengeschoss bildet eine Schnittstelle zwischen dem Schulungs- und Besprechungsbereich und den Bu╠łros, welche beiden zugeschaltet werden kann. Die ga╠łrtnerisch gestaltete Dachterrasse bietet einen zusa╠łtzlichen Freiraum fu╠łr die Bu╠łronutzer, von welchem sich der Blick u╠łber den Campus o╠łffnet.
Die klar strukturierten Bu╠łrotrakte in den Hochhausscheiben sind flexibel aufteilbar. Sie ermo╠łglichen sowohl Zellenbu╠łros, als auch offene Bu╠łrotypologien. Die Bu╠łrofla╠łchen werden u╠łber zwei
Erschlie├čungskerne erschlossen und in vier 400qm Einheiten aufgeteilt, die zusammengeschaltet werden ko╠łnnen.
Der strukturelle Aufbau des Bu╠łrogeba╠łudes West ist analog dem Bu╠łrogeba╠łude Ost. Am zentralen Atrium liegen das Foyer der Bu╠łrobereiche, die Gastronomie und das Konferenzzentrum, welches eine separate, gesicherte Nutzungseinheit darstellt, die ÔÇ×externÔÇť u╠łber die Wache oder ÔÇ×internÔÇť vom Campus her, erschlossen werden kann und im 1.OG das Atrium umschlie├čt. Wie bei dem gegenu╠łberliegenden Geba╠łude wird das 2.OG als ein Zwischengeschoss ausgebildet, welches eine Gartenterrasse besitzt.
Der Gastronomiebereich (Global Green) kann direkt vom Campus oder vom Atrium her erschlossen werden. Er orientiert sich zu den umliegenden Freianlagen.
Die Volumetrie der Bu╠łroha╠łuser spiegelt das Thema der horizontalen, ra╠łumlichen Schichtung, welches unsere Interpretation der Masterplanung ist. Sie korrespondiert mit der Weite des Campus, bietet Freira╠łume unterschiedlicher Charaktere und Aufenthaltsqualita╠łten und ermo╠łglicht von verschiedenen Niveaus eine jeweils andere Wahrnehmung des Gesamtareals.
Die schweren vertikalen Volumina fangen an zu schweben. Obwohl die Fassaden a╠łhnliche wie beim Haupthaus gegliedert werden und Kontinuita╠łt vermitteln, gewinnen die Bauko╠łrper Leichtigkeit, die der Massivita╠łt des Haupthauses entgegenwirkt. Die Leichtigkeit wird durch die Materialita╠łt der Fassaden aus hellem, matt gla╠łnzenden Aluminium unterstu╠łtzt. Die neuen Bu╠łrogeba╠łude sind unverkennbar Bauwerke unserer Zeit.
SPORTZENTRUM
Die drei gro├čen Nutzungseinheiten (Innovationslabor, Sporthalle und Fitnesszentrum) zeichnen durch drei Teilvolumina zu der Wilhelm-Epstein-Stra├če ab und sind so innerhalb des gro├čen Komplexes mit ganz unterschiedlichen Nutzungen eindeutig verortet. Sie werden entlang eines Service-Ru╠łckgrads angeordnet, in dem alle no╠łtigen Erschlie├čungs- und Nebenra╠łume untergebracht sind. Die Foyers sowie die modular aufteilbaren Bu╠łro- und Dienstleistungsra╠łume orientieren sich zu den anlegenden Stadtra╠łumen. Im Inneren liegen die gro├čen, ho╠łheren Raumvolumina.
Die Servicefla╠łchen liegen direkt vom Au├čen erreichbar im Erdgeschoss. Sie orientieren sich zu den anliegenden Stadtra╠łumen: dem Eingangsplatz, der Wilhelm-Epstein-Stra├če und dem Geldmuseum. Die geforderten Lager-, Fahrrad-, Technik und Umkleidera╠łume und sowie die Tiefgaragenzufahrten sind in den unbelichteten Bereichen des Erdgeschosses untergebracht.
