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Nichtoffener Wettbewerb | 02/2023

Neugestaltung Kaiserstraße/ Königsplatz in Kitzingen

Perspektive Königsplatz

Perspektive Königsplatz

Anerkennung

Preisgeld: 4.500 EUR

Planorama Landschaftsarchitektur – Maik Böhmer

Stadtplanung / Städtebau, Landschaftsarchitektur

Rendercircle - Christian Marrero

Visualisierung

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Grundidee des Entwurfs, die drei wichtigen Platzbereiche Königsplatz, Platz der Partnerstädte und Gustav-Adolf-Platz neu zu gestalten und diese über die angrenzenden Straßen- und Freiräumen mit einheitlicher Gestaltsprache und Materialwahl sowie systematischen Baumpflanzungen zu vernetzen, überzeugt. Das dargestellte Verkehrskonzept mit Kaiserstraße und Alte Burgstraße in Zweirichtungsverkehr bzw. der Luitpoldstraße und Fischergasse als Einbahnstraße sind im Sinne der Erhöhung der Aufenthaltsqualitäten zu begrüßen. Die durchgängige Gestaltung der Fahrbahnflächen in aufgehelltem Asphalt ist funktional und wirtschaftlich. Allerdings ist im Sinne der Verkehrsberuhigung zu hinterfragen, ob dies für die vorgeschlagene Geschwindigkeitsbegrenzung auf 20 km/h ausreichend ist. Hierzu wäre auch zu prüfen, inwieweit wichtige Übergänge wie am Platz der Generationen bzw. zur Alten Mainbrücke noch akzentuiert werden könnten. Die einheitliche Gestaltung der Seitenbereiche in regionaltypischem Natursteinpflaster unter Verwendung von Bestandspflaster, ist gestalterisch nachvollziehbar und mit hochwertigem Material auch nachhaltig. An die zentrale Fahrbahnfläche der Kaiserstraße grenzen beiderseits Baumreihen, die die Platzbereiche verbinden und der Altstadt einen rahmenden, alleeartigen Charakter geben.

Über die formalen Baumsetzungen wird die Klarheit des Raumes unterstützt und in die Zwischenräume auch gestalterisch verträglich die geforderten Stellplätze integriert. Durch die Verlegung der Luitpoldstraße an die westliche Platzkante und der dadurch entstehenden Umfahrung wird der Königsplatz von seiner Insellage befreit. Durch die „schwingenden Stufen“ wird der Platz in verschiedene Ebenen gegliedert, wobei der hierzu erforderliche Aufwand der dargestellten Treppenanlagen im Preisgericht kontrovers diskutiert wird.

Die Fiederbuche, der Obelisk und die denkmalgeschützte Brunnenanlage werden gut in drei Pflanzinseln mit wassergebundenen Belag integriert und mit kleineren Rasen- und Staudenflächen sowie zusätzlichen Baumpflanzungen ergänzt. Dadurch wird die Aufenthaltsqualität des Königsplatzes gesteigert und der Grad der Versiegelung im Sinne einer klimagerechteren Stadt verringert. Hierzu ist auch das Wasserspiel als Fontainenfeld im zentralen, geschütztem Platzbereich zu begrüßen, wodurch eine neue Qualität zur Kühlung in den Sommermonaten und insbesondere Spielspaß für Kinder angeboten wird.

Die dargestellte Bestuhlung des Platzes, überwiegend vor der dortigen Hypobank, kann nicht nachvollzogen werden. Wünschenswert wäre hingegen mehr Platzfläche zur Bestuhlung vor der bestehenden Metzgerei bzw. Bäckerei im unteren Teil des Platzes.

Der Platz der Partnerschaften wird als grüner, baumüberstandener Stadtgarten umgestaltet und hierzu eine deutlich größere Grünfläche mit umlaufender Sitzstufe vorgeschlagen, was einer klimagerechten Stadt entgegenkommt.

Allerdings wird dort das Gelände abgegraben, wodurch der bestehende Schnurbaum so nicht zu integrieren wäre. Die im vorderen Teil angelegte Grünfläche vor der Kirchenfassade wird hinterfragt, da diese den Haupteingang optisch und auch real den Zugang zum Gotteshaus stört.

Zudem wird bemängelt das dies mit den bestehenden und auch notwendigen Zufahrten nur schwer zu vereinbaren wäre und der Platz nicht mehr unbegrenzt für Veranstaltungen nutzbar wäre.

Gestalterische Aussagen zum Garten an der Evangelischen Stadtkirche werden vermisst. Am Gustav-Adolf-Platz entsteht ein Vorplatz am Bauamt, wodurch auch die gewünschte Verbindung Main- Altstadt gestärkt wird. Dieser Absicht ordnet sich auch die Gestaltung der Fischergasse unter, wobei die Ausformung der Einmündung Fischergasse nicht überzeugen kann. Zudem sollte die Blickachse zum Marktturm nicht durch Bäume verstellt werden.

Es werden 64 Stellplätze nachgewiesen, die funktional und gestalterisch ansprechend angeordnet sind. Eine Ausnahme bildet die Anordnung von 4 Senkrecht-Parkständen im Einmündungsbereich Gustav-Adolf-Platz, die aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht möglich sind. Die in der Summe dann fehlenden ca. 10 Parkstände wären andernorts nachzuweisen.

Die notwendigen Fahrradabstellanlagen sind in der geforderten Anzahl dargestellt. Die Lage der Haltestellen vor dem Rathaus ist richtig gewählt. Vermisst wird jedoch eine Möglichkeit des sicheren Bushalt zum Ausstieg der Touristen vor dem Fastnachtsmuseum. Die vorgeschlagenen Gestaltungen in den Ideenteilen sind nachvollziehbar und verfolgen bzw. ergänzen die Systematik der Elemente des Realisierungsteils.

Insgesamt eine Arbeit, die ein klares, robustes Konzept im Sinne der Nachhaltigkeit und Verbesserung des Stadtklimas anbietet, hohe Aufenthaltsqualitäten verspricht, aber auch noch einige funktionale Schwächen aufzeigt.
Perspektive Platz der Partnerstädte

Perspektive Platz der Partnerstädte

Lageplan

Lageplan

Detail Königsplatz

Detail Königsplatz

Schnitte Königsplatz

Schnitte Königsplatz

Schnitt Platz der Partnerstädte

Schnitt Platz der Partnerstädte