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Nicht offener Wettbewerb nach RPW 2008 | 10/2010

Neues Wohnen am Lankower See

3. Preis

Preisgeld: 5.750 EUR

ppp architekten + stadtplaner

Architektur

ANDRESEN LANDSCHAFTSARCHITEKTEN

Landschaftsarchitektur

Erl├Ąuterungstext

St├Ądtebau
Auf dem Plangebiet im Stadtteil Lankow hat die fr├╝here Internats- und Wohnnutzung vielf├Ąltige Spuren hinterlassen, die neben der Lagegunst am Lankower See wertvolle Ankn├╝pfungspunkte f├╝r ein st├Ądtebauliches Konzept liefern:
- Die Fl├Ąche ist an das ├╝bergeordnete Stra├čennetz im Norden gut angeschlossen
- Im Gebiet selbst gibt es Stra├čen und Wege, die ausgebaut und weitergenutzt werden k├Ânnen
- Teilweise wertvolle, funktionsf├Ąhige Ver- und Entsorgungsleitungen sind im Untergrund vorhanden
- Ein teils ├╝ppiger und pr├Ągender Baumbestand ist vorhanden
Um ein nachhaltiges, wirtschaftliches und identit├Ątsstiftendes Siedlungskonzept zu entwickeln, wollen wir die vorhandenen Potenziale des Ortes f├╝r ein bezahlbares und gleichzeitig besonderes Wohngebiet f├╝r junge Menschen, Familien und unterschiedliche Generationen nutzen.
Daher zeichnen unser Erschlie├čungssystem und die st├Ądtebauliche Struktur die wertvollen Relikte der Vornutzung nach und f├╝hren sie zu einem einfachen, aber sehr pr├Ągnanten Siedlungsbild weiter.
So entsteht eine kammartige Struktur von Norden und S├╝den, die mit Fu├čwegen und technischen ├ťberfahrten durch einen diagonalen mittigen Gr├╝nraum verbunden sind.
Die Lagegunst in N├Ąhe des Lankower Sees liefert uns die zweite gro├čartige ├Ârtliche Qualit├Ąt, aus der wir unser st├Ądtebaulich-freir├Ąumliches Leitbild entwickeln und damit die neue Siedlung in die Ortstypik ganz selbstverst├Ąndlich einbinden.
Der vorhandene Gr├╝nraum im Nordwesten und die Wiesen am Rand des Lankower Sees werden miteinander durch einen diagonal gelegenen gr├╝nen Korridor im Herzen der Siedlung verbunden und bieten damit eine gro├čz├╝gige Verflechtung der neuen und bestehenden Wohngebiete untereinander und zum Lankower See. Dieser Gr├╝nraum, mit seinen vielf├Ąltigen Fu├čwegen, Treffpunkten und Spielm├Âglichkeiten ist die Mitte des gesamten Quartiers und gleichzeitig ein gro├čer Abenteuerspielplatz f├╝r Kinder und Jugendliche.

Bebauung
Die klare st├Ądtebauliche Struktur erm├Âglicht sehr unterschiedliche Formen der Bebauung und kann damit auf zuk├╝nftige Marktentwicklungen und Nachfragen reagieren, ohne dass der Reiz der Siedlung gest├Ârt wird. Im Norden schlagen wir entlang der Haupterschlie├čung s├╝dorientierte Reihenh├Ąuser vor, die f├╝r die anschlie├čenden Wohngruppen eine ruhige Situation bilden. N├Ârdlich ergibt sich die M├Âglichkeit der Nachverdichtung auf den sehr langgestreckten gro├čen Grundst├╝cken der Gadebuscher Stra├če mit Doppelh├Ąusern. S├╝dlich bilden Gruppen von Atriumh├Ąusern zur Stra├če platzartige Raumaufweitungen. Gartenseitig sind sie zu ÔÇ×gr├╝nen FingernÔÇť orientiert, in denen Entw├Ąsserungsmulden und Gartenwege liegen. Dadurch entstehen sehr intime ruhige Bereiche, die dennoch nachbarschaftliches Wohnen f├Ârdern.
Im S├╝den wird der Erlenweg verbreitert, um eine beidseitige Bebauung zu erm├Âglichen. Entlang der kammartigen Stra├čen k├Ânnen sich sehr unterschiedliche Wohngruppen oder ÔÇôzeilen entwickeln: Atriumh├Ąuser (wie im Norden), Kettenh├Ąuser, Doppelh├Ąuser, Einzelh├Ąuser etc.
An der Haupterschlie├čung gegen├╝ber der Schule k├Ânnen Geschosswohnungsbauten entstehen oder verdichtete Wohnbauten f├╝r Mehrgenerationenwohnen. Dies ist auch anstelle der Reihenh├Ąuser im Norden m├Âglich.

