Nichtoffener Wettbewerb | 08/2025
Neuer gemeinschaftlicher Ort an der ehemaligen Kirche in Bürgewald
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Blick auf die St. Lambertuskirche
©STUDIO-MRA
1. Preis / Zuschlag
Preisgeld: 40.375 EUR
Erläuterungstext
Leitgedanke
Die Umnutzung der profanierten Kirche St. Lambertus verfolgt das Ziel, einen langfristig tragfähigen Ort der Öffentlichkeit in Bürgewald zu etablieren. In einem mehrphasigen Entwicklungsprozess werden bauliche, soziale und ökologische Potenziale des Standorts strukturell erschlossen. Der sakrale Bestand wird behutsam in eine nutzungsoffene Struktur überführt, die als Ausgangspunkt für die Weiterentwicklung des Ortskerns dient.
Adaptiver Städtebau
Die Planung bewegt sich im Spannungsfeld zwischen dem Erhalt bestehender Strukturen und einer funktionalen Öffnung für neue Anforderungen. Die bauliche Substanz wird mit Augenmaß angepasst – weder museal konserviert noch überformt.
Nach dem Vorbild der Kintsugi-Technik werden bestehende Elemente freigelegt, ergänzt und instandgesetzt, wobei zeitliche Schichten sichtbar bleiben. Die städtebauliche Ordnung basiert auf drei funktionalen Zonen: der Kirche als Versammlungsort, einem Werkhof mit produktiver Nutzung sowie einem gemeinschaftlichen Dorfgarten. Ein barrierefreies Wegenetz verbindet diese Zonen, eröffnet Sichtachsen zwischen Bestand und Neubau und stärkt die Übergänge zum angrenzenden Landschaftsraum.
Biodiverser Freiraum
Die Kirche wird räumlich in den neuen Dorfplatz eingebunden. Als öffentlich zugänglicher Baustein bildet sie das Zentrum eines differenzierten Freiraumgefüges: Ein naturnah gestalteter Kirchvorplatz, ein begrünter Dorfgarten und ein funktional gehaltener Werkhof mit Infrastruktur für gemeinschaftliches Arbeiten.
Die bestehende Friedhofsmauer wird als ortsbildprägendes Element integriert. Blühende Akzentbäume schaffen Orientierung und verknüpfen die verschiedenen Bereiche zu einem lesbaren Gesamtgefüge. Die Wegeverbindung zum Seeufer sowie zum geplanten Hambacher Loop wird durch begleitende Baumalleen betont. Die Freiräume dienen gleichermaßen der ökologischen Aufwertung und der sozialen Nutzung.
Kirche als öffentlicher Raum
Ein neuer, ebenerdiger Zugang definiert die Schwelle zwischen Außenraum und dem Innenraum der ehemaligen Kirche. Die ergänzende Holzkonstruktion greift bestehende Strukturen auf, bleibt konstruktiv reversibel und erweitert das Raumgefüge funktional. Durch gezielte Lichtführung werden die Kirchmauern und die Materialität des Bestands erfahrbar gemacht. Der Eingriff erfolgt minimalinvasiv, aber mit prägnanter räumlicher Wirkung.
Die Kirche wird in verschiedene Nutzungszonen unterteilt, die bedarfsorientiert aktiviert werden können. Dies ermöglicht eine flexible Nutzung für Kultur, Begegnung und Versammlung. Der ehemalige Altarraum wird räumlich abgetrennt und von der Ostseite erschlossen, um eine doppelte Zugänglichkeit zu schaffen und die funktionale Bespielbarkeit zu erhöhen. Der Kirchenraum wird somit zur offenen, vielschichtigen Struktur mit Anschluss an das soziale Leben des Ortes.
Entwicklungsphasen
Das Projekt folgt keinem starren Masterplan, sondern orientiert sich an einem iterativen, lernenden Entwicklungsprozess. Vier Phasen strukturieren die Umsetzung:
Phase 1 – Analyse & Potenzial:
Materialien aus dem Rückbau von Pfarrhaus und Anbauten werden aufgenommen, katalogisiert und gelagert. Das Areal wird als „urbane Mine“ begriffen, deren vorhandene Ressourcen Grundlage für weitere bauliche Eingriffe bilden.
