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Einladungswettbewerb | 09/2025

Neukonzeptionierung Quartier der Generationen Areal Heerstraße 79 in Rottweil

3. Preis

Preisgeld: 18.000 EUR

Steimle Architekten GmbH

Architektur

club L94

Landschaftsarchitektur

VIZE architectural rendering

Visualisierung

Beurteilung durch das Preisgericht

Die städtebauliche Leitidee des Entwurfs besteht aus der Übernahme der ortstypischen Körnung und der Weiterentwicklung von Baukörperformen und Typologien. Mit drei klaren Baukörperformen wird eine grüne gemeinschaftliche Mitte umschlossen. Aus den öffentlichen Straßenräumen werden zwei Entrees formuliert, die mit baumbestandenen Plätzen einladen und Adressen ausbilden. Der gegrünte Innenhof weist eine gute Dimensionierung auf und ist erfreulicherweise im Unterbau für Wurzelbereiche großzügig ausgespart. Die drei Bausteine nehmen jeweils die geforderten Nutzungen auf, zur Straße hin das allgemeine Wohnen, an den beiden Flanken Tagespflege und Pflegebereich im Norden und die Senioren-WG und das betreute Wohnen im Süden. Die Orientierung der Gemeinschaftsbereiche richtet sich konsequent zur grünen Mitte und unterstützt die Nachbarschaft aller Bewohner, fördert Begegnungen und das soziale Miteinander. Dies wird durch das richtig platzierte Generationen-Café unterstützt. Die Gebäude staffeln sich von 4 Geschossen an der Heer- und Stadionstraße auf 3 Geschosse an der Bruggerstraße und bilden einen verträglichen Übergang zur Nachbarschaft.

Im EG sind alle Nutzungen sowohl von außen als auch über den Innenhof erschlossen. Kritisiert wird die Abfahrtsrampe der Tiga, die direkt vor den Privaträumen der Senioren-WG geführt wird.

Das Pflegeheim ist klar strukturiert mit kurzen Wegen und zum Innenhof liegenden Gemeinschaftsflächen. Die Bereiche für Betreutes Wohnen sind zentral erschlossen und kurze, gut belichtete Verkehrsflächen führen zu den Eingängen. Die allgemeinen Wohnungen weisen unterschiedliche Größen auf, über Laubengänge erschlossen erhalten durchgesteckte Grundrisse den Bezug zur grünen Mitte.

Die drei Baukörper sind im Erscheinungsbild geprägt vom Holzbau und weisen einfache, sich wiederholende Strukturen auf.

Ein durchgehendes Sockelgeschoss bildet die massive, konstruktive Basis.

Auch wenn die sensiblen horizontalen Gliederungen anerkannt werden, wird der ganzheitliche Duktus der Fassadengestaltung kontrovers diskutiert. Es wird die Frage gestellt, ob eine etwas städtischere Ausbildung richtiger wäre, die auch dem Erdgeschoss einen öffentlicheren Charakter verleiht. Die Geschosshöhen werden als etwas zu niedrig beurteilt.

Der Entwurf erfüllt alle Anforderungen an das Raumprogramm und die funktionalen Zusammenhänge. Er liegt mit seinen wirtschaftlichen Kenndaten in allen Kriterien im günstigen Bereich, im A/V-Verhältnis leicht über dem Mittel. Die Bauweise als Hybrid-Konstruktion aus Beton im UG/EG und vorgefertigten Holzelementen in den OG’s unterstützt die wirtschaftliche und nachhaltige Bauweise.

Die Verfasser schlagen für die konstruktive Ausbildung der Gebäude eine Holz-Hybridbauweise vor. Als baulich sinnvoller Kompromiss sind das Untergeschoss und die Erdgeschosse der darauf aufgesetzten Gebäude einschl. deren Decken in «klassischer» Stahlbeton-Massivbauweise ausgeführt. Diese nehmen als konstruktive Basis die Lasten der (2 bzw. 3) Obergeschosse in Holzbauweise auf. Für deren Geschossdecken sind hier leistungsfähige Holz-Beton-Verbunddecken eingeplant. Als raumseitiges Flächenelement (Untersicht) sind Brettsperrholzelemente vorgesehen. Die Wände werden in der sehr wirtschaftlichen Holzständerbauweise gefertigt. Die Geschosshöhen sind jedoch zu gering.

Zusammenfassend ein Entwurf, der sich als eigenständige kleine Siedlung einfügt in die heterogene Umgebung und als neuer Identifikationspunkt eine eigenständige Präsenz entwickeln kann.