Freiraumkonzept
Aus dem angrenzenden St├Ądtebau heraus entsteht unter Ber├╝cksichtigung und Integration der vorhandenen Erschlie├čungs- und Vegetationsstrukturen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung eine kammartige Bebauungstruktur. Raumbildende B├Ąume k├Ânnen weitgehend erhalten werden.
Die Baufelder greifen von Norden und S├╝den in das Wettbewerbsgebiet hinein. Aus dem zentralen landschaftlichen Gr├╝nraum greifen wiederum ÔÇ×Gr├╝ne FingerÔÇť in diesen ÔÇ×BebauungskammÔÇť hinein, so dass sich ein engverzahntes Gewebe von Stadt und Landschaft entwickeln kann.
Die ├╝berwiegende Zahl der neuen Grundst├╝cke hat somit einen unmittelbaren Zugang ins Gr├╝ne, in die Landschaft.
Die Grundst├╝cke, die im Norden und S├╝den an den in West-Ost-Richtung verlaufenden Erschlie├čungsstra├čen liegen, erhalten r├╝ckw├Ąrtig kleine Gartenwege, die in die Gr├╝nen Finger f├╝hren, so dass auch diese Grundst├╝cke eine gute Anbindung an die Freir├Ąume im Wettbewerbsgebiet erhalten.
In den ÔÇ×Gr├╝nen FingernÔÇť liegen gleichzeitig Entw├Ąsserungsmulden, die das Oberfl├Ąchenwasser von den Grundst├╝cke und den Geb├Ąuden sammeln und in mehrere dezentrale R├╝ckhalte-und Sickerfl├Ąchen im Gr├╝nzug f├╝hren. Das Regenwassermanagement wird somit im Wettbewerbsgebiet nachhaltig und ├Âkologisch betrieben. Durch Anpflanzung von Kopfweiden entlang der Gr├Ąben entsteht zudem ein gestalterisches Leitbild f├╝r die Gr├╝nen Finger, das diesen R├Ąumen eine Pr├Ągnanz gibt und an die Landschaftsbilder am Lankower See ankn├╝pft.
Um die Fl├Ąchenversiegelung im Sinne der Nachhaltigkeit ebenfalls m├Âglichst gering zu halten, wurde auf Wendem├Âglichkeiten f├╝r Rettungs- und M├╝llfahrzeuge in den kammartigen Erschlie├čungsstra├čen verzichtet. Schmale sickerf├Ąhig befestigte ├ťberfahrten durch den Gr├╝nzug liegen wie kleine Furten im Gr├╝nzug, treten allerdings durch Ihre Ausbildung mit Rasenfugen kaum in Erscheinung. Die Durchfahrt wird durch Einbauten reglementiert.
Ein Fu├č- und Radwegenetz zieht sich durch den entstehenden Freiraum und bindet die angrenzenden Wege an, so dass ein Durchqueren auch f├╝r die Anwohner aus den umliegenden Quartieren m├Âglich ist. Elliptische Aktionsfelder liegen als zus├Ątzliche Anlaufpunkte in dem Gr├╝nzug. Spielen, Sitzen, Kl├Ânen, Fitness, vielf├Ąltigste Freizeitnutzungen im Freien sind hier denkbar und bieten die M├Âglichkeit wichtige Funktionen wie das Spielen u.a. in das Gesamtkonzept zu integrieren und einen angemessenen Platz daf├╝r zu finden.
Durch das beschriebene Konzept wird versucht an dieser Stelle am Lankower See in Schwerin unter Ber├╝cksichtigung der vorgefundenen stadt- und landschaftsr├Ąumlichen Situation ein feinmaschiges, unverkennbares Netz von Stadt und Landschaft zu weben.

Erschlie├čung
Um eine ruhige, vom Individualverkehr freie gr├╝ne Mitte zu erhalten, ist die Erschlie├čung f├╝r PKW in einem n├Ârdlichen und einem s├╝dlichen Bereich geteilt. Der n├Ârdliche Teil ist direkt an die Gadebuscher Stra├če angeschlossen. Die s├╝dliche Anbindung erfolgt von der Ahornstra├če in H├Âhe der Vers├Âhnungskirche und belastet insofern nicht die bestehenden s├╝dlichen Wohngebiete. Im Gegenteil kommt es zu einer Entlastung, weil es f├╝r Bestandsverkehre eine zus├Ątzliche Erschlie├čung gibt.
Ver- und Entsorgungsfahrzeuge k├Ânnen die gr├╝ne Mitte ├╝ber Furten queren, um gro├čfl├Ąchige Wendefl├Ąchen und Umwegverkehr zu vermeiden.
Die Wohnstra├čen sind als shared space mit platzartigen Aufwertungen vorgesehen.
Vielf├Ąltige Fu├čwege durchziehen das gesamte Wohngebiet und vernetzen es mit dem vorhandenen Wegenetz im Umfeld. So k├Ânnen auch bestehende Quartiere sowohl von der gr├╝nen Mitte profitieren als auch einen sch├Ânen Fu├čweg zum Lankower See nutzen.