Phase 2 – Impuls & Reparatur:
Erste bauliche Interventionen erfolgen im Bestand. Wiederverwendung von Bauteilen und kleinteilige Neubauten in Holz- oder Leichtbauweise setzen sichtbare Zeichen. Ein flexibler Pavillon entsteht als erster neuer Baustein – er dient temporär als Anlaufstelle für Projektkoordination und wird später umgenutzt und für die neuen Dorfbewohner: innen geöffnet. Die Konstruktion erlaubt flexible Grundrisse und eine wirtschaftliche Anpassung an sich wandelnde Bedarfe.
Phase 3 – Transformation & Austausch:
Die bauliche Transformation des Kirchenraums erfolgt durch kubische Einbauten im Sinne eines „Haus-im-Haus“-Prinzips. Diese ergänzen die vorhandene Struktur und ermöglichen neue Raumfunktionen, ohne die bestehende Hülle substanziell zu verändern. Temporäre Strukturen und offene Werkstätten schaffen Raum für gemeinschaftliches Bauen, Lernen und Erproben. Der Austausch von Wissen und Erfahrungen ist integraler Bestandteil dieser Phase.
Phase 4 – Verstetigung & Wissenstransfer:
Die vor Ort entwickelten Strukturen werden langfristig verstetigt. Dauerhafte Nutzungen und organisatorische Strukturen sichern den Betrieb. Das Areal dient künftig als Referenzort für zukunftsfähiges Bauen und gemeinschaftliche Entwicklung im dörflichen Kontext des ländlichen Raums.
Schaufenster Nachhaltigkeit
Die Planung orientiert sich konsequent an den Prinzipien des zirkulären Bauens. Vorrang erhalten lokale, nachwachsende und wiederverwendete Baustoffe, um graue Energie und Transportaufwand zu minimieren. Konstruktion und Materialwahl folgen dem Prinzip der Reversibilität: Bauten sind rückbaubar, sortenrein trennbar und anpassungsfähig. Verwendet werden biobasierte Materialien wie Lehm, Holz, Hanfkalk, ergänzt durch Dämmstoffe aus pflanzlichen Fasern (z. B. Stroh, Schilf oder Myzel).
Der Bestand bleibt erhalten und wird funktional weitergenutzt. Eingriffe erfolgen ressourcenschonend und gezielt. Regenwasser wird gesammelt und zur Bewässerung verwendet. Gründächer tragen zur Biodiversität bei, verbessern das Mikroklima und erhöhen die Retentionsfähigkeit. Rankpflanzen beschatten Fassaden im Sommer und ermöglichen solare Wärmegewinne im Winter. Strukturelemente wie Totholzhecken oder Wildblumenwiesen schaffen zusätzliche Lebensräume für Insekten, Vögel und Kleintiere.
Low-Tech Energiekonzept
Die Energieversorgung des Areals erfolgt dezentral, modular und etappenweise. Der Fokus liegt auf passiven Strategien zur Temperaturregulierung: thermische Masse, kontrollierte natürliche Lüftung und Zonierung ermöglichen eine bedarfsorientierte Aktivierung einzelner Raumabschnitte. Die Kirche bleibt teilweise ungedämmt – ihre Nutzbarkeit entsteht über teilklimatisierte Zonen mit temporärem Heizbedarf.
Ergänzend kommen technische Systeme zum Einsatz, die auf regenerativen Quellen basieren: eine Sole-Wasser-Wärmepumpe, Photovoltaik mit thermischer Nutzung sowie eine flächenbezogene Niedertemperaturheizung. Ziel ist eine weitgehend autarke Energieversorgung mit möglichst geringem Betriebsaufwand und hoher Systemoffenheit.