Die Fassaden sind a╠łhnlich wie die der Bu╠łrogeba╠łude modular aufgebaut und haben a╠łhnliche O╠łffnungsformate. Sie werden jedoch aus Betonwerkstein-Elementen ausgefu╠łhrt. Durch die andere Materialita╠łt und massive Ausfu╠łhrung setzen sie sich vom Campus ab und werden zum Bestandsteil der Stadt.
KITA
Das Geba╠łude der Kita nimmt das Thema der horizontalen Schichtung auf und interpretiert es fu╠łr dieses spezifische Programm. Durch die Terrassierung des Bauko╠łrpers entstehen drei ÔÇ×SpielterrassenÔÇť (EG, 1.OG., 2.OG), die durch Treppen bzw. Rutschen miteinander verbunden sind und Kindern unterschiedlicher Altersgruppen zugeordnet werden ko╠łnnen. Das Geba╠łude wird durch einen kompakten, zentralen Service- und Erschlie├čungskern erschlossen. Die gemeinsamen Erschlie├čungsfla╠łchen auf den Geschossen orientieren sich zu den Spielterrassen, die Gruppenra╠łume zu den umliegenden Freira╠łumen. Die Materialita╠łt der Fassaden ist analog zu denen des Sportzentrums, von dem es sich jedoch durch die pra╠łgnante Volumetrie absetzt. Holzelemente und Durchblicke zu den Spielterrassen verweisen auf die eigensta╠łndige Nutzung des Geba╠łudes.
GASTRONOMIEPAVILLON
Das Gastronomiepavillon nutzt die vorhandene Topographie um zwei Niveaus auszubilden, auf denen Terrassen liegen, die sich jeweils zum Su╠łden und zum Norden hin orientieren. Die Service- und Nebenra╠łume sind im massiven Sockel untergebracht, die Aufenthaltsra╠łume unter einem schwebenden Dach. Die Fassaden der Gastra╠łume sind gro├čzu╠łgig verglast und verbinden sich mit der Landschaft des Parks.
LOGISTIKZENTRUM
Das Logistikzentrum ist konsequent nach den Betriebsabla╠łufen aufgebaut. Dem Anlieferungsbereich ist eine gro├čzu╠łgig bemessene Rangierfla╠łche vorgelagert. Zwischen dem Anlieferungsbereich mit der Laderampe und den Lagern sind die Ra╠łume zu Warenu╠łbergabe, Umpacken und Sicherheitskontrolle angeordnet. Alle Bereiche werden u╠łber eine zentrale Erschlie├čungsachse erschlossen. Das Geba╠łude ist als ein Zweibund mit unterschiedlich breiten Trakten organisiert. Der schmale Trakt auf der Ostseite beherbergt belichtete Arbeitsra╠łume bzw. Bu╠łros, der zweite, breite Trakt die Lagerfla╠łchen. Eine zentrale Aufzugsanlage mit Lastenaufzu╠łgen verbindet alle Geschosse. Die Lager fu╠łr die Gastronomie liegen im UG, von wo die Gu╠łter direkt verteil werden. Im UG liegen in einem separaten Raum auch die Mu╠łllcontainer, die u╠łber einen eigenen Aufzug verfu╠łgen. Das Logistikzentrum ist an den unterirdischen Erschlie├čungsring angeschlossen, der alle Geba╠łude untereinander verbindet.
ENERGIE- UND NACHAHALTIGKEITSKONZEPT
Bei der Konzeption der technischen Geba╠łudeausru╠łstung wurden die gu╠łnstigen Rahmenbedingungen von Frankfurt und die damit einhergehende Mo╠łglichkeit der Energienutzung aus dem Grundwasser im Sinne des Nachhaltigkeitsgedankens beru╠łcksichtigt.