Realisierung / Qualit├Ątssicherung
Das neue Wohngebiet l├Ąsst sich gut in zwei gro├če Bauabschnitte gliedern:
Der n├Ârdliche Teil inklusive der gr├╝nen Diagonalen und den Entw├Ąsserungsmulden und dem s├╝dlichen Teil. In beiden Teilen lassen sich wiederum entsprechend dem Nachfrageumfang kleinere Bauabschnitte bilden. Dadurch entstehen pro Bauabschnitt kleinere fertige Nachbarschaften und kleinpunktuelle, zusammenhanglose Einzelbebauungen auf der Fl├Ąche.
Um eine m├Âglichst hohe Qualit├Ąt der Bebauung zu erhalten, schlagen wir vor, f├╝r einzelne Hausgruppenoder Nachbarschaften kleinere Bautr├Ąger/Architekten Wettbewerbe durchzuf├╝hren. Die Vergabe erfolgt f├╝r das beste Produkt. Dadurch wird die Architektenqualit├Ąt deutlich erh├Âht und der gestalterische Gesamtzusammenhang kann durch die Jury gesteuert werden.
F├╝r die Bebauung mit Einzel- oder Doppelh├Ąusern schlagen wir die Einrichtung einer Beratungsjury vor. Dabei erfolgt die Vergabe der Grundst├╝cke nach Vorlage eines Geb├Ąudevorschlags (Vorentwurf), der dieser Jury vorgelegt im Hinblick auf die gestalterische Einf├╝gung in den Kontext beraten wird. Nach Einarbeitung dieser Hinweise erfolgt die Grundst├╝cksvergabe f├╝r die Bebauung mit diesem Geb├Ąude. Im Idealfall kann bei gro├čer Nachfrage die Vergabe an den Bewerber mit dem besten Architektenvorschlag erfolgen.
LA: Sven Andresen Landschaftsarchitekt L├╝beck

Beurteilung durch das Preisgericht

St├Ądtebauliche / landschaftliche Einbindung:
Die Autoren entwickeln eine weitgehend konsequent durchgeformte Gr├╝nverbindung zwischen den beiden vorhanden Landschaftr├Ąumen als zentrale Mitte des neuen Quartiers, die zugleich Durchgangs ÔÇô und Kommunikationsort f├╝r und mit den angrenzenden Wohngebieten darstellt. Die diagonale Anordnung zielt auf die zur├╝ckhaltend entwickelte ├ľffnung zum Lankower See hin. Der eher landschaftlich geformte Gr├╝nzug verkn├╝pft sowohl die anschlie├čenden Wohnh├Âfe als auch deren r├╝ckw├Ąrtige halb├Âffentliche Gartenr├Ąume. Auf einen zentralen Quartierseingang f├╝r alle Arten von Verkehrsteilnehmern wird so verzichtet, ebenso auf eine direkte st├Ądtebauliche Verkn├╝pfung mit dem Schulkomplex. Dies wird von der Jury eher kritisch gesehen. Die gew├Ąhlte diagonale Anordnung des Gr├╝nzuges bedingt unterschiedlich gro├če Wohnh├Âfe und erzielt so ohne weitere Regelungen bereits Wahlfreiheiten f├╝r die Vermarktung als auch f├╝r die Zusammensetzung der sp├Ąteren Bewohner.
Erschlie├čung:
Das Quartier wird je zur H├Ąlfte ├╝ber den direkten Anschluss an die Gadebuscher Stra├če zusammen mit der Schule erreicht und zum anderen ├╝ber eine neue Verbindung an der s├╝dlichen Grenze des Kirchengrundst├╝ckes. Dabei wird die Eschenstra├če mit zur Erschlie├čung der s├╝dlichen Wohnh├Âfe genutzt. Ob dies von den Anwohnern akzeptiert w├╝rde und ob das neue Quartier dadurch nicht zus├Ątzlich belastet w├╝rde, wird kontrovers diskutiert. Die zweite Anbindung der n├Ârdlichen Erschlie├čungsstra├če an die Gadebuscher Stra├če mit der dort vorgeschlagenen Bebauung wird in der Form nicht positiv bewertet. Dagegen wird die Option auf eine r├╝ckw├Ąrtige Erschlie├čung parallel zur Gadebuscher Stra├če f├╝r sinnvoll erachtet. Die vorgeschlagen Querungsfurten durch den Gr├╝nzug f├╝r den Serviceverkehr werden zur Vermeidung von Doppelverkehr innerhalb der Wohnh├Âfe akzeptiert.
Geb├Ąudetypologie:
Der Entwurf bietet eine breite Palette systematisch aufbereiteter, variantenreicher Winkelh├Ąusern an, die, in Kombination mit den Wohnh├Âfen, die vom Auslober gew├╝nschte Vielfalt gut abdecken k├Ânnten. Die Qualit├Ąt der Abstufung der Au├čenr├Ąume von ├Âffentlich bis privat, sowie deren vielf├Ąltige und sinnf├Ąllige Abgrenzungselemente, werden ausdr├╝cklich gelobt.

Das Konzept k├Ânnte die in Schwerin bereits neu entwickelten Quartiere ├Ąhnlicher Art bei der Durchsetzung der vorgeschlagenen Wohnungstypologie durchaus positiv erg├Ąnzen. Es l├Ąsst sich auch ohne weitere Schwierigkeiten in kleineren Abschnitten verwirklichen, allerdings ist f├╝r den s├╝dlichen Abschnitt ein Zusammenwirken mit den Anwohnern der Eschenstra├če unumg├Ąnglich