Zukunftsfähige Architektur
Die architektonische Haltung beruht auf Weiterbauen im Bestand. Die äußere Gestalt der Kirche bleibt weitgehend unverändert, das geschwungene Dach greift die Gestaltung des Düssel¬dorfer Architekten Josef Lehmbrock auf. Der Turm wird zum Leuchtturm inszeniert. Die Eingriffe erfolgen minimalinvasiv, sind reversibel und ablesbar. Eine konstruktiv eigenständige und leichte Erweiterung interpretiert die ursprüngliche Dachform neu und integriert grün/ blaue Erzeugungsflächen. Der Innenraum bleibt dabei flexibel, modular bespielbar und nutzungsoffen.
Die ehemalige Leichenhalle wird durch ein lichtdurchlässiges, mörtelfrei gesetztes Mauerwerk neu gefasst. Dieses wird in die vorhandenen Nischen vor die bestehende Buntverglasung gesetzt. Rückbauflächen an Pfarrheim und Leichenhalle erhalten großzügige Öffnungen, die neue Blickbeziehungen ermöglichen. Der Einsatz von großformatigen Verglasungen und transluzenten Materialien schafft visuelle und semantische Offenheit. Alle Bausteine folgen dem Prinzip einer ressourcenschonenden, modularen und weiterverwendbaren Bauweise.
Die Dorfsauna als Ort der Begegnung und Gesundheit wird kreislaufgerecht gestaltet und erfolgt im Selbstbauworkshop mit zukünftigen Bewohner:innen als Reallabor.
Fazit
Der Entwurf zeigt exemplarisch, wie Bestandsstrukturen durch gezielte Eingriffe transformiert und in einen zukunftsfähigen Nutzungskontext überführt werden können. Die Kombination aus architektonischer Zurückhaltung, partizipativer Entwicklung und konsequenter Nachhaltigkeit führt zu einem resilienten, anpassungsfähigen Ensemble. Die Kirche wird zu einem öffentlichen Raum mit identitätsstiftender Wirkung – offen, zugänglich und gemeinschaftlich getragen. Vergangenheit und Zukunft werden nicht gegeneinander ausgespielt, sondern produktiv miteinander verbunden.
Die Umnutzung der profanierten Kirche St. Lambertus verfolgt das Ziel, einen langfristig tragfähigen Ort der Öffentlichkeit in Bürgewald zu etablieren. In einem mehrphasigen Entwicklungsprozess werden bauliche, soziale und ökologische Potenziale des Standorts strukturell erschlossen. Der sakrale Bestand wird behutsam in eine nutzungsoffene Struktur überführt, die als Ausgangspunkt für die Weiterentwicklung des Ortskerns dient.
Adaptiver Städtebau
Die Planung bewegt sich im Spannungsfeld zwischen dem Erhalt bestehender Strukturen und einer funktionalen Öffnung für neue Anforderungen. Die bauliche Substanz wird mit Augenmaß angepasst – weder museal konserviert noch überformt.
Nach dem Vorbild der Kintsugi-Technik werden bestehende Elemente freigelegt, ergänzt und instandgesetzt, wobei zeitliche Schichten sichtbar bleiben. Die städtebauliche Ordnung basiert auf drei funktionalen Zonen: der Kirche als Versammlungsort, einem Werkhof mit produktiver Nutzung sowie einem gemeinschaftlichen Dorfgarten. Ein barrierefreies Wegenetz verbindet diese Zonen, eröffnet Sichtachsen zwischen Bestand und Neubau und stärkt die Übergänge zum angrenzenden Landschaftsraum.
Biodiverser Freiraum
Die Kirche wird räumlich in den neuen Dorfplatz eingebunden. Als öffentlich zugänglicher Baustein bildet sie das Zentrum eines differenzierten Freiraumgefüges: Ein naturnah gestalteter Kirchvorplatz, ein begrünter Dorfgarten und ein funktional gehaltener Werkhof mit Infrastruktur für gemeinschaftliches Arbeiten.
Die bestehende Friedhofsmauer wird als ortsbildprägendes Element integriert. Blühende Akzentbäume schaffen Orientierung und verknüpfen die verschiedenen Bereiche zu einem lesbaren Gesamtgefüge. Die Wegeverbindung zum Seeufer sowie zum geplanten Hambacher Loop wird durch begleitende Baumalleen betont. Die Freiräume dienen gleichermaßen der ökologischen Aufwertung und der sozialen Nutzung.
