Einladungswettbewerb | 07/2024
Neugestaltung Leuchtwerkareal in Augsburg
5
Perspektive
©OTT ARCHITEKTEN
3. Preis
Preisgeld: 15.000 EUR
Stadtplanung / Städtebau
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Verfasser:
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Mitarbeitende:
Landschaftsarchitektur
Erläuterungstext
Leitidee mit Darlegung Qualitätsmerkmal
Das Leuchtwerkeareal blickt auf eine über 100jährige Vergangenheit als Bestandteil der Augsburger Industriegeschichte zurück. Ziel des städtebaulichen Entwurfs ist die Schaffung eines neuen urbanen Quartiers mit klarem Wohnungsschwerpunkt. Die vorhandene Identität des ehemaligen Industrieareals soll durch geschickten Erhalt vorhandener Baustruktur zur Adressbildung und Belebung des neuen Areals beitragen.
Städtebauliches und freiraumplanerisches Konzept
Das Leuchtwerkeareal wird durch drei Grünkorridore in insgesamt 4 Quartiere mit unterschiedlichen Identitäten und Schwerpunkten unterteilt.
Im Norden bildet das Gewerbegebiet den Auftakt. Das bestehende, langgestreckte Lagergebäude entlang der Berliner Allee hat sich im Augsburger Stadtbild der Nachkriegszeit seit vielen Jahrzehnten eingeprägt - sein Erhalt bildet daher aufgrund seiner gut gerichteten Fassade einen angenehmen Ruhepol von Norden kommend. Eingerahmt von U-förmig ausgerichteten Neubauten und dem ersten Hochpunktgebäude formt es zudem ein Ensemble um den neuen WERKPLATZ.
Die drei folgenden Wohnquartiere unterscheiden sich durch ihre Qualität im Inneren. Signifikanzgebendes und verbindendes Merkmal entlang der Berliner Allee ist die Aufnahme von zwei aufeinander folgenden 6-geschossigen Raumkanten. In Verbindung mit der gerichteten Alleebepflanzung beruhigen diese zunächst das ursprünglich stark heterogene Erscheinungsbild und sorgen für den notwendigen Schallschutz der Quartiere. Ein leichter Versatz der langgezogenen Baukörper bewirkt dabei eine fein dosierte Zäsur, bildet Referenzen nach Innen wie nach Außen und stärkt die prägenden L-Fomen im Randbereich.
An der Proviantbachstraße und der Reichenberger Straße öffnen neue Grünkorridore wohltuend das ursprünglich abgeschottete Areal. Großflächige Baumstrukturen überlagern hier Grün- wie Straßenbereiche und schaffen somit die notwendige Verbindung in die Tiefe der Quartiere bis hin zum Lechgrünzug. Flankiert werden die Grünkorridore an den Mündungspunkten jeweils von einem X-geschossigen Hochpunktgebäude bzw. dem charakteristischen Schornstein.
Alle drei Hochpunkte sind weithin sichtbar und kreieren die notwendigen Sichtbezüge entlang der Berliner Allee in Nord-Südrichtung sowie innerhalb des Quartiers. Auf weitere punktuelle Hochpunkte entlang der Raumkanten wurde zugunsten eines eindeutigen Straßenbildes verzichtet.
Die neue Adresse des Wohnquartiers bildet von Süden wie von Westen kommend der Knotenpunkt der Reichenberger Straße. Hier formen das bestehende Generatorenhaus und der Schornstein zusammen mit dem flankierenden Gebäuderiegel im Osten (Leuchtwerk) den neuen IDENTITÄTSPLATZ aus und schaffen die zentrale Anbindung an das Textilviertel.
Zwischen Berliner Allee und Lechgrünzug lösen sich die Gebäudestrukturen innerhalb der Quartiere zugunsten einer freieren Durchwegung und Durchgrünung zunehmend auf und gestalten abwechslungsreiche Übergänge von öffentlicher zu privater Sphäre. Freigegliederte Punkthäuser bilden den östlichen Abschluss zum Grünzug und ermöglichen private und halböffentliche Grünbereiche. Bewußt platzierte Terrassen und Balkonen sorgen dabei für die notwendige Intimität. Flankierende L-Strukturen bilden zum einen die Abschottung zur Localbahn im Norden sowie klare Raumkanten zur Stärkung der Grünkorridore in den Zwischenbereichen.
Die innere Nord-Süd-Verbindung der Quartiere erfolgt durch einen durchgängigen, zentralen Quartiersweg, welcher die einzelnen Quartiersplätze in seiner Folge aufreiht und durch seine klare Struktur erlebbar macht.
Lageplan 1:1000
©OTT ARCHITEKTEN
Axonometrie
©OTT ARCHITEKTEN
Schnitt 1:500
©OTT ARCHITEKTEN
Modellfoto
©OTT ARCHITEKTEN