Einladungswettbewerb | 06/2025
Neues Stadtquartier Urban Q Baufeld A + B in Hannover
©studiomauer&gruppeomp
Blick in die öffentliche Durchwegung
1. Preis / Baufeld B
Preisgeld: 34.000 EUR
Architektur
-
Verfasser:
Niklas Staack, Maximilian Pape, Paul Jakob Bohlen, Heiko Lubs, Heiko Lubs
nsp landschaftsarchitekten stadtplaner PartGmbB schonhoff schadzek depenbrock
Landschaftsarchitektur
-
Verfasser:
-
Mitarbeitende:
Visualisierung
Erläuterungstext
Der Entwurf der Wohngebäude auf Baufeld B besteht sieht zwei ähnliche Baukörper vor, die durch ihre durchgehenden Gebäudefluchten und klammerförmigen Grundflächen und ein Ensemble bilden. Sie ähneln sich durch ihre Form und Fassadenstruktur wie zwei Geschwister, unterscheiden sich aber in ihrer Farbigkeit.
Die beiden Gebäude sollen als gute Nachbarn zwischen den angrenzenden Baufeldern vermitteln. Eine öffentliche Durchwegung ermöglicht die fußläufige Verbindung der Quartiersplätze und wirkt als Begegnungsraum. Durch die Abstaffelung um ein Geschoss sowie die Öffnung der Baukörper zueinander werden die beiden privaten Höfe mit ausreichend Tageslicht versorgt, sodass ein begrünter Innenhof entsteht.
Die effiziente Organisation von Grundrissen und Fassade erlaubt eine einfache und ressourcensparende Konstruktion. So sind neben dem weitgehenden Verzicht auf Betonwände in den Obergeschossen z.B Fassadenbäder mit Reduktion der Haustechnik möglich. Auch eine Ausführung der Tragenden Bauteile in Holz-Massivbauweise ist zur CO2-Reduktion denkbar.
Beurteilung durch das Preisgericht
Der Entwurf zeichnet sich durch eine mutige Interpretation des Rahmenplans aus. Diesem entgegen versucht die Arbeit die zwei Baublöcke über sich zur Mitte öffnende Höfe räumlich in Beziehung zu setzen. Gleichzeitig wird über die Erhöhung der Innenhöfe eine Schwelle zur Durchwegung erzeugt, was zur deutlichen Unterscheidung von Öffentlichkeit, gemeinschaftlich genutzten Innenhöfen und privaten Terrassen beiträgt. So entstehen spannende Übergänge und Blickbeziehungen. Beide Höfe profitieren von den großzügigen Öffnungen bezüglich Licht, Luft und Sonne. Es wird hinterfragt, ob die niedrigeren, eingedrehten Gebäudeteile in ihrer Dimensionierung angemessen sind, oder womöglich noch weiter heruntergestuft werden sollten, um den Bezug der Höfe weiter zu stärken.
Die starke Begrünung der Innenhöfe wird aufgrund des Bodenkontakts / Durchstanzung der Tiefgarage als realistisch eingeschätzt und als große Qualität wertgeschätzt.
Alle Treppenhäuser sind vom öffentlichen Raum zum Innenhof, wenn auch teilweise etwas kompliziert, durchgesteckt und ermöglichen so allen Bewohnenden einen direkten Zugang zum gemeinschaftlich genutzten Garten. Den Eingängen sind großzügige Mobilitätsfoyers zugeordnet, was eine einfache Nutzung des Fahrrades ermöglicht. Teilweise ist die Ausrichtung der Hauseingänge zu überprüfen, um beispielsweise reine Nord-West-Wohnungen, die zur Celler Straße ausgerichtet sind, mehr Qualität verleihen zu können. Die klassische Grundrissstruktur wird überzeugend angewendet und verspricht eine große Flexibilität ohne das Grundsystem infrage stellen zu müssen. Die Reaktion der Grundrisse auf die Lärmquelle Celler Straße wird kritisch diskutiert.
Bis auf die Mobilitätsfoyers, den Minimarkt und das Café zum Quartiersplatz wird in den Erdgeschossen (Hochparterre) gewohnt. Die Höhe der geschlossenen Fassadenflächen im EG wird kritisiert, da sie auf Zufußgehende und im Freiraum Verweilende abweisend wirkt und den öffentlichen Raum kaum belebt. Auch die freiräumliche Gestaltung lässt wenig Lebendigkeit erwarten.
Die gefasten Gebäudeecken zur Celler Straße und Brüderstraße werden als interessanter Übergang zu den runden Ecken des Hochpunktes des Baufelds C gesehen. Die Adressbildung erfolgt durch gut gestaltete Eingangsbereiche.
Die Fassaden der beiden Blöcke werden nach den gleichen Prinzipien differenziert und tektonisch strukturiert. Die Ausbildung von Brüstungen ist architektonisch und hinsichtlich einer einfacheren Möblierbarkeit nachvollziehbar. Beide Baukörper unterscheiden sich aber deutlich in der Farbigkeit (rot und grün), auch wenn dies aus Sicht des Preisgerichts sehr plakativ und etwas undifferenziert wirkt.
Die Arbeit bietet zwei unterschiedliche Konstruktionsweisen an. KS-Mauerwerk mit Klinker bzw. keramische Ziegelplatten und Stahlbetondecken (konventionell) sowie massive Massivholzwände mit Klinker bzw. keramische Ziegelplatten und -Vollholzdecken (etwas kostenaufwendiger, aber klimafreundlich).
Insgesamt wird die Tiefe der Durcharbeitung mit teilweise alternativen Detaillösungen als sehr positiv bewertet.
Nachhaltigkeit (ergänzt durch das Sachverständigenbüro energydesign)
Für die beiden Gebäudeentwürfe werden zwei unterschiedliche Konstruktionsprinzipien (Betonkern und Holz) vorgeschlagen. Gleich bleiben die Klinker als dauerhafte Fassadenbekleidung.
In den Innenhöfen werden Begrünungen entlang der Balkonkonstruktionen als bodengebundene Bepflanzung vorgeschlagen. Dächer und Innenhöfe werden begrünt ausgebildet für ein positives Mikroklima.
Durch die Öffnung der Innenhöfe soll eine Verbesserung der Tageslichtversorgung erreicht werden.
Dazu fällt auf, dass sich der Fensterflächenanteil mit teilweise 25% am unteren Limit bewegt, wodurch die ausreichende Tageslichtversorgung der Wohnungen geprüft werden müsste. Flure sind in den Ober-geschossen teilweise vollständig innenliegend und ohne Tageslicht.
Aufgrund der Anordnung der Bäder und Küchen sind bis zu 3 Steigestränge in den Wohnungen erforderlich.
Insgesamt werden Nachhaltigkeitsaspekte auch aufgrund der unterschiedlichen Konstruktionsvorschläge berücksichtigt.
©studiomauer&gruppeomp
Blick von der Celler Straße
©studiomauer&gruppeomp
Konzept
©nsp landschaftsarchitekten / studiomauer&gruppeomp
Lageplan
©nsp landschaftsarchitekten / studiomauer&gruppeomp
Grundriss EG
©nsp landschaftsarchitekten / studiomauer&gruppeomp
Grundriss RG
©studiomauer&gruppeomp
Ansicht West
©studiomauer&gruppeomp
Schnitt Quer