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Nicht offener, einphasiger, stÀdtebaulich-freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb | 10/2021

Neuer Stadtteil Holtenau Ost in Kiel

Anerkennung

Preisgeld: 7.300 EUR

CROSS Architecture

Stadtplanung / StÀdtebau

Karres en Brands

Landschaftsarchitektur

ErlÀuterungstext

SaHo DIE KIELER KANTE

Sanierungsgebiet Holtenau Ost
Die Stadt Kiel wird ganz wesentlich von ihrem VerhĂ€ltnis zum Wasser geprĂ€gt und geformt. Natur und Wirtschaft umgeben die einzigartige Kieler Förde. Vom Stadtzentrum bis zum offenen Meer begleitet die Förde den Stadtraum, die Natur und die Industrie und verliert sich erst ganz allmĂ€hlich in den grĂŒnen Ufern der Ostsee. Obwohl diese drei Bausteine die Grundlage der Kieler DNA darstellen, entwickeln sie sich ohne VerknĂŒpfung in isolierten Entwicklungsinseln.

SaHo: Die „Kieler Kante“ ist unser Vorschlag fĂŒr ein neues Stadtquartier an der Kieler Förde. Ein Stadtteil, der zukunftsweisend und experimentell, aber dennoch vertraut bleibt. Die Kieler Kante greift die Grundbausteine von Kiel auf und vermischt sie radikal neu.

Wo Wald auf Meer trifft
Die Kieler Kante ist ein Stadtquartier, das nicht auf Typologien und Infrastrukturen, sondern auf Ökologie und Ökosystemen basiert. FĂŒr lange Zeit unzugĂ€nglich durch die industrielle und militĂ€rische Nutzung des FluggelĂ€ndes, werden in Zukunft Wasser und Wald wieder zusammengefĂŒhrt und erzeugen ganz spezifische Wohn- und AufenthaltsqualitĂ€ten. Die neue, grĂŒn-blaue Infrastruktur bildet die Basis fĂŒr die Entstehung des neuen Stadtviertels und definiert darĂŒber hinaus die Agenda fĂŒr die zukĂŒnftige Entwicklung der KĂŒste. Die Kieler Kante bringt Vossbrook zurĂŒck an die Uferpromenade und schafft eine Reihe von grĂŒn-blauen, ökologisch nachhaltigen und klimafreundlichen VerknĂŒpfungen. Vorhandene Landmarken entlang der Promenade werden aktiviert und in das öffentliche Leben integriert.

Wasser-DNA
Aufbauend auf der traditionell starken Verbindung der Stadt Kiel zum Wasser, wird auch der neue Stadtteil Kieler Kante in jeder Hinsicht vom Wasser geprĂ€gt. Vom Meer bis zum Wald bildet das Wasser das Lebenselixier der Nachbarschaft und ermöglicht unverwechselbare LebensqualitĂ€ten an der Kieler Förde. Das fĂŒr Kiel so charakteristische Wasser wird zum Fundament fĂŒr die Kieler Kante. Ein differenziertes System blauer Arterien bringt SĂŒĂŸ- und Salzwasser zusammen und schafft neue öffentliche RĂ€ume, einzigartige Lebensbedingungen und nachhaltige Produktionsformen. Der Bau von neuen KĂŒstensiedlungen im Kontext des Klimawandels bietet die Möglichkeit, die Agenda fĂŒr eine langfristig tragfĂ€hige Entwicklung festzulegen. Die Kieler Kante greift damit die grĂ¶ĂŸte Herausforderung unserer Zeit auf und entwickelt aus diesem Thema die einzigartige QualitĂ€t des Projektes. Durch die Arbeit mit Gezeitendynamik, RĂŒckhalte- und Pufferzonen ist die ökologische Resilienz von Beginn in das Konzept eingebettet und bietet damit spannende Möglichkeiten fĂŒr das Leben in der Stadt.

