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Nichtoffener Wettbewerb | 07/2024

Neugestaltung der Grün- und Freiflächen Koppenstraße/Palisadenstraße in Berlin-Friedrichshain

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3. Preis

Preisgeld: 9.000 EUR

ST raum a. Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH

Landschaftsarchitektur

Ingenieurbüro Richter

Verkehrsplanung

Beurteilung durch das Preisgericht

Unter dem Titel „Kommt mit ins Grüne“ lädt die Arbeit 1032 Bewohner:innen und Besuchende dazu ein, die vielfältigen Angebote der neugeschaffenen Parkanlage zu nutzen. Die vorhandene Trennung des Raumes in zwei sehr unterschiedlich Bereiche – das „Kastanienwäldchen“ und der großflächig betonierte, baumfreie Parkplatz – wird durch den Entwurf vollständig aufgehoben. Der Park wird durch zwei diagonal verlaufende Wegeachsen durchquert, die den Park in drei Dreiecke teilen. Die beiden Achsen erschließen und betonen den zentralen Quartiersplatz, der axialsymmetrisch vor dem vorhandenen Eingang des Gesundheitszentrums positioniert wird. Der mit alten (vorhandenen) und neuen Granitplatten befestigte Platz setzt hier einen sehr schönen gestalterischen Akzent unter Bezugnahme auf die Geschichte des Ortes. Die Anordnung einer kleinen Bühne direkt gegenüber dem Eingangsportal des Gesundheitszentrums, bildet einen schönen und sinnvollen Abschluss des Quartiersplatzes.

Das obere Dreieck – der Hauptspielplatz – befindet sich einerseits in größtmöglicher Entfernung zur Wohnbebauung, ist aber andererseits an prominenter, im Stadtraum gut wahrnehmbarer Stelle, richtig verortet. Weitere Spielangebote finden sich in der westlichen bzw. der mittigen Grünfläche. Die hier verorteten naturnahen Spielangebote fügen sich harmonisch in den Ort ein und stellen zur angrenzenden Wohnbebauung keinen Nutzungskonflikt dar.

Das Entree Süd, fängt die beiden hier zusammenkommenden Wege geschickt in einer kleiner Platzsituation auf, die mit dem Entree Nord ihre räumliche Entsprechung an der Palisadenstraße findet. Dieser Eingangsbereich trennt gleichzeitig die nördlich der Wohnbebauung positionierte Mobilitätsstation vom Parkbereich. Im Rahmen der Diskussion um die, vor Ort „sichtbar“ werdende Mobilitätswende, wird der Vorschlag der Verfassenden, an der Palisadenstraße eine Mobilitätsstation anzubieten, besonders gewürdigt.

Das parallel zur Koppenstraße verlaufende und im Bereich des Quartiersplatzes unterbrochene Aktivband löst die klassische Zonierung von Fahrbahn und begleitenden Gehwegen auf. Eine Nutzung als schnelle Durchfahrtsstraße wird durch die Bespielung des Aktivbandes verhindert. Negativ anzumerken ist die etwas unglückliche Materialwahl für das Aktivband. Hier wäre anstelle einer wassergebundenen Wegedecke zumindest partiell eine Befestigung mit einem besser nutzbaren Plattenbelag sinnvoll. Mit dem Angebot eines Aktivbandes leistet die Arbeit einen interessanten Diskussionsbeitrag für eine Verkehrsberuhigung der Koppenstraße. Aus verkehrsplanerischer Sicht wird jedoch eine deutliche Markierung der beiden Eingangsbereiche vermisst, welche die Autofahr:innen frühzeitig auf die neue Situation einstimmt. Dies ist Voraussetzung für die beabsichtigte Umwandlung der Koppenstraße in einen verkehrsberuhigten Bereich.

Im Bereich des geplanten Gesundheitsgarten schlagen die Verfassenden die Anordnung von klar gegliederten, an die Ziele des Gesundheitszentrums angepassten Themenfeldern vor, was im Ergebnis zu einer eher platzartigen Anmutung des Gartenraumes führt. Hier wäre eine weniger strenge, stärker gärtnerisch geprägte Gestaltung wünschenswert.

Mit ihrer guten Stadtraumbildung stellt die Arbeit auf der städtebaulichen Ebene einen schlüssigen Beitrag dar. Die an der Koppenstraße entstehende kleine Parkfläche hat das Potential, die an diesem Ort zusammenkommenden unterschiedlichen städtebaulichen Strukturen und Zeitschichten durch ihre zurückhaltende und einfache Gliederung zu verbinden. Die Vielzahl der angebotenen Nutzungen wird zwar auf eine unaufgeregte Weise stadträumlich klar zusammengefasst, was jedoch andererseits dazu führt, dass es kaum zu einer Durchmischung verschiedener Nutzungsangebote kommt. So bildet der Spielplatz einen stark abgeschlossenen Bereich, den andere Nutzergruppen nicht betreten werden. Nichtsdestotrotz hätte eine weniger strengformale Zonierung der Teilbereiche der Arbeit sicherlich gutgetan. Der Entwurf weist insgesamt einen geringen Versiegelungsgrad auf. Zusammen mit zahlreich vorgesehen Baumpflanzungen, es werden 55 neue Bäume gepflanzt, gehört die der Entwurf zu den Arbeiten, die den größten Beitrag zur Verbesserung des Stadtklimas und damit zu einer Verbesserung der Aufenthaltsqualität leisten, was vom Preisgericht gewürdigt wird.