Um eine mo╠łglichst von Technik befreite, nutzbare Dachlandschaft zu ermo╠łglichen, wird die konventionelle Ka╠łlteerzeugung mit Ru╠łckku╠łhlwerken auf dem Dach durch einen Erdwa╠łrmetauscher, welcher unter der Bodenplatte des Geba╠łudes, im flie├čenden Grundwasser, und im Bereich der Au├čenanlagen (direkt beregnete und damit regenerativ nutzbare Fla╠łchen) verlegt wird, ersetzt.
Um diese Nutzung zu ermo╠łglichen, ist im Geba╠łude ein Fla╠łchenheiz- und Ku╠łhlsystem (Betonkernaktivierung) erforderlich, welches das Geba╠łude heizt und ku╠łhlt, ohne dass die Flexibilita╠łt im Ausbau eingeschra╠łnkt wird.
Im Sommer ero╠łffnet dieses Fla╠łchenheiz- Ku╠łhlsystem aufgrund der vorherrschenden Temperaturen des Grundwassers die Mo╠łglichkeit, das indirekt u╠łber den Erdwa╠łrmetauscher geku╠łhlte Umlaufwasser der Betonkerntemperierung zur Geba╠łudeku╠łhlung heran zu ziehen, ohne dass eine Ka╠łltemaschine zum Einsatz kommt.
Im Winter wird dieses Wasser mit einer Wa╠łrmepumpe auf das erforderliche Temperaturniveau von 35 ┬░C gebracht, um die notwendige Heizleistung zur Verfu╠łgung zu stellen. Die individuell gewu╠łnschte Raumtemperatur, welche bei einer zellenartigen Bu╠łrostruktur einstellbar sein muss, wird u╠łber ein in jeder 2. Ausbauachse geplantes Nachheiz- bzw. Nachku╠łhlregister im Bereich des Luftauslasses gewa╠łhrleistet. Bedingt durch die Kombination aus Betonkernaktivierung und Nachheiz- bzw. Nachku╠łhlregister kann die vom Erdwa╠łrmetauscher zur Verfu╠łgung gestellte Energie 24h genutzt werden, da die Betonkerntemperierung bedingt durch die Massentra╠łgheit des Betons zeitversetzt mit Ka╠łlte- oder Wa╠łrmeenergie be- und entladen wird, steht tagsu╠łber die nachts in der Betondecke gespeicherte Energie zur Beheizung oder Ku╠łhlung des Geba╠łudes zur Verfu╠łgung.
Die tagsu╠łber vom Erdwa╠łrmetauscher zur Verfu╠łgung gestellte Wa╠łrme- oder Ka╠łlteenergie steht somit zur Einzelraumtemperaturregelung u╠łber die Nachheiz- und Nachku╠łhlregister zur Verfu╠łgung, um fu╠łr individuell gewu╠łnschte, behagliche Raumtemperaturen zu sorgen. In Nutzungszeiten mit geringer Ku╠łhllast, wird der Sprinklervorratsbeha╠łlter als Pufferspeicher geladen, um zur Spitzenlastdeckung zur Verfu╠łgung zu stehen.
Das energetische Konzept sieht unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit weiterhin vor, die transportierte Luftmenge durch die gewa╠łhlte Art der Lufteinbringung und Verteilung auf ein Minimum zu reduzieren. Dies wird dadurch erreicht, dass die Be- und Entlu╠łftung nach dem Prinzip der Luftverdra╠łngung und nicht der Mischlu╠łftung konzipiert ist.
Die Zuluft wird bei diesem System in Bodenna╠łhe impulsarm eingeblasen. Die Raumluft wird durch dieses System verdra╠łngt, die warme, verbrauchte, CO2 haltige Luft wird zur Decke hin verdra╠łngt, stro╠łmt zum zentralen Absaugpunkt um dort abgesaugt zu werden.
Durch die erprobte, intelligente Regelungstechnik wird der tatsa╠łchliche Raumluftzustand /-qualita╠łt jeder Nutzungseinheit erfasst und somit nur die wirklich erforderliche Menge an Zuluft gefo╠łrdert. Durch dieses Konzept wird die Ventilatorantriebsenergie und die Wa╠łrme- bzw. Ka╠łlteenergie zur Temperierung der Zuluft deutlich reduziert.
