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Nichtoffener Wettbewerb | 02/2026

Neuer Quartiersplatz Grüne Mitte Ebertal in Göttingen

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1. Preis

Preisgeld: 12.150 EUR

studio grüngrau GmbH

Landschaftsarchitektur

Beurteilung durch das Preisgericht

Der Entwurf bildet eine klare Zonierung des Raumes. Auf der Ostseite liegt ein attraktives breites Bewegungs- und Aufenthaltsband. Auf der westlichen Seite bleibt der Entwurf ruhiger mit großen grünen Qualitäten und einem etwas untergeordneten Erschließungsweg. Das verbindende Element und die Hauptattraktion des Entwurfes ist das rote Band, welches sich mit unterschiedlichen attraktiven Funktionen von Nord nach Süd durch den Raum schlängelt.

Besonders hervorzuheben ist die gelungene Gestaltung im nördlichen Planbereich, wo sich das Element Grün großzügig bis an die Straße Am Steinsgraben bewegt und bereits auf die Grüne Mitte Ebertal hinweist. Sehr gut gelungen ist auch die Umgestaltung der Parkplatzfläche vor dem Supermarkt, welche auch die Anlieferung sinnvoll mitdenkt und das Erhalten der Bestandsbäume ermöglicht. Grundsätzlich ist eine große Stärke des Entwurfes, dass ein sehr großer Anteil der Bestandsbäume erhalten bleibt.

Dem Entwurf gelingt es über die großen Grünflächen zwischen den Höhenunterschieden zu vermitteln und gleichzeitig eine barrierefreie Durchwegung zu ermöglichen. Die Ost-West Verbindungen sind dabei sinnvoll angelegt. Die Freiraumgestaltung kann auf Änderungen durch die noch folgenden Hochbauentwicklungen flexibel angepasst werden.

Die verschiedenen Freiraumangebote für Bewegung und Aufenthalt sind dem Raum angemessen und gehen auf verschiedene Zielgruppen ein, dabei werden in sinnvoller Weise die Jugendlichen berücksichtigt.

Im Sinne der Klimaanpassung sieht der Entwurf verschiedene Muldenbereiche vor. Die großzügigen Grünflächen schaffen Retentionsräume und ermöglichen über den Erhalt der Bäume Verdunstungsmöglichkeiten und beschattete Bereiche.

In seiner Vielseitigkeit ermöglicht das rote Band verschiedenste Formen von Spiel und Aufenthalt und ist dabei ein identitätsstiftendes Element für das gesamte Quartier. Die Verfasser*innen geben leider wenig Hinweise auf die konkrete Ausformulierung des roten Bandes in Hinsicht auf Materialität und Konstruktion. Sie bieten aber verschiedene Ideen für die Nutzung. Schön ist dabei auch die Führung der Idee aus dem Plangebiet hinaus zu umliegenden Spielbereichen. Die Umsetzung des roten Bandes ist wichtig für die Idee des Entwurfes, stellt aber auch vor dem Hintergrund der Kosten für eine hochwertige Ausführung eine Herausforderung dar. Dieser Teil müsste im Weiteren intensiv bearbeitet werden.

Die geringe Breite des untergeordneten Weges auf der Westseite wird kritisch beurteilt und sollte überprüft werden. Die Umsetzung der sanften Rasenfugenübergänge wird für die Umsetzung und langfristige Pflege als kritisch bewertet.

Insgesamt gibt die Arbeit eine sehr gute Antwort auf die Herausforderungen der Aufgabe und schafft eine grüne Identität für das Quartier und bildet damit einen wichtigen Baustein der Grünen Mitte Ebertal.

Überarbeitungsempfehlungen
  • Das rote Band muss weiter ausformuliert werden hinsichtlich Materialität (ggf. auch Farbe), Dimensionierung und Funktionalität unter besonderer Berücksichtigung von Wartungsintensität und Kosten.
  • Die Verortung der Nutzungsbereiche (z.B. Spielgeräte, Ruhebereiche) im Plangebiet muss geprüft werden (z.B. Angebot für Jugendliche abseits des breiten Weges). Außerdem sollen das Angebot der Spielgeräte im Plangebiet mit den vorhandenen Nutzungen im Quartier abgeglichen werden.
  • Eine Verbreiterung des westlichen Weges soll geprüft werden.
  • Die Rasenfugenübergänge (aufgelöster Pflasterverband) sollen überarbeitet werden.
  • Die Klimaanpassungsmaßnahmen (Starkregen, Pflaster, Hitzevorsorge) müssen überarbeitet und weiter ausformuliert werden.
  • Vor dem Supermarkt müssen Fahrradabstellanlagen (in höherer Anzahl) untergebracht werden.
  • Die gestalterische Integration der östlichen REWE-Fassade in die Raumgestaltung soll geprüft werden