ZurĂŒck in die Zukunft
Eine der wichtigsten QualitĂ€ten des Standortes und somit auch ein elementarer Faktor fĂŒr die zukĂŒnftige IdentitĂ€t des neuen Stadtviertels liegt in der ehemaligen militĂ€rischen und industriellen Nutzung mit ihren historische GebĂ€uden, Start- und Landebahnen und weiteren, vielfĂ€ltigen Relikten aus der Vergangenheit. Die Kieler Kante bewahrt diese vorhandenen Strukturen, die als Zeitzeugen in das stĂ€dtebauliche Konzept integriert und durch neue Nutzungen aufwertet werden. Die Kieler Kante ist nach unserem VerstĂ€ndnis kein Stadtteil, der von Grund auf neu aufgebaut wird, sondern die Fortschreibung einer sorgfĂ€ltigen LektĂŒre des Ortes und seiner bestehenden Merkmale.

STÄDTISCHE STRATEGIE: WASSERGEMEINSCHAFTEN

Vier Nachbarschaften
Die Schnittmenge von Natur, Wasser und Geschichte bildet die Leinwand, auf der vier ganz spezifische, neue Nachbarschaften entstehen. Die einzigartige Durchmischung dieser Zutaten prĂ€gt die IdentitĂ€t jedes einzelnen Quartiers und verankert es mit seiner Umgebung. Die typologische Strategie innerhalb der Nachbarschaft fördert Interaktion, Durchmischung und FlexibilitĂ€t. GroßzĂŒgige Erdgeschosszonen sorgen fĂŒr flexible Sockelbereiche, die sowohl Gewerbe- als auch Wohnnutzungen aufnehmen können und sich bei zukĂŒnftigen Änderungen jederzeit problemlos anpassen lassen.

Waldviertel
Das Waldviertel erhebt sich aus der Hanglage im rĂŒckwĂ€rtigen Teil des Areals aus dem bestehenden Waldgebiet. Über vielfĂ€ltige Wegebeziehungen werden Verbindungen bis zum Wasser hin geschaffen und die Strandstraße als grĂŒner Stadtboulevard definiert. In der Form eines Superblocks bietet das Waldviertel die Grundlage fĂŒr einzigartige Lebenstypologien und direkte Beziehungen zur Natur.

KĂŒstenblick
Entlang der sĂŒdöstlichen Uferlinie bildet ein verspielter, aber robuster, barcodeartiger Rhythmus den Rahmen, auf dem sich das Quartier „KĂŒstenblick“ entwickeln kann. Dieses StadtgefĂŒge ist im Osten an die KĂŒstenpromenade angedockt und öffnet sich ĂŒber Blickachsen und öffentliche RĂ€ume zum Wald, zum Boulevard und zum Hang im Hintergrund. Öffentliche RĂ€ume, gemeinschaftliche und private Höfe schaffen neue Verbindungen zwischen Wald und Meer und erweitern sich bis ins Wasser hinaus um dort neue, lebendige StadtrĂ€ume zu schaffen. In dieser robusten Grundstruktur entsteht durch unterschiedliche GebĂ€udetypologien eine spielerische und charakteristische Skyline.

Wasserhöfe
Die charakteristische, streng geometrische Form des MFG5-GelĂ€ndes wird zum urbanen Viertel der Wasserhöfe. Ein neuer Kiez, der das Wasser tief bis in das Herz des Quartiers bringt und jedes Wohnzimmer mit dem Wasser der Kieler Förde verbindet. Der interne Rahmen bestehender Infrastrukturen wird in ein reiches Netzwerk von KanĂ€len und Wasserstraßen umgewandelt, die jeden einzelnen Block miteinander verbinden. Jede Parzelle integriert Wasser auf eine einzigartige und unverwechselbare Weise und fĂŒhrt zu einer großen Vielfalt von unterschiedlichen Wasserhöfen.

Gartenhöfe
Die Gartenhöfe greifen das GerĂŒst aus Lagerhallen und Natur auf, das den ehemaligen Marinestandort im Norden gliedert und machen es zu einer dynamischen und flexiblen Matrix fĂŒr alle Produktionsformen der urbanen und maritimen Wirtschaft. Logistische Effizienz und die Notwendigkeit, robuste GrĂŒnstrukturen bereitzustellen, formen eine einfache, aber gut erkennbare Typologie von LagerhĂ€usern und Werkshallen mit breiten Erschließungszonen und natĂŒrlichen GĂ€rten.

