Nichtoffener Wettbewerb | 11/2024
Neugestaltung Außenanlagen mit Kunstinterventionen Gipsformerei Berlin-Charlottenburg
4
©GM013
ein 3. Preis
Landschaftsarchitektur
-
Verfasser:
-
Mitarbeitende:
Kunst
Erläuterungstext
Die Bedeutung der Gipsformerei als einzigartige Institution, nämlich Manufaktur und Archiv zugleich, für die Stadt und Bewohner Berlins wird durch die Neugestaltung der Außenanlagen herausgearbeitet. Die Gipsformerei wird zu einem Ort der erlebbaren Transformation entwickelt – Veränderung, Entwicklung, Übergänge. Der neue Freiraum wird mit der Historie und den Aktivitäten der Gipsformerei verknüpft. Als Zukunftsort vereint sie den repräsentativen Charakter des Ortes und seine historischen Aspekte mit einer nachhaltigen, zukunftsorientierten Grundkonzeption. Es entsteht ein einladender, transformativer und klimapositiver Ort des Austauschs und des Staunens, der ökologische Aspekte atmosphärisch einbindet.
Der Dialog zwischen Landschaft und Kunst manifestiert sich besonders in der gemeinsamen Materialität und im Konzept des Ephemeren. Die gemeinsame Veränderung mit der Landschaft unterstreicht den dynamischen Charakter der Installation. Die anfänglich im Vordergrund stehenden Kunstobjekte, treten in ihrer Erscheinung mit der Zeit durch die entstehende, grünliche Patina und die aufwachsenden Gehölze immer weiter zurück, bis vor allem Naturphänomene den Hof bespielen.
Der Dialog zwischen Landschaft und Kunst manifestiert sich besonders in der gemeinsamen Materialität und im Konzept des Ephemeren. Die gemeinsame Veränderung mit der Landschaft unterstreicht den dynamischen Charakter der Installation. Die anfänglich im Vordergrund stehenden Kunstobjekte, treten in ihrer Erscheinung mit der Zeit durch die entstehende, grünliche Patina und die aufwachsenden Gehölze immer weiter zurück, bis vor allem Naturphänomene den Hof bespielen.
Beurteilung durch das Preisgericht
Der Entwurf schlägt eine künstliche (jedoch natürlich anmutende) Karstlandschaft vor, welche sich durch die unterschiedlichen Hofbereiche zieht. Gipsinseln dienen als Boden der pflanzlichen Entwicklung - die Pflanzen sollen diesen Boden nach und nach durchbrechen und sich einen „natürlichen“ Lebensraum erobern.
Das Prozesshafte des Entwurfs wird herausgestellt, was die tatsächliche Einschätzung des Bewuchses schwer macht, jedoch das Element des Transformativen hinein-trägt. Die Idee des Wasserkanals, welcher das Gipswasser in den hinteren Bereich transportiert wird im Sinne des Gesamtkonzepts begrüßt.
Die weißen Flächen suggerieren eine kühlende Wirkung, je nach Bedeckungsgrad der Vegetation könnte diese jedoch gegenüber einer starken vegetativen Entwicklung eine geringere klimatische Wirkung aufweisen. Der niedrige Versiegelungsgrad wird insgesamt gewürdigt. Die tatsächliche Nachhaltigkeit wurde kontrovers diskutiert.
Das Gesamtkonzept wirkt überzeugend. Problematisch könnte die Geruchsentwicklung des sich zersetzenden Gips sein. Gips entwickelt insbesondere wenn er feucht wird, einen unangenehmen Geruch.
Das Kunstkonzept sieht drei Bronzeskulpturen mit Gipsüberzug vor, welcher nach und nach verwittert und abwäscht, um die darunter liegende Skulptur wieder sichtbar zu machen wird kontrovers diskutiert. Die Form der Skulpturen setzt sich aus Versatzstücken von in den Sammlungen der SMB vorhandenen Vasen zusammen, die durch digitale Bearbeitung miteinander verschmolzen werden um eine finale abstrakte Säulenform als Grundlage für die Gipsschicht zu bilden.
Das nachträgliche Überziehen der Skulpturen mit Gips, in einer Geste der möglichen Umkehrung des Bronzegussprozesses, wird kontrovers diskutiert und als wenig konsequent bewertet. Die Formfindung und digitale Bearbeitung der Skulpturen wirken wenig überzeugend.
Das Alleinstellungsmerkmal des Prozesshaften und die Verbindung zwischen künstlerischer Gestaltung und Landschaft wirken in dem Entwurf überzeugend.
©GM013
©GM013
©Wie-yi T. Lauw