Durch die Konzeption der Verdra╠łngungslu╠łftung ko╠łnnen alle Ra╠łume mit einer einheitlichen Zulufttemperatur beaufschlagt werden, was wiederum dazu fu╠łhrt, dass die Zentralgera╠łte fu╠łr alle zu be- und zu entlu╠łftenden Bereiche einheitlich konzipiert und betrieben werden ko╠łnnen. Die Gleichzeitigkeit der Raumnutzungen kann also maximal ausgenutzt werden und somit ein erheblicher Anteil an Investitions- und Betriebskosten eingespart werden.
Um die hohen Temperaturen an hei├čen Sommertagen zu kompensieren, wird das Lu╠łftungszentralgera╠łt mit einer adiabaten Ku╠łhlung (indirekte Ku╠łhlung der Zuluft durch bespru╠łhen der Fortluft und damit Abku╠łhlung der Au├čenluft um ca. 8 Kelvin gegenu╠łber der Au├čenlufttemperatur) ausgefu╠łhrt. Der Einsatz einer elektrisch betriebenen Ka╠łltemaschine ist dadurch entbehrlich. Eine na╠łhere Untersuchung wird zeigen, ob das zu verspru╠łhende Wasser aus einem Regenwassersammelbecken entnommen werden kann, oder ob Trink-, alternativ Grundwasser verwendet wird.
Die Lu╠łftungsanlagen werden im Untergescho├č und im obersten Gescho├č realisiert. Die Fortluft der RLT-Anlagen im UG wird in die Tiefgarage eingeblasen und nicht u╠łber Dach gefu╠łhrt. Dies spart Ventilatorantriebsenergie und reduziert die ansonsten fu╠łr die Fu╠łhrung der Fortluft u╠łber Dach beno╠łtigten Schachtfla╠łchen um ca. 70-80 m2. Weiterhin kann die baurechtlich geforderte Tiefgaragenlu╠łftungsanlage dadurch weitestgehend au├čer Betrieb bleiben und wird nur fu╠łr den Entrauchungsfall beno╠łtigt. Auf die komplette Abluftkanalfu╠łhrung in den Bu╠łronutzfla╠łchen wird verzichtet.
Die Abluft wird lediglich je Nutzungseinheit zentral, im Bereich der Neben- und WC-Ra╠łume abgesaugt. Die Abluft aus den Bu╠łrora╠łumen stro╠łmt durch schallgeda╠łmpfte U╠łberstro╠łmelemente in den Wa╠łnden zu den zentralen Absaugstellen.
Die Beleuchtung wird u╠łber Stehleuchten tages- und pra╠łsenzabha╠łngig oder abgependelte Leuchten geregelt und in LED Technik realisiert. In Zusammenwirkung mit der Tageslichtlenkfunktion des au├čenliegenden Sonnenschutzes wird der Stromverbrauch auf das absolut notwendige Ma├č reduziert.
In Frankfurt darf das Regenwasser grundsa╠łtzlich nicht in das o╠łffentliche Kanalsystem eingeleitet werden, sondern muss auf dem Grundstu╠łck versickert werden. Durch die Realisierung von im Dachaufbau der extensiv begru╠łnten Da╠łcher der Sockelgeba╠łude integrierten Retentionsko╠łrpern wird das Regenwasser auf dem Dach zuru╠łckgehalten und dort gespeichert. U╠łber das System wird der auf dem Dach geplanten Vegetation in Trockenzeiten also die Wasserversorgung in natu╠łrlicher Form, ohne den Einsatz von aufwa╠łndigen Beregnungs- und Tropfbewa╠łsserungssystemen zur Verfu╠łgung gestellt. Das bei Starkregenereignissen daru╠łber hinaus anfallende, sowie das auf den Hochha╠łusern anfallende Regenwasser wird in einem Ru╠łckhaltebecken in Ro╠łhrenbauweise unterirdisch gespeichert und kann den Pflanzen in extremen Trockenzeiten ebenfalls wieder zur Verfu╠łgung gestellt werden, so dass auf den Dachfla╠łchen und im Au├čenbereich ein Ort der Erholung und Entspannung entstehen kann. Weiterhin wird das Mikroklima durch die schattenspendende und auf dem Verdunstungsprinzip beruhende, ku╠łhlende Wirkung der Ga╠łrten sehr positiv beeinflusst.