Offene GebÀudestruktur
An der Kieler Kante wird nach den Prinzipien der offenen GebĂ€udestruktur gebaut. Die GebĂ€ude sind in ihrer Grundstruktur auf eine flexible und austauschbare Nutzung angelegt und können problemlos an verschiedene Typologien, Funktionen und GrĂ¶ĂŸen angepasst werden. Auf diese Weise kann sich jedes GebĂ€ude an die BedĂŒrfnisse der Bewohner anpassen und sich mit der Dynamik der Stadt verĂ€ndern.

ÖFFENTLICHE RÄUME: GRÜNBLAUER RAHMEN FÜR INTERAKTION

Öffentliche PlĂ€tze: Holtenau Mikado
Die linearen, streifenförmigen Strukturen der vorhandenen Start- und Landebahnen des ehemaligen Flughafens und MilitĂ€rstĂŒtzpunktes bilden eine charakteristische Struktur aus öffentlichen FreiflĂ€chen und GrĂŒnstreifen. Sie erstrecken sich vom Wald bis in die Kieler Förde und verbinden maßstabsĂŒbergreifend Wasser und Natur miteinander. Das Spiel aus breiten GrĂŒnflĂ€chen und öffentlichen Laufstegen verbindet die einzelnen Teile des Quartiers. Die FreiflĂ€chen bieten auf diesem Weg eine spannende, öffentliche und soziale Infrastruktur, die Straßen und PlĂ€tze der kleinen Nachbarschaften mit den großen öffentlichen Infrastrukturen verbindet.

Die Plaza
Mittig im Areal gelegen, bindet die Plaza die bestehenden Lagerhallen als langgezogener Platz zusammen und schafft einen zentralen Anziehungspunkt fĂŒr das gesamte Areal entlang der urbanen Promenade, die das Wasser bis in den zentralen Park fĂŒhrt. Bestehende GebĂ€ude auf der Plaza werden entweder umgestaltet, saniert oder neu interpretiert, um eine Reihe von öffentlichen Funktionen wie eine multifunktionale Veranstaltungshalle, ein Hotel, ein Gewerbe oder einen öffentlichen Garten einzufĂŒhren.

Der GrĂŒne Weg
Ein „GrĂŒner Weg“ verbindet alle Stadtteile miteinander und definiert darĂŒber hinaus eine zentrale Parkstruktur am Schnittpunkt mehrerer GrĂŒnstreifen, die sich sowohl in die GewĂ€sser des Fjords als auch in den Wald hinein erstrecken. Diese großzĂŒgige, öffentliche GrĂŒnanlage verbindet Geschichte, Natur und Wasser mit neuen, öffentlich nutzbaren Funktionen und definiert das pulsierende Herz des Kieler Kante.

Das Blaue Band
Die wohl wichtigste öffentliche Struktur verlĂ€uft an der Grenze von Stadt und Meer entlang der KĂŒste. Das „Blaue Band“ erstreckt sich von den grĂŒnen Ufern in Holtenau bis hinauf zu den nördlichen YachthĂ€fen und bietet eine unverwechselbare Abfolge von grĂŒnen Ökosystemen, urbanem Stadtraum und ProduktionsflĂ€chen. Das „Blaue Band“ ist mehr als nur eine öffentliche Promenade. Es handelt sich um eine nachhaltige Infrastruktur, die Wasserschutz mit aktiver Programmierung des öffentlichen Raumes und
Renaturierung der KĂŒste kombiniert. Es bildet die perfekte BĂŒhne fĂŒr die Interaktion der BĂŒrger mit der Kieler Förde und schĂŒtzt gleichzeitig vor Hochwasser.