Kirche als öffentlicher Raum
Ein neuer, ebenerdiger Zugang definiert die Schwelle zwischen Außenraum und dem Innenraum der ehemaligen Kirche. Die ergänzende Holzkonstruktion greift bestehende Strukturen auf, bleibt konstruktiv reversibel und erweitert das Raumgefüge funktional. Durch gezielte Lichtführung werden die Kirchmauern und die Materialität des Bestands erfahrbar gemacht. Der Eingriff erfolgt minimalinvasiv, aber mit prägnanter räumlicher Wirkung.
Die Kirche wird in verschiedene Nutzungszonen unterteilt, die bedarfsorientiert aktiviert werden können. Dies ermöglicht eine flexible Nutzung für Kultur, Begegnung und Versammlung. Der ehemalige Altarraum wird räumlich abgetrennt und von der Ostseite erschlossen, um eine doppelte Zugänglichkeit zu schaffen und die funktionale Bespielbarkeit zu erhöhen. Der Kirchenraum wird somit zur offenen, vielschichtigen Struktur mit Anschluss an das soziale Leben des Ortes.
Entwicklungsphasen
Das Projekt folgt keinem starren Masterplan, sondern orientiert sich an einem iterativen, lernenden Entwicklungsprozess. Vier Phasen strukturieren die Umsetzung:
Phase 1 – Analyse & Potenzial:
Materialien aus dem Rückbau von Pfarrhaus und Anbauten werden aufgenommen, katalogisiert und gelagert. Das Areal wird als „urbane Mine“ begriffen, deren vorhandene Ressourcen Grundlage für weitere bauliche Eingriffe bilden.
Phase 2 – Impuls & Reparatur:
Erste bauliche Interventionen erfolgen im Bestand. Wiederverwendung von Bauteilen und kleinteilige Neubauten in Holz- oder Leichtbauweise setzen sichtbare Zeichen. Ein flexibler Pavillon entsteht als erster neuer Baustein – er dient temporär als Anlaufstelle für Projektkoordination und wird später umgenutzt und für die neuen Dorfbewohner: innen geöffnet. Die Konstruktion erlaubt flexible Grundrisse und eine wirtschaftliche Anpassung an sich wandelnde Bedarfe.
Phase 3 – Transformation & Austausch:
Die bauliche Transformation des Kirchenraums erfolgt durch kubische Einbauten im Sinne eines „Haus-im-Haus“-Prinzips. Diese ergänzen die vorhandene Struktur und ermöglichen neue Raumfunktionen, ohne die bestehende Hülle substanziell zu verändern. Temporäre Strukturen und offene Werkstätten schaffen Raum für gemeinschaftliches Bauen, Lernen und Erproben. Der Austausch von Wissen und Erfahrungen ist integraler Bestandteil dieser Phase.
Phase 4 – Verstetigung & Wissenstransfer:
Die vor Ort entwickelten Strukturen werden langfristig verstetigt. Dauerhafte Nutzungen und organisatorische Strukturen sichern den Betrieb. Das Areal dient künftig als Referenzort für zukunftsfähiges Bauen und gemeinschaftliche Entwicklung im dörflichen Kontext des ländlichen Raums.
Schaufenster Nachhaltigkeit
Die Planung orientiert sich konsequent an den Prinzipien des zirkulären Bauens. Vorrang erhalten lokale, nachwachsende und wiederverwendete Baustoffe, um graue Energie und Transportaufwand zu minimieren. Konstruktion und Materialwahl folgen dem Prinzip der Reversibilität: Bauten sind rückbaubar, sortenrein trennbar und anpassungsfähig. Verwendet werden biobasierte Materialien wie Lehm, Holz, Hanfkalk, ergänzt durch Dämmstoffe aus pflanzlichen Fasern (z. B. Stroh, Schilf oder Myzel).
