modgnikehtotsyek
ALLE WETTBEWERBSERGEBNISSE, AUSSCHREIBUNGEN UND JOBS Jetzt Newsletter abonnieren

Einladungswettbewerb | 06/2025

Neues Stadtquartier Urban Q Baufeld A + B in Hannover

Quartiersmitte

Quartiersmitte

ein 3. Preis / Baufeld B

Preisgeld: 7.000 EUR

ksw | kellner schleich wunderling

Architektur

plateau landschaftsarchitekten

Landschaftsarchitektur

DREWES + SPETH Beratende Ingenieure im Bauwesen Partnerschaftsgesellschaft mbB

Tragwerksplanung

H2A Architekt:innen PartGmbB

Bauphysik, Energieplanung

matthias harms images

Visualisierung

Erläuterungstext

Zwischen den neuen Stadtbausteinen gliedern zwei- oder dreigeschossige Fugen die Fassaden, unterstützen das Fassadenrelief und lassen das Sonnenlicht in den öffentlichen Raum und in die nach der Miyawaki-Methode mit tiny-Wäldern üppig begrünten Innenhöfe fließen.
Einander zugewandt auf der Westseite des Quartieres liegen die Gemeinschaftsterrassen der beiden gemeinschaftlichen Wohnprojekte, die über den eingeschossigen Tordurchgängen in die Innenhöfe ihren Platz finden.
Hier, am zentralen Platz, verortet sich bei maximaler Begegnungs- und Belebungsdichte die auf das Wohnen bezogene Quartiersmitte mit Raum für wohnungsnahe Dienstleistung in den Erdgeschossen, wie Bistro, Waschcafè oder shared space für Zeitarbeitsplätze in der Community, jenseits der eigenen vier Wände.
Zwischen den beiden Stadtbausteinen wird die Architektur kleinmaßstäblicher und der Intimität des „Pocket-Parks“ entsprechend deutlich gegliederter als an den übrigen Rändern.
Die Gebäudeecken sind als besonders wichtige Kontaktzonen zwischen öffentlichem Raum und Gebäuden mit öffentlichen und halböffentlichen, ebenerdigen Gewerbeeinheiten besetzt.

Beurteilung durch das Preisgericht

Der Entwurf bietet eine klare und kompakte, städtebauliche Figur an. Die in zwei Rechtecken gestalteten Baukörper haben lediglich eine Schrägkante zum Quartiersinneren, an der Wegeverbindung zwischen Baufeld A und C. An der Südostecke wird hierbei ein siebengeschossiger Hochpunkt zur Brüderstraße/Ecke Herrenstraße geschaffen, der als Vermittler der Hochpunkte der Baufelder A und C und der Bestandsbebauung durchaus nachvollziehbar ist, jedoch nicht in der Aufgabe gewünscht war (alle anderen Beiträge verbleiben maximal 6-geschossig). Des Weiteren gibt es eine weiterführende Abstufung in 6 und schließlich 5 Nutzungsebenen mit teilweise nutzbaren Dachgärten und überwiegender Belegung mit PV-Anlagen.

In der Folge der gewählten Form werden ebenfalls klar abgegrenzte, private Innenhöfe geschaffen, die als grüne „Pocket Parks“ dienen. Sie haben jeweils einen Zugang und sind in sich in der Höhe modelliert. Vorgesehen sind hier tief wurzelnde Bäume, was durch eine in der Hofgröße ins Untergeschoss übertragene Aussparung auch ermöglicht wird. Zusätzlich sind in den Innenhöfen jeweils dreiseitig Balkonbänder eingezogen, die die nachbarschaftliche Kommunikation fördern sollen. Positiv bei der Innenhofgestaltung ist der Kühlungs- und Verdunstungseffekt hervorzuheben (Anti-Urban-Heat-Effekt), kritisch zu hinterfragen ist die ausreichende Belichtung der Wohnungen in den unteren Ebenen. Zudem gibt es keine rein privat nutzbaren Außensitze.

Der Entwurf bietet im Vergleich zu den anderen Wettbewerbsbeiträgen die höchste BGF-Fläche und übererfüllt die geforderten 195 Wohneinheiten mit 197. Neben der Sonderform des Atelierwohnens auf zwei Ebenen zur Celler Straße (für z.B. Kleinunternehmer) findet sich ein solider Wohnungsmix nach dem Prinzip der Stapelung und Wiederholung. Hierbei erfolgt die Erschließung über jeweils 4 Treppenhäuser und Flure pro Baukörper. Im Erdgeschoss, auf den jeweiligen Ecken zum Quartiersinneren gerichtet, finden sich Gemeinschaftsnutzungen in Form von wohnungsnahen Dienstleistungen (wie z.B. shared space, Waschcafé, usw.), die mit Ihren Terrassen im Außenraum auch einen Austausch zum Quartiersplatz des Baufeldes A zum Ziel haben. Die Tiefgarage ist überzeugend einfach mit jeweils gebündelten Wohnungsabstellräumen und Fahrradstellplätzen sowie PKW-Stellplätzen und entsprechende Zufahrten strukturiert. Es gibt allerdings nur einen textlichen Hinweis zu Unterflurbehältern, die nicht im Plan zu finden sind.

Die Dauerhaftigkeit der Fassade insbesondere des EG mit hinterlüftete Blechfassade, wird kritisch diskutiert. Die Fassade der Obergeschosse ist im Aufbau mit nachhaltigen Materialien gelöst: Auf dem Holzständerwerk wird mit einer Holzplatte aufgebaut und mit einer weiteren Holzfaserplatte als Putzträger gearbeitet. Der Entwurf sieht zu allen Seiten bodentiefe Fenster vor.

Nachhaltigkeit (ergänzt durch das Sachverständigenbüro energydesign)
Die Verfasser*innen schlagen einen Entwurf mit dem Ziel des möglichst geringen Fußabdrucks vor. Gründächer und zum Erdreich offene Höfe unterstreichen diesen Aspekt. Fassadengrün wird nicht vorgeschlagen.

Zu den massiven Gebäudekernen werden unterschiedliche Fassaden kombiniert, die zwar als zum Teil nachhaltige Materialien (Holzwolle, Holzfaserplatten, mineralischer Putz) vorgeschlagen werden, aber unter den Aspekten der Dauerhaftigkeit diskutiert wurden.

Fensterflächenanteile werden moderat gewählt. Fenster erhalten neben der Absturzsicherung einen außenliegenden Sonnenschutz. Auf den Nordfassaden werden große Fensterflächen als Schallschutz vorgeschlagen. Flure und Treppenhäuser erhalten Tageslicht.

Innenliegende Kernzonen werden übereinander angeordnet. Bäder sind weitgehend innenliegend. PV-Flächen werden auf den Dächern vorgesehen.

Die Innenhöfe sind vollständig umschlossen, sodass die Tageslichtversorgung eingeschränkt erscheint.

Insgesamt wird ein nachhaltiges Konzept angeboten.
Celler Straße

Celler Straße

Quartiersmitte - Erdgeschoss

Quartiersmitte - Erdgeschoss

Lageplan

Lageplan

Ansicht Quartiersmitte

Ansicht Quartiersmitte

Ansicht Quartiersmitte

Ansicht Quartiersmitte