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Nichtoffener Wettbewerb | 01/2026

Neugestaltung Innenstadt Crailsheim

Perspektive 1
9

Perspektive 1

2. Preis

Preisgeld: 65.000 EUR

faktorgruen

Landschaftsarchitektur

Erläuterungstext

Die lebendige Altstadt von Crailsheim
Die Geschichte bewahren, die Zukunft im Blick

Die Altstadt von Crailsheim wird als zusammenhängender Stadtraum neu erlebbar gemacht und zugleich klimagerecht weiterentwickelt. Der historische Stadtgrundriss mit seinen Gassen, Plätzen und markanten Bauwerken wie der Johanneskirche bildet das Fundament des Konzepts. Ziel ist es, diese besonderen Qualitäten sichtbar zu stärken und die Altstadt als identitätsstiftendes Herz der Stadt zu positionieren.

Ein prägendes Element ist die Aufwertung der Altstadtschale als grüner Ring um die historische Innenstadt. Klare Stadteingänge, neue Aufenthaltsbereiche und verbesserte Bezüge zur Jagst verbinden Altstadt und Umfeld zu einem lebendigen Stadtraum. Durch eine einheitliche Gestaltung der Gassen und eine fein abgestimmte Differenzierung der Plätze entsteht ein harmonisches Gesamtbild mit eigener Atmosphäre an jedem Ort.

Die zentralen Plätze erhalten neue, grüne und einladende Gestalten. Der Marktplatz wird als Treffpunkt und Ort des öffentlichen Lebens gestärkt, der Schweinemarktplatz als lebendiger Veranstaltungsort weiterentwickelt. Karlsplatz und Schlossplatz werden zu ruhigen, schattigen Rückzugsorten, der Kirchplatz zu einem kontemplativen Ort der Erholung.

Ein zentrales Anliegen ist die Anpassung an den Klimawandel. Zusätzliche Bäume, schattenspendende Grünstrukturen und Wasserelemente verbessern das Stadtklima und laden zum Verweilen ein. Regenwasser wird nach dem Prinzip der Schwammstadt gesammelt, gespeichert und zur Bewässerung sowie zur Kühlung in den Sommermonaten genutzt.

So entsteht eine lebenswerte, barrierefreie und klimaangepasste Altstadt, die Geschichte erlebbar macht und gleichzeitig den Anforderungen einer zukunftsfähigen Stadt gerecht wird.

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Beurteilung durch das Preisgericht

Die Verfasser leiten ihren Entwurf vorrangig aus Analyse und Stärkung der historischen Strukturen wie des Rings, der Tore und der Plätze her. Die neuen Ebenen bilden die Vernetzungsstrukturen, die Umgestaltung und hier vor allem die Begrünung und Aufwertung der innerstädtischen Platz- und Straßenräume. Mit einem relativ geringem Versiegelungsgrad und einer großen Anzahl von Neupflanzungen wird ein starkes Angebot zur Verbesserung des Stadtklimas entwickelt.

Ein Groß der wiederherzustellen Flächen des Grünen Ring soll allerdings auf Privatflächen erfolgen. Die Betonung der Stadtzugänge mittel Baumpaketen erscheint fraglich.

Die Betonung und Differenzierung der unterschiedlichen Plätze und Straßenräume überzeugt. Der geplante Kirchplatz ist hier allerdings als Auftakt zur Langen Straße verortet, womit ihm der Bezug zur Johanneskirche fehlt. Die Situierung und Dimensionierung der übrigen Plätze sind angemessen. Die locker mit Bäumen überstellten Plätze sind gut von den mit Baumreihen überstellten Straßenräumen abgesetzt. Die Baumdichte auf dem Marktplatz konkurriert mit geplanten Nutzungen, z. B. dem Wochenmarkt. Die Bäume auf dem Schweinemarkt werden hinsichtlich ihrer Größe und Anzahl hinterfragt. Die Ausbildung einer Allee in der Karlstraße wird kritisch diskutiert: sie reagiert nur unzureichend auf stadträumliche Querungen. Die in der Langen Straße mittig situierten Grüninseln wirken überdimensioniert und erfordern einen hohen Aufwand in der Herstellung und der Unterhaltung.

Der Spitalpark erhält einige neue und zurückhaltend gestaltete Angebote auch in Zusammenhang mit dem Museum. Die barrierefreie Wegergänzung wird begrüßt, wirkt aber etwas starr. Der Verlängerung des Stadtgrabens nach Südwesten wird begrüßt.

Das Material- und Ausstattungskonzept erscheint - da nur schriftliche Hinweise auf Naturstein und Stadtparkett - hochwertig und gut an verschiedene Situationen anpassbar. Details, wie z. B. die Einfassungen der Platzintarsien wirken überdimensioniert.

Die Summe der Stellplätze liegt leicht über dem Durchschnitt. Der Versiegelungsgrad leicht unter dem Durchschnitt. Die Versickerung erfolgt über Baumscheiben.

Das Preisgericht würdigt das gut ablesbare Gesamtkonzept für die Entwicklung der Innenstadt. Der starke historische Bezug wird jedoch hinterfragt, die Ebene der Nachkriegsstadt wird zu wenig weiterentwickelt.
Perspektive 2

Perspektive 2

Perspektive 3

Perspektive 3

3D Pikto

3D Pikto

Lageplan 1000:1

Lageplan 1000:1

Lageplan 500:1

Lageplan 500:1

Lageplan 200:1

Lageplan 200:1

Schnitt

Schnitt

Ausstattungskonzept

Ausstattungskonzept