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Nichtoffener Wettbewerb | 02/2026

Neuer Quartiersplatz Grüne Mitte Ebertal in Göttingen

Blick auf die Grüne Mitte
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Blick auf die Grüne Mitte

ein 3. Preis

Preisgeld: 3.970 EUR

hutterreimann Landschaftsarchitektur GmbH

Landschaftsarchitektur

Erläuterungstext

ENTWURFSKONZEPT
In einem sich verändernden und dichter werden Quartier wird eine der wichtigsten Qualitäten des Bestandes bewahrt und weiterentwickelt - sein ausgeprägter grüner Charakter!
Für das Wettbewerbsgebiet wird ein materialeinheitlicher Grundbelag aus ‚Klimapflaster‘ zwischen Lönsweg und am Steinsgraben inkl. dem Rewe-Parkplatz entwickelt.
Eine zusammenhängende Grünfläche spannt sich von Nord nach Süd. Dabei wird versucht ein Maximum an grüner, unversiegelter Fläche zu schaffen. Zusammen mit dem Spielplatz wird so ein großzügiger Grünverbund inmitten des sich wandelnden Stadtteils generiert.
Eingefasst wird die Grünfläche durch ein Band aus Natursteinsegmenten, die durch variierende Dimensionierung mal als Sitzstufe nach außen, mal als niedrige Stufe zum inneren der Grünfläche fungieren. Dabei vermitteln Sie zwischen Bestands- und Planungshöhen und ermöglichen gleich-zeitig formellen und informellen Aufenthalt. Durch die Integration einer Vielzahl verschiedener Nut-zungsangebote wird das grüne Band in seiner Figur geformt. Es entstehen individuelle Buchten die jeder Nutzung ihren eigenen Raum eröffnen. Diese Flexibilität erlaubt außerdem zukünftige Anpassungsbedarfe (z.B. durch Feuerwehr-Flächen für die angrenzende Bebauung) ganz selbst-verständlich zu integrieren ohne das grundlegende Konzept zu stören.

ERSCHLIESSUNG
Zwischen der Straße am Steinsgraben und dem Lönswegen werden durchgängig großzügige Wegeflächen geschaffen, die eine barrierefreie Erschließung entlang der grünen Intarsie gewähr-leisten. Zwei die Grünfläche querenden Wege verbinden mit max. 4%iger Steigung die in Ost-west Ausrichtung verlaufenden Straßen und Wegeanschlüsse im Quartier.
Der Ideenteil des Straßenraumes Am Steinsgraben nimmt in den Grundzügen die vorliegende Planung aus dem Rahmenplan auf. In Verlängerung des Stadtraumes zwischen Rewe und neuen Baukörpern wird der Übergangsbereich über die Straße bewusst hervorgehoben. Der Platzbelag wird dementsprechend über die Straße verlängert. Bushaltestellen werden in diesem zentralen Bereich am neuen Quartiersplatz verortet um den Ankommenden hier einen attraktiven, grünen Eindruck des Stadtteils zu vermitteln.
Auch die südliche Querung über den Lönsweg zum dortigen Spielplatz wird als verkehrsberuhigende Maßnahme überpflastert.

FUNKTIONALITÄT
Das Nutzungskonzept zielt darauf ab ein möglichst breites Spektrum an Angeboten für alle An-wohner des Stadtteils anzubieten. So werden viele der durch die Bürger formulierten Wünsche aufgenommen. Neben verschiedenen Spielflächen (Trampoline und Spielplatz Ebertaler Wäld-chen) werden auch unterschiedliche Bewegungsangebote für Erwachsene vorgesehen (Calisthe-nics mit inklusiven Elementen, Tischtennisplatten, Boulderwand, sowie ein Felsstufenspiel, das zum Parkour, als auch für ruhigen Aufenthalt genutzt werden kann. Der Spielbereich Ebertaler Wäldchen wird beschattet durch die Bestandsbäume und neue Baumpflanzungen zu einem Stangenwald zum Klettern, Balancieren und Schwingen. Am Quartiersplatz sorgt außerdem ein kleines Fontänenfeld/Wasserspiel für Belebung, wohingegen ein Trinkbrunnen am Grünzug Ost Passanten und Anwohner mit Frischwasser versorgt.
Weitere Ruheangebote sind Hängematten und dezentrale Aufenthaltsflächen. Am neuen AWO-Nachbarschaftstreff wird eine Terrasse ausgeformt, die als Treffpunkt, oder flexibel nutzbare Gemeinschaftsfläche bespielt werden kann.
Der Rewe-Parkplatz bleibt mit 25 Stellplätzen erhalten, während am Quartiersplatz ebenfalls eine Bushaltestelle integriert wird. Fahrradstellplätze werden in ausreichender Menge dezentral vorgesehen.

Das Inklusionskonzept hat zum Ziel die grüne Mitte zum Ort für alle Bewohnenden von Ebertal zu machen. Dafür werden sämtliche Wegeflächen möglichst barrierefrei angelegt. Dies gilt ebenso für die Querwege durch das grüne Band. Außerdem werden Nutzungsangebote für Menschen aller Altersgruppen, als auch für solche mit körperlichen Einschränkungen geschaffen. Auch die umlaufende Einfassung um das grüne Band erlaubt durch verschiedene Sitzhöhen, Sitzauflagen mit Rücken- und Armlehnen bewusst Aufenthaltsmöglichkeiten für alle potentiellen Nutzer- und Altersgruppen.