Der Bestand bleibt erhalten und wird funktional weitergenutzt. Eingriffe erfolgen ressourcenschonend und gezielt. Regenwasser wird gesammelt und zur Bewässerung verwendet. Gründächer tragen zur Biodiversität bei, verbessern das Mikroklima und erhöhen die Retentionsfähigkeit. Rankpflanzen beschatten Fassaden im Sommer und ermöglichen solare Wärmegewinne im Winter. Strukturelemente wie Totholzhecken oder Wildblumenwiesen schaffen zusätzliche Lebensräume für Insekten, Vögel und Kleintiere.
Low-Tech Energiekonzept
Die Energieversorgung des Areals erfolgt dezentral, modular und etappenweise. Der Fokus liegt auf passiven Strategien zur Temperaturregulierung: thermische Masse, kontrollierte natürliche Lüftung und Zonierung ermöglichen eine bedarfsorientierte Aktivierung einzelner Raumabschnitte. Die Kirche bleibt teilweise ungedämmt – ihre Nutzbarkeit entsteht über teilklimatisierte Zonen mit temporärem Heizbedarf.
Ergänzend kommen technische Systeme zum Einsatz, die auf regenerativen Quellen basieren: eine Sole-Wasser-Wärmepumpe, Photovoltaik mit thermischer Nutzung sowie eine flächenbezogene Niedertemperaturheizung. Ziel ist eine weitgehend autarke Energieversorgung mit möglichst geringem Betriebsaufwand und hoher Systemoffenheit.
Zukunftsfähige Architektur
Die architektonische Haltung beruht auf Weiterbauen im Bestand. Die äußere Gestalt der Kirche bleibt weitgehend unverändert, das geschwungene Dach greift die Gestaltung des Düssel¬dorfer Architekten Josef Lehmbrock auf. Der Turm wird zum Leuchtturm inszeniert. Die Eingriffe erfolgen minimalinvasiv, sind reversibel und ablesbar. Eine konstruktiv eigenständige und leichte Erweiterung interpretiert die ursprüngliche Dachform neu und integriert grün/ blaue Erzeugungsflächen. Der Innenraum bleibt dabei flexibel, modular bespielbar und nutzungsoffen.
Die ehemalige Leichenhalle wird durch ein lichtdurchlässiges, mörtelfrei gesetztes Mauerwerk neu gefasst. Dieses wird in die vorhandenen Nischen vor die bestehende Buntverglasung gesetzt. Rückbauflächen an Pfarrheim und Leichenhalle erhalten großzügige Öffnungen, die neue Blickbeziehungen ermöglichen. Der Einsatz von großformatigen Verglasungen und transluzenten Materialien schafft visuelle und semantische Offenheit. Alle Bausteine folgen dem Prinzip einer ressourcenschonenden, modularen und weiterverwendbaren Bauweise.
Die Dorfsauna als Ort der Begegnung und Gesundheit wird kreislaufgerecht gestaltet und erfolgt im Selbstbauworkshop mit zukünftigen Bewohner:innen als Reallabor.
Fazit
Der Entwurf zeigt exemplarisch, wie Bestandsstrukturen durch gezielte Eingriffe transformiert und in einen zukunftsfähigen Nutzungskontext überführt werden können. Die Kombination aus architektonischer Zurückhaltung, partizipativer Entwicklung und konsequenter Nachhaltigkeit führt zu einem resilienten, anpassungsfähigen Ensemble. Die Kirche wird zu einem öffentlichen Raum mit identitätsstiftender Wirkung – offen, zugänglich und gemeinschaftlich getragen. Vergangenheit und Zukunft werden nicht gegeneinander ausgespielt, sondern produktiv miteinander verbunden.
Beurteilung durch das Preisgericht
Der Arbeit gelingt es, von der städtebaulichen Setzung, dem Ansatz des Prozessualen und Urban Mining bis hin zu freiräumlichen und architektonischen Setzungen einen überzeugenden Beitrag zur komplexen Aufgabenstellung für den neuen Auftakt der Entwicklung Bürgewalds als Dorf der Zukunft zu leisten.
Die Arbeit zeichnet sich durch eine gekonnte und dem Ort angemessene Zurückhaltung aus. Die Transformation der Kirche wird durch eine minimalistische Ausformulierung mittels einem leicht geschwungenem Gründach, fein gegliedertem Auflager auf der Mauerkrone, sowie einem in der Proportion und Anmutung angemessenen Erweiterungsbau, sichtbar.
