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Nichtoffener Wettbewerb | 10/2018

Neugestaltung SĂĽdallee Koblenz

Lageplan

Lageplan

3. Preis

Preisgeld: 12.000 EUR

Planorama Landschaftsarchitektur – Maik Böhmer

Landschaftsarchitektur

Hoffmann - Leichter Ingenieurgesellschaft mbH

Verkehrsplanung

Beurteilung durch das Preisgericht

Der Entwurf bietet einen Beitrag, der mit dem Ort ruhig, selbstverständlich und respektvoll umgeht. Die Grünräume und die Allee orientieren sich an der historischen Struktur und nehmen unaufgeregt die wesentlichen Elemente der Straßenführung, Allee und Hecken auf.

Leider werden die Potentiale des Straßenraums, die in den Kreuzungsbereichen oder der Platzaufweitung an der Johannes-Müller-Straße gesehen werden, nicht genug herausgearbeitet. Damit entsteht zwar ein gleichmäßiger, jedoch fast monoton wirkender Entwurf.

Der Vorschlag, die Allee nach und nach mit den historischen Baumarten zu ergänzen und zu ersetzen, wird im Grunde begrüßt, die Wirkung der Allee wird dadurch jedoch eingeschränkt. Ob die historischen Baumarten, insbesondere die Platane für diesen Standort hinsichtlich Größe und Stressresistenz weiterhin geeignet sind, wird in Frage gestellt.

Die Fassung der mittleren Promenade mit einer Hecke, die direkt entlang dem zwar drei Meter breiten, jedoch relativ schmal wirkenden Mittelweg folgt, ist historisch begründet. Gleichwohl ist der Raumeindruck und die Nutzbarkeit der grünen Mitte dadurch eingeschränkt. Die in die Hecken eingebundenen Bänke sind gut angeordnet, möglicherweise werden jedoch zu wenige Standorte vorgesehen, um nachhaltig die Aufenthaltsqualität zu erhöhen.

Der von den Verfassern formulierte Wunsch nach Bevorrechtigung der Radfahrer in Nord-Süd-Richtung wird begrüßt. Ob dies mit der, aus denkmalpflegerischer Sicht sicherlich sinnvollen Wiederverwendung des vorhandenen, neu gesägten und wiederverlegten Natursteinpflasters auch technisch erreicht werden kann, wäre ZU prüfen. Auch die Durchgängigkeit der seitlichen Fußgängerflächen, die in den Querungsbereichen zurück versetzt angeordnet sind sowie die Pollerstandorte, die die Durchgängigkeit der Radfahrer behindern, sind nicht optimal. Stellplätze entlang den Querstraßen, die in die Südallee ragen, sind nicht akzeptabel.

Fragwürdig ist auch die Fahrspur des Markenbildchenwegs, die durch die Pflasterung als bevorrechtigte Straße noch betont wird. Die mechanische Schwelle ist überdimensioniert, überflüssig und wirkt als Fremdkörper in diesem historischen Straßenraum. Die Gehwege sind mit 2m Breite etwas knapp dimensioniert.

Die Stellplätze werden im nördlichen Abschnitt sinnvoll auf einem durchgehenden breiten Seitenstreifen angeordnet, die Markierung nur mit Bodennägeln ist geschickt und lässt den Rückbau bei der späteren Reduzierung der Stellplätze einfach und ohne Umbaumaßnahmen zu. Im südlichen Bereich wird mit der späteren Stellplatzreduzierung und dem damit vorgeschlagenen Drehen der Stellplätze von Schräg- und Längsstellplätze jedoch ein aufwändiger Umbau erforderlich. Die Stellplätze sind aber insgesamt zu kurz vorgesehen.

An der Kirche komplett auf Stellplätze zu verzichten, wird städtebaulich richtigen Ansatz anerkannt, die Praktikabilität wäre zu prüfen. Die textlich erwähnte Einbindung der erforderlichen Ausstattungselemente ist nicht erkennbar und lässt eine wichtige Frage unbeantwortet.

Insgesamt wird in dem Entwurf ein sensibler und ruhiger Ansatz gesehen, der jedoch die Potentiale des Ortes nicht genug herausarbeitet.
Konzept

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Detail

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