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Nichtoffener Wettbewerb | 10/2010

Neukonzeption des St.-Antonius-Hospitals

Modell der Gesamtanlage

Modell der Gesamtanlage

2. Preis

Preisgeld: 48.000 EUR

Kauffmann Theilig & Partner, Freie Architekten BDA, Partnerschaft GmbB

Architektur

Teamplan GmbH

Bauingenieurwesen

ErlÀuterungstext

Das Konzept nutzt die Chance des schönen Parks:
Zwei solitĂ€re Körper stehen selbstbewusst und selbstverstĂ€ndlich in großzĂŒgig erhaltenem GrĂŒn. Mit 3 bzw. 4 Geschossen und Traufhöhen von 11,5 und 15,5 m sind die Baukörper von den Baukronen umgeben.

Die pavillonartigen Figuren halten Abstand von der Albersallee und vom nördlich angrenzenden Wohngebiet. Sie stehen also im Park, aber auf dem GelĂ€nde der bisher bestehenden GebĂ€ude. Die GebĂ€ude sind so allseitig mit GrĂŒn und einer schönen Aussicht umgeben und vermeiden den stĂ€dtebaulichen, funktionalen Konflikt mit den angrenzenden WohngebĂ€uden.
Die bestehenden BĂ€ume bleiben in max. Umfang erhalten.

Die Erschließung erfolgt ĂŒber die Albersallee.

Der zentral gelegene Haupteingang in der Fuge zwischen den beiden Baukörpern wird zur selbstverstĂ€ndlichen Adresse und erreicht alle besucherintensiven Bereiche auf kurzem Wege. Ca. 200 ParkplĂ€tze sind in unmittelbarer NĂ€he zum Haupteingang baumĂŒberstanden angeordnet.

Die Ver- und Entsorgung des Krankenhauses nutzt die westliche Einfahrt zum Parkplatz und erreicht einen Anlieferhof unter dem GebĂ€ude 2, störungsfrei fĂŒr den Park und das Krankenhaus.

Die Zufahrt fĂŒr RTW und KTW erfolgt auf direktem Wege von der Albersallee und unabhĂ€ngig von Parkplatz und Hauptzugang. Die ZugĂ€nglichkeit des DialysegebĂ€udes bleibt wie bisher bestehen. 10 ParkplĂ€tze werden spezifisch ergĂ€nzt.

Die funktionale Struktur des Krankenhauses spiegelt sich in den Baukörpern wieder:
Ein 1 (2) geschossiger Sockel ĂŒbernimmt die Bereiche Untersuchung und Behandlung sowie die allg. Infrastruktur des Krankenhauses.
3 (2) Bettengeschosse „schweben“ ĂŒber dem Sockel, getrennt nach:
Intensivstation und OP sowie 3 + 3 Stationen im Haus 1
4 Stationen fĂŒr den Kinderbereich und die Wahlleistungen im Haus 2

Beide Baukörper sind ĂŒber eine Magistrale verbunden, in den Ebenen -1, 0, +1 (+2 optional). Es entstehen damit kurze Wege und eine max. FlexibilitĂ€t.

Die funktionalen Vorgaben des Raumprogramms sind so erfĂŒllt:
U/B Bereiche, Ambulanz, Notaufnahme und Aufnahmepflege liegen im EG
OP und Intensiv mit Entbindung liegen rÀumlich beeinander. Die Neonatologie liegt in direkter NÀhe zur Entbindung
Jeweils drei Stationen liegen zusammengefasst mit den Gemeinschaftsbereichen auf einer Ebene
Die Magistrale im Erdgeschoss erlaubt getrennte Verkehrswege von Besuchern und Patienten
Der OP liegt direkt ĂŒber der Sterilgutversorgung und der benötigten Technik
Die Wahlleistungsstationen liegen in exponierter Lage mit Blick in den Garten

In nur 3 Bauabschnitten wird das Konzept vollstÀndig umgesetzt. Der 1. BA erreicht mit 55 % des Gesamtvolumens (2. BA 15 %, 3. BA 30 %) bereits einen krÀftigen und funktional vollstÀndigen Auftakt.

Es wird ein Bettenhausprovisorium wĂ€hrend des 1. und 2. BAÂŽs benötigt fĂŒr 2 Stationen (60 Betten). WĂ€hrend der gesamten Bauabschnitte bleiben stets alle Verbindungen zwischen den Krankenhausbereichen klimatisiert verbunden.

Die Dialyse ist in allen Bauphasen auf direktem Wege an die notwendigen Klinikbereiche angebunden.

