Offener Wettbewerb | 03/2026
Neugestaltung Marktplatz in Bürgel
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Marktplatz
©POLA
ein 2. Preis
Preisgeld: 18.000 EUR
Landschaftsarchitektur
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Verfasser:
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Mitarbeitende:
Stefan S. Weber, Théo Pietronave, Fabiha Fairooz, Sara Perovic, gabriele feliziani
Verkehrsplanung
Beurteilung durch das Preisgericht
Die Arbeit 0005 überzeugt mit einer klaren Formensprache und gliedert den Stadtraum in einen grünen, gärtnerisch gestalteten Bereich im Nordwesten und eine freie, multifunktionale Platzfläche in West-Ost Ausrichtung. Der Stadtgarten bildet dabei einen introvertierten, intensiven Ort für Begegnungen aus. Der eigentliche Marktplatz wird als eine von lockeren Baumreihen begleitete, offene Fläche interpretiert und findet sein Zentrum gegenüber dem Rathaus.
Mit der einheitlichen Ausbildung des Belags als Granitkleinsteinpflaster im gesamten Bearbeitungsbereich wird das städtebauliche Ensemble gestärkt und mit dem intensiv begrünten Stadtgarten aufgewertet. Der spannungsvoll erschlossene Stadtgarten mit Sitzgelegenheiten an den richtig positionierten Treffpunkten bietet einen grünen Raum zur Naherholung an. Im Kontrast dazu steht der freie Markt- und Veranstaltungsplatz, der keine Vorgaben an bestimmte Nutzungen macht und für eine Vielfalt an Veranstaltungen ausreichend dimensioniert ist. An dieser Stelle wird allerdings auch ein Defizit gesehen, da auf der Platzfläche keine Angebote zum Sitzen oder Aufhalten gemacht werden.
Wichtige Übergänge, insbesondere der Anschluss an die Marktgasse und zur Stadtkirche werden berücksichtigt. Mit der Zentrierung des Marktplatzes auf das Rathaus wird geschickt eine symbolische Mitte der Platzfläche generiert, ohne jedoch in oder auf der Fläche auf das Rathaus zu reagieren. Der Entwurf wirkt schlüssig und gut durchgearbeitet. Die dezidierte Pflanzenauswahl für Bäume berücksichtigt die heute angemessene Vielfalt, aber auch die Schwerpunktsetzung mit den ortstypischen Linden. Die straßenbegleitende Gestaltung nördlich des Rathauses wirken ruhig und angemessen, während die Gestaltung unmittelbar vor dem Rathaus nicht angemessen auf die Eingangssituation reagiert. Der Vorbereich erscheint nach wie vor beengt.
Der Pavillon sowie der Brunnen verbleiben an ihren Bestandsorten und werden unprätentiös in die Platzfläche eingebunden. Das städtebauliche Gesamtensemble wird durch den freien Platzraum und das einheitliche Pflaster gestärkt und berücksichtigen die Belange der Denkmalpflege schlüssig.
Die Barrierefreiheit ist mit Ausnahme des Pavillons gegeben. Die Öffnung des Pavillons wird kritisch diskutiert. Mit Versickerungsmulden, einer biodiversen Bepflanzung sowie Baumrigolen werden die Klimaaspekte ausreichend berücksichtigt, wenn auch der Anteil der versiegelten Flächen recht groß verbleibt.
Das der Stadtraum bzw. der Marktplatz weitestgehend autofrei bleiben macht eine durchgängige Bespielung mit Veranstaltungen möglich.
Bei dieser Arbeit wird die B 7 weitgehend in ihrer bisherigen Achse belassen, die Fahrbahnbreite zur besseren Integration in Platzbereich reduziert. Die Kurvenradien erscheinen nicht ausreichend dimensioniert. Beidseitige Gehwege sorgen für Sicherheit und kurze Wege, allerdings bleibt der nordseitige Gehweg teilweise recht schmal. Die gesicherte Überquerung wird im Bereich des Rathauses durch eine Lichtsignalanlage mit breiter Furt gebündelt und erscheint gut umsetzbar. Die Bushaltestelle wird in den Platzbereich verlegt und erhält dadurch großzügigere Ein- und Ausstiegsbereiche. Der Verzicht auf Busbuchten erscheint angesichts der geringen Busfrequenzakzeptabel. Das Kfz-Parken wird zu großen Teilen auf der Westseite des Platzes gebündelt, dadurch bleibt die Belastung der westlichen Anlieger hoch. Die Längsstellplätze entlang der Fassade wirken monoton und bilden eine Barriere zur westlichen Bebauung. Die vorgesehene Erschließung der auf dem Marktplatz vorgesehenen Stellplätze mit einer Einrichtungsschleife der Stellplätze über die südliche Platzfläche wird kritisch gesehen.
Insgesamt berücksichtigt die Arbeit die Einbindung in den Bestand flexibel und integrativ.
Die Arbeit kann mit einer klaren Gliederung, zurückhaltender Gestaltung und gut durchgearbeiteten Details überzeugen und könnte für den zentralen Bereich von Bürgel einen stadträumlich gut vernetzten und multifunktionalen Ort mit Gartenbereich für Erholungsnutzungen eine Bereicherung darstellen.
Konzeption
©POLA
Stadträume
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Entwurf
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Funktionen
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