KONSTRUKTION
BU╠łROGEBA╠łUDE
Die Decken der Hochhausriegel werden als leichte und schnell zu montierende Spannbetonhohldielen geplant. Die Spannbetonhohldielen liegen auf dem quer zum Geba╠łude spannenden Stahlverbundtra╠łger System Delta-Beam auf, bei denen nur der Unterflansch aus dem Deckensystem heraussteht. Die Deltabeams liegen im Innenbereich auf Verbundstu╠łtzen, im Bereich
der Fassade ha╠łngen sie an Stahlbetonzugstu╠łtzen. Die Zugstu╠łtzen sind an einem im Dachgeschoss angeordneten Sprengwerk angeha╠łngt und leiten die Zug-Lasten auf die Innenstu╠łtzen bzw. die Treppenhauskerne. U╠łber dieses System wird ermo╠łglicht, dass im 2. OG keine Au├čenstu╠łtzen erforderlich sind.
Die Aussteifung des Geba╠łudes erfolgt u╠łber die kombinierten Treppenhaus- und Aufzugskerne.
Im Erdgeschoss und 1.OG wird das Tragsystem in gro├čen Bereichen mittels Stahlbetonflachdecken auf Stu╠łtzen im Innenbereich und an der Fassade umgesetzt. Im Bereich von fu╠łr diese Bauart zu gro├čen Deckenspannweiten, gro╠ł├čer als 9 m, werden zusa╠łtzliche Unterzu╠łge angeordnet.
KITA
Das Tragwerk wird als Kombination aus Holz- und Stahlbetonelementen geplant. Die Treppenraumwa╠łnde werden aus Stahlbeton erstellt; alle anderen tragenden Wa╠łnde aus Vollholz in Brettsperrholzbauweise. Die Geschossdecken werden als Holzverbunddecken geplant. Bei denen wirken im Raster liegende Holzbalken zusammen mit einer daru╠łber liegenden du╠łnnen Betondecke.
Der Brandschutz der tragenden Bauteile wird u╠łber eine Hei├čbemessung realisiert. Hierbei wird nachgewiesen, dass nach der geforderten Branddauer von 60 Minuten noch eine ausreichende Tragfa╠łhigkeit des Restquerschnittes vorhanden ist.
SPORTZENTUM
Das Tragwerk des Daches wird aus Brettschichtholzbindern in Verbindung mit einer leichten Dachhaut z.B. aus Trapezblechen gebildet. Das darunter liegende Tragwerk wird als Stahlbetonskelettbau geplant.
TIEFGARAGE
Das Tragwerk der Tiefgarage wird durch eine Stahlbetonflachdecke mit einem Stu╠łtzentragwerk charakterisiert.
LOGISTIKGEBA╠łUDE
Das Tragwerk wird aus Stahl- und Spannbetonfertigteilen gebildet. Die weit spannenden Decken erhalten Spannbetonfertigteilunterzu╠łge, auf der Halbfertigteildecken aufliegen.
BRANDSCHUTZ
BU╠łROHAUS OST
Die Hochhausriegel werden mittels zwei inneren Brandwa╠łnden in 3 Brandabschnitte eingeteilt. In den Bu╠łroetagen werden vier brandschutztechnische Einheiten gebildet, deren Rettungsweg u╠łber einen kurzen notwendigen Flur zu einem innenliegenden Sicherheitstreppenraum fu╠łhrt.