NACHHALTIGKEIT: STADT VON MORGEN

MobilitÀtskonzept
Das MobilitĂ€tskonzept der Kieler Kante stellt FußgĂ€nger, FahrrĂ€der und öffentliche Verkehrsmittel an die Spitze der Hierarchie. Das Konzept basiert auf einer zukunftsweisenden Idee der MobilitĂ€t, die Land- und Wassertransport kombiniert und in den sozialen Alltag der Nachbarschaft einbettet. Der PKW-Verkehr wird eingeschrĂ€nkt und konzentriert sich auf Hauptachsen des Stadtteils und die Mobility Hubs in den zentralen Quartiersknotenpunkten.

Die Mobility Hubs werden in differenzierten GrĂ¶ĂŸen vorgeschlagen und bilden damit ein komplexes Netzwerk, das verschiedene Konzepte und Angebote kombiniert, um eine maximale FlexibilitĂ€t fĂŒr die BĂŒrger zu ermöglichen. Die zentralen, großen Hubs bĂŒndeln klassische PKW-StellplĂ€tze mit öffentlichem Nahverkehr und Nachbarschaftslogistik. Spezielle Hubs integrieren besondere Transportmittel wie den Anleger fĂŒr FĂ€hren, wĂ€hrend verschiedene Micro-Hubs dem langsamen Verkehr mit ParkplĂ€tze fĂŒr FahrrĂ€der und Anlegern fĂŒr Wassertransporte vorbehalten sind. Die Positionierung der Mobility Hubs definiert den Übergang von der ĂŒbergeordneten Infrastruktur in die Nachbarschaft. Sie sind immer an der Schwelle zwischen Straße, Platz und Park positioniert und schaffen so die Verbindung zum öffentlichen Raum der Kieler Kante.

Die Haltestellen des ÖPNV werden als wichtiges Verkehrsmittel zur Anbindung des neuen Stadtteils an die Umgebung an den wichtigen Knotenpunkten platziert und bieten damit eine optimale Erreichbarkeit. Die ĂŒbergeordnete Straßenbahn fĂ€hrt entlang der Strandstraße quer durch den gesamten Stadtteil und verbindet alle wichtigen Ziele innerhalb der einzelnen Quartiere mit den angrenzenden Stadtteilen. DarĂŒber hinaus fördert die am Fahrrad ausgerichteten Infrastruktur die nachhaltige MobilitĂ€t.

Die optimale Integration der Logistik fĂŒr die Gartenhöfe und das ABZ Kiel sind elementarer Bestandteil fĂŒr einen funktionierenden Stadtteil. Alle FlĂ€chen sind so an die ĂŒbergeordnete Infrastruktur angebunden, dass große öffentliche RĂ€ume nicht durchschnitten werden und dennoch eine optimale Erreichbarkeit gewĂ€hrleistet wird.
Die Kieler Kante ist ein ausgewogener Stadtteil mit einem komplexen MobilitĂ€tssystem, das den langsamen Verkehr und den öffentlichen Verkehr fördert, gleichzeitig jedoch Logistik und Großverkehr optimal integriert.

Kreislaufwirtschaft
Der Kieler Kante ist in jeder Hinsicht als eine Stadt im Sinne der Kreislaufwirtschaft konzipiert. Das Quartier wird von Beginn an auf dem Bestand aufgebaut, so dass alle Materialien vor Ort verwendet und recycelt werden. Bestehende Straßen bilden die Basis fĂŒr die neue Infrastruktur oder werden in neue öffentliche RĂ€ume integriert. MilitĂ€rische Relikte werden zu besonderen Aktionspunkten in den öffentlichen RĂ€umen, BestandsgebĂ€ude werden entweder recycelt oder saniert.

Die Kieler Kante funktioniert als Ökosystem, in dem Material- und Energieverbrauch, Stromerzeugung, Wasser und Mikroklima zusammengefĂŒhrt werden, um die Auswirkungen der Stadt auf die Umwelt zu minimieren und einen komfortablen Ort fĂŒr ihre Bewohner zu schaffen. Die Nachbarschaft zielt darauf ab, die Verwendung von Holz und kohlenstoffarmen Materialien zu maximieren. Auf großen Lager- bzw. ProduktionsdĂ€chern und MobilitĂ€tszentren wird Energie erzeugt und an den MobilitĂ€tszentren in E-Batterien gespeichert, um ausreichende Reserven bei Spitzenlast zu gewĂ€hrleisten. Die neu geschaffenen KanĂ€le und Wasserstraßen in den Wasserhöfen sind tatsĂ€chlich ein voll integriertes Gezeitenenergiesystem, das die Flut berĂŒcksichtigt und zur Stromerzeugung nutzt. Diese wiederum kann zusammen mit PV-Energie in den Mobility Hubs gespeichert werden.

