Offener Wettbewerb | 10/2025
Neugestaltung Kurt-Georg-Kiesinger-Platz und Bahnhofstraße in Albstadt-Ebingen
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Kurt-Georg-Kiesinger Platz
©Schuler und Winz Landschaftsarchitekten
Anerkennung
Preisgeld: 4.000 EUR
Beurteilung durch das Preisgericht
Das Konzept eines über den gesamten Platzbereich einschließlich Schweinweiher verlegten einheitlichen Stadtbodens („Altstadtparkett“) und den eingestreuten polygonalen Klimainseln ist gut nachvollziehbar und formal überzeugend vorgetragen. Der einheitliche Pflasterbelag verleiht dem Kurt-Georg-Kiesinger-Platz eine neue Großzügigkeit und definiert einen zusammenhängenden öffentlichen Stadtraum unter Einbeziehung des Schweinweihers. Auf diese Weise wird der Platz trotz der qualitativ sehr unterschiedlichen Randbebauung ablesbar und erlebbar.
Die zahlreichen eingestreuten Klimainseln mit Bäumen und grünen Senkbeeten zur Wasserrückhaltung sind in Formgebung und Größe gut platziert, beinhalten bei näherer Betrachtung jedoch zu wenig klimawirksame Grünflächen, die den Begriff „Klimainseln“ substantiell rechtfertigen würden. Auch werden die im Piktogramm benannten Randzonen aus Pflaster mit Grünfugen kritisch hinterfragt, da sie die Ruhe der Platzoberfläche und die Großzügigkeit stören. Auch wirkt die Verteilung der Inseln in der Platzfläche nicht vollständig überzeugend, da zwischen den Inseln häufig nur schmale, wegeartige Flächen übrigbleiben und platzartige Schwerpunktbereiche vermisst werden. Die zwar variabel nutzbaren, jedoch als bespielbare Flächen vorgegebenen Klimainseln wirken für eine auch in mittlerer Zukunft flexible und veränderbare Platznutzung insgesamt etwas zu starr und kleinteilig, auch wenn sich insgesamt eine gut gesetzte und angemessene Baumstruktur ergibt.
Die künftige Bestückung des Schweinweihers mit wenigen kleineren Bäumen und den auseinandergezogenen „Xingels“ wird gewürdigt.
Die Beleuchtung des Platzes durch abgehängte Überspannleuchten stellt einen interessanten und innovativen Beitrag dar, der die Gestaltqualität des Platzes sowohl am Tag als auch bei Dunkelheit steigern könnte. Allerdings scheinen die z.T. sehr langen Abhängungen in der Praxis ohne mehrere Zwischenstützen kaum machbar.
Der Übergang zur Bahnhofstraße erfolgt durch einen Wechsel in Art und Verlegerichtung des Pflasters, was den Platz von der Straße angemessen unterscheidet. Die Bahnhofstraße selbst wird durch eine zu lange mittige Verengung allerdings zu stark verschmälert, so dass deren Funktionsfähigkeit im Gegenverkehr nicht mehr gegeben erscheint, auch wenn dadurch großzügige Flächen für Fußgänger und Außengastronomie generiert werden.
Die zusätzlichen Baumpflanzungen sowohl in der Bahnhofstraße als auch auf dem Kurt-Georg-Kiesinger-Platz werden begrüßt, jedoch wird der geringe Grünflächenanteil dem selbstgesteckten Anspruch an eine zukunftsfähige, klimaangepasste Stadtraumgestaltung nur bedingt gerecht.
Insgesamt handelt es sich um einen guten Beitrag zur gestellten Aufgabe, dessen Vorzüge vor allem in einer insgesamt ruhigen und formal sauberen Gestaltung liegen.
Bahnhofstraße
©Schuler und Winz Landschaftsarchitekten
Konzept
©Schuler und Winz Landschaftsarchitekten
Lageplan
©Schuler und Winz Landschaftsarchitekten