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Nichtoffener Wettbewerb | 06/2022

Neugestaltung und Erweiterung Volkspark in Marl

1. Preis

Preisgeld: 35.000

Planorama Landschaftsarchitektur – Maik Böhmer

Landschaftsarchitektur

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Verfasser entwickeln mit wenigen MaĂźnahmen ein gelungenes Gesamtkonzept fĂĽr den Volkspark in Marl. Dabei verfolgen sie eine einfache Strategie: Dichte und Weite wechseln sich ab und schaffen damit einen Erlebniswert des Parkes an sich. Die neuen Qualitäten entwickeln die Verfasser*innen ganz selbstverständlich aus dem Bestand. 
Die Eingriffe sind ressourcenschonend, bewahren Bewährtes sowie Wertvolles und ĂĽberformen nicht mehr Genutztes: 
• Die ausgedehnten Waldflächen des Parkes werden gewĂĽrdigt und nur behutsam erlebbar gemacht. Das Vorhandene wird als Qualität geschätzt. 
• Die zentralen Wasserflächen werden in ihrer Dimension erhalten. 
• Die offene Fläche des Stadions wird als Möglichkeitsraum fĂĽr eine neue Entwicklung begriffen. Mit einem einfachen Kniff – der Modellierung und Anbindung des ehemaligen Stadions an den kleinen Parkteich bekommt der Park eine völlig neue Qualität: Tiefe und Weite. Dabei ist die neue Parkwiese nicht nur informeller Raum, sondern lädt wohltuend zur selbständigen Aneignung ein. 
Die Schnittstelle zwischen Park und Stadt wird von den Verfasser*innen ĂĽber intensiv bespielte Ränder (an der OphoffstraĂźe) und VerknĂĽpfungen definiert. Die WegefĂĽhrung im Park erscheint in ihrem Verlauf selbstverständlich und logisch. Das Parkinnere weist groĂźzĂĽgige Flächen zur Aneignung bzw. ruhigen Erholung auf. Der Wechsel und die Dimensionen von offenen Wiesenflächen im Verhältnis zu baumbestandenen Flächen bildet vielfältige Räume im Park. Die Flächenzuschnitte (Aktivitäten, Wiese, befestigte Flächen) sind angemessen. Insbesondere die Dimensionierung der Spielflächen ist positiv und wohltuend. Den Spielangeboten stehen groĂźe informelle Flächen gegenĂĽber. Punktuelle Erlebnisflächen, wie die Gastronomie am Wasser sind räumlich und auch hinsichtlich ihrer Nutzung richtig platziert. Definierte Spielangebote finden sich vorwiegend in unmittelbarer Siedlungsnähe – kritisch scheint hier jedoch mit Blick auf die Lärmbelastung die Skateranlage. Sie sind damit gut erreichbar. Auch die Nutzung des ehemaligen Kassenhäuschens fĂĽr einen Schulgarten, der sich wie selbstverständlich in die Spielachse einfĂĽgt, ist eine interessante Idee als Parkzugang. 
Die ĂĽbergeordnete Verbindung nach Norden zur Kirche fehlt, der Vorschlag fĂĽr die Verbindung nach SĂĽden könnte lediglich langfristig eine gute Lage darstellen. Die klimagerechte Weiterentwicklung des Parks wird als sehr gut eingeschätzt: die Waldfläche wird bis auf Auslichtungen erhalten. Das Verhältnis von intensiv zu extensiv befestigten Flächen scheint angemessen. Insgesamt ist das Konzept ein gelungener Beitrag zur Revitalisierung der heute schon vorhandenen Qualitäten und entwickelt diese behutsam und eigenständig zum neuen Marler Volkspark weiter.