NACHHALTIGKEIT / KLIMASCHUTZ
Das Nachhaltigkeitskonzept sieht vor die gesamte Fläche angepasst an die Herausforderungen des Klimawandels, vor allem in Bezug auf Hitzeprävention und Umgang mit Starkregenereignissen zu entwickeln. Teil dessen sind der Pflasterrahmen aus Klimapflaster (versickerungsfähige Recyc-lingbetonsteine und darunter befindlichen Rigolenkörpern, die potentiell auch als Retentionsköper (Regenwasserszisterne) ausgebildet und für die Bewässerung der Grünflächen genutzt werden können. Der hohe Grünflächenanteil dient mit gemuldeten Bereichen für die Retention von Nie-derschlägen und ermöglicht artenreiche und selektierte Pflanzungen. Auch die Nachhaltigkeitsaspekte Ökonomie (Kosten) und Pflege/Unterhalt wurden in der Gestaltung in Form von pflegeextensiven Pflanzflächen und dauerhaften Materialien berücksichtigt.
Das Vegetationskonzept sieht vor ein Maximum der bestehenden Gehölze zu erhalten, die durch standortgerechte, klimaangepasste Neupflanzungen ergänzt werden, um so von Anfang an wich-tige Qualitäten wie Kühlungswirkung und Schatten zu gewährleisten und für die (heisse und tro-ckene) Zukunft vorzusorgen. Darüber hinaus wird eine Zonierung des grünen Bandes entwickelt die für verschiedene charaktervolle vegetative Sequenzen sorgt. Während der südlichste Ab-schnitt zu einem Wäldchen (mit themenbezogenem Spiel) entwickelt, sorgt der nördlich folgende Abschnitt als ‚Lichtung‘ für sonnige Aussichten. Der nächste Abschnitt wird unter Einbezug der bestehenden Kirschen zu einem Obsthain für die Anwohnenden. Der nördlichste Teilbereich in-klusive Quartiersplatz und Rewe-Vorplatz erhält darüber hinaus mehrere Neupflanzungen von Klimagehölzen. Die Grünflächen gliedern sich außerdem in Rasen- und Pflanzflächen mit pflegextensiven Sträuchern, Stauden und Gräsern.

MATERIALIEN / KONSTRUKTION
Ein übergeordnetes Farbkonzept für die Möblierung und Ausstattungselemente stärkt den Wiedererkennungswert und den durchgängigen Charakter des Freiraums der grünen Mitte Ebertal.
Während die Pflasterflächen aus funktionalen und kostentechnischen Gründen aus recyceltem und versickerungsfähigen Betonsteinen hergestellt werden, bestehen die markanten Einfassungselemente der Grünfläche aus wertigen und dauerhaften Natursteinsegmenten.
Die Sitzauflagen bestehen aus Holz und werden abschnittsweise mit Rücken- und Armlehnen vorgesehen.
Der Spielbereich Ebertaler Wäldchen wird mit farbigen Holzstämmen entwickelt.
Der Fitnessbereich erhält skulpturale Stahlmodulelemente.
Die Fallschutzbeläge im Bereich der Wegeflächen werden aus EPDM hergestellt, während sie im Bereich des Spielplatzes aus Holzhäckseln ohne Rindenanteil bestehen.
Alle Wege- und Platzflächen werden verkehrssicher durch Mastleuchten mit Holzmast und adjustierbaren Strahlern ausgeleuchtet.


Beurteilung durch das Preisgericht

Die Leitidee des Entwurfs „Das Ebertal bleibt grün“ wird begrüßt und anerkannt. Das durchgehende grüne Band mit seinen nutzungsflexiblen Einbuchtungen ist eine identitätsstiftende Idee für das Quartier.

Der kleine Platz mit Wasserspiel als Auftakt vermag eine hohe Aufenthaltsqualität erzeugen, schafft aber im stadträumlichen Kontext nicht die gewünschte Entrée-Funktion direkt neben dem Parkplatz.

Leider sind die beiden vorgeschlagenen Ost-West-Rampen als einzige Querverbindungen nicht ausgeprägt genug.

Der Großstruktur immanent ist die durchgängige bauliche Einfassung aus Naturstein, die den Grünraum zwar schützt, gleichzeitig aber auch eine Barrierewirkung mit sich bringt. Dadurch können die Angebote innerhalb des Grüns nicht durchgehend wahrgenommen werden.

Die Gestaltung des Parkplatzes überzeugt nicht, zudem scheint die Anlieferung des REWE-Markt nicht funktional zu sein.

Die vorgeschlagene Weiterführung des Platzes über die Straße Am Steinsgraben mit einer Anordnung der Bushaltestellen wirkt hingegen überzeugend.

Die vielfältigen, aber keineswegs überzogenen Nutzungs- und Aufenthaltsmöglichkeiten sind räumlich gut angeordnet und attraktiv für alle Altersgruppen.

Die Ausarbeitung des Vegetationskonzeptes ist lobend zu erwähnen, gleichwohl bleiben die Aussagen zu Nachhaltigkeits- und Klimanpassungsmaßnahmen zu allgemein und entsprechen damit nicht den Zielen der Ausloberin.

Die gestalterische Qualität der Großform würde ihre Grenzen leider in der für eine Umsetzung erforderlichen Überarbeitung finden.
LP 500

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Entwurfspiktogramme

Entwurfspiktogramme

LP 200

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Detail 50

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