Die Kieler Kante ist ein Stadtteil, der mit der Natur und ihren Prozessen im Einklang arbeitet. Der gesamte Stadtplan ist so angelegt, dass der Energieverbrauch, die KĂŒhlkorridore und die Wiederaufbereitung von Wasser am Standort optimiert werden können. Ein weitlĂ€ufiges System von begrĂŒnten Korridoren bringt kĂŒhle Luft von den HĂŒgeln und der Umgebung sowie vom Meer ins Herz des neuen Stadtteils.
Vor allem aber fördert die Kieler Kante die soziale Nachhaltigkeit. In jedem Block und Quartier sind RĂ€ume zur gemeinsamen Nutzung und zur Förderung der Gemeinschaft vorgesehen. Mobility Hubs integrieren alle Formen der MobilitĂ€t sowie nachbarschaftliche Dienstleistungen. Kleinere GeschĂ€fte, BĂŒdchen und Kioske, FahrradlĂ€den, Upcycling-Zentren und vergleichbare Angebote fördern die Nachbarschaftsbeziehungen. Zusammen mit der typologischen und architektonischen Strategie fördert dies eine inklusive und vielfĂ€ltige Nachbarschaft.

Lebendes Labor
Die Kieler Kante ist nicht nur eine Stadt fĂŒr heute, sondern vielmehr der NĂ€hrboden fĂŒr die Stadt von morgen. Aus diesem Grund sind Innovation und Experiment entscheidende Aspekt des Entwurfskonzeptes. Der neue Stadtteil kombiniert bewĂ€hrte Technologien und Techniken mit experimentellen und zukunftsweisenden Initiativen. Das Gartenviertel kombiniert RĂ€ume fĂŒr eine nachhaltige Nahrungsmittelproduktion, neue MobilitĂ€ts-, Energie- oder Wirtschaftsmodelle. Die hier angesiedelten Initiativen werden von einem anspruchsvollen, dynamischen Ökosystem und den umliegenden Nachbarschaften profitieren und darĂŒber hinaus von ihnen lernen können. Speziell ausgewiesene RĂ€ume in der Kieler Kante regen zum Experimentieren als Living Lab an.

Beurteilung durch das Preisgericht

Der Entwurf gliedert klar durch Landschaftsachsen das neue Stadtquartier. Im Norden werden gewerblich nutzbare Höfe vorgeschlagen, die flexibel individuelle betriebliche FlĂ€chenanfragen bedienen können, ohne dabei die stĂ€dtebauliche Ordnung zu verlieren. Im SĂŒden wird eine klare Kante durch eine stringente Abfolge von Zeilen und Wohnblöcken ausgebildet. Auch, wenn das Parkhaus direkt am Wasser fehl platziert ist. Das mittig gelegene Plateau setzt sich wohltuend ab und stellt durch ein Grachtensystem einen mutigen Beitrag zum neuen Stadtquartier an der Förde dar. Gerade das Band aus den ehemaligen Hallen aus der MilitĂ€rzeit erhĂ€lt durch einen Wasserkanal eine eigenstĂ€ndige, hochwertige Adresse. Diese Haltung wird ausdrĂŒcklich durch das Preisgericht gelobt. Die weitere VerĂ€stelung des Grachtensystems zur Bildung der Wasserhöfe verliert sich jedoch und wirkt ĂŒberzogen. Endpunkte sind manchmal nicht klar zu identifizieren. Auch aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten kann die Ausformung der Entwurfsidee nur bedingt ĂŒberzeugen - weniger wĂ€re hier mehr gewesen.