Das Geba╠łude wird mit einer fla╠łchendeckenden Brandmelde- und einer Sprinkleranlage ausgestattet. Fu╠łr den Lo╠łschangriff der Feuerwehr wird in je einem der Kerne ein Feuerwehraufzug angeordnet. Die Vorra╠łume der Sicherheitstreppenra╠łume und des Feuerwehraufzuges erhalten Wandhydranten. Als Kompensation fu╠łr die nach Hessischer Hochhausverordnung erforderlichen Vorra╠łume vor den Personenaufzu╠łgen werden vor den Aufzugtu╠łren u╠łber die Brandmeldeanlage angesteuerte Rauchschutzvorha╠łnge angeordnet. Diese verhindern sicher eine Rauchweiterleitung aus dem Brandgeschoss in ein anderes Geschoss.
In den Konferenzgeschossen EG und 1. OG wird ein gro├čer zentraler Brandabschnitt gebildet. Dies wird in Anlehnung an die Hessische Verkaufssta╠łttenverordnung umgesetzt, bei der bei mehrgeschossigen gesprinklerten Verkaufssta╠łtten eine Brandabschnittsgro╠ł├če von 5000 m2 zula╠łssig ist. Die Rettungswegla╠łngen werden hier auf 25m begrenzt, die u╠łber mindestens 2m breite Hauptga╠łnge zu den Treppenra╠łumen und Ausga╠łngen fu╠łhren.
BU╠łROHAUS WEST
Der Brandschutz wird analog zu Bu╠łrohaus Ost umgesetzt. In den Obergeschossen werden hier 4 Brandabschnitte gebildet. Im Erdgeschoss wird der Restaurantbereich vom Konferenzbereich mit einer Brandwand abgetrennt. Fu╠łr die im Bereich des Restaurants angeordneten offenen Ku╠łchenbereiche werden fu╠łr die Ku╠łcheneinrichtungen geeignete automatische Feuerlo╠łschanlagen geplant.
KITA
Bei der Kindertagessta╠łtte handelt es sich um Geba╠łude der Geba╠łudeklasse 4. Die Bauteile werden daher hochfeuerhemmend ausgebildet. Der erste Rettungsweg erfolgt jeweils u╠łber den innenliegenden Treppenraum ins Freie. Der 2. Rettungsweg in den Obergeschossen wird u╠łber au├čenliegende Treppen sicher gestellt.
SPORTZENTRUM
Das Sportgeba╠łude wird mittels zweier innenliegender Brandwa╠łnde in drei Brandabschnitte eingeteilt. Die Rettungswege aus den Obergeschossen erfolgen u╠łber zwei innenliegende Treppenra╠łume unterstu╠łtzt durch zwei offene Treppen in den Foyers. Die Ausga╠łnge der Treppenra╠łume im Erdgeschossfoyer werden im Brandfall u╠łber feuerbesta╠łndige Rolltore gesichert. Neben den Rolltoren werden mindestens 2,5m brandlastfrei gehalten.
LOGISTIKGEBA╠łUDE
Das Logistikgeba╠łude wird nach Industriebaurichtlinie ausgelegt. Das Tragwerk wird feuerbesta╠łndig ausgebildet. Es erha╠łlt eine Brandmeldeanlage. Eine Unterteilung in Brandabschnitte wird somit nicht erforderlich. Die Rettungswege werden durch notwendige Flure und zwei Treppenra╠łume sichergestellt.
TIEFGARAGE
Die Tiefgarage wird entsprechend Garagenverordnung in Rauchabschnitte kleiner 4000m2 eingeteilt. Die Belu╠łftung und Entrauchung erfolgt u╠łber Lichtscha╠łchte und Deckeno╠łffnungen. Aufgrund der gro├čen Abmessungen der Garage wird die natu╠łrliche Entrauchung bereichsweise durch Jet- Ventilatoren unterstu╠łtzt.
UNTERIRDISCHE VERBINDUNGSTUNNEL
Die Rettungswege der unterirdischen Verbindungstunnel werden gema╠ł├č Industriebaurichtlinie auf 50m begrenzt.
Modell

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