Das haustechnische Konzept ermöglicht kurze Leitungswege und max. FlexibilitÀt. Die Technikzentralen befinden sich im UG der HÀuser 1 und 2.
Die LĂŒftungszentrale fĂŒr den OP-Bereich ist im UG von Haus 1 direkt unter dem OP angeordnet.
Die Magistrale im UG verbindet die Technikzentralen leistungsfÀhig.
Alle Bauabschnitte/Phasen sind mit Technikzentralen und einem funktionierenden haustechnischen Konzept ausgestattet.
Am nördlichen Ende der Magistrale (Haus 2) befindet sich der Anlieferhof mit der Möglichkeit zur effizienten Wartung.

Das neue Krankenhaus ist energieoptimiert und nachhaltig.
Die kompakten Baukörper schaffen ein gĂŒnstiges VerhĂ€ltnis von OberflĂ€che zu Volumen (A/V).
Der max. DĂ€mmstandard aller Bauteile sowie die gezielte aber auch effiziente Tagesbelichtung der RĂ€ume schaffen gĂŒnstige Voraussetzungen. Ein leistungsfĂ€higer Sonnenschutz, automatisch gesteuert, ist vorgesehen.
Die kurzen Leitungswege des haustechnischen Konzeptes ergÀnzen die Absicht.

Das Tragwerk basiert auf einem Grundraster von 7,2 m. Die Flachdecken stellen eine wirtschaftliche Lösung dar, ebenso das Tragraster in der Fassadenebene.
Die vertikale Lastabtragung erfolgt ausnahmslos auf direktem Wege.

Das Krankenhaus im Park ordnet sich mit ruhigen Baukörpern in das landschaftliche Umfeld ein. Das weitgehend verglaste Sockelgeschoss (0, -1) schafft fließende RaumĂŒbergĂ€nge zwischen Innen und Außen, wo sinnvoll, und nimmt außerdem die unterschiedlichen GelĂ€ndehöhen auf. Die horizontal gegliederte Fassade der Bettengeschosse mit knappen Putzbalkons nimmt opake und transparente Fassadenelemente auf. Flexible Sonnenschutzelemente ergĂ€nzen die Absicht und individualisieren die Bettengeschosse. Die horizontale Gliederung und die liegenden Formate binden in das landschaftliche Umfeld ein. Die partiell raumhohe Verglasung in den Bettengeschossen ermöglicht den ungehinderten Blick in den Park auch fĂŒr liegende Patienten.

Beurteilung durch das Preisgericht

Das von den Verfassern vorgeschlagene 'Pavillonkonzept' mit zwei Baukörpern sich im Park zu positionieren wird positiv vom Preisgericht bewertet. Auch die maßstĂ€bliche Höhenentwicklung der zwei- und dreigeschossigen Baukörper oberhalb der Erdgeschosszone findet positive Resonanz.

Haupteingang, Anlieferung und RTW-Zufahrt entwickeln sich logisch aus dem Bild der Pavillons im Park.

Die in den sĂŒdlichen Freiraum eingegrabenen Bereiche mindern allerdings die positive Grundstimmung des Preisgerichts; Innen-AußenraumqualitĂ€ten werden nicht gesehen.

Die schematisch erkennbaren GestaltungsansĂ€tze sind stringent aus den inneren Funktionen heraus abgeleitet. Die sehr spartanischen ErlĂ€uterungen zur MaterialitĂ€t trĂŒben das positive Gesamtbild.

Erscheint die Grundanlage des Diagnostikgeschosses im Erdgeschoss auf den ersten Blick plausibel, ist die SchwÀche in den FunktionsablÀufen durch die Unterbringung in zwei Baukörpern nicht tolerabel. So ist die ZNA z. B. diagonal entgegengesetzt von Radiologie und Endoskopie untergebracht. Auf dem Behandlungsgeschoss ist keine Wand-an-Wand-Lösung von Entbindung und Neonatologie möglich.

Auf der Ebene der Normalpflege sind die Stationen unterschiedlich zugeschnitten, damit sind keine
gleichbleibenden QualitÀten anbietbar.

Eine Erweiterbarkeit scheint fragwĂŒrdig.

Insgesamt liegt der Entwurf mit seinen Programmdaten im gĂŒnstigen Bereich. Ein erhöhter Aufwand in Herstellung und Unterhalt scheint nicht gegeben.

Kritisch wird die bauabschnittsweise Realisierung gesehen; insbesondere der Neubau Haus 1 im Kontext zum bestehenden Altbau.
Lageplan

Lageplan

Grundriss EG

Grundriss EG

Grundriss UG

Grundriss UG

Grundriss 2.OG

Grundriss 2.OG

Schnitte und Ansicht

Schnitte und Ansicht

Modellfoto

Modellfoto