Die ursprüngliche Formgebung der Kirche bleibt erhalten, durch ein neues Gründach ergänzt und bleibt auch weiterhin ein identitätsstiftendes Gebäude. Aus Sicht des Denkmalschutzes ist die Positionierung des eingestellten Kubus kritisch, da sie die Erlebbarkeit des Kirchenraumes beschneidet.
Ungewöhnlich ist der Umgang mit den drei Bestandsgebäuden. Zum einen werden die später entstandenen Anbauten zurückgebaut und dadurch die historische Grundform betont bzw. gestärkt. Zum anderen wird perspektivisch das Pfarrhaus abgebrochen und durch ein modernes Zukunfts-Werkstatt-Gebäude im Pavillon-Stil ergänzt.
Die geänderte Positionierung schafft einen räumlich sehr ansprechenden Kreativhof, welcher hohe Nutzungs- und Aufenthaltsqualitäten verspricht und gleichzeitig eine selbstverständliche Vernetzung zwischen dem südlich gelegenen Dorfgarten und dem nördlich positionierten Dorfzentrum vermittelt.
Die bestehende Leichenhalle wird zu einer Werkhalle transformiert und kann somit das bestehende Raumvolumen -ohne größere Grundrissänderungen- nutzen. Der neu positionierte Werkhof wird infrastrukturell an die westlich gelegene Straße angebunden und ermöglicht somit eine nicht störende Andienung. Die Nutzungsaufteilung der vier Gebäudeteile erscheint als sinnvoll -insbesondere mit dem Café im Zentrum des Ensembles- und ermöglicht eine Außengastronomie im Kreativhof. Die Eingriffe in die Grundrissstrukturen des Bestands beschränken sich auf den Einbau von Sanitär- und Lagerräumen, nach dem Prinzip „Haus im Haus". Die Einfügung der Sanitärboxen erscheint nicht abschließend gelöst.
Im Rahmen der Freiraumkonzeption denkt die Arbeit klug und konsequent die Inhalte des dynamischen Masterplans für die Entwicklung Bürgewalds weiter und zeigt die großräumigen Bezüge zum Dorf, die übergeordneten Freiraumverbindungen mit Trittsteinbiotopen und begleitenden Baumreihen als Bestandteil der Grünverbindungen des Hambach-Loops. Sie macht Vorschläge für Räume, die das soziale Miteinander in der neuen Gemeinschaft fördern.
Anknüpfend an den Marktplatz im Norden öffnet sich der „Kirchhügel" einladend an mehreren Stellen zur zukünftigen Dorfmitte. Der Höhenversprung wird durch zwei Treppenanlagen und zwei geschickt positionierte Rampen überwunden und endet am „Dorftreff" mit dem einladenden Eingang zur Kirche. Die ehemaligen Stahlkirchenglocken werden in den nördlichen Treppenanlagen integriert.
Die Beton-Umfassungsmauer inklusive des Treppeneingangs ist Teil des denkmalgeschützten Ensembles. Die großzügige Eingangssituation des Entwurfes wird kritisch diskutiert, da in der vorgeschlagenen Form eine denkmalrechtliche Erlaubnis sehr schwierig gesehen wird. Die östliche Treppe ist denkmalsensibel eingebracht.
Die begleitende Baumreihe leitet durch einen unter ökologisch Aspekten gestalteten Freiraum an der Kirche vorbei zum „Kreativhof", um den sich die „Dorfküche“ und die Werkhalle gruppieren, über in den Dorfgarten. Westlich der Werkhalle bietet der Werkhof Platz für experimentelles Arbeiten und „Werkeln" in der Gemeinschaft. Der Abriss und Neubau des ehemaligen Pfarrhauses bieten die Chance, durch ein neues Gebäude auf notwendige Raumanforderungen zu reagieren und städtebaulich ein Gelenk zu den Mobilitätsscheunen auszubilden.
Im Süden wird die Folge der Freiräume durch den Dorfgarten abgeschlossen, der in die freie Landschaft überleitet. Eine weitere vorgeschlagene Gemeinschaftseinrichtung stellt eine „Dorfsauna" dar, welche das Angebot für die neue Gemeinschaft ergänzt.
Der Anspruch der Arbeit an ökologische Freiräume ist hoch. Noch fehlen Aussagen zum Regenwassermanagement, zur Blauen Infrastruktur und der Bedeutung der Freiräume für die Tierwelt.
Neben den städtebaulich-freiraumplanerischen Setzungen überzeugt die Arbeit aber auch durch ihre konzeptionellen Ansätze. Zum einen soll der Bestand sensibel sichtbar gemacht und instandgesetzt werden, zum anderen geht es auch darum, nach dem Prinzip des Urban Mining und ReUse möglichst viele Materialien in den Transformationsprozess zu integrieren. Das Denken in zirkulären Phasierungen, das Lernen im Prozess und der Wissenstransfer bei der Weiterentwicklung des Projektes greift neue Aspekte des Bauens auf, die einen wesentlichen Beitrag für die räumliche Entwicklung des Zukunftsdorfes Bürgewald bieten und die Ästhetik zirkulären Bauens erproben.
Ein abschnittsweises Realisieren des Konzeptes ist möglich, insbesondere kann in einem ersten Realisierungsbauabschnitt das Pfarrhaus erhalten werden. Die Entwurfsverfasser/innen lassen eine wirtschaftliche Realisierung und einen wirtschaftlichen Betrieb der Liegenschaften erwarten.
Insgesamt handelt es sich um einen Beitrag mit vielen innovativen Ansätzen, bei gleichzeitig hohen räumlichen und funktionalen Qualitäten.
Die Arbeit zeichnet sich durch eine gekonnte und dem Ort angemessene Zurückhaltung aus. Die Transformation der Kirche wird durch eine minimalistische Ausformulierung mittels einem leicht geschwungenem Gründach, fein gegliedertem Auflager auf der Mauerkrone, sowie einem in der Proportion und Anmutung angemessenen Erweiterungsbau, sichtbar.
Die ursprüngliche Formgebung der Kirche bleibt erhalten, durch ein neues Gründach ergänzt und bleibt auch weiterhin ein identitätsstiftendes Gebäude. Aus Sicht des Denkmalschutzes ist die Positionierung des eingestellten Kubus kritisch, da sie die Erlebbarkeit des Kirchenraumes beschneidet.
Ungewöhnlich ist der Umgang mit den drei Bestandsgebäuden. Zum einen werden die später entstandenen Anbauten zurückgebaut und dadurch die historische Grundform betont bzw. gestärkt. Zum anderen wird perspektivisch das Pfarrhaus abgebrochen und durch ein modernes Zukunfts-Werkstatt-Gebäude im Pavillon-Stil ergänzt.
Die geänderte Positionierung schafft einen räumlich sehr ansprechenden Kreativhof, welcher hohe Nutzungs- und Aufenthaltsqualitäten verspricht und gleichzeitig eine selbstverständliche Vernetzung zwischen dem südlich gelegenen Dorfgarten und dem nördlich positionierten Dorfzentrum vermittelt.
Die bestehende Leichenhalle wird zu einer Werkhalle transformiert und kann somit das bestehende Raumvolumen -ohne größere Grundrissänderungen- nutzen. Der neu positionierte Werkhof wird infrastrukturell an die westlich gelegene Straße angebunden und ermöglicht somit eine nicht störende Andienung. Die Nutzungsaufteilung der vier Gebäudeteile erscheint als sinnvoll -insbesondere mit dem Café im Zentrum des Ensembles- und ermöglicht eine Außengastronomie im Kreativhof. Die Eingriffe in die Grundrissstrukturen des Bestands beschränken sich auf den Einbau von Sanitär- und Lagerräumen, nach dem Prinzip „Haus im Haus". Die Einfügung der Sanitärboxen erscheint nicht abschließend gelöst.
Im Rahmen der Freiraumkonzeption denkt die Arbeit klug und konsequent die Inhalte des dynamischen Masterplans für die Entwicklung Bürgewalds weiter und zeigt die großräumigen Bezüge zum Dorf, die übergeordneten Freiraumverbindungen mit Trittsteinbiotopen und begleitenden Baumreihen als Bestandteil der Grünverbindungen des Hambach-Loops. Sie macht Vorschläge für Räume, die das soziale Miteinander in der neuen Gemeinschaft fördern.
Anknüpfend an den Marktplatz im Norden öffnet sich der „Kirchhügel" einladend an mehreren Stellen zur zukünftigen Dorfmitte. Der Höhenversprung wird durch zwei Treppenanlagen und zwei geschickt positionierte Rampen überwunden und endet am „Dorftreff" mit dem einladenden Eingang zur Kirche. Die ehemaligen Stahlkirchenglocken werden in den nördlichen Treppenanlagen integriert.
Die Beton-Umfassungsmauer inklusive des Treppeneingangs ist Teil des denkmalgeschützten Ensembles. Die großzügige Eingangssituation des Entwurfes wird kritisch diskutiert, da in der vorgeschlagenen Form eine denkmalrechtliche Erlaubnis sehr schwierig gesehen wird. Die östliche Treppe ist denkmalsensibel eingebracht.
Die begleitende Baumreihe leitet durch einen unter ökologisch Aspekten gestalteten Freiraum an der Kirche vorbei zum „Kreativhof", um den sich die „Dorfküche“ und die Werkhalle gruppieren, über in den Dorfgarten. Westlich der Werkhalle bietet der Werkhof Platz für experimentelles Arbeiten und „Werkeln" in der Gemeinschaft. Der Abriss und Neubau des ehemaligen Pfarrhauses bieten die Chance, durch ein neues Gebäude auf notwendige Raumanforderungen zu reagieren und städtebaulich ein Gelenk zu den Mobilitätsscheunen auszubilden.
Im Süden wird die Folge der Freiräume durch den Dorfgarten abgeschlossen, der in die freie Landschaft überleitet. Eine weitere vorgeschlagene Gemeinschaftseinrichtung stellt eine „Dorfsauna" dar, welche das Angebot für die neue Gemeinschaft ergänzt.
Der Anspruch der Arbeit an ökologische Freiräume ist hoch. Noch fehlen Aussagen zum Regenwassermanagement, zur Blauen Infrastruktur und der Bedeutung der Freiräume für die Tierwelt.
Neben den städtebaulich-freiraumplanerischen Setzungen überzeugt die Arbeit aber auch durch ihre konzeptionellen Ansätze. Zum einen soll der Bestand sensibel sichtbar gemacht und instandgesetzt werden, zum anderen geht es auch darum, nach dem Prinzip des Urban Mining und ReUse möglichst viele Materialien in den Transformationsprozess zu integrieren. Das Denken in zirkulären Phasierungen, das Lernen im Prozess und der Wissenstransfer bei der Weiterentwicklung des Projektes greift neue Aspekte des Bauens auf, die einen wesentlichen Beitrag für die räumliche Entwicklung des Zukunftsdorfes Bürgewald bieten und die Ästhetik zirkulären Bauens erproben.
Ein abschnittsweises Realisieren des Konzeptes ist möglich, insbesondere kann in einem ersten Realisierungsbauabschnitt das Pfarrhaus erhalten werden. Die Entwurfsverfasser/innen lassen eine wirtschaftliche Realisierung und einen wirtschaftlichen Betrieb der Liegenschaften erwarten.
Insgesamt handelt es sich um einen Beitrag mit vielen innovativen Ansätzen, bei gleichzeitig hohen räumlichen und funktionalen Qualitäten.
Kontextuelle Setzung
©STUDIO-MRA
Prozesskonzept
©STUDIO-MRA
Lageplan 1:500
©STUDIO-MRA / Lohrberg Stadtlandschaftsarchitektur
Grundriss EG 1:200
©STUDIO-MRA
Ansichten 1:200
©STUDIO-MRA
Konstruktionsidee
©STUDIO-MRA
Konstruktionschnitt 1:50
©STUDIO-MRA
Innenraumatmosphäre